Motor-KRITIK schüttet Öl ins VLN-Feuer!

In der Vergangenheit waren hier viele Details zu den von uns registrierten „kleinen Veränderungen“ in der VLN zu lesen, die deren Charakter über die Zeit betrachtet insgesamt verändert haben. Sie wurden meist mit einer Handbewegung – auch von den Betroffenen – weggewischt. - Ein alter Mann erinnert sich an alte Zeiten? - Kann sein. - Oder auch nicht? - Ich nehme das – auch als Journalist – durchaus sportlich. Jeder startet bei einer Motorsportveranstaltung zwar – theoretisch – um zu gewinnen, aber nur einer kann Erster sein. - Ich empfinde darum vielleicht auch die VLN-Wertung deshalb als so „lebensecht“, weil sie die Leute eigentlich bestraft, die, um möglichst – mindestens  – einen Klassensieg zu erreichen, in die Klassen ausweichen, in denen man möglichst alleine am Start ist. - Klassensieg ist Klassensieg! - Es gibt wirklich Leute die so denken. - Andere wollen auch in besser besetzten Klassen fahrerisch gut aussehen, kennen zwar das Reglement und das Sportgesetz, haben aber keine Hemmungen gegen solche „Begrenzungen“ zu verstoßen. Sie sind sogar noch stolz darauf, wenn sie dabei nicht auffallen. - Der 4. VLN-Lauf bot – und bietet - da sowohl vorher als auch nachher eine Menge Stoff für kleine Anmerkungen. Interessant ist, wie man mit geschickten Erklärungen – z.B. auf „facebook“ - eine uninformierte und eigentlich unkritische Öffentlichkeit beeinflussen kann. - Oder man versucht es zumindest. - Eigentlich sollten genug fachkundige  Journalisten „vor Ort“ gewesen sein, um Korrekturen vorzunehmen. - Aber wer macht sich schon gerne unbeliebt? - Damit habe ich, damit hat auch Motor-KRITIK keine Probleme. - Aber es ist auch klar:

Motor-KRITIK schüttet Öl ins VLN-Feuer!

Es muss in den 60ern gewesen sein, als das Vorrollen eines hubraumkleinen Renntourenwagens in die Startaufstellung in Monza die Zuschauer zu Begeisterungsrufen hinriss. Ich kann – auch – kein Italienisch, war darum wahrscheinlich genauso erstaunt wie der Fahrer des Wagens. Der Grund für die Begeisterung war recht einfach. Er bezog sich auf die Startnummer, die wohl für Italiener – hatte ich den Eindruck – eine besondere Bedeutung hat: 69.

Nun war ich auf einer Rennstrecke und nicht in einem – später in Mode gekommenen - „Swingerclub“, hatte wohl andere Dinge im Kopf als eine Vielzahl von italienischen Zuschauern auf der Tribüne in Monza. Aber seit dieser Zeit weiß ich, wie man 69 auf Italienisch ausspricht.

Motorsport bildet. Auch noch in anderer Hinsicht. Denn ich bin im Vorfeld des 4. VLN-Laufes auf dem Nürburgring wieder auf so eine Startnummer gestoßen und habe mich – aus den verschiedensten Gründen – damit beschäftigt.

Zunächst schon vor dem Rennen, weil ich da im Internet auf eine Informationen gestoßen bin, die so formuliert war:

„Ein riesen dankeschön an Lack Barth aus Bad Kreuznach für die super schnelle Lackierung unserer Stoßstangen.Jetzt ist die Sex Bomb wieder startklar für das kommende VLN Wochenende.Ihr seit spitze...DANKE“

Was war denn da los? - Und ich bin darauf gestoßen, dass es Teams gab, die ihre Nennung zum 4. VLN-Lauf zurückgezogen hatten. Und dieser Wolfgang Destree.. - nun, es gab Leute die auf ihn „sauer waren“, wegen dieser Information auf „facebook“.

Darum war ich auch nicht erstaunt, dass die VLN mit ihrer „Vorläufigen Teilnehmerliste“ dieses Mal so spät war. Und es gab auch – wie vorhersehbar – relativ wenig Teilnehmer. Natürlich ist vielen Fahrern  inzwischen der Spaß an den VLN-Veranstaltungen vergangen, nachdem jeder, der sich für wichtig hält – des Geldes wegen – im Reglement rumfuhrwerkt. - Und dann auch noch die Geschwindigkeitsbeschränkungen!

Als es dann am Samstag ans Durchzählen ging, da waren plötzlich auch die Teams – und keine schlechten – wieder vorhanden, die in der „Vorläufigen Teilnehmerliste“ noch gefehlt hatten.

  • Das Nachmelden bei der VLN kostet keinen Aufpreis!

Einige wenige Teams hatten offenbar mit einem Warnschuss den Veranstalter, bzw. die VLN-OHG hellhörig machen  wollen. Die angeblichen Sicherheitsmaßnahmen des DMSB, die in dieser Form wohl nur erfolgten, um ein 24-Stunden-Rennen des ADAC Nordrhein möglich zu machen, die sind bei den reinen Hobbyfahrern und deren Teams nicht gut angekommen.

Das sportliche Reglement wird nicht mehr ernst genommen, ist eigentlich genauso von dem Willen geprägt, den Teilnehmern so viel Geld wie nur möglich aus der Tasche zu ziehen, wie sich das auch z.B. bei den Benzinpreisen ausdrückt: Zwei Euro Fünfzig für einen Liter Superbenzin sind ein Wort, wenn man dafür zum gleichen Zeitpunkt z.B. an einer nahe gelegenen Tankstelle gut einen Euro pro Liter (!) weniger bezahlt.

„Nepp und Mauschelei wohin man guckt“,

sagt mir ein Teilnehmer am 24-Stunden-Rennen, der aber auch bei der VLN unterwegs ist und nun bei der VLN „nur“ Zwei Euro Zwanzig zahlen muss. - Welch ein Fortschritt!

Am Freitag vor dem Rennen gibt es bei den  dann möglichen Test- und Einstellfahrten zwischen 16 und 18 Uhr in der Boxengasse ein Geschwindigkeits-Limit auf 30 km/h. - Was das soll? - Man weiß es nicht. Aber vielleicht soll das auch nur ein Signal für den DMSB-Präsidenten sein, der unter diesen Bedingungen mit einem Renn-Taxi – gegen Zahlung einer „kleinen Schutzgebühr“ - unterwegs ist und an diesem Nachmittag dann fast das teure Stück zusammen mit einem Fahrgast auf der Ölspur eines Porsche abgeflogen wäre, den ein Porsche bei einem Motorenplatzer hinterlassen hatte.

Dieser Porsche trug die Start-Nummer – meine Leser werden es erraten: 69.

Ab da kommt es zu einer geradezu dramatischen Entwicklung, in der der Eigner des Porsche zwar die Hauptrolle, aber nicht die eines wahren Sportmannes spielt.

Natürlich kenne ich die „alte Garde“ der VLN-Teilnehmer, den „harten Kern“, gehörte selbst ein paar Jahrzehnte dazu. Und so kenne ich auch „Willi“, an den gerichtet dann später, nach dem Rennen, ein sozusagen „offener Brief“ bei „facebook“ zu finden war, der nach meiner Einschätzung so um 80 – 100.000mal gelesen wurde.

Und das Echo war entsprechend, weil die Informationen dort zwar nicht nach bestem Wissen und Gewissen, aber effektvoll auf die „niedrigen Instinkte“ einer nicht umfassend informierten Leserschaft abgestellt waren. - Motor-KRITIK war sensibilisiert. Es gab für den Besitzer des Porsche mit der Start-Nummer 69 überwiegend „stehende Ovationen“. (Um das plastisch auszudrücken.)

