Hendrik Hering musste belohnt werden!

Hendrik Hering ist neuer Landtagspräsident in RLP. Jetzt achtet er auf Würde und Ordnung. Und rügt Verletzungen. Mit Worten. Im Verlaufe seiner Ausbildung zu dieser Position, hat er schon als Wirtschaftsminister Großes geleistet. Wer den Euro nicht ehrt, versteht auch nichts von Zukunftssicherung. - Das könnte man so sagen, wenn man die Hering-Aktivitäten in seiner Zeit als Wirtschaftsminister beobachtet hat. - Fragt sich nur: Zukunftssicherung für wen? - Motor-KRITIK war nach kritischen Anmerkungen in Motor-KRITIK - in einem bestimmten Teil der letzten Geschichte - jetzt praktisch gezwungen, dem Gedächtnis der vielen jungen Leser nachzuhelfen, die zur Zeit der Hering-Meisterleistungen wohl noch zur Disko gingen. - In Motor-KRITIK war aktuell zu lesen: „Aber nicht nur hier sollte die Öffentlichkeit, sollten die Leser, die Bürger, die Wähler, die Steuerzahler begreifen, dass inzwischen „fast überall“ nach dem gleichen „Strickmuster“ gearbeitet wird, zu dem u.a. das „auf Zeit spielen“ gehört. - Der Verkauf des Nürburgrings kann als Vorlage dienen. - Wo ist ein Unterschied zur Verkaufsaktion des Flughafens Hahn wahrzunehmen? - Die gleichen Akteure, die gleichen Verschiebungen in die als optimal erscheinenden Zeit-Segmente. - Vor der Wahl, nach der Wahl, alles „ohne Haftung“, eben exakt geplant. Und immer mit dem Hinweis: Vergessen wir was war, blicken wir voraus! - So kann man Dumme zu beruhigen versuchen!“ - Hier folgt die ausführliche Erklärung, warum der Titel zu dieser Geschichte nur lauten konnte:

Hendrik Hering musste belohnt werden!

Landtagspräsident zu werden ist sicherlich nicht einfach. Da muss schon eine allseits akzeptierte Persönlichkeit her, jemand der bewiesen hat, dass er stets die Übersicht hat und entschlossen durchgreift, wenn es aus seiner Sicht erforderlich ist. - Seine Arbeiten sollten auch „nachhaltig“ sein!

So hat Hendrik Hering z.B. die Nürburgring GmbH erfolgreich in den Konkurs geführt. Natürlich nicht verantwortlich. - Nein, es war unverantwortlich! - Aber er wollte seinen Kollegen in der Landesregierung und seinem (Partei-)Freund Kurt Beck einen Gefallen tun.

Der und sein Team hatten einen Richter zum Investor gemacht, der sich eigentlich als gelernter Fiat-Verkäufer zum Ferienwohnungsverkäufer gewandelt hatte und inzwischen auch Firmenbesitzer war. - Einer GmbH.

Die Landesregierung RLP hat dem dann über unterschiedliche Kanäle so um 80 Millionen Euro an Krediten zukommen lassen. Dafür war dieser Düsseldorfer Richter (das ist sein Name, nicht sein Beruf!) dann in den Besitz von tollen Hotels u.a. gekommen.

Die Landesregierung hätte so und so die Kredite gegenüber dem Kreditgeber sicherstellen müssen. Also hat Hendrik Hering die tollen Liegenschaften des Herrn Richter für 1 Euro (in Worten: Ein Euro) gekauft. Als Zukunftssicherung für... - ach ja – für was denn? - Egal! - Jedenfalls hat er das als seine Leistung hervorragend verkauft!

  • Nur in Motor-KRITIK war damals zu lesen: „So teuer kann 1 Euro sein!“

So konnte man dann auch eine unumgängliche Insolvenz einer landeseigenen Gesellschaft besser verwalten. Vor den Landtagswahlen wäre das unpassend gewesen. Aber danach war es dann unumgänglich! - Man hatte jetzt alles unter Kontrolle!

Schon für diese Meisterleistung eines Wirtschaftsministers hätte der eine Belohnung verdient gehabt. - Aber das wäre vielleicht nicht gut angekommen. So wurde er erst mal aus der Schusslinie genommen. - Die Wähler sollten vergessen. - Und bitte immer nach vorne schauen, positiv denken und an die Neuanfänge glauben, die ein Hendrik Hering bei jeder Gelegenheit versprochen hat.

Und es gab diese Neuanfänge wirklich. - Aber was wurde daraus? - Sie endeten zwar nicht immer gut. Na ja, es ist eben auch in der Politik so wie auf hoher See. - Wer kann schon für ein Unglück!

In diesen Tagen bemühen sich nun Zeitungen und Zeitschriften über die „unmöglichen Umstände“ zu schreiben, die beim Verkauf des Flughafens Hahn so aufgefallen sind. Wenn ich dann in Gesprächen mit Kollegen darauf aufmerksam gemacht habe, dass es doch eigentlich der damalige Wirtschaftsminister Hendrik Hering war... -

„Aber bitte! - Man kann doch nicht jedes Mal bei der 'Erbsünde' beginnen!“

So geht das heute: Kritische Anmerkungen machen, aber keine Namen nennen. Ich dachte aber an die „Erbsünde“, wenn ich in meiner letzten Geschichte Parallelitäten beim Verkauf des Nürburgrings – und dem Weg dahin – und dem Verkauf des Flughafens Hahn andeutete.

