31. März 2016: Kein 1. April!

Was hier folgt, ist die Schilderung von realen Situationen und Abläufen. Es sind keine konstruierten Geschichten, mit denen wir Motor-KRITIK-Leser in den April schicken wollen. Eine nun deutlich werdende Situation war z.B. auch schon in eine der letzten hier erschienenen Geschichten angedeutet worden. - Aber das hat wohl vor Tagen – noch – niemand verstanden. Die Erklärung findet man in folgender Geschichte. - Oder wer glaubt, dass das aktuelle Nennungsergebnis beim 1. VLN-Lauf am 2. April ein Anlass zu Freudenschreien ist, der sollte mal ins Starterfeld hinein hören. - Welches Team kann sich denn noch den Start bei 10 VLN-Läufen erlauben? - Und dann gibt es noch eine Überraschung, die den Namengeber des Dorfes und damit der Rennstrecke in der Eifel betrifft: Die Nürburg. - Lassen Sie sich überraschen. Und seien Sie versichert: Diese Geschichte erscheint nicht zum 1. April. - Was hier steht, passiert so, ist so passiert und wird die Geschehnisse im Nürburgringumfeld des Jahres 2016 entscheidend mit beeinflussen:

31. März 2016: Kein 1. April!

Manchmal denkt man an nichts Böses – und dann „platzt die Bombe“. In diesem Fall ist nicht wirklich eine Bombe, sondern eine „Bomben-Überraschung“ gemeint.

Geplatzt ist sie schon am 29. März 2016, abends im Restaurant zur Nürburg, wo der Eigentümer dieses höchsten Restaurants in Rheinland-Pfalz seinen 60. Geburtstag feierte. Die Auftraggeber seines Kurier- und Shuttle-Service (ja, der gehört ihm auch), kennen ihn als H. P. Hoffmann. - Die Nürburger kennen ihn als „Lasch“.

„Lasch“ verkündete an diesem Abend, dass er die Burg, die auch seine Internetseite schmückt, nun ab dem 1. April 2016 von der „Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz“ (GDKE), einer Landesbehörde, gepachtet hat und diese Ergänzung seines bisherigen Angebots in ein schlüssiges Gesamtkonzept einbauen will.

Das war für Alle eine wirkliche Überraschung, denn dass jemand aus Nürburg, die Burg des Grafen Ulrich, jemals pachten würde, das „hatte niemand auf dem Schirm“.

  • Herzlichen Glückwunsch! - Nicht nur zum Geburtstag, lieber H. P. Hoffmann!

Dieser Mann ist immer für ausgefallene Ideen gut.

1999, vor 17 Jahren, da war H.P. Hoffmann – neben anderen – der Ideengeber zu einer Geschichte in Motor-KRITIK, die damals zum 1. April erschien. Damals war das Bauamt in Adenau sehr aufgebracht. Wegen des Bauschildes, das in Motor-KRITIK auch auf einem Foto zu sehen war. - Es musste umgehend wieder beseitigt werden! - Die Motor-KRITIK-Leser sehen heute, 2016, den Ausschnitt zu einer 1. April-Geschichte aus Motor-KRITIK aus dem Jahre 1999.

Nur: Das was H.P. Hoffmann in 2016 vorstellte, das stimmt wirklich. - Und nicht alle werden darüber lachen können!

Niemand wird darüber lachen, wenn hier in Motor-KRITIK geschrieben werden muss, dass die Ankündigung vom 25. März 2016...

„Das wird alles nicht ohne (auch personelle!) Folgen bleiben. - Auch z.B. nicht im Industriegebiet Meuspath!“

...nun schon so schnell eingetreten ist:

  • Bridgestone wird sein Testcenter im Industriegebiet Meuspath – nahe dem Nürburgring - auflösen!

Die Kündigungen sind schon ausgesprochen, die Auflösung ist eingeleitet. Bridgestone wird auch aus dem „Industriepool“ am Nürburgring aussteigen und seine Test- und Entwicklungsarbeiten auf die Länder Italien, Spanien und Finnland – soweit das Europa betrifft – beschränken. - Die speziell in der Eifel erstellten Gebäude werden verkauft.

Bridgestone ist weltweit der größte Reifenhersteller, beschäftigt insgesamt weltweit um 137.000 Mitarbeiter, davon bisher um 750 in Deutschland.

Es genügt eben nicht – wie das bisher bei den Betreibern des Nürburgrings üblich war – für den „Industriepool“ von Jahr zu Jahr die Preise zu erhöhen. Motor-KRITIK hat immer wieder daran erinnert – auch mit Beispielen aus Nardo – was man der Industrie heute bieten muss, damit deren Ansprüche – wenn man schon auf das Wetter keinen Einfluss hat – erfüllt werden.

