2016

DTM & VLN: Sport oder Geschäftsmodell?

Ein DTM-Lauf am Nürburgring liegt vor uns. Der 7. VLN-Lauf, ein 6-Stunden-Rennen und eigentlich einer der Höhepunkte der Deutschen Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring, liegt hinter uns. Wenn man beide Veranstaltungen nicht mit dem Blick eines routinierten Marketing-Managers, sondern eines engagierten Motorsport-Fans betrachtet, hinterlassen diese Sport-Veranstaltungen einen eigenartigen Eindruck, weil der „Sport“ eigentlich immer mehr in Richtung „Event“ verkommt. Die eigentlich „früher“ einmal den Motorsport bestimmenden Werte sind verloren gegangen. Geschäftsmodelle bestimmen die Abläufe und die investierten Geldbeträge sind nicht mehr von Amateuren mit „Freude am Fahren“ aufzubringen. Sponsoren bestimmen die Abläufe und das Umfeld. Was „früher“ einmal mehr „sinnfreies Tun“ war, wurde zu einem vom Marketing bestimmtes Handeln, dem sich auch die in diesem Bereich tätigen Menschen, Mitarbeiter, Motorsportler, unterzuordnen haben. Ursprünglich einmal sportliche Konzepte werden von „Eventmodellen“, sportliche Gesichtspunkte werden von reinen PR-, Marketing- und anderen eindeutigen und klaren „geschäftlichen Überlegungen“ überlagert. - Motor-KRITIK lüftet einmal ein wenig die tarnenden „Sport-Hüllen“ und zeigt – Entschuldigung! - „mit dem Finger auf andere Leute“ bzw. Sachstände. Nicht um den Spaß am Motorsport zu verderben, sondern um einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass der Motorsport nicht zu einem reinen „Geschäftsmodell“ verkommt – und damit der Spaß an der Sache – dem Leistungsvergleich von Mensch und Maschine - nicht verloren geht.

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Nur Gesprächsstoff für‘s „STRaßenfest“?

Nicht nur! - Natürlich weiß ich nicht wie andere Journalisten empfinden und – entsprechend – arbeiten. Meine Arbeit beginnt an jedem Tag in dem Moment wo ich aufwache und endet mit dem Einschlafen. - Hier und da mache ich mir tagsüber auch Notizen oder setze Erlebtes in Geschichten um, aber eigentlich habe ich „meine Szene“, die Welt des Motorsports, der Automobile und Motorräder mit den wesentlichen Fakten und Einflussgrößen über Entwicklungen, Persönlichkeiten, ihren Möglichkeiten – und Un-Möglichkeiten - „im Kopf“. Ich nutze natürlich auch den Computer und seine Vorzüge, aber nur als Ergänzung zu dem, was bei mir im Kopf vorhanden ist. Dem führe ich täglich neue „Nahrung“ zu, durch Kontakte, Gespräche, Recherchen; und komme so zu einer Meinungsbildung, aus der ich dann auch keinen Hehl mache. Dabei bewege ich mich nicht nur einseitig in „meiner Branche“, sondern versuche schon offen für andere Einflüsse zu sein, die alle unser Leben bestimmen. So habe ich vor Kurzem drei Tage in Trier verbracht, wo es in drei Häusern (Museen) eine sehr gute Übersicht über das Leben von „Nero“ gibt. - Das war zwar „vor Christus“, aber „Nero“ hat es vor einigen Jahren hier immer wieder bei Motor-KRITIK gegeben, wo ich über lange Zeit alle meine Geschichten mit dem Satz abgeschlossen habe: „Nero hat Selbstmord begangen. - Kurt Beck sollte einfach zurücktreten. - Natürlich aus gesundheitlichen Gründen. - Was sonst?“ - Und was ist passiert? - Ich gebe zu, dass ich mich jetzt erst umfassend über Nero informiert habe und bedaure, dass ich seinen Namen in Verbindung mit Kurt Beck verwendet habe. - Aber eigentlich wollte ich ein wenig über aktuelle Eindrücke von der Situation am Nürburgring und Gespräche informieren, die ich z.B. „gestern Abend“ erst geführt habe. - Alles ein wenig geordnet, zugeordnet und sortiert – manchmal auch als „Gemisch“ - ergibt das mehr als...

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„Wir sind Nürburgring“ sagt Danke!

Am 2.September 2016 – das ist schon Freitag dieser Woche! - beginnt in Nürburg, nahe der Gemeindehalle ab 16:00 Uhr ein „STRaßenfest“, das von den Fans, die von sich sagen können, „Wir sind Nürburgring“, in Abstimmung mit drei wesentlichen Sponsoren ins Leben gerufen wurde. Dieses Mal möchte man den Sportwarten an der Nürburgring-Nordschleife und denen an den GP-Variationen einmal DANKE sagen. Da ist es fast selbstverständlich, dass in diesem Fall zu den Hauptsponsoren die VLN-Veranstaltergemeinschaft zählt. Aber auch „Ja zum Nürburgring“ engagiert sich mit einer großherzigen Spende. Und das „Hotel am Tiergarten“ - mit ihrer Besitzerin Uschi Schmitz - hat nicht nur bedeutende (und leckere) Sachspenden beigesteuert, sondern auch die Idee, die Sportwarte wirklich wie Gäste zu behandeln. Die Damen und Herren vom Streckenrand erhalten nicht etwa abgezählte Bons, sondern dürfen – wie wirkliche Gäste – nachdem sie mit einem farbigen Armband ausgestattet wurden, nach Herzenslust essen und trinken. - Wie Gäste eben, die man eingeladen hat, um sich für ihre Mitarbeit an einer guten Sache zu bedanken. - Es wäre schön, wenn an diesem „Gemeinschaftsabend“ viele, viele Besucher insgesamt eine Atmosphäre entstehen lassen würden, die einem solchen „Dankeschön“ dann auch eine gewisse Dimension verleiht.

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F1 in Spa: „Du bist, was du erlebst!“

Eigentlich weiß das nicht nur jede Kindergärtnerin, es sollten nicht nur Väter und Mütter wissen, sondern auch Journalisten: Kindern muss man Grenzen aufzeigen. - Max Verstappen ist offensichtlich noch ein Kind. Man hat seine Aktionen gesehen und sollte dazu eine eigene Meinung haben. Aber „moderne Journalisten“ lassen kritische Anmerkungen gleich welcher Art lieber von „Gesprächspartnern“ machen. So vermeidet man persönlich jeden Ärger. - Und die FIA, die jede Art von Motorsport inzwischen überreglementiert – die schweigt. - Weil die Formel 1 Spannung braucht. Weil die eigentlich nicht vorhanden ist, künstlich geschaffen werden muss, ist man wohl für jede „Anregung“ dankbar, die z.B. ein Max Verstappen gibt. Der seine Aktionen dann im Stundenrythmus vergisst, nicht bereit ist aus ihnen zu lernen, sondern die „Fehler“, die aus seinen „Ansätzen“ resultieren, gerne jemandem anders „in die Schuhe schiebt“. - Max Verstappen scheint aus der Sicht der „Macher der Formel 1“ als „anregendes Element“ empfunden zu werden. - So ist man – aus Motor-KRITIK-Sicht – auch nicht nachtragend. Der Formel 1-Lauf in Spa wurde so wirklich spannend, so dass die übliche teaminterne Auseinandersetzung zwischen Rosberg und Hamilton fast zur Nebensache geriet.

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Anders: „Oldtimer“-Treffen in der Eifel

„Vom 12. bis 14. August 2016 können sich Oldtimer-Fans wieder auf eine spektakuläre und einzigartige Zeitreise durch sieben Jahrzehnte Motorsportgeschichte freuen. Weit über 500 Rennwagen machen den AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu einem wahren Festival des historischen Motorsports und zu einer der größten und beliebtesten Oldtimer-Rennveranstaltungen auf der Welt.“ So war auf den Internetseiten des Nürburgring-Betreibers, der CNG (capricorn NÜRBURGRING GmbH) in diesem Jahr zu lesen. - Am Nürburgring konnte man so ein paar hundert Rennfahrzeuge von damals „in action“ bewundern. Motor-KRITIK traf sich zur gleichen Zeit in Virneburg mit „Oldtimern“, älteren Herren – es waren auch zwei „Youngtimer“ darunter – um sich über andere „Oldtimer“ der Branche mit ihnen auszutauschen. Weil die „Oldtimer der Branche“ aus Bayern kamen, wurde auch viel über Menschen aus diesem Landstrich erzählt. Und Motor-KRITIK konnte so seine alten Eindrücke durch „frische“ ergänzen, um festzustellen, dass Menschen schon Individien sind, die nicht in gleicher Art altern, nicht unbedingt an Wert verlieren – wenn man das auf ihre Persönlichkeit bezieht – aber z.T. doch von unserer „modernen Gesellschaft“ nicht mehr akzeptiert, d.h. ernst genommen werden. - Manchmal hängt das schon mit der Haltung dieser „Oldtimer“ zusammen, manchmal werden sie auch von unseren Dynamikern unter den Managern rein nach Alter sortiert, in entsprechende Schubladen abgelegt – die man dann auch nicht mehr aufmacht. - Oldtimer-Automobile gewinnen wegen der Jahre an Wert, Oldtimer-Menschen gehören aber sehr oft – wegen der Jahre - zu den Verlierern.

