Eine „neue Sau(erei)“ lenkt jeweils ab!

Eigentlich wollte ich zu dem Thema einen „Lieber Leser“ schreiben. Aber mit obigem Titel wird eigentlich deutlicher, was ich sagen möchte. Unsere Politiker, die Organe von Staat und Justiz nutzen einfach die aktuelle Trendsituation und formulieren brav – und erwähnen es bei jeder Gelegenheit: „Wir müssen nach vorne schauen!“ - „Gestern ist gestern, Heute ist heute“! - Selbst das ist heute praktisch ein Spruch von Gestern. - Heute morgen ist inzwischen bereits gestern! - Und wenn man dann noch in möglichst kurzen Abständen „immer wieder eine neue Sau durch‘s Dorf treibt“ und die Medien mitmachen, dann ist doch für Ablenkung gesorgt. - Wie das mit Redensarten so ist: Sie sind immer (meistens) eine Umschreibung, bildliche Darstellung von etwas, das man so direkt nicht aussprechen möchte. Auf die genannten Beispiele (Redensarten) bezogen: Sie werden auch heute noch oft benutzt, aber nicht hinterfragt. In folgender Geschichte möchte ich daran erinnern, wie nach einer Welle von „Sau(ereien)“ am Nürburgring, beginnend mit einer unsinnigen Planung zu unsinnigen Kosten, realisiert mit einem System von Trixen und Täuschen, dann Verpachtungen und Verkäufe praktisch immer nur „eine neue Sau waren, die man durch‘s Dorf trieb“. - Und die Öffentlichkeit – wenn man von einer kleinen Gruppe aufmerksamer Beobachter absieht – hat sich ablenken lassen. - Inzwischen spricht man kaum noch vom Nürburgring, dafür ist es jetzt der Flughafen Hahn – und da besonders der erste Verkaufsversuch – der in der Öffentlichkeit noch für Aufregung sorgt. Dabei waren dort die Abläufe – und die Beteiligten auf der politischen Seite – die gleichen wie am Nürburgring. - Auch hier hat es chinesische Interessenten gegeben, die hier aber an Journalisten wie Florian Zerfass und Wilhelm Hahne gescheitert sind. - Auch hier hat die KPMG nicht gut ausgesehen. Aber wer hat das so wahrgenommen? - In den Verlagen berücksichtigt man die vorhandene Konkurrenzsituation. - Also: Alles wird gut! - Und bald wird dann  – nach dem Fall Flughafen Hahn - wieder „eine neue Sau durch‘s Dorf getrieben“. - Schaut man sich einmal in unserem Land um, versteht man kaum, warum in Rheinland-Pfalz immer noch die gleiche Partei – z.T. mit Unterstützung von „Abhängigen“ - die gleichen Personen auf der Bühne stehen, die sich mit ihren Entscheidungen und Handlungen eigentlich lange selbst disqualifiziert haben. - Merke:

Eine „neue Sau(erei)“ lenkt jeweils ab!

Aber die CDU in Rheinland-Pfalz hat sich auch nicht gerade durch ihr unkonsequentes Handeln mit Ruhm bekleckert. Da sind die letzten Landtagswahlen sicherlich für Frau Klöckner ein unangenehmes Beispiel. - Dabei sollte man nicht nur auf die Fehler abheben, die die rheinland-pfälzische CDU im letzten Wahlkampf gemacht hat.

Die CDU hat über lange Zeit nicht konsequent genug „auf den Tisch geschlagen“. Schon bei der Landtagswahl davor, die dann das Ende des „Nürburgring-Untersuchungsausschusses“ bedeutete. - Wer hat dazu ausführlich recherchiert und geschrieben? - Motor-KRITIK.

Bei diesen Recherchen ist mir natürlich aufgefallen, dass auch die CDU eigentlich zu dieser „Sauerei“ noch einige Pfeile im Köcher haben müsste. Aber sie wurden niemals gezogen. Jetzt würde das kaum noch jemanden „vom Hocker hauen“, weil es ja „der Schnee von gestern ist“.

