Nürburgring aktuell: Alles paletti?

Die Motor-KRITIK-Geschichte vom „bösen 13.“ hat viele Leser geschockt. Doch das geschilderte Geschehen hat wie andere, über die hier berichtet wurde, auch am 15. noch kein Ende. - Aber allgemein wird verbreitet: Wir sind auf einem guten Weg! - Sogar ein Kurt Beck scheint davon zu träumen. Auf den Nürburgring bezogen hat er gerade mal wieder verkündet, dass er „nichts bereue“. - Wenn er das nun immer und immer wieder behauptet, wird sicherlich irgendwann der Fall eintreten, dass er sich eines Tages selber glaubt. - Vielleicht kann er dann zusammen mit „Silbermond“ auftreten. - In nachfolgender Geschichte werde ich nicht nur zu diesem Thema ein Stück Text aus dem dazu passenden Lied (von „Silbermond“) einfügen, sondern auch einmal darstellen, wie sich der Nürburgring heute darbot. Ich bin mal vorbei gefahren, habe mal hier und da etwas genauer hin gesehen. - Aber man muss auch hinhören! - Heute wurde vom Landgericht* Mainz z.B. die Klage eines Gläubigers der insolventen landeseigenen Nürburgring GmbH abgewiesen. Das war zwar zu erwarten gewesen – Motor-KRITIK berichtete am 16. Februar direkt nach einem Besuch der Gerichtsverhandlung darüber – wie man HIER nachlesen kann - aber wir hatten auf Einsicht gehofft, nachdem die Richterin die Argumente hier wie da noch einmal – wie die Hausfrau sagt - „bei mittlerer Hitze langsam ziehen ließ“. - Nun werden sich die Probleme in den nächsten Wochen und Monaten langsam „knubbeln“. - Nicht nur Frau Ahnen wird in Bedrängnis kommen, sondern die ganze Landesregierung. Aber wohl auch alle, die mit der Abwicklung der Insolvenz der Nürburgring GmbH beschäftigt sind. - Da hat man sich wohl inzwischen eine „Parallel-Gesellschaft“ gebildet. In Mainz wird man nichts davon wissen (wollen). Da müssen wohl „Phantome“ mit Fahrzeugen der Landesregierung unterwegs sein. - Aber das sind wohl alles Probleme, die keine sind. - Würde man eine entsprechende Frage – wie im Titel – stellen, gäbe es als Antwort die Möglichkeit von zwei Versionen: „Kein Kommentar!“ - oder „Ja-a-a-a-a!“ - Motor-KRITIK hat nicht wirklich gefragt, sondern war heute mal wieder „vor Ort“ und dokumentiert die aktuelle Situation mit Fotos und schildert die Eindrücke von heute.

Nürburgring aktuell: Alles paletti?

Hinter verschlossenen Türen wird gerade bei der Pächtergesellschaft CNG diskutiert, ob man nicht den Preis für‘s Superbenzin aus den Säulen in der Boxengasse ab sofort – weil am Samstag schon die ersten Test- und Einstellfahrten sind – noch schnell erhöhen solle. Denn man sieht – so oder so – für diese Saison Kosten auf sich zu kommen. Da hatten sich in der letzten Saison schon einige Teams beschwert, dass… - Und je mehr man sich mit den möglichen Gründen zu diesen Beschwerden beschäftigt hat, desto klarer ist geworden – dass man vielleicht zunächst mal den Preis erhöhen sollte.

Was nichts kostet ist auch nichts! - Auch wenn die Säulen wohl nicht gleichmäßig fördern. - Aber das wird ja dadurch ausgeglichen, dass die Veranstalter von Langstreckenrennen Mindest-Standzeiten vorschreiben. Da spielen dann – meint man – ein paar Sekunden Differenz beim Tanken der gleichen Mengen aus unterschiedlichen Tanksäulen keine Rolle mehr.

Der gleichen Mengen? - Da sind wir dann gleich beim nächsten Problem, auf das man wohl gerade erst gestoßen ist. Es ist wohl problematisch, wenn mehre Säulen zur gleichen Zeit… - Das ist richtig, sagen die Einen. - Und die anderen verweisen auf so möglicherweise aufgewirbelten Schmutz, der sich dann vor die Filter setzt und… - Papperlapapp, sagen die anderen – und verweisen darauf, dass es keine normale Tankstelle gibt, wo die Tanks – aus denen angesaugt wird – so weit von den ausgebenden Säulen entfernt sind. - Und wenn da nun Luft… -

Je weiter man ins Thema eingestiegen ist, desto klarer wurde: Am besten, wir erhöhen die Preise.