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6. VLN-Lauf: Zwischen „BoP“ und Mapping

Der letzte Betrugsversuch bei zwei GT3 wurde vor wenigen Wochen in Österreich bei den Läufen zur ADAC GT-Masters festgestellt. Der DMSB hat die Fahrzeuge von den weiteren Läufen zu dieser Serie ausgeschlossen. In Spa fielen die AMG-Mercedes GT3 durch besonders schnelle Zeiten aus dem GT3-Rahmen, den ernsthafte Techniker mit einer „Balance of Performance“ (BoP) gestrickt haben, damit keiner schneller, keiner besser ist. - Da werden Saugrohrdurchmesser limitiert, Gewichte erhöht. Und weil gerade bei Langstreckenrennen die Anzahl und Länge der Tankstopps von Bedeutung ist, schreibt da die „BoP“ auch Mindeststandzeiten vor. Denn die bessere Arbeit der Monteure in der Boxengasse soll nicht das Rennergebnis beeinflussen. Und damit der eine Tank nicht schneller befüllt ist als der andere, wird mit unterschiedlichen Durchmessern (= Durchflussmenge) durch Zwischenschalten von entsprechenden Tankkannen gearbeitet. Das ist natürlich ein Unsicherheitsfaktor, der auch schon mal zu fernsehgerechten Flammen beim Betanken führt. Da dieser Unsinn – wie auch manch anderer – vom DMSB abgesegnet ist, wurde er wohl dann so zu einer Sicherheitsmaßnahme umfunktioniert. Wer es nun z.B. schafft, einem der „Kontrolleure“ klar zu machen, dass sein Fahrzeug einen größeren Tank benötigt, weil sein Fahrzeug einen höheren Verbrauch hat, der erhält in diesem Zusammenhang dann auch eine Tankkanne mit einem größeren Ausfluss, damit der größere Tank in der gleichen Zeit voll ist wie ein kleinerer Tank. - So versucht man die Spannung im Rennen für unaufgeklärte Zuschauer hoch zu halten. - Ist das noch Sport? - Und alle spielen mit. Denn der Motorsport ist ein Geschäft. Als der Motorsport noch Sport war, da war er nicht nur billiger, sondern auch interessanter. Beim letzten 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, wo die Mercedes GT3 einen sensationellen vierfach Sieg herausfuhren, obwohl allen Fachleuten (auch denen im „BoP“-Team!) klar war, dass es hier „nicht mit rechten Dingen zuging“, hat, hat keiner der Verantwortlichen etwas unternommen. - Man kann doch nicht eine Firma wie Mercedes und AMG… - wo kommen wir da hin! - Da mussten diese GT3 erst nach Spa zum 24-Stunden-Rennen kommen, um zu erfahren, dass es Grenzen gibt. - In Belgien wurden die schnellstens sechs Fahrzeuge – zufällig AMG-Mercedes GT3 – dann auch bestraft. Am Nürburgring durften sie – ungefährt mit 20 bis 30 PS gegenüber der „BoP“ im Vorteil, einen „sensationellen“ Vierfachsieg feiern. - Aber werfen wir mal einen kurzen Blick auf das 39. RCM DMV Grenzlandrennen am letzten Wochenende.