Meine Leser wissen, das auch Motor-KRITIK an der VLN in seiner jetzigen Form und Abhängigkeit viele Details zu beanstanden hat. Aber ich kenne – offenbar im Gegensatz zu vielen „facebook“-Nutzern das VLN-Reglement und das Sportgesetz in seinen wesentlichen Eckpunkten. Außerdem weckte die Art der Darstellung mein Misstrauen.

Es war bei „facebook“ zu lesen:

„Hallo Willi, einmal ist immer das erste Mal, aber der Reihe nach. Am Freitag Nachnittag war das erste Mal in der ersten Runde im Brünnchen Ende. Dank der guten Porsche Qualität sind 11 Liter Oel auf der Strecke geblieben. Der Motor hatte ja auch schon 5 Stunden Laufzeit auf dem Buckel. Die Titanpleuel konnte ich mir dann von aussen anschauen. Daraufhin musste ich bis 18 Uhr warten, um meine Sexbomb in die Box zubringen, mit eigenem Hänger, weil bringen lassen kostet ja Geld am Ring.“

Motor-KRITIK-Anmerkung: Der Motorschaden hat sicherlich nichts mit „Porsche-Qualität“ zu tun. Und die Einstellfahrten am Freitag-Nachmittag sind „privat“, haben also nichts mit der eigentlichen Rennveranstaltung zu tun, so dass sicherlich auch das Einschleppen eines liegengebliebenen oder verunfallten Fahrzeugs entweder kostenmäßig zu tragen oder eben selbst durchzuführen ist.

„Aber so schnell lass ich mich ja nicht unterkriegen und so beschlossen meine super Jungs den alten Motor einzubauen. Gestärkt mit Pizza und Wasser gingen sie ganz ruhig an die Arbeit. Ca 11 Uhr habe ich den Motor gestartet und habe mir erlaubt einmal die Boxengasse hoch und wieder runter zufahren.Alles gut,noch ein paar Kleinigkeiten,und es kam wieder Freude auf.“

Motor-KRITIK-Anmerkung: Gute Arbeit eines Teams mit der richtigen Einstellung. Doch „der Chef“ macht dann wohl ein paar Fehler. Warum man das so – wie oben dargestellt -  nicht schildern kann, ergibt sich aus der Schilderung eines Beobachters und seiner Darstellung von „die Boxengasse hoch und wieder runter fahren“. Um „ca. 11 Uhr“. - Vorher möchte ich noch ein Blick in die VLN-Ausschreibung 2015 werfen und aus Seite 22 zitieren:

„Gemäß behördlicher Betriebsgenehmigung des Nürburgrings ist es verboten, in der Zeit von 18:00 Uhr bis 7:30 Uhr Lärm zu verursachen, der die Nachtruhe stört. Aus diesem Grund wird untersagt, in der o. g. Zeit Rennfahrzeuge, die nicht der Straßenverkehrszulassungsordnung (STVZO) entsprechen, in Betrieb zu setzen. Dies gilt auch für das Laufenlassen von Motoren in den Fahrerlagern und Boxen.“

Nach der Motor-KRITIK vorliegenden Schilderung eines Zeugen war es ungefähr 23:15 Uhr, als der Porsche mit der Startnummer 69 die Boxengasse zunächst entgegen der Fahrtrichtung (!) und ohne Licht (!) befuhr. Er befand sich im 2. Gang, bei ca. 100 km/h, als er im Dunkeln fast einen Mechaniker streifte, der sitzend vor der Box telefonierte und von dem Ereignis völlig überrascht war. Überrascht war offensichtlich auch der Fahrer: Denn danach ging erst das Licht am Fahrzeug an. Es wurde gewendet und nicht etwa langsam zurück zur Box gefahren sondern: Er „lud die Gänge eins bis drei einmal komplett bis zum Begrenzer durch. Das dürften dann in etwa 180 km/h gewesen sein“. Nach Schilderung des Zeugen waren danach in der Boxengasse eine Reihe von „fassungslosen Teammitgliedern aus verschiedensten Boxen“ zu finden.

Dann wurde auch die Streckenaufsicht mit einem Sicherungsfahrzeug beobachtet, die aber nach ca. 20 Minuten die Suche nach dem Verursacher aufgab. Dessen Box war komplett dunkel und weder dort – noch bei den Teamfahrzeugen – war irgendwer anzutreffen.

Ab hier folgt der nächste Teil der Schilderung des Herrn Destree:

„1 Uhr gings ins Bett für die Jungs und um 6 Uhr wieder aufstehen für die Abnahme. 7;30 geht mein Handy, Auto geht nicht durch die Abnahme ,Räder stehen vorne über. - Wahrscheinlich durch die grosse Hitze ist das Auto gewachsen,in die Breite. Naja, die Jungs haben Karbonstreifen angetabt, in der Hoffnung es würde halten.Es kam auch ein Abnahme Kommisar in die Box zur Begutachtung und gab grünes Licht, prima.So konnten wir das Training aufnehmen.10:30 rief eine Stimme aus dem Lautsprecher, Fahrer der Nr.69 möcht doch bitte einmal zu den Rennkommisaren kommen. Dort angekommen wurde mir mitgeteilt ,das ich meine abendliche Spritztour in der Boxengasse mit 500,-Euro zu begleichen hätte,wegen nächtlicher Ruhestörung. Es nutzte auch keine Entschuldigung, Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Mann hätte mich zwar auch verwarnen können, aber 500,- Euro für den DSMB für die Weihnachtsfeier mit unserem Gaudi Burschen sind wohl sinnvoller.“

Anmerkung von Motor-KRITIK: Nicht nur die Boxenaufsicht hatte Meldung gemacht, sondern es gab auch morgens bei der VLN-Rennleitung einen Anruf der mit der Überwachung des Geräuschlimits beauftragten Firma aus Berlin. Die oben von Motor-KRITIK benannten genauen Umstände waren zu diesem Zeitpunkt unbekannt und Fahrer und Teamchef wurden nur wegen des Verstoßes gegen die Ausschreibungsbestimmungen mit einer Sportstrafe von 500 Euro belegt. - Inzwischen hat aber die „Lärm-Aufsicht“ in Berlin alle für die Betriebsgenehmigungen verantwortlichen Behörden, wie z.B. die Kreisbehörde Ahrweiler, die Struktur- und Genehmigungs-Direktion Nord, Koblenz, aber auch die CNG als Pächter der Rennstrecke über die exakt in der Nacht gemessenen Werte informiert. Motor-KRITIK hat vergebens versucht in den Besitz der gemessenen dB(A)-Werte zu kommen. Strengste Geheimhaltung! - Da hat's in der Nacht wohl richtig „geknallt“. - „Sexbomb 69“ so laut wie ein Presslufthammer (110 dB(A)? - Es steht wohl aufgrund der auffallend hohen Werte seitens der Genehmigungsbehörden zur Diskussion, „das Lärmkontingent“ heraufzusetzen, was für die CNG eine „Nachzahlung“ von um 4.500 €  bedeuten würde. - Und grundsätzlich ist wohl auch die Betriebsgenehmigung der Rennstrecke betroffen! - Da muss man dann wohl die Sportstrafe von 500 € in Relation sehen. - Glück gehabt, Herr Destree!