In beiden Fällen war die KPMG eingeschaltet. In beiden Fällen gab es chinesische Bieter. Die für den Nürburgring wurden von der „Wirtschaftswoche“ und „Motor-KRITIK“ entlarvt, hatten aber zu dem Zeitpunkt aber schon Zugang zum „virtuellen Datenraum“ der Nürburgring GmbH gehabt.

Diese „chinesische Blase“ ist dann geplatzt. Am Flughafen Hahn hat sich offenbar niemand so recht dafür interessiert.

Der Nürburgring ist jetzt in russischer Hand. Am Hahn gab es auch mal russische Interessenten. Im Herbst 2010 ging es angeblich „nur noch um Detailfragen“. - Offenbar konnte man sie in der Kürze der Zeit – bis 2016 – nicht klären, so dass nun... -

Wenn die Chinesen nicht zahlen sollten, hätte die KPMG vielleicht noch Robertino Wild in der Hinterhand. Denn der hat sicherlich jetzt wieder Kapital bilden können, nachdem er die Millionenausgaben für den Nürburgring sparen konnte.

Auch sein Geschäftsmodell für den Nürburgring war überzeugend. Für Frau Dreyer z.B., die diesen dynamischen Mittelständler auch sehr gefördert hat. Vielleicht wäre dieses „capricorn“-Geschäftsmodell auch für den Flughafen Hahn „umzuzwitschen“.

Aber wir sollten Hendrik Hering und seine Leistungen nicht aus dem Auge verlieren. Werfen wir doch mal schnell einen Blick in die Unterlagen des Landtags von Rheinland-Pfalz, wo man zur Position des Landtagspräsidenten lesen kann:

"Der Präsident vertritt den Landtag und führt seine Geschäfte. Er wahrt die Würde und die Rechte des Landtags, fördert seine Arbeiten, leitet im Wechsel mit seinen Stellvertretern die Verhandlungen gerecht und unparteiisch und wahrt die Ordnung im Hause. Er hat beratende Stimme in allen Ausschüssen und sonstigen Gremien des Landtags, so weit hierfür keine besonderen Bestimmungen bestehen.“

Hendrik Hering also nun als „beratende Stimme in allen Ausschüssen und sonstigen Gremien des Landtages“? - Was hat ihn da eigentlich qualifiziert? - Nur die einmalige Leistung, für 1 Euro am Nürburgring 80 Millionen Schulden zu übernehmen?
Nein, liebe Leser! - Hendrik Hering hat schon am Flughafen Hahn geübt, was er dann mit kleineren Millionen-Summen am Nürburgring noch einmal auf seine Effektivität überprüfte.

Hendrik Hering hatte als Wirtschaftminister im Herbst 2009 schon den Flughafen Hahn – bzw. deren wesentlichen Anteile daran – für 1 Euro übernommen. Der Fraport-Gesellschaft wurden dafür ein paar Schulden – es waren insgesamt so um 400 Millionen – erlassen. Man sollte es nicht so genau nehmen, nicht auf die Million so genau sein. - Es waren ja nur Steuergelder.

Heute jammern nun Politiker und Journalisten, dass man den Flughafen Hahn für einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag verkauft, aber dem Käufer noch mehr als 70 Millionen in den nächsten Jahren sozusagen nachwirft, damit der „das Ding“ auch nimmt.

Mit dem Nürburgring hat man ein eigentlich schützenswertes Kulturgut im Gesamtwert von über 1 Milliarde Euro für – am Ende –rd. 70 Millionen Euro verschleudert. - Oder werden es (noch) weniger?

Dem Käufer des Flughafens Hahn, den eigentlich keiner so genau kennt, wirft man  eigentlich eine unbedeutende Millionensumme hinterher, wenn man bedenkt, wie viel hunderte Millionen dieser Flughafen per Saldo schon gekostet hat. Der Landesregierung von Rheinland-Pfalz.

Natürlich waren das „nur“ Steuergelder! - Und immerhin: Alles für 1 Euro!

Der Politiker, der dazu in vorderster Linie mit die Weichen gestellt hat, den hat man jetzt zum Berater wichtiger Ausschüsse und Gremien gemacht. Zum Landtags-Präsidenten.

Es wäre ja auch schade, wenn der Schatz seiner Erfahrungen als Wirtschaftsminister, die eines führenden Mainzer Politikers in der neuen Landesregierung, verloren gehen würden.

Weil es auch schade wäre, wenn diese kaufmännischen Glanzleistungen aktuell schon vergessen würden, weil die Kollegen nicht bei „Adam und Eva“ beginnen wollen, die „Erbsünde“ (auch die des Hendrik Hering) aus dem Auge verloren haben. -

Darum – und weil meine jungen Leser die so unverständlich dahin geschriebenen „Anmerkungen“ in der vorherigen Motor-KRITIK-Geschichte verstehen sollen – wurde hier noch einmal zum Thema in die Tasten geschlagen.

Jetzt alles klar?

MK/Wilhelm Hahne
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