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Flughafen Hahn: Die Affäre aus EU-Sicht

Diese Affäre ist in den Medien aus vielen Blickwinkeln betrachtet worden. Die meisten an der Verkaufsaktion Beteiligten haben da nicht gut ausgesehen. Weder die Landesregierung in Mainz mit den dort eine Führungsrolle einnehmenden SPD-Politikern (Ministerpräsidentin und Innenminister), noch die „begleitende“ KPMG haben hier – wie auch im Fall Nürburgring – eine überzeugende Darstellung ihrer Fähigkeiten, sondern eher mit dem „Fall“ Flughafen Hahn ein weiteres Beispiel für ihre Unfähigkeit geliefert, praxisnahe Lösungen zur Beseitigung von durch eigenes fehlerhafte Verhalten entstandene „Krankheitsbilder“ bei landeseigenen Firmen zu mildern, bzw. „zu heilen“. Über Details, die in ihrer Darstellung den Eindruck vermitteln, dass es sich bei der Landesregierung wohl mehr um eine Art Kindergarten handelt, hat sich die Öffentlichkeit zwar schon empören können, was aber nichts an der Realität ändert. (Auch die letzten Landtagswahlen nicht!) Der Flughafen Hahn ist nach dem Projekt „Nürburgring 2009“ zu einer weiteren Affäre geworden, die man der Landespolitik – und da vornehmlich der SPD – anlasten muss. - Motor-KRITIK wirft nachstehend einmal einen Blick hinüber nach Brüssel, wo auch die EU-Kommission in diesem Fall eine Rolle spielte, die nicht immer ganz durchsichtig war, zumal die Haltung dieser Kommission zu aktuell letzten Fall niemals offiziell befragt wurde. - Musste man in Deutschland annehmen. - Tatsächlich hat diese Aufgabe ein deutscher EU-Politiker (der CDU) in Brüssel übernommen. Er hat Fragen gestellt und sie auch beantwortet bekommen. - Motor-KRITIK stellt Fragen und Antworten der letzten Wochen und Monate einmal nachstehend zusammen, um das Bild das inzwischen entstanden ist, in irgendeiner Form zu schärfen.

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Über strukturpolitische Visionen und Illusionen

Der Bau des Nürburgrings wurde 1925 auf politischer Ebene angeregt, um für die damals sehr arme Region Hocheifel ein touristisches Standbein zu schaffen. Das hat schon von 1927 bis hin zum Jahr 2000 nicht befriedigend funktioniert. Dann hatte die SPD-Landesregierung mit ihrem Ministerpräsidenten Kurt Beck die Idee, den Nürburgring zu einem touristischen „Leuchtturm“ für die gesamte Hocheifelregion auszubauen („Nürburgring 2009“). Dieses Projekt kann als völlig gescheitert betrachtet werden. Dazu gehört nur ein Blick in die Touristikzahlen des Statistischen Landesamtes von Rheinland Pfalz oder aber ein Blick in die Internet-Verkaufsangebote für Hotels im nahen Nürburgring-Umfeld. Noch im April 2016 verkündete die capricorn NÜRBURGRING GmbH (CNG) in einer Pressemitteilung: „So lockt der weltberühmte Nürburgring auch heute Jahr für Jahr Hunderttausende in die Eifel, ein Umstand, von dem Adenau und die Region unverändert profitieren.“ Und man zitiert den Stadtbürgermeister von Adenau mit den Worten: „Der Nürburgring hat Adenau weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Viele Gäste kommen nur wegen der Faszination Nürburgring nach Adenau.“ Und man unterstreicht das mit dem Satz: „Nicht umsonst heißt ein Werbeslogan ‚Adenau – ein Stück Nürburgring‘. - Motor-KRITIK hat einmal genauer hingeschaut, dabei auch Fachkompetenz in Anspruch genommen und schreibt:

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„Es war einmal…“: MÜNCH‘s Geschoss

Für Motorradfahrer waren „damals“ 100 PS-Motorräder eine Sensation. Eine Messlatte war in dieser Zeit - gegen Ende der 60er Jahre - die Honda CB 750, eine Vierzylinder mit 68 PS. Ich fuhr in Deutschland die erste straßenzugelassene Maschine dieses Typs. Ich bin dann in den 70ern praktisch alle bedeutenden Motorräder gefahren, die es „damals“ auf dem Weltmarkt gab. „Ich war zu dieser Zeit „Ressortleiter Motorrad“ bei der „Auto-Zeitung“ in Köln. Mit mir gab es da in jeder Ausgabe einen Motorradteil, so um 8 – 10 Seiten stark. - Da ich ein echter Motorrad-Freak war, wusste ich auch was andere dieser Gattung interessierte. Es gab für mich keinen „Dienst nach Vorschrift“, darum war ich mit diesem Motorradteil auch erfolgreich. - Nach meinem Weggang bei der „Auto-Zeitung“ hat der sich dann nicht mehr lange gehalten. - Ich erinnere mich, dass ich damals mal bei Friedel Münch war, weil der – bei den kleinen gefertigten Stückzahlen – natürlich keine Testmaschinen hatte, die man wochenlang bewegen konnte und ich von ihm ein Motorrad erhielt, das ich dann schon beinahe in der ersten schnell gefahrenen Kurve weggeworfen hätte. Weil beim Anbremsen der Hebel zum Bedienen der großen, mächtigen Vorderrad-Trommelbremse nach dem Anziehen nicht mehr in die Ausgangsposition zurück ging, sondern verklemmte. Aber mit zwei Fingern ist mir dann das Zurückdrücken des Hebels gelungen. Im letzten Moment. - Der Fotograf, der meine Kurvendurchfahrt fotografierte, hat das gar nicht bemerkt. - Er war zufrieden. - Wie zufrieden ich war, habe ich dann später nach weiteren Testfahrten mit einer MÜNCH 1200 TTS-E zu Papier gebracht. Im Anhang zu diesem alten Fahrbericht hier, komme ich dann mal zu HOREX. Nicht von ungefähr, weil es auch eine Verbindung MÜNCH/HOREX gibt. Auf so einem Motorrad, einer HOREX SB 35 habe ich übrigens 1949 meinen Führerschein gemacht und Friedel Münch, der Motorrad-Konstrukteur und Hersteller hat auch schon mal bei HOREX gearbeitet. Der Eigner der HOREX-Werke hieß damals übrigens Fritz Kleemann, war aus Bad Homburg, fuhr einen Lancia und sein Vater war nicht nur der Hersteller von REX-Einmachgläsern, sondern besaß auch die Mehrheit an der Aktien der Columbus-Motorenwerke. Auch HOREX ist wie MÜNCH eine Motorradmarke gewesen, die schon mal verschwand und immer wieder auftauchte. Wie auch MÜNCH. - Der dann auch einmal HOREX baute. - Dazu später mehr. - Zunächst einmal der „alte“, unveränderte Fahrbericht von „damals“:

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70er-E-Stadtwagen: Leise, ganz leise…

Die Ansprüche an ein Automobil sind unterschiedlich. Realität ist aber, dass nur wenige Interessenten beim Kauf eines Automobils an ein Fahrzeug mit Elektroantrieb denken. Da hilft auch keine „Lockprämie“ von 4.000 Euro. Das ist eigentlich keine Überraschung, wenn man die Entwicklung zu einem praxisgerechten E-Automobil seit Jahrzehnten beobachtet. Schon vor 50 Jahren wurde der „Durchbruch“ solcher Automobile erwartet. Auch von den Stromlieferanten. Wie ich aus Gesprächen - „damals“ z.B. mit der RWE in Essen – weiß. Auch ohne Atomstrom gab es „damals“ - wie ich hörte – schon Strom im Überfluss. Vor allen Dingen nachts. - Wenn die „Stromer“ im Idealfall wieder geladen werden sollten. - Ich persönlich habe auch nichts gegen E-Automobile, wohl etwas gegen die Art, wie man Käufer zu beeinflussen versucht. - Seit Jahrzehnten. - Es gibt immer wieder „Versprechungen“, die sich an dem orientieren, was die Industrie als für sich vorteilhaft empfinden würde. - Wie gesagt: Ich habe nichts gegen praxisgerechte E-Automobile. - Auch nichts gegen E-Zweiräder. Als es Anfang der 70er bei Hercules ein „Accu-Bike“ gab, da habe ich das nicht nur getestet, sondern auch meiner Tochter so ein E-Bike gekauft. Und als Zagato in der Schweiz einen E-Stadtwagen – auch Anfang der 70er – vorstellte, da bin ich in die Schweiz gefahren, um als einziger deutscher Journalist dort erste Eindrücke zu sammeln. - Ich habe noch mal in alten Unterlagen gekramt und den Fahrbericht von „damals“ gefunden. Es ist vielleicht interessant, wenn man dem damaligen Fahrzeug einmal die Daten – und ein Foto – eines aktuellen E-Stadtfahrzeugs gegenüber stellt, wie ich das am Ende dieser Geschichte mache. - Aber zunächst einmal meine Eindrücke von einem Fahrzeug, 1973 vorgestellt, von dem – entgegen aller Wunschvorstellungen – nur insgesamt um 500 Stück gebaut wurden: Der Zagato ZELE 1000.

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