Die Entwicklungsreifen, die Neukonstruktionen von Bridgestone entstanden bisher schon in Rom, wo auch Teststrecken geschaffen wurden. Nardo ist da weniger weit entfernt als der Nürburgring. Und die Teststrecke bei Barcelona ist – nicht nur aus Wettergründen – besser als der Nürburgring für einen Reifenhersteller zum Testen seiner Produkte geeignet. Die benötigten Tester kann man günstig einfliegen lassen.

Das ist zwar alles nicht neu, war auch immer wieder bei Motor-KRITIK zu lesen, aber: Motor-KRITIK wird aber in gewissen Kreisen nicht ernst genommen! (Oder in anderen „zu ernst“, wie in den nächsten Wochen dann – mit Beispielen – zu lesen sein wird.)

Es gibt sicherlich auch Leser die lachen werden, wenn sie hier lesen, dass das aktuell verkündete Nennungsergebnis für die am 2. April startende „62. ADAC-Westfalenfahrt“ nicht auf einen Gesamterfolg der VLN-Langstreckenmeisterschaft 2016 schließen lässt. Natürlich ist dieses Nennergebnis hervorragend. Aber wie ist es, wenn man es am Ende der Saison über die zehn ausgeschriebenen Läufe insgesamt betrachtet?

  • Wird es überhaupt in 2016 zehn VLN-Läufe am Nürburgring geben?

Blickt man einmal auf die bisher schon vorliegenden Aussagen von VLN-Teams, so muss auffallen, das mehr Teams als in den Jahren zuvor, nicht alle 10 geplanten VLN-Läufe bestreiten werden. Sogar Werksteams haben verlautbart, dass sie z.B. nur zwei VLN-Läufe plus das 24-Stunden-Rennen bestreiten würden.

Auch eigentlich nicht „arme“ Privat-Teams, wie z.B. HARIBO, werden nur fünf Mal bei VLN-Rennen am Start sein. Andere Teams werden vor dem 24-Stunden-Rennen bei zwei VLN-Läufen starten und danach nicht wieder erscheinen. Auch Cup-Klassen, wie z.B. Opel-Astra, brechen weg. Eigentlich ist das nicht überraschend, sollte sozusagen als „natürlich“ empfunden werden, was aber die Gesamtsituation der VLN nicht verbessert.

Auch hier hätte ein „harter Schnitt“ im richtigen Moment gut getan. Aber es besteht eine Abhängigkeit zum ADAC. Wie überhaupt der Motorsport in Deutschland unter der „Diktatur“ des ADAC leidet. Der ADAC bestimmt schließlich auch wesentlich die Aktionen des DMSB, weil er dort den größten Einfluss hat.

Um es den „Träumern“ erschreckend deutlich zu sagen: Der „russische“ Betreiber – bald auch Eigentümer (!) - hat das erkannt. Und er plant, mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern.

So ist nicht auszuschließen, dass es 2016 nicht die geplanten 10 VLN-Läufe, sondern weniger geben wird. Man werfe doch nur einen Blick auf den aktuellen VLN-Terminkalender:

  • Welches Team kann sich 10 VLN-Läufe im Jahr finanziell erlauben?

Und was sagen die Veranstalter?

Schon vor Jahren sagte der Vorsitzende eines veranstaltenden VLN-Clubs zu mir:

„Wir müssen uns darüber klar sein, Wilhelm: Wenn wir mit unserer VLN-Veranstaltung keinen Überschuss, keinen Gewinn mehr erzielen, mit dem wir unseren Mitgliedern dann ein kostenloses Sommerfest bieten können, dann hört deren Begeisterung für den Motorsport auf.“

Um es am Ende dieser Geschichte noch einmal deutlich zu sagen:

  • Diese Geschichte enthält keinen Ulk zum Termin des 1. April 2016!

Motor-KRITIK versucht die Situation – auch die am Nürburgring – realistisch zu sehen. Natürlich kann man mit einem Blick auf das aktuelle Nennungsergebnis zum 1. VLN-Lauf von der Wirklichkeit ablenken. - Natürlich sind um 180 Nennungen toll!

Aber „toll“ – um nicht zu sagen blöd – wäre es auch, dieses Ergebnis auf die ganze Saison 2016 zu projizieren. Gerade bei der VLN stehen noch größere „Anpassungen“ bevor.

Motor-KRITIK hofft, dass die im Interesse der Fans, der Rennbesucher - und des Sports (!) erfolgen.

Auch hier wird Motor-KRITIK ein wachsames Auge auf die Entwicklung haben. Und an der Realität orientiert berichten.

Wer auch sonst?

MK/Wilhelm Hahne

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