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Seit 1977 gibt es diese Langstreckenserie, deren Bestehen nicht nur durch den Klimawandel gefährdet ist. Auch am Samstag wird der Start zur diesjährigen Serie unter dunklen Wolken mit . wahrscheinlich – sehr viel Regen stattfinden. Am Nürburgring könnte sich sogar ein wenig Schnee darunter mischen. Aber auch wenn man sich zum allgemeinen, aktuellen Zustand der Serie ein paar Gedanken macht, kommt man nicht zu einem sonnigen Ausblick. - Das liegt nicht daran, dass wir heute Freitag, den 13. schreiben! - Da hilft auch nicht die scheinbare Unterstützung des ADAC, der mit der immer noch attraktiveren 24h-Veranstaltung auf der Nürburgring-Nordschleife den VLN-Veranstalter zu stützen sucht. Er versucht zu stützen, indem er die NLS zu einem Testumfeld für seine Super-Veranstaltung macht. Aber auch das 24h-Rennen verliert immer mehr an Attraktivität, nachdem es in den Jahren zuvor schon mal zur reinen Farce verkommen war. Das Verharren in alten Strukturen hat die Starterzahlen auch deutlich abmagern lassen. Das liegt auch an der Kostenentwicklung, die sich von den Möglichkeiten reiner Privatfahrer immer weiter entfernt hat. Nicht zuletzt darum, weil sich der Basis-Motorsport immer weiter von seiner eigentlichen Ausgangsposition entfernt und inzwischen zu einem reinen Geschäftsmodell geworden ist, bei dem z.B. der Rennstreckenbesitzer mit seiner Pächterfirma der Weltmarktentwicklung der aktuellen Benzinpreise durch seine „Gestaltung“ am Samstag weit voraus sein wird.
NLS 1: Saisonstart am Samstag in eine dunkle Zukunft?
Dass beim ersten NLS-Lauf in dieser Saison die SP9-Klasse – GT 3 - mit 24 Startern gut besetzt ist, kann mit dem vor uns liegenden 24h-Rennen begründet werden. Da muss schon vorher das Material überprüft werden und die Fahrer müssen lernen, die eigenen Grenzen mit denen des Fahrzeugs zu koordinieren.
- Da hilft dann auch kein DMSB Nürburgring-Permit!
Realistisch wird sich das Nennungsergebnis in dieser für den VLN-/NLS-Veranstalter sehr interessanten Klasse schon in den nächsten Monaten mindern. Dazu kann man Verständnis entwickeln, wenn man einmal einen Blick auf das inzwischen dafür geforderte Nenngeld wirft. Die Starterzahlen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den Läufen nach dem 24h-Rennen halbiert sein.
Geht man von der Zahl der Nennungen für NLS 1 mit – offiziell – insgesamt 133 Startern aus, so wird nach meiner persönlichen Schätzung die Gesamtstarterzahl im Durchschnitt aller NLS-Läufe in 2026 wahrscheinlich bei 110 Nennungen liegen.
- Das bedeutet aber, dass diese Langstreckenserie eigentlich ihrem Ende zusteuert!
Das liegt an den Starterzahlen, die insgesamt geringer wurden, weil sich diese – eigentlich – „Basis“-Serie – die auch mal eine Einstiegsmöglichkeit in den Motorsport sein sollte – und war! - inzwischen zu einer überreglementierte „Profi“-Serie entwickelt hat, die einem reinen Amateur jede Möglichkeit zu einem Einstieg nimmt, weil die Serie sich sportlich aktuell zu einer reinen Materialschlacht entwickelt hat, das auch ein größeres – und teures - Umfeld von Mitarbeitern und Helfern erfordert.
- Zudem wird die Ausstattung der Fahrzeuge mit Überwachungshilfen für den Veranstalter immer teurer. Da addieren sich Kosten, die ebenfalls von den Startern getragen werden müssen!
Die Zeiten sind vorbei, wo man mit einem Wettbewerbsfahrzeug per Achse, oder mit dem „Rennfahrzeug“ auf einem Hänger anreiste und ein paar Räder und Reifen dabei hatte.
Der Samstag war einmal zum Renntag gewählt worden, damit der „Rennfahrer“ – vielleicht auch Familienvater – dann am Sonntag wieder bei seiner Familie sein konnte. Oder er hatte „früher“ seine Ehefrau als Helferin dabei, die ihm dann mittags ein paar Würstchen im Wasserkocher warm machte.
Vorbei die Zeit! - Heute ist abwechslungsreiches und teures Catering gefragt. Diesen Lieferanten wird allerdings seit Monaten die Anlieferung in die – auch teuren - Loungen dadurch erschwert, dass ein Lastenaufzug defekt is.
- Aber der russische Rennstreckenbesitzer muss sich im Moment auf die von „capricorn“ als erstem Käufer des Nürburgrings angebotenen „Verbesserungen“ des Nürburgrings ausrichten, um der EU-Kommission nun bald – nach Jahren! - die Möglichkeit zu bieten, den Verkauf an einen an russischen Oligarchen endlich mit der notwendigen EU-Genehmigung zu einem Abschluss zu bringen.
Offiziell ist der zwar „handelsgerichtlich verschwunden“, um der EU entgegen zu kommen und politisch keine Angriffsfläche zu bieten. - Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
- Alles läuft wohl inzwischen nach dem „diplomatischen Motto“: Wenn du mir nichts tust, tue ich dir auch nichts!“
Wenn man aktuell einmal einen Blick ins Fahrerlager wirft, dann sieht man fast ausschließlich Transportfahrzeuge, die z.T. den Wert der transportierten Rennfahrzeuge übersteigen. Allein der Reifen- und Benzin-Verbrauch für ein Langstreckenrennen, übersteigt in vielen Fällen das Monatseinkommen eines Normalverdieners.
- Das ist nicht unbedingt den Zuschauern klar, deren Interessen bei einem Rennbesuch von anderer Art sind.
Aber auch die Organisation bzw. die so genannten Sportbehörden, nehmen vornehmlich nur noch ihre eigenen Interessen wahr. - Dass sie eigentlich alle Dienstleister sein sollten, ist längst vergessen!
Das ist auch daran zu erkennen, dass sich so mancher Zeitpunkt, der im Interesse der Einsatz-Teams und ganz besonders für interessierten Privatfahrer schon lange – sehr früh - vor einem Rennen wichtig war, nun inzwischen – aus welchen Gründen auch immer – eigentlich unverantwortlich in die direkte Nähe des ersten Rennens verlagert hat.
Hier – als Beispiel - die aktuelle Art der Abwicklung, wie ich sie im Hinblick auf den Renntermin von NLS 1 in diesem Jahr feststellen konnte:
- Renntermin: 14. März 2026
- Am 16. Februar 2026 wurde die Serien-Ausschreibung für das Jahr 2026 in der vom DMSB e.V. genehmigten Form veröffentlicht.
- Die genehmigte Ausschreibung für den NLS-Lauf 1 wurde vom Veranstalter am 25. Februar 2026 veröffentlicht.
Da genügt es nicht, dass man vielleicht argumentiert, dass sich in den letzten Jahren ja wenig geändert hat und die Teams darum schon lange wissen, was – mit ein paar kleinen Korrekturen – auf sie zu kommt.
Da macht es sich der Veranstalter – aber auch der DMSB e.V. - zu leicht. Aber auch der Rennstreckenbesitzer, der willkürlich eine Rennstrecke in seinem persönlichen Interesse zu verändern suchte, die dann nicht zur Durchführung von Rennen durch den DMSB e.V. eine Genehmigung erhalten konnte. Sie musste zunächst zurück gerüstet werden!
Um den DMSB e.V. nicht in Verlegenheit zu bringen, hatte ich dort erst am 10. März nachgefragt, zu welchem Termin die Rennstrecke denn nun abgenommen wurde. - Man hat die Frage wohl als unangenehm empfunden und sie bis zur Einstellung dieser Geschichte nicht beantwortet.
- Eine Ausschreibung zu einem Rennen, das die Basis für die Vorbereitung eines Rennfahrzeugs ist, sollte in allen Details etwa 4 – 6 Monate vor dem vorgesehen Renntermin für die interessierten Fahrer und Teams vorliegen.
Es kann doch nicht sein, dass die Vorschriften für die technische Voraussetzungen zum Start den Teams bzw. Fahrzeugbesitzern mit „Bulletin 1 und 2“ erst am 2. bzw. 11. März – also wenige Tage vor dem Rennen – zur Kenntnis gebracht werden.
Wirft man aber einmal einen Blick in die Klasseneinteilung, dann wird klar, dass bei dieser Aufsplitterung von Zuständigkeiten und der Zuordnung z.B. auch auf Firmen (Cup-Klassen) die zuständigen Entscheider nicht unbedingt sportlich orientiert sind, sondern mehr Marketinginteressen wahrnehmen.
Weniger als 50 Prozent der für NLS 1 genannten Einsatzfahrzeuge entsprechen dem so genannten VLN-.Reglement. Andere entsprechen FIA-Vorschriften. Die Cup-Klassen werden technisch von den jeweiligen Firmen bestimmt, die diese Klassen innerhalb der VLN/NLS forcieren, weil so z.B. in der Statistik die Zahl der von ihnen erreichten Klassensiege maximiert werden.
- In jeder der derzeitigen Cup-Klassen kann immer nur ein BMW oder ein Porsche gewinnen. So wird der Wert einer Klassensieger-Statistik minimiert. - Aber wer denkt von den Rennbeobachtern schon daran?
Die VLN-Organisation hat sich – auch zwangsweise – über die Jahrzehnte verändert. Heute arbeiten – nicht unbedingt kostengünstig – zwei Firmen im Interesse der VLN:
Die ADAC Nürburgring Langstrecken-Serie wird seit jeher von der VLN (Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring) organisiert. Aber auch hier haben sich über die Jahre Verschiebungen ergeben, weil veranstaltende Klubs entweder ausgeschieden sind oder inzwischen z.B. sich vom ADAC „überreden“ ließen, den Verein zu wechseln und zu ADAC-Klubs zu werden.
Die inzwischen verbliebenen Klubs sind in der VLN Sport GmbH & Co. KG zusammen gefasst, die von einem Geschäftsführer – immer noch – geführt werden, der nach meinen Informationen eigentlich „das Handtuch werfen“ wollte. Davon konnte er nur mit „eindringlichen Argumenten“ abgehalten werden.
Es gibt aber auch noch die VLN VV GmbH & Co. KG, die ebenfalls von einem eigenen Geschäftsführer geführt wird. Der ist für die Vermarktung der Serie verantwortlich, für die Bilanzen und – Prozesse! - Da stört mich persönlich z.B., dass keine aktuelle Bilanz einsehbar ist.
- Beide Geschäftsführer werden natürlich bezahlt, sind nicht etwa ehrenamtlich tätig!
Aber gerade bei der VLN Sport GmbH & Co. KG scheint die Entscheidungsfindung des Geschäftsführers durch die sehr unterschiedliche Interessenlage von „Beteiligten“ unterschiedlicher Art begrenzt.
So taumelt dann an diesem Wochenende die VLN-/NLS-Serie mit NLS 1 aus meiner Sicht ihrem Ende entgegen.
Dabei gibt es unter den Beobachtern „so’ne und solche“. Die einen warten – wie die „Aasgeier“ - auf ein Ende, um eigene Interessen besser durchsetzen zu können. Die anderen sind vielleicht „angsterfüllt“, aber bleiben – abwartend - untätig.
So gib es auch zur NLS 1 des Jahres 2026 noch 20 Klassen mit aber noch mehr Wertungen. Aber 5 Klassen weisen weniger als 3 Starter aus.
- Es gibt sogar Einzelstarter, die zu 100 Prozent zu Klassensiegern werden, wenn sie nur das Ziel erreichen!
Man möchte wohl niemand verärgern! - Dabei wäre insgesamt eine „Entschlackung“ – nicht nur im Hinblick auf die Vielzahl der Klassen - der „genehmigten“ Ausschreibung lange überfällig!
- Man sollte aber auch den DMSB e.V. in die Pflicht nehmen!