Das ist vielleicht nicht die beste, aber die einfachste Lösung. - Das lenkt ab! - Theoretisch könnte sogar sein, dass das Tanken auch schon dadurch teurer wird, dass die Säulen nicht die Menge in Litern ausgeben, die auf den Anzeigen angezeigt werden. - Aber wer von den Teams kontrolliert das schon?

Das „Biest“ ist nicht nur geboren, sondern treibt wohl auch schon sein Unwesen auf dem Gelände der „Grüne Hölle“. - Das ist zumindest mein Eindruck. - Aber alles ist auf einem guten Weg!

Ein Besuch an der Baustelle „Brünnchen“ zeigte am 15., dass sicherlich alles am 18. so sein wird, wie es auch 2016 schon an dieser Stelle war. Nur alles ein wenig exakter. - Bei den dafür entstandenen Kosten wird man das ja auch wohl erwarten dürfen. - Und wer zahlt?

Wobei ich mich an dieser Stelle für eine gegenüber der Landesregierung in meiner letzten Geschichte ausgesprochenen Kritik ein wenig – zumindest – bei der CDU entschuldigen muss.

Motor-KRITIK wurde darauf aufmerksam gemacht, dass man in Mainz durchaus aufmerksam in den letzten Monaten gelesen hat, was auf diesen Seiten geschrieben wurde und es sind – zumindest - der Opposition in Mainz durchaus nicht die Passagen entgangen, in denen in den Motor-KRITIK-Geschichten Fragen in Richtung Mainz gestellt wurden, die aber bis heute keine Beantwortung gefunden haben. - Darum hat es der Landtagsabgeordnete Alexander Licht (CDU) für richtig gefunden, endlich mal in Richtung Landesregierung ein paar grundsätzliche Fragen zu stellen.

Auf die Antworten sind sicherlich nicht nur wir bei Motor-KRITIK gespannt, zumal wir in der letzten Geschichte vom 13. März dazu schon logische Überlegungen geäußert hatten. Ich bin sehr gespannt, wie weit wir damit von der „Wahrheit“ entfernt sind. - Denn auf diesem Gebiet hat inzwischen jeder seine eigenen Vorstellungen von Wahrheit.

Kurt Beck ist dafür ein gutes Beispiel. Die CDU in Mainz hat heute noch mal darauf hingewiesen, dass sie die aktuellen Äußerungen des Ex-Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz als blanken Zynismus empfindet. Es könnte aber doch sein, dass Kurt Beck doch nur für einen gemeinsamen Auftritt mit „Silbermond“ trainiert. Dort könnte er doch „glaubhaft“ die Text-Passagen singen, die einen Teil des Hits von „Silbermond“ ausmachen:

„...Wir haben's beide gewusst und doch verdrängt bis zum Schluss
Dass man die Zeit nicht besiegen kann

Vielleicht wäre es besser, es wär so nie passiert
Doch vielleicht ist so ein feiges Wort

Wir haben immer gekämpft und kein Sandkorn verschenkt
Und jetzt stehn wir hier

Und ich bereue nichts
Nicht einen Schritt, nicht einen Augenblick davon
Auch wenn es verloren ist
Auch wenn es für uns nicht reicht
Es war doch nichts umsonst
Bereue nichts davon
Nichts davon

Die Zeit läuft gegen uns, das letzte Korn fällt stumm
Und langsam ist die Runde um

Wir haben auf Sand aufgebaut, das hat uns viel Kraft gebraucht...“

„Und ich bereue nichts“ wurde für „Silbermond“ ein Hit. - Vielleicht träumt auch Kurt Beck davon.

So lange das nicht klappt, könnte er doch auch als „Teamplayer“ bei „Subway“ am Nürburgring anfangen. So hätte er doch täglich das Ergebnis seiner unendlichen Bemühungen vor Augen, mit viel Geld möglichst wenig zu erreichen. - Oder sogar das Gegenteil! - Eine Spitzenleistung!

Dazu gehört z.B. der „Boulevard“ am Nürburgring. Der Fahrstuhl zum Parkhaus ist zwar nur für drei Tage nicht zu nutzen, der „ring°racer“, der durch den „Boulevard“ führt, dagegen wohl niemals mehr. Auch wenn der neue Geschäftsführer der CNG, Mirco Markfort, das „mal so“ und dann „mal so“ geschildert hat. - 14 Millionen weg geschmissenes Geld, Herr Beck? - Aber man könnte es ja als „Kunst am Bau“ deklarieren. - Und dann stimmt‘s wieder. - Der größte Laden im „Boulevard“ ist zwar beleuchtet, was dann so wirkt, als hätte man bei Nissan eine Erleuchtung gehabt: Der Laden ist unbesetzt!

An anderer Stelle wird aber fleißig gearbeitet. Wie man hört, entsteht hier mit größerem finanziellen Aufwand eine AMG-Repräsentanz. Überhaupt hat man bei einer Begehung des Nürburgrings den Eindruck, dass AMG, bzw. Daimler, bzw. Mercedes, in Zukunft hier die Rolle von BMW einnehmen werden. Die Münchner scheinen die „Freude am Fahren“ zwar nicht verloren zu haben, aber wohl die Freude daran, weiter als großzügiger Sponsor dem Nürburgring dabei zu helfen, „den Kopf über Wasser zu halten“.

Gestern, am Dienstag, veranstaltete AMG z.B. ein Foto-Shooting auf der Nordschleife und hatte dafür die Strecke angemietet. Weil aber dort noch Arbeiten durchgeführt wurden – wie ich auch hier am Mittwoch noch zeigen kann – gab es natürlich an diesen Baustellen Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wie man oben – an Foto 4 – sehen kann, gab es dann am Ende dieser Baustelle auch das Zeichen „Ende der Geschwindigkeitsbeschränkung“.

Aus „Sicherheitsgründen“ hatte die CNG – natürlich gegen Berechnung – in lockerer Folge rings um die Nordschleife Streckenposten platziert. Die sahen das AMG-Fahrzeug zwar nicht oft, aber meldeten dann jeweils die Durchfahrt dem nächsten Posten. - Verstanden haben die Streckenposten nicht, warum sie ihren Tag an der Strecke verbringen mussten. Aber: Sie hatten sich z.T. erst vor Kurzem für diese Tätigkeit von der CNG anwerben lassen. - Und Dienst ist Dienst!

So nimmt am Nürburgring alles seinen Gang. Alle Vorbereitungen laufen. Vieles ist geplant. Aber kaum einer weiß, wann es denn umgesetzt werden soll. - Zunächst ist einmal für morgen, am Donnerstag, dem 16. März 2017 ein „Media Lunch“ geplant. Bevor dann die „erste Runde“ der CNG am Samstag, dem 18. März, als Veranstalter (!) in dieser Saison bevorsteht. Eine Woche später werden wir dann den ersten VLN-Lauf erleben können. - Einer von neun in diesem Jahr.

Hinter den Kulissen ringen inzwischen die unterschiedlichsten Kräfte um eine neue Serie, die aber – so weit Motor-KRITIK das überschauen kann – keine Chance hat, Realität zu werden. Motor-KRITIK wird irgendwann abschließend dazu informieren. Auch an diesem Beispiel wird deutlich werden, wie sehr an einer Rennstrecke ein Geschäftsführer stören kann, der über keine Basiserfahrung verfügt, noch nicht einmal die wichtigsten Verträge aus der Vergangenheit kennt.

Auch nicht die Vorschriften, deren Einhaltung erst die Genehmigung der Behörden sicherstellen, ohne die der Nürburgring keine Rennstrecke sein darf. - Dabei wäre auch zu beachten, dass Musik „oft mit Geräusch verbunden“ ist! - Auch da ist man sicherlich derzeit „zu blauäugig“. - Aber Motor-KRITIK möchte hier nicht zu „schwarz sehen“.

Obwohl ich das heute schon konnte, wenn ich auf die „tote“ Großbildwand im „Boulevard“ geschaut habe. Aber spätestens zum 25. März 2017 wird man dort wieder „bunte Bilder“ zeigen, mit denen man verdeutlichen möchte:

  • Am Nürburgring ist alles paletti!

Das ist – fast – genauso unverständlich, wie die Feststellung eines Kurt Beck zum Thema „Nürburgring-Affäre“:

„Ich bereue nichts!“

Aber jetzt warten wir erst mal – mit Interesse (!) - auf die Antwort der Landesregierung von Rheinland-Pfalz auf die klugen Fragen eines Alexander Licht!

Alexander Licht ist „bodenständig“. - Er ist Winzer (Meister!) an der Mosel!

MK/Wilhelm Hahne

*Auf "Reklamation" eines Lesers, wurde der Fehler (es stand hier OLG) in den frühen Morgenstunden des 16. März korrigiert. Weil er dabei nachfragte: Die Berufungsverhandlung wird in diesem Fall vor dem OLG Koblenz durchgeführt werden. Die nächste Instanz wäre dann schon der Bundesgerichtshof. - Weil das Thema offensichtlich sehr interessiert, werde ich mich dazu als Journalist dazu später noch einmal äußern. - Mit einer "sachbezogenen Meinung".

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