VLN 2017: Wegducken hilft nicht weiter!

Natürlich passt bestimmten Leuten die Motor-KRITIK-Geschichte zu VLN-Lauf 10 überhaupt nicht ins Bild. Und man vermeidet jeden Kontakt. Wahrscheinlich gibt es Leute (Funktionäre) oder andere „Lämmer“ (z.B. GF), die es für richtig halten, jeder Diskussion zum Thema VLN aus dem Weg zu gehen. - Man schweigt. - Man beantwortet Anfragen nachlässig (s. DMSB) oder sagt vereinbarte Treffen mit fadenscheinigen Gründen ab. Kontakte zu Motor-KRITIK scheinen für manche Leute, die sich im deutschen Langstreckensport wichtig nehmen, „karriere-lähmend“ zu sein. Darum schweigt man, vermeidet „Auseinandersetzungen“ oder klare Aussagen zu unausweichlichen Entscheidungen. Die getroffen werden müssen, wenn man diese Langstreckenserie am Leben erhalten will. Die Lage ist ernster als viele Fans ahnen, weil es die unterschiedlichsten Interessen – aus den unterschiedlichsten Gründen – gibt, die sich aber alle nicht an den Entscheidungen orientieren, die zu einem Überleben des deutschen „Basis-Motorsports“ wichtig sind. Man geht ernsthaften Auseinandersetzungen aus dem Weg und hofft darauf, dass „schon alles gut geht“. - Die Hoffnung stirbt zuletzt! - Aber die VLN der Zukunft lebt nicht vom Prinzip Hoffnung, sondern von klaren Entscheidungen, die sich an der Realität orientieren. - Motor-KRITIK möchte mit nachfolgender Geschichte deutlich machen, dass man sich einer Diskussion zum Thema VLN stellen muss. Aus den verschiedensten Gründen. - Und dass man Motor-KRITIK nicht „stilllegen“ kann, indem man jeden Kontakt vermeidet. - Motor-KRITIK ist auf der Seite der VLN-Fans und der Fahrer, die an einem Fortbestand der Serie schon deshalb interessiert sind, weil auch der „Spitzensport“ einen breiten Sockel braucht, aus dem dann schließlich auch eine „Spitze“ wachsen kann. - Motor-KRITIK möchte deutlich machen:

VLN 2017: Wegducken hilft nicht weiter!

Lassen wir zunächst einmal einen „ehemaligen“ VLN-Fan zu Wort kommen, der sich aufgrund der letzten Darstellung in dieser Woche bei Motor-KRITIK mit einem Leserbrief meldete. Was hier nachstehend einkopiert wird, ist der unveränderte Text einer E-mail, die Motor-KRITIK erreichte:

„...ihre Ausführungen über die VLN waren wie immer großartig. Seit dem Auftaktrennen 2015 war ich nicht mehr am Ring. Seit über 30 Jahren hatte ich die Serie als Fan oder Streckenposten begleitet. Letztes Jahr hatte ich am Anfang noch die Rennen im Internet verfolgt. Jetzt gar nicht mehr. Es interessiert mich einfach nicht mehr. Und ich vermisse NICHTS.

Ich fahre nur noch zur Belcar und den Dutch Supercars (in beiden Serien sind keine GT3 zugelassen!) nach Belgien. Da sieht man noch selbstaufgebaute Rennfahrzeuge die auch noch einen tollen Klang haben.

Der ganze Mist mit BOP, Mindeststandzeiten usw ist in meinen Augen nur noch ein Witz. Das hat mit Motorsport nichts mehr zu tun. Ich kenne Motorsport noch aus der Zeit wo der Schnellste auf der Strecke und bei den Boxenstops das Rennen gewonnen hat.

Bezeichnend ist auch das die "tollen" 24h Sieger von Mercedes bei den 24h Stunden in Spa des Betrugs überführt wurden. Am Ring wollte man das wohl nicht erkennen, oder war Mercedes einfach mal wieder als Sieger vorgesehen. Ich wette nächstes Jahr gewinnt BMW.

Der deutsche Motorsport ist in meinen Augen fast tot.

Beim letzten Dutch Supercar Lauf in Spa war die DTC, vor einigen Jahren noch eine Topserie mit vielen Marken und Startern, zu Gast. 12 (ZWÖLF) Fahrzeuge waren am Start. Das war mal eine tolle Nachwuchserie für Tourenwagenpiloten. Heute gibt es unzählige GT3 Serien in der jeder Möchtegernrennfahrer mit viel Geld ferngesteuerte Rennen fahren kann.

Wir werden die Zeit wohl nicht zurückdrehen können. Deshalb befürchte ich, dass sich der Rennsport selbst erledigt. ...“

Hier wurden nur die Anrede und der Absender weggelassen. Diese E-mail ging exakt mit diesem Text bei Motor-KRITIK ein. Man kann davon ausgehen, dass die hier geäußerte Meinung nicht die Meinung eines einzelnen Fans ist.

Auch beim DMSB sollte man erkennen, dass man für den Motorsport da zu sein hat und nicht Entscheidungen treffen sollte, nur um die Bedeutung der eigenen Organisation zu unterstreichen.

