„Glücksmomente“ oder Geschäftsgeheimnisse?

Wenn Hans-Joachim Schmitz, vor vielen Jahren als „Glücksbote“ der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, Koblenz unterwegs, Glücksmomente bei Lotto-Gewinnern erlebte, die gerade Millionen gewonnen hatten, dann hat er diese Erlebnis z.T. danach in seiner Eigenschaft als Pressechef dieser zu 51 Prozent landeseigenen Firma in Pressemitteilungen, die vom Geschäftsführer der Firma abgenickt worden waren, den Medien weitergereicht. Dieser Geschäftsführer hat dann hochsensibel reagiert, als sein „Glücksbote“ 2006 in Altersteilzeit gehen wollte, hat seinem Entschluss dazu nur zugestimmt, nachdem der einen ihm vorgelegten – Motor-KRITIK meint: sittenwidrigen – Vertrag unterschrieben hatte, der angeblich „nur“ den Arbeitsvertrag ergänzen sollte.- Man versteht die Angst des Geschäftsführers, die in diesem „Knebelvertrag“ zum Ausdruck kommt, wenn man weiß, dass er Jahre später dann rechtskräftig wegen Betrugs verurteilt wurde. - Jetzt, in 2017, hat das Arbeitsgericht Koblenz diesen „Geheimhaltungsvertrag“ aufgehoben. Die im ehemaligen Arbeitsvertrag zum Thema „Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse“ enthaltenen Klauseln bleiben bestehen. - Motor-KRITIK berichtete exklusiv von dieser Verhandlung, war der einzige Journalist im Verhandlungsraum, der aus eigenem Erleben berichten konnte. Alle anderen dazu veröffentlichten Informationen waren sonst von einer Art, die von mir in meiner Geschichte dazu mit „Knapp daneben ist auch vorbei“ kommentiert wurden. - Während der wegen Betrugs rechtskräftig verurteilte Ex-Lotto-Geschäftsführer aktuell regelmäßig Geschichten in einem kostenlosen Anzeigenblatt schreibt und emsig um Eigen-PR bemüht ist, ist der Ex-“Glücksbote“ nach seinem Prozessgewinn praktisch abgetaucht.

„Glücksmomente“ oder Geschäftsgeheimnisse?

Eigentlich sollte an dieser Stelle schon lange eine Geschichte stehen, die mir Hans-Joachim Schmitz als seine „Erlebnis-Erzählung“ angeboten hatte. Denn nun ist er nach dem Entscheid des Arbeitsgerichts in Koblenz nicht mehr durch einen „Zusatzvertrag geknebelt“. Danach musste er u.a. folgende Auflagen erfüllen:

„Herr Hans-Joachim Schmitz verpflichtet sich, der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH unaufgefordert und unverzüglich mitzuteilen, wenn ein Kontakt zu einem Medienvertreter erfolgt oder ein Medienvertreter versucht, zu ihm Kontakt aufzunehmen. In diesem Fall wird Herr Hans-Joachim Schmitz der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH den Vor- und Zunamen, sämtliche Kontaktdaten des Medienvertreters, den Zeitpunkt des Kontaktes oder des Kontaktversuches und den Anlass hierfür mitteilen, soweit ihm diese Informationen bekannt sind. - Im Falle eines jeden Verstoßes gegen die Geheimhaltungsverpflichtung ist Herr Hans-Joachim Schmitz verpflichtet, jeweils eine Vertragsstrafe in Höhe von einem Bruttomonatsbezug an die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH zu zahlen. Das Recht der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH zur Kündigung des Vertragsverhältnisses und zur Geltendmachung von Schadensersatz bleibt hiervon unberührt.“

Das ist vorbei! - Ein überglücklicher „Glücksbote“ hatte mir – aus eigenem Antrieb – angeboten, für Motor-KRITIK aus dem bunten Reigen seiner Erlebnisse mit neuen Lotto-Millionären ein paar zu einer Geschichte zu vereinen, deren Inhalt sich sogar am Titel dieses Informationsdienstes ausrichten sollte.

Wir hatten danach auch noch telefonischen Kontakt, bei dem er mich z.B. informierte, dass er bereits angefangen hätte, aber er nun merken würde, dass er beim Schreiben doch etwas aus der Übung gekommen wäre.

Ich habe ihn getröstet und ihm erklärt, dass es mir nicht wichtig ist, die Geschichte schon „morgen“ zu erhalten, sondern dass er sich ruhig ein paar Tage Zeit nehmen kann.

Inzwischen sind viele, viele Wochen vergangen. Hans-Joachim Schmitz hat – auch schon seit Wochen – einen netten kleinen Italien-Urlaub hinter sich, bei dem er auch genussvoll die „Mille Miglia“ erleben konnte.