Nun mal weiter mit der Darstellung des Teamchefs der Start-Nr. 69:

„Naja auf gings in die Startaufstellung. Zu meiner Verwunderung bemerkte ich, dass ein Abnahme Kommisar (Name tut hier nichts zur Sache) Bilder von meiner Sexbomb machte, besonders von meinem Lenkrad, dass nämlich oben offen ist. (Zu deiner Info, bei einem geschlossenen Lenkrad kann entweder mein Freund Kersten mit seinen 2 Metern die Armaturen sehen oder ich, beim offenen können wir beide gut sehen. Dieses offene habe ich vor cirka 6 Jahren im Auto verbaut und wir kommen gut damit zurecht) Auf meine Frage, wofür machst du denn die Bilder, kam die Antwort, für meine Enkel, ich dachte mir nichts weiter dabei. Das Rennen wurde gestartet und lief recht gut für uns. Ich fuhr dir letzten 8 oder 9 Runden und wurde nach dem Abwinken zur Nachuntersuchung der Sexbomb in die Box 2 gewunken. Ok,ich stellte das Auto ab und ging zu meinen Freunden und Helfern in meine Box bzw LKW. Nach ca 30 Min. ging mein Handy, und ich wurde wieder einmal gebeten bei den Rennkommisaren vorbeizuschauen, kein Problem, waren ja sehr angenehme Temperaturen,wieder zurück in den ersten Stock auf die Anklagebank.Sogleich wurde mir mitgeteilt, dass alle vier Räder über die Kotflügel ragen würden und ich auch noch unerlaubter Weise ein offenes Lenkrad benützen würde was sogar auf Bildmaterial beim Vorstart zu sehen wäre. Ich bestritt auch mit keinem Wort die mir vorgehaltenen Vorwürfe, erklärte aber das ich mit genau diesem Auto, wie es da steht schon seit 5 oder 6 Jahren so fahre und immer durch die Abnahme gekommen bin ohne Probleme. Aber diese Hitze heute hat wahrscheinlich nicht nur die Sexbomb wachsen lassen sondern auch das Gehirn dieser Herren austrocken lassen. Man hätte mir ja auch sagen können bis zum nächsten Rennen die Räder etwas besser abzudecken und einen Antrag auf ein offenes Lenkrad zu stellen, aber das wäre ja zu schön gewesen, lieber gleich die Keule raus und drauf. Ja Willi,die Zeiten sind vorbei wo man so etwas bei einem Bier besprochen hätte, jetzt sind doch Profis am Werk. So ist es halt das erste Mal nach 26 Jahren (ca 260 Rennen) das ich aus dem Rennen bin. Hätte ich auch nicht gedacht unter VLN Freunden. Ich kann nur sagen traurig, raurig, diesollten sich was schämen. PS. Es wurde mir auch noch bestätigt ,das ich keinerlei Vorteile gehabt hätte. Aber wenn sich für dieses Verhalten mir gegenüber die VLN nicht entschuldigt war das mein letztes Rennen bei meinen "Freunden".

Anmerkung von Motor-KRITIK: Zum Lenkrad kann ich zunächst mal Herrn Destree mit seiner an anderer Stelle bein „facebook“ gemachten Darstellung selbst – nach der Frage eines Lesers -  zitieren:  „Oliver, ganz einfach. Ein offenes Lenkrad ist in der SP7 nicht erlaubt, in der SP Pro z.b.ist es erlaubt.“ - Der Teamchef kennt also die Unterschiede und das Reglement. Warum hält er sich dann nicht daran? - Würde er sich in der SP Pro einstufen lassen und in dieser Klasse starten, gäbe es keine Schwierigkeiten. Später macht er anderen „facebook“-Lesern auch detulich, dass er schon jahrelang mit dem in dieser Klasse und Kategorie nicht zugelassenen Lenkrad in der VLN Rennen fährt. - Und immer durch Abnahme gekommen? - Kein Problem: Dort wird das Fahrzeug nach Motor-KRITIK-Recherchen dann wahrscheinlich mit einem geschlossenen Lenkrad vorgeführt. - Eine sinnvolle Erklärung wäre doch: Weil sich die Fahrer an dem von den Monteuren ölig gemachten Lenkrad nicht die Handschuhe schmutzig machen wollen. - Sie verstehen? - Was die Radabdeckungen betrifft: Das Sportgesetz schreibt ganz klar in allen Klassen und Kategorien vor, das die Räder abgedeckt sein müssen. Das weiß natürlich auch Herr Destree. Darum hat er auch – nach Beanstandung durch die Abnahme – Abdeckungen montieren lassen. - Auch nach dem Motorenumbau und einer erneuten dann notwendigen Vorführung bei der Abnahme (der Porsche ist als „seriennah“ eingestuft) waren diese Radausschnittabdeckungen auch vorhanden. - In der Startaufstellung dann nicht mehr. - ??? - Also nach der Abnahme wohl wieder entfernt. - Worauf wir noch bei unseren Recherchen gestoßen sind: Er hatte vor dem Rennen noch auf dem Grand-Prix-Kurs ein Rad verloren, weil es wohl nicht richtig angezogen war und später zu Protokoll gegeben, dass dabei wohl die "Karbonstreifen" verloren gegangen wären. - An allen vier Radausschnitten? - Was soll man da noch bei einem Bier besprechen? - Das weiß sicherlich auch Willi Obermann, den er wohl mit seiner Anrede meinte.

Einer meiner Leser, selbst bei dieser VLN-Veranstaltung vor Ort gewesen, meint dazu:

„Ich hab mit dem Mann nichts am Hut und habe sicherlich keine Abneigung gegen ihn. Aber dass er nun, nachdem er so einen Bock geschossen hat, nun auch noch über Social Media versucht, in die Opferrolle zu schlüpfen, ist schon ein starkes Stück!“

Ich beschäftige mich in Motor-KRITIK mit diesem Thema auch nur, weil man in diesem Fall wirklich Details – und Fakten - kennen sollte, die so ohne weiteres nicht zu erkennen sind. Erst dann sollte man zu einer Wertung kommen.

Die fällt in einem anderen Fall, auch beim 4. VLN-Lauf passiert – bzw. im Nachhinein registriert – ein wenig leichter. Am 4. Juli 2015, direkt nach Rennen schrieb der Geschäftsführer der Firma GetSpeed, selbst am Steuer eines Porsche GT3 unterwegs gewesen:

„Ein 2. Platz in der Klasse und 8. Gesamt, doch die Freude ist getrübt. Denn wieder mal hat die unterschiedliche Geschwindigkeit der Zapfsäulen das Rennen entschieden... Die schnellste Rennrunde der Klasse ist nur ein kleiner Trost.“

Schon beim 3. VLN-Lauf waren er und sein 2. Fahrer von dem im „Teichmann-Team“ neu zusammengestellten Fahrer-Duo Hennerici/Menzel auf den zweiten Platz der Klasse verwiesen worden.

Es spricht für – oder gegen? - die charakterlichen Qualitäten des Teamchefs, wenn er die zweite sportliche Niederlage, beim zweiten sportlichen Aufeinandertreffen, auf die Tankanlage schiebt, für deren einwandfreie Funktion er auch als Mit-Geschäftsführer des Streckenpächter CNG mit verantwortlich ist.

Wer ins Rennergebnis schaut wird finden, dass die beiden Fahrzeuge im Ziel um 39,173 sec getrennt waren. Das ist für drei Tankstopps, bei denen der dritte nur ein kurzer war, tatsächlich ein deutlicher Unterschied zwischen zwei Tanksäulen. Da sollte sich Adam Osieka, so heißt der Geschäftsführer zweier Firmen, sich tatsächlich mal um die Instandsetzung „seiner Tanksäule“ bemühen. - Vielleicht könnte man dabei gleichzeitig alle anderen Tanksäulen einer Kontrolle unterziehen, damit es auf diesem Gebiet nicht mehr zu Beanstandungen kommt.