In welchem Zustand sich der DMSB, als nationaler Vertreter einer internationalen Sportorganisation befindet, geht aus einer Antwort hervor, die heute bei Motor-KRITIK einging. Damit der Leser leichter die „Mängel“ in der Antwort feststellen kann, soll hier zuvor noch einmal die Motor-KRItik-Anfrage an den DMSB eingegeben werden:

„...der DMSB hat das Nordschleifen-Permit A zur Voraussetzung gemacht, wenn man in bestimmten Rennfahrzeug-Kategorien Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife fahren will.

Für den Erhalt eines solchen Nordschleifen-Permit A hat der DMSB gewisse Vorschriften erlassen, mit denen die Voraussetzungen für den Erhalt dieser Zusatz-Genehmigung (zur Lizenz) nachgewiesen werden müssen.

Dazu gehört z.B. der Nachweis, mindestens 18 Runden Nordschleife in Rennen mit einem Automobil in einer Klasse bestritten zu haben, in der nur ein DMSB Nordschleifen Permit der Kategorie B erforderlich ist.

Wie auf "facebook" zu erfahren, gibt es aber mit dem Automobilhersteller BMW eine Sonderregelung, nach der BMW-Werksfahrer auch mit einem Automobil der Kategorie B in einer Klasse starten dürfen, die eigentlich ein DMSB Nordschleifen Permit A erfordert.

In den Vorschriften des DMSB ist aber auch vorgegeben, dass ein 18-Runden-Nachweis vom DMSB nur dann anerkannt wird, wenn der Teilnehmer in einer Klasse mit mindestens drei Teilnehmern gestartet ist.

Das ist bei den BMW-Werksfahrern aber in diesem Jahr nicht der Fall gewesen, so dass ihnen eigentlich ein DMSB Nordschleifen Permit A für 2017 eigentlich nicht zugestanden werden kann. - Wenn nicht weitere "Sonderabsprachen" mit BMW greifen.

Ich wäre daran interessiert, zu diesem Thema eine offizielle Stellungnahme des DMSB zu erhalten. ...“

Die offizielle Antwort des DMSB weist – wie meine Leser bitte selbst feststellen sollten – einige „kleine Lücken“ auf, die nicht unbedingt auf eine ordentliche Abwicklung von Abläufen hinweisen, die man selbst als Reglement ins Leben gerufen hat:

„...vielen Dank für Ihre Anfrage.

BMW-Werksfahrer Bruno Spengler hat gemäß unseren Lizenzbestimmungen den Lehrgang für die DMSB Permit Nordschleife Stufe B inkl. dem neu eingeführten E-Learning absolviert. Herr Spengler fährt im BMW M235i Racing Cup, der in der Kategorie Stufe B eingestuft ist und somit die DMSB Permit Nordschleife Stufe B als Voraussetzung hat.

Der Hersteller BMW möchte aus für uns nachvollziehbaren Gründen (Schädigung des Kundensports, Verzerrung Meisterschaftswertung etc.) solche Profifahrer nicht innerhalb der Cup-Wertung starten lassen. Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit mit dem DMSB eine Sondervereinbarung erarbeitet, so dass diese Fahrzeuge in der Klasse SP8T eingestuft werden und die Fahrer trotzdem mit der DMSB Permit Nordschleife Stufe B an den Start gehen können. Das Fahrzeug bleibt somit ein Fahrzeug der Kategorie B, egal in welcher Klasse die Wertung stattfindet.

Das Ziel der DPN ist aus unserer Sicht klar erfüllt, da die Fahrer Ihre Rennerfahrung in einem „kleinen“ Fahrzeug der Kategorie B gesammelt haben.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung….“

Diese Antwort ist keine Antwort auf die Fragen von Motor-KRITIK, sondern beweist nur die Abhängigkeit des DMSB von der Industrie. Man „vergisst“ die selbst erstellten Voraussetzungen, die - ernsthaft (!) - die Voraussetzung für den Erhalt der „DPN“ bilden sollten.

Die konsequente Korrektur des bisher eingeschlagenen Weges könnte nur in Entscheidungen liegen, die deutsche Motorsport-Fans dann davon abhält, die VLN zu meiden, um Motorsportveranstaltungen z.B. in Belgien zu besuchen. (s. Leserbrief)

Nachdem von Seiten der VLN inzwischen jeder Kontakt zu Motor-KRITIK vermieden wird, weil der wahrscheinlich dann zu weiterem Ärger zwischen den neuen Geschäftspartnern im „Renngeschäft“ führen würde, möchte ich mit der folgenden Nennung der Termine für die geplanten VLN-Veranstaltungen in 2017 gerne nachweisen, dass Motor-KRITIK auf direkte Kontakte nicht angewiesen ist.

„Zufällig“ wird es in 2017 nur noch 9 (in Worten: Neun) VLN-Läufe geben. - Hier die Termine:

  • 1. Lauf 25. März 2017
  • 2. Lauf 08. April 2017
  • 3. Lauf 24. Juni 2017
  • 4. Lauf 08. Juli 2017
  • 5. Lauf 19. August 2017
  • 6. Lauf 02. September 2017
  • 7. Lauf 23. September 2017
  • 8. Lauf 07. Oktober 2017
  • 9. Lauf 21. Oktober 2017

Motor-KRITIK hofft damit Planungs-Sicherheit sowohl für Fans als auch Teams herstellen zu können. - Warum sollte man bis zur Essener Motor-Show warten müssen?

Die „Macher“ im deutschen Motorsport sollten begreifen:

  • Wegducken hilft nicht weiter!
MK/Wilhelm Hahne
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