Auch die Abläufe im damaligen Untersuchungsausschuss waren bemerkenswert. Wer z.B. - von welcher Partei – den Vorsitz hatte und wie man den Ausschuss „elegant“ über die Zeit gebracht hat, damit er – fast unauffällig – weil die Bestimmungen es so gebieten – eingestellt und die Akten aufgelöst werden konnten. - Motor-KRITIK hat darüber „damals“ berichtet.

Aber wen hat das schon interessiert? - Wen interessiert das noch? - Wie gesagt: Wir müssen nach vorne schauen!

Denken wir doch noch einmal an das großartige Geschäft, als unser geschätzter Herr Wirtschaftsminister, Hendrik Hering, „damals“ für einen einzigen Euro (!) gleich 80 Millionen Schulden von Herrn Kai Richter erstand. - Natürlich wurde das der Öffentlichkeit anders verkauft.

Als dieser Wirtschaftsminister – übrigens gelernter Jurist – dann den Flughafen Hahn kaufte (von der Fraport), da wurde das auch als „Schnäppchen“ dargestellt. Dem Verkäufer – eben dieser Fraport in Frankfurt – wurden dafür um 400 Millionen Schulden erlassen. Hendrik Hering kaufte auch hier für einen einzigen Euro 82,5 Prozent der Stimmanteile am Flughafen Hahn. - Tolle Leistung!

Und das Land Rheinland-Pfalz hatte einen weiteren Klotz am Bein. Von dem man sich aktuell für einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag trennt, um in den nächsten Jahren dem Käufer dann einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag nachzureichen.

Nun braucht man aber wirklich „eine neue Sau“, die man „durch‘s Dorf jagt“. Hendrik Hering ist inzwischen als Landtagspräsident beschäftigt (und gut bezahlt!), da wird mal wieder Roger Lewentz Einsatz zeigen müssen. In irgendein Fettnäpfchen wird der sicherlich treten. - Aber Malu Dreyer wird ihn schon – auch bei weiteren „Ausrutschern“ - beschützen. Inzwischen sammelt sie auf Auslandsreisen – aktuell in Argentinien – Erfahrungen, die man in Bundespolitik umsetzen könnte.

Wenn sie denn wie bisher so weiter macht, wird man sie auch kaum in Rheinland-Pfalz halten können. - So eine Politikerin braucht größere Aufgaben. - Oder sie setzt sich zur Ruhe.

Denken wir doch nur einmal daran, wie sehr die Dame darauf drängte, den Nürburgring loszuwerden. Jens Lieser, der Insolvenz-Sachwalter war da wohl als „Helfer in der Not“ ausersehen. Er machte beim Verkauf Druck. Der letzte Schritt wurde praktisch in 48 Stunden umgesetzt und Malu Dreyer war damals – warum eigentlich? - mit ihrer Stellvertreterin, die gleichzeitig Wirtschaftsministerin war, dann in Koblenz „vor Ort“.

Jens Lieser hat leider zu lange Zeit gebraucht, den überraschend einberufenen Gläubigerausschuss zu einem JA, einer Zustimmung zum Verkauf an den „mittelständischen Unternehmer“ Robertino Wild und eine seiner neu gegründeten capricorn-Firmen zu bringen. So konnten sich die Damen aus Mainz dann am Verkaufstag noch nicht richtig in Szene setzen. Den Mitgliedern des Gläubigerausschusses hatte Jens Lieser klar machen müssen, dass die Finanzierung des Kaufes durch das Team Wild/Dr. Heinmann u.a. durch eine Kreditzusagen der Deutschen Bank abgesichert wäre. - Und das dauert eben seine Zeit! - Wie das bei spirituellen Heilmethoden eben so ist.

Es hat eine schriftliche Kreditzusage der Deutschen Bank zwar niemals gegeben, wie ich mit einem Anhang in Motor-KRITIK nachgewiesen habe. - Aber wer ist Motor-KRITIK?

Und die Deutsche Bank hat geschwiegen! Auch die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat offensichtlich keine Veranlassung gesehen, mal bei der Deutschen Bank nachzufragen. Die hätte dann Auskunft geben müssen!