Aber ich habe nichts von ihm gehört, nichts von ihm erhalten. Hans-Joachim Schmitz ist „stumm geworden“. Eine Geschichte von ihm auf diesen Seiten hätte zu einem „Befreiungsschlag“ werden können, aber „gute Freunde“ haben ihn offensichtlich davon abgehalten. - Warum wieder neue Unruhe in Spiel bringen?

Die Meldungen vom Prozessergebnis, bei dem Hans-Joachim Schmitz obsiegte, waren nicht unbedingt an der Realität orientiert. Sie konnten es auch nicht sein, da nur ich – nur Motor-KRITIK – von den berichtenden Medien „vor Ort“ war. Alle anderen haben offensichtlich „trübes Wasser“ aus „flachen Tümpeln“ geschöpft und ihre Phantasie von unklaren Informationen vernebeln lassen.

Das Urteil des Arbeitsgerichts wurde – aus welchen Gründen auch immer – fehlinterpretiert. Das führte – soweit ich das beobachten konnte – zu einer umfangreichen schriftlichen Auseinandersetzung zwischen Herrn Schmitz und den Presseorganen, von denen niemand der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht beigewohnt hatte. Der „Glücksbote“ hat sogar noch mal seinen Anwalt bemühen müssen.

Offenbar hat ihn dieses ganze Erleben sehr mitgenommen!

Hans-Joachim Schmitz versucht nun einen Schlussstrich zu ziehen, indem er keinen Schlussstrich zieht, sondern offenbar resignierend aufgibt. - Keine Geschichte in Motor-KRITIK, kein neuer Ärger! - Das ist wohl die Sicht der Dinge, die ihm – wer weiß von wem? - vermittelt wurde.

Oder anders: Wer nichts tut, macht nichts falsch!

Der neue Geschäftsführer der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH in Koblenz lässt dagegen weiter mit „Glücksmomenten“ der Gewinner in der Kundenzeitschrift „seiner“ Lotto-GmbH werben. Wie z.B. im aktuellen „GlüXmagazin“ Nr. 24, vom 13.6.2017, wo man z.B. lesen kann:

„Er hat drei Nächte nicht geschlafen und sich extra Zeit gelassen, bis er seinen Gewinn realisiert hat: Ein Rentner aus der Vorderpfalz hat am 26. Mai 2017 rund 50,3 Millionen Euro in der Lotterie Eurojackpot gewonnen – und sich erst elf Tage später bei Lotto Rheinland-Pfalz gemeldet.“

So geht es weiter. Man schildert die „Glücksmomente“ eines Gewinners. Und der aktuelle Geschäftsführer der landeseigenen GmbH (51 Prozent), Jürgen Häfner, wird auch zitiert.

Jürgen Häfner ist vielen auch bekannt durch seine Mit-Arbeit in „Sachen Nürburgring“. Es gibt bei der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH einige „Mit-Arbeiter“ mit interessanter Vergangenheit und „Vernetzung“. Jürgen Häfner war z.B. nicht nur mal Staatssekretär, sondern auch schon Büroleiter bei Kurt Beck. Und im Aufsichtsrat… (dazu dann später mehr!)

Motor-KRITIK wird sicherlich noch auf diese „Glücks-Firma“ - nicht nur für Lotto-Millionäre – zurückkommen müssen.

Motor-KRITIK möchte das „Kapitel Schmitz“ dagegen nun abschließen. Allerdings auf eigene Art:

  • Meine Leser finden eine pdf-Datei des Urteils - „im Namen des Volkes“ und in „Öffentlicher Sitzung“ ergangen – im Anhang zu dieser Geschichte, um sich selbst ein Urteil bilden zu können.

Die Kollegen der „betroffenen“ Medien können selbstverständlich auch von dieser Möglichkeit kostengünstig Gebrauch machen. - Lesen bildet! - Ein Besuch des Arbeitsgerichtsverfahrens wäre allerdings im Hinblick auf eine objektive Berichterstattung empfehlenswerter gewesen!

Hans-Joachim Schmitz hat sich – und wird damit auch hier - zur Ruhe gesetzt!

MK/Wilhelm Hahne

PS: Übrigens scheint auch die „Lotto-Elf“ nach Motor-KRITIK-Recherchen nicht unbedingt der „Lichtblick“ zu sein, als der sie gerne dargestellt wird!

Average: 4.9 (37 votes)

Kategorie: 

Abo-Hinweis

Lieber Leser,

wie vor Jahren versprochen, sind alle Geschichten zum Thema Nürburgring im Internet frei zugänglich. Andere Themen sind kostenpflichtig. 
Betrachten Sie aber ein Abo auch als eine grundsätzliche Unterstützung der aufwändigen Recherchearbeit von Motor-KRITIK. Denn – das fällt hoffentlich auf – Motor-KRITIK ist vollkommen werbefrei und damit eigentlich nur von denen abhängig, die den investigativen und unabhängigen Journalismus schätzen: Von Ihnen, liebe Abonnenten!

Wie einfach Sie zu einem Premium-Leser werden können, erfahren Sie HIER.