Weil Herr Osieka am Nürburgring auch noch nicht ewig - auch als Geschäftsführer - unterwegs ist: Nicht nur beim Betanken direkt aus der Tanksäule, sondern auch beim Betanken aus den „ADAC-Durchlaufbehältern“ lassen sich tatsächlich nicht nur Zeitunterschiede am Ende eines Rennes realisieren, sondern evtl. auch durch ein „flammendes Inferno“ in der Boxengasse. Auch bei diesem 4. VLN-Lauf konnte man draußen neben der Tanksäule halbvolle, bei bestimmten Fahrzeugen zum Betanken vorgeschriebene „ADAC-Durchlaufbehälter“, in der Sonne hängend finden.

In der VLN muss man sicherlich entsprechend dem Reglement und anderen Gesetzmäßigkeiten im Sport reagieren. Aber auch hier – allerdings ursprünglich nicht von der VLN ausgehend – wird z.T. reiner Aktionismus betrieben, der z.B. zu einer Komplettausstattung der Teams mit feuerfester Kleidung und Helm führte. Und dann schreibt man bei bestimmten Fahrzeugen das Betanken mit „Kannen“ (um das so zu bezeichnen) vor. - Damit man die Einführung der feuerfesten Kleidung argumentieren kann?

Die Einführung von „Code 60“ war vor einiger Zeit, nachdem der Typ „Werksfahrer“ das bisherige Bild verfälscht hatte, sicherlich notwendig. Jeder Teilnehmer hat sich „früher“ beim Vorbeifahren an einem Unfallort so verhalten, dass niemand – auch nicht die eingesetzten ehrenamtlichen „Strecken-Marshalls“ - in Gefahr gerieten. Da waren eben noch Sportsleute unterwegs.

Inzwischen hat man zum Mittel von „Code 60“ greifen müssen, was verständlich ist, wenn man die Entwicklung – und Veränderungen – in der Serie verfolgt hat. Sicherheit wird heute groß geschrieben. Damit lässt sich heute auch alles argumentieren. Aber:

Wenn z.B. jetzt beim 4. VLN-Lauf z.B. in der 2. Runde des Rennens ein BMW zu früh aus der Schräge des „Schwalbenschwanz“ heraus kam und außen die Leitplanken touchierte, so konnte der ohne Probleme weiter fahren, aber schon wenige Runden später gab es an dieser Stelle „Code 60“, weil ein „Interventions-Car“ mit zwei Personen besetzt nicht nur an dieser Stelle anhielt, sondern auch ausstieg um den evtl. Schaden an den Leitplanken fotografisch festzuhalten. - Um eine Basis für eine Rennleiter-Entscheidung zu erhalten?

Aus Sicherheitsgründen hätte man ja evtl. während des Rennens die Leitplanken auswechseln müssen. - Oder so. - Für die Zeit der Fotoaufnahmen galt – natürlich - „Code 60“. Da fragte sich dann so mancher Zuschauer vor Ort: „Muss das sein?“

Denn es gibt an dieser Stelle auch Streckenposten die schon in der Lage sein sollten zu entscheiden, ob Leitplanken nur leicht, oder nachhaltig beschädigt wurden.

Aber nun möchte Motor-KRITIK nicht noch mehr „Öl ins Feuer schütten“. Man sollte seine Leser auch nicht mit zuviel Informationen überfordern.

Aber eine Anregung: Wenn Sie, lieber Leser, beim nächsten Mal irgend etwas bei der Durchführung eines VLN-Laufs zu beanstanden haben – oder Ihnen etwas unverständlich ist: Schreiben Sie einfach eine E-mail mit Ihren Feststellungen und Fragen.

Vielleicht interessieren Ihre Fragen ja eine breitere Öffentlichkeit.

Motor-KRITIK stellt die gerne her – oder beantwortet Ihre Nachfrage direkt. - Danke!

MK/Wilhelm Hahne
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