Realität war: Die Finanzierung war nicht gesichert, wie auch im Verlauf der nächsten Monate nach dem überhasteten Verkauf des Nürburgrings deutlich wurde. Obwohl die Ministerpräsidentin auf einer kleinen Tournee (mit Journalisten-Gefolge) Stimmung für den neuen Käufer, für den großartigen „mittelständischen Unternehmer“, Robertino Wild, gemacht hat. Sie hat in einem Vortrag im Nürburgring-“Boulevard“ seinen Namen sogar – wie auch bei Motor-KRITIK zu lesen war – mit einem Doktor-Titel versehen.

Das war wohl, wie damals aus der Staatskanzlei zu hören, ein Versehen. Wie wohl auch der Kauf des Nürburgrings durch Herrn Wild. Aber der durfte nicht platzen. Da hat dann zunächst der Insolvenz-Sachwalter eine Absicherung der von Robertino Wild nicht gezahlten 5-Millionen-Rate präsentiert. - Die Öffentlichkeit musste beruhigt werden. - Und dann wurde schnell – fast zu schnell – ein russischer Ersatzkäufer nachgeschoben. - Nein, das war kein Zweitverkauf, denn dieser Russe segelt heute noch – sowohl mit seiner Kauf-, wie auch seiner Pacht-Firma – unter der „capricorn“-Flagge! - Ein echter Pirat!

Aber Robertino Wild war gestern, werden jetzt Einige sagen. Und heute ist Heute? - Mir ist aber heute schon, als wäre dieses „Gestern“ erst heute morgen gewesen. Man sollte auch nicht die Reihe der Ermittlungsverfahren übersehen, die – und das war sicherlich richtig und gut – dann in manchen Zusammenhängen auch bei der Staatsanwaltschaft Koblenz aufgenommen wurden.

Aber die wurden dann nach einiger Zeit – auch wahrscheinlich, weil man eine zu lange Zeit für eine umfassende Recherche brauchte – evtl. (auch) „unauffällig“ - eingestellt. - Was wir bei Motor-KRITIK zumindest nicht in allen Fällen verstanden haben. - Aber man hat sich in so einem Fall der Zustimmung eines Richters versichert!

Darum sollte man uns nachsehen, dass wir uns immer noch „mit dem Schnee von gestern“ beschäftigen. Wir möchten niemandem Unrecht tun, wie wir selbst auch erwarten, dass es uns nicht angetan wird. - Unser Erleben in den vergangenen Jahren war leider ein anderes.

Deshalb werden wir auf diesen Seiten in nächster Zeit noch mal auf den guten alten Nürburgring – und seinen Verkauf – zurück kommen müssen. Immerhin wird der 90 Jahre alt, entstand in einer Zeit, als zwar die Welt auch nicht gerade in Ordnung war, aber man sich - immerhin - darum bemüht hat, diese Welt in Ordnung zu bringen.

Heute ist man zwar auch bemüht das zu tun, aber doch wohl mehr vordergründig. Man bemüht sich darum, das was man tut, zumindest so aussehen zu lassen. Das funktioniert auch sehr oft, weil andere da nicht unbedingt so genau hinschauen.

Es ist alles im Umbruch. Davon muss man ausgehen, wenn man liest, was auf den Seiten der Fachmagazine im Internet derzeit verbreitet wird. - Leider ohne Zusammenhänge zu kennen und herstellen zu können. - Man hat zwar keine Ahnung, aber man schreibt darüber. Und die Fans jubeln! - Es kann ja alles nur besser werden! - Wir müssen nach vorne schauen!

Wenn die „Macher“ doch nur aus den Fehlern der Vergangenheit lernen würden! - Man möchte sie vergessen machen und – schaut nach vorne!

Und treibt dann mal wieder „‘ne neue Sau(erei)“ durch‘s Dorf! - Zur Sicherheit. - Zur eigenen Sicherheit!

Und - "die Kohle muss stimmen"!

MK/Wilhelm Hahne
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