Grüne Hölle-Wirrwarr: Verantwortung wird delegiert!

Da sollte es zwischen 15. und 17. Juni 2018 eine tolle Veranstaltung am Nürburgring geben. Auf der Nürburgring-Internetseite konnte man im „Vorfeld“ lesen: „Zum 90. Geburtstag des Nürburgrings fand 2017 erstmals die „Nürburgring Classic“ statt. Im darauffolgenden Jahr gibt es ein Wiedersehen. Wie bereits im vergangenen Jahr zeigen sich die Organisatoren vom DAMC 05 nicht nur auf der Strecke geschichtsverbunden. Auch das Datum des dreitägigen Treffens historischer Fahrzeuge und Motorräder orientiert sich an der Geburtsstunde des Nürburgrings. Dieser wurde am 18. Juni 1927 eröffnet – die "Nürburgring Classic" findet passend dazu vom 15. bis 17. Juni 2018 statt.“ - Verfolgt man die Entwicklung hin zu diesem Rennen, dann genügt es offenbar nicht, eine Veranstaltung „geschichtsverbunden“ auszurichten, sondern man muss auch rechtzeitig die Weichen stellen und nicht kurz vor der Veranstaltung dann z.B. ein auf der Nordschleife geplantes Rennen streichen und so z.B. die TWC-Organisation zwingen, nur weniger als zwei Wochen vor dem geplanten Rennen, eine neue Ausschreibung „unter die Leute“ zu bringen. - Natürlich gibt es offiziell genannte Gründe. Dazu stellt die TWC-Organisation fest: „ Was sich hinter den Kulissen tatsächlich abspielt, bleibt natürlich verborgen.“ - Motor-KRITIK hat sich einmal umgehört und hat den Eindruck, dass es auch hier primär um Geld geht. - Motorsport muss sich lohnen. - Nicht nur für den Strecken-Vermieter, sondern auch für den Veranstalter.

Grüne Hölle-Wirrwarr: Verantwortung wird delegiert!

Auch heute am 6. Juni 2018 kann man im Internet immer noch Informationen ähnlich der finden, in denen es heißt:

„Die Tourenwagen Classics startet wieder in der Nürburgring Classic am Ring. Im Jahr 2018 passiert allerdings etwas einmaliges, ganz besonderes am Eifelkurs: Erstmals seit 1993 fahren die alten DTM-Boliden der Tourenwagen Classics wieder ein Rennen auf der Nordschleife (und sogar dem Gesamtkurs in der 24-Stunden-Rennen-Variante mit Mercedes-Arena).“

Und die TWC-Organisation hatte tatsächlich entsprechend geplant. Zugleich mit der Absage der Veranstaltung auf der Nürburgring-Nordschleife und der Ankündigung, dass z.B. das Rennen der alten DTM-Fahrzeuge nun auf dem Grand-Prix-Kurs ausgetragen würde – von gestern, 5. Juni 2018 - schrieb man noch einmal nieder, was eigentlich so alles geplant war:

„Waren doch für das heiß ersehnte Spektakel aufwändige Medienübertragungen geplant. Ein Helikopter mit Kamera wie seinerzeit sollte die Meute über die spannendsten Streckenabschnitte begleiten sowie paralleles LIVE-STREAMING aus mehreren Strecken- und Onboard Perspektiven. Solch Planungsaufwand macht nur dann Sinn, wenn die Durchführung des Rennens auch garantiert werden kann. Aufgrund einer Veröffentlichung des Marshalls Club Nürburgring e.V. (MCN) gab es aber Anlass zur Sorge, ob ein Rennen auf der Nordschleife überhaupt möglich sein wird.“

Nun ist diese erwähnte Veröffentlichung des Marshals-Club vom 4. Juni 2018 und wurde als Stellungnahme nur deshalb veröffentlicht, weil sich die Vorwürfe des eigentlichen Veranstalters, des DAMC 05, Düsseldorf ganz auf den „Marschals Club Nürburgring“ konzentrierte, so dass man sich dort gezwungen sah klar zu stellen…

...dass bis März 2018 dem MCN trotz mehrfacher Erinnerung noch keine Anforderung bzw. Informationen zur Veranstaltungsplanung vorlagen.

Sucht man nach einer Erklärung dafür, so entstand zumindest bei Motor-KRITIK der Eindruck, dass sich beim eigentlichen Veranstalter niemand verantwortlich fühlte, obwohl in der Ausschreibung gleich zwei Leute dort als verantwortlich benannt sich, die vom Vorsitzenden der MCN mit Henning Meyersrenken, Köln als Organisationsleiter und Reinhold Laws, Düsseldorf als stellvertretendem Organisationsleiter benannt wurden.

Steigt man einmal in die Details ein, so stößt man darauf, dass der DAMC 05 in Düsseldorf „nur“ die sportliche Ausrichtung der Veranstaltung übernehmen sollte, während die eigentliche Organisation, die auch möglichst einen Gewinn sicherzustellen hatte, bei der DAMC 05 Veranstaltungs GmbH, Köln, Universitätsstraße 1 (AG Köln, HRB 35607) lag.

Das ist zufällig die Adresse, unter der die Rechtsanwaltskanzlei der Herrn Henning Meyersrenken residiert, der gleichzeitig Organisationleiter der geplanten Veranstaltung ist. Und Reinhold Laws, in Düsseldorf wohnend, ist nicht nur der stellvertretende Organisationsleiter, sondern auch gleichzeitig Geschäftsführer der DAMC 05 Veranstaltungs GmbH, Köln.

Diese Firma gibt es aber erst seit dem 22. September 2017 unter diesem Namen im Handelsregister, obwohl sie schon 2001 unter anderem Namen mit einem Stammkapital von 25.000 Euro gegründet wurde.

Beide hier genannten Herren spielen bei der hier gespielten Vorstellung eine bedeutsame Rolle, wie man auch der offiziellen Stellungnahme des MCN entnehmen kann, die wir als Kopie dieser Geschichte im Anhang beigefügt haben, um unseren Lesern eine umfassende Information zu bieten.
Die TWC-Organisatoren schreiben von der Entwicklung beeindruckt:

„Wir sind fassungslos, uns fehlen ganz einfach die Worte“, fasst Alexander Ferreira stellvertretend für die neben ihm aus Ralph Bahr und Marc Hessel bestehende Organisationsleitung der Tourenwagen Classics zusammen. „Im Interesse unserer Teilnehmer, die in dieses eine Rennen und seine besondere Aufgabenstellung investiert haben, müssen wir natürlich zum gleichen Termin eine Alternative bieten, möglichst an gleicher Stelle.“ Ralph Bahr fügt hinzu: „Sicherheit auf der Strecke und Planungssicherheit für Teams und Dienstleister gehen natürlich vor – in diesem Set-Up können wir nicht starten. Gleichwohl haben wir in diesem Jahr extra auf unser Rennen bei der DTM auf dem Norisring verzichtet, um die Nürburgring-Nordschleife in den Vordergrund stellen zu können. Wir müssen nun natürlich um unserer hochkarätig besetztes Starterfeld bangen und versuchen, die zahlreichen DTM-Legenden zum Umzug auf den Grand-Prix-Kurs zu bewegen – optimal ist das nicht!“

Für das Nordschleifen-Rennen der Classic-DTM-Fahrzeuge waren bisher u.a. folgende Fahrer genannt:

  • Klaus Ludwig
  • Gianfranco Brancatelli
  • Harald Grohs
  • Chrsitian Menzel
  • Marc Hessel
  • Johnny Cecotto
  • Alexander Burgstaller

Die, die mit Unterstützung des DAMC 05 den Zuschauern einen „Nordschleifen“-Leckerbissen bieten wollten, müssen nun ein wenig resigniert feststellen:

„Gleichwohl haben wir in diesem Jahr extra auf unser Rennen bei der DTM auf dem Norisring verzichtet, um die Nürburgring-Nordschleife in den Vordergrund stellen zu können. Wir müssen nun natürlich um unserer hochkarätig besetztes Starterfeld bangen und versuchen, die zahlreichen DTM-Legenden zum Umzug auf den Grand-Prix-Kurs zu bewegen – optimal ist das nicht!“

Um den Motor-KRITIK-Lesern zumindest ein paar klare Daten zum aktuell geplanten Umzug auf den Grand-Prix-Kurs nennen zu können, folgt hier der neue Zeitplan – natürlich ohne Gewähr:

Die Tourenwagen Classics startet dem neuen Zeitplan entsprechend wie folgt:

Freitag, 15. Juni: 11:35 - 12:05 Uhr ~ Freies Training
Freitag, 15. Juni: 18:55 - 19:20 Uhr ~ 1. Qualifying
Samstag, 16. Juni: 14:10 - 14:30 Uhr ~ 2. Qualifying
Sonntag, 17. Juni: 12:30 - 13:10 Uhr ~ Rennen

Motor-KRITIK möchte gegen Ende dieser Geschichte zusammen mit den TWC-Organisatoren feststellen:

„Die Rückkehr der DTM-Klassiker auf die Nürburgring-Nordschleife nach 25 Jahren findet im Rahmen der Nürburgring Classic (15. – 17. Juni 2018) wider Erwarten nicht statt.“

Einer der Teilnehmer an den anderen Rennen bei dieser „Nürburgring Classic“-Veranstaltung, der sich – auch – bei Motor-KRITIK meldete, sah den Grund für die Absage der Nordschleifen-Veranstaltung ganz einfach darin,

„dass man so Geld für die Nordschleifen-Miete spart, die nicht niedrig ist und nicht mit dem Nenngeld ausgeglichen werden kann, dass die bisher genannten 34 Starter einbringen.“

Dass sich andere über die geforderte „Leitplankenpauschale“ beschwerten oder den dann oben an den Säulen für Super-Plus-Benzin geforderten Preis von 2,70 Euro „als Nepp“ bezeichneten, sind da in Relation zu dem eigentlichen Geschehen nur Nichtigkeiten.

MK/Wilhelm Hahne

PS: Die Serie der Pleiten, Pech und Pannen am Nürburgring wird sich dann beim 3. VLN-Lauf fortsetzen, weil da der Funkmast im Bereich „Flugplatz“ ausfallen wird und eine Bildübertragung von diesem Streckenbereich dann im „Livestream“ nicht mehr möglich ist.

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