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Folgende Geschichte könnte leicht als „Provokation“ empfunden werden. Oder – ganz modern – als eine „Satire“. - Sie ist beides nicht! - Sie ist eine Erinnerung an die Vergangenheit und daran, dass man niemals das „Gestern“ vergessen sollte, wenn man an das „Morgen“ denkt: Schon in alten Zeiten wurde die Eifel – und Nürburg ist ein Stück der „Hoch-Eifel“ – als das „Sibirien Preußens“ empfunden. Das bezog sich aber nicht auf die dort in Relation zu anderen Landschaften Deutschlands immer schon herrschenden tiefen Temperaturen, sondern war mit der Armut der dort lebenden Bevölkerung begründet. Das mit der Armut hat sich gelegt, die Witterungsbedingungen haben sich aber kaum verändert. Eigentlich darf man in der Eifel nicht das erwarten, was der weit gereiste, „kundige“ Urlauber dann als so genanntes „Urlaubswetter“ empfinden. In der Eifel ist es nun mal manchmal so, wie in alten Soldatenliedern der Westerwald beschrieben wird: „Über deine Höhen pfeift der Wind so kalt.“ - Auch das, was man heute als „alte Bauernregeln“ oder „Kalenderweisheiten“ empfindet, sollte bei Planungen bedacht werden. - Vieles hat sich niemals geändert oder kommt immer wieder. Das hat sich auch im Jahre 2026 nicht geändert. Klimawechsel hin, Klimawechsel her. Die Eifel ist beständig. - Auch am „Vatertag“ 2026! - Was hier in Motor-KRITIK – und nur hier möglich ist – das soll einmal nachfolgend durch die unterschiedliche Art der in einer unterschiedlichen Zeit vorgenommenen Planung deutlich gemacht werden.
24h-Rennen Nürburg: „Kühlschrank Eifel“ in Funktion!
Alle reden vom 24h-Rennen und nur Motor-KRITIK redet von dem, was eigentlich selbst für die Besucher dieses Rennens viel wichtiger ist: Das Wetter!
Das 24h-Rennen am Nürburgring ist von einer sportlichen Veranstaltung zu einem „Spektakel“ geworden – wie z.B. die „Rhein-Zeitung“ heute meint - weil sich die Ausgangspositionen bei der Planung verändert haben.
Dass die Durchführung des 24h-Rennens in diesem Jahr vom ADAC Nordrhein in Köln in die Zeit der „Eisheiligen“ gelegt wurde, ist damit begründet, dass man wohl eine Reihe von alten „Gedenktagen“ vergessen hat, die dann auch in einer alten Bauernregel Berücksichtigung fanden, in denen man diesen „Gedenktagen“ die letzten Frosttage des Frühlings zuschreibt.
Danach sollte man – auch als „junger Bauer“ – die „ Fünf Eisheiligen“ nicht vergessen, deren „Namenstage“ in jedem Jahr (!) immer mit 11. bis 15. Mai benannt sind, was von Jahr zu Jahr mal mehr, mal weniger zutrifft.
- Auch wenn es vielleicht keine Nachtfröste gibt: Es wird immer kälter sein „als sonst“!
Die fünf Eisheiligen mit ihren jeweiligen Namenstagen sind:
11. Mai: Mamertus (Mamert)
12. Mai: Pankratius (Pankraz)
13. Mai: Servatius (Servaz)
14. Mai: Bonifatius (Bonifaz)
15. Mai: Sophia von Rom („Kalte Sophie“)
Auch wenn in den letzten Jahren zu diesen Tagen Fröste wirklich seltener geworden waren, so wird die „alte Bauernregel“ auch in der inzwischen „modernen“ Eifel nicht nur von alten Bauern immer noch berücksichtigt.
- Da hat man eben noch die Erfahrung, die den „Städtern“ in Köln fehlt!
Die „modernen Motorsportler“ beim ADAC in Köln haben das nämlich offensichtlich nicht getan, weil sie sich aus Marketinggründen (?) an „Vatertag“ orientiert haben, der ihnen eine höhere Zuschauerzahl in 2026 zu garantieren schien. - Was richtig ist! - Aber auch primär sportlich wichtig. Von Bedeutung?
- Mit kirchlichen Feiertagen kennt man sich nicht so gut aus. Wie ich schon beweisen konnte.
Nun ist eine Wettervorhersage über eine längere Dauer vorhergesagt nicht immer zuverlässig. Nach einer Aussage eines mir gut bekannten Meteorologen, kann man das Wetter zuverlässig nur für drei Tage vorhersagen!
- Hinweis: Mein Handy kann alles besser, ist leider ein Irrglaube! - Es kann nur alles gut anzeigen!
Nun ist selbst die Veranstaltung des 24h-Rennens am Nürburgring länger als drei Tage. Aber es ist schon davon auszugehen, dass der ADAC aufgrund seiner guten Verbindungen – wohin auch immer – zu diesem Renntermin sich das passende Wetter ausgesucht hatte.
- Dort glaubt man eben auch an nicht alles, aber in jedem Fall an die eigenen Fähigkeiten!
Das Wetter bei einer solchen „Open-Air“-Großveranstaltung sollte aber nicht nur den Rennfahrern,, sondern auch den Besuchern passen. - Wenn sie im nächsten Jahr wiederkommen sollen!
Dabei fällt mir auch wieder ein:
„Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“
Das sagte jedenfalls meine Großmutter immer. Und irgendwie hatte sie immer recht!
Nun ist meine Großmutter schon lange tot, aber ihr Spruch von „damals“ scheint immer noch Gültigkeit zu haben.
Werfen wir doch mal einen Blick auf die Nachttemperaturen-Vorhersage, die natürlich die vielen „Vatertags“-Ausflügler interessieren, die mit Hilfe des 24h-Rennens dann den „Vatertag“ etwas dehnen und die Nacht dann so zum Tage machen können:
Nacht-Temperaturen:
Mittwoch auf Donnerstag 2°
Donnerstag auf Freitag 1°
Freitag auf Samstag 2°
Samstag auf Sonntag 2°
Da braucht man dann – und so ist das vielleicht auch vom Veranstalter gedacht – mit Bestimmtheit keinen Kühlschrank, um die Getränke kühl zu halten. Im Kühlschrank wären die zur gleichen Zeit dann allerdings um ein paar Grad „magenfreundlich“ wärmer.
- Aber wie sagte meine Großmutter schon?
Aber auch die Tage sollen – entsprechend einer Vorhersage - sehr stimmungsvoll – entsprechend den „alten“ Bauernregeln - verlaufen:
Tages-Höchsttemperaturen:
Donnerstag 8°
Freitag 11°
Samstag 10°
Sonntag 12°
Da ist es wirklich schade, dass viele Besucher schon, bevor es an der Rennstrecke richtig warm wird, ihren Kurzurlaub in der Eifel schon am Sonntag-Vormittag beenden.
- Hier in Motor-KRITIK „sage ich das vorher“! - Bei NITRO können es dann meine Leser am Renntag durch die Luftaufnahmen aus dem Hubschrauber „überprüfen“
Das Rennen wird dann unter normalen Umständen noch ein paar Stunden laufen, wenn man es tatsächlich darauf anlegt, das Rennen nach 24 Stunden erst zu beenden.
Aber gerade die Rennfahrer werden die Temperaturen zu schätzen wissen, unter denen sie in diesem Jahr das 24h-Rennen bestreiten müssen. Die Temperaturen im Fahrzeuginneren wären sonst wirklich noch belastender.
Aber mit reichlich Flüssigkeit in den mitgeführten Getränkeflaschen, wird man das Rennen in diesem Jahr – auch über so eine lange Distanz – gut überstehen können.
Vielleicht muss man das 24h-Rennen am Nürburgring auch so sehen, wie es vom Head of Communications, Alexander Gerhard, am Schluss einer Presse-Information zum 24h-Rennen durch die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG so zusammen gefasst wurde:
„Die 24h Nürburgring sind nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch die sichtbarste Spitze eines umfassenden Entwicklungsprozesses. Die Nordschleife bildet dabei die Schnittstelle zwischen Motorsport, Industrie und Serienprodukt – ein Sieg bei den 24h Nürburgring und eine erfolgreiche Rekordfahrt stehen dabei vor allem für eines: weltweite Anerkennung und Sichtbarkeit.“
Zugegeben! - So „weit“ haben ein Willy Knupp, ein Otto Paul Rutat und ein Wilhelm Hahne im Jahre 1968 nicht gedacht, als wir zusammen die Ausschreibung für das erste 24h-Rennen am Nürburgring entwickelten.
- Im Jahre 1968 standen der „sportliche Gesichtspunkte“ vom Vordergrund! - Im Jahre 2026 „das Geschäft“?
Als wir – die oben genannten Protagonisten (von denen zwei nicht mehr leben) - die Handlung voran trieben und über einen möglichen Termin diskutierten, da haben wir uns „aus sportlichen Gründen“ auf den „längsten Tag des Jahres“, nämlich ein Wochenende um den 21. Juni eines Jahres verständigt!
- So fand dann das erste. 24h-Rennen am Wochenende des 27. - 28 Juni 1970 statt!
Nicht weil es dann „wärmer war“, sondern weil wir mit Rücksicht auf Fahrer und Teams eines solchen Langstreckenrennens die Nachtzeit – das „Dunkel der Nacht“ – möglichst kurz halten wollten. - Heute würde man argumentieren: Aus Sicherheitsgründen!
- Das nur zur Erklärung für meine überwiegend jungen Leser, die (fast) alle jünger als der Chronist sind!
Am Ende des aktuellen 24h-Rennens wird eigentlich einem aktuellen Chronisten nur festzustellen bleiben, dass nicht nur die Teams und Fahrer eine „sportliche Leistung“ vollbracht haben, sondern auch die Zuschauer!
Selbst wenn davon viele das Ende des 24h-Rennens eigentlich gar nicht mehr „vor Ort“ mit erlebt haben.
- Eigentlich waren die deswegen auch gar nicht zu diesem „Spektakel“ gekommen!
Und schließlich muss irgendwann einmal Schluss sein!
Die Schafe meiner Frau werden bereits seit Montag, dem 11. Mai 2026, gut 600 Meter von unserem Wohnhaus, vom Bereich „Pflanzgarten“ aus, rd. 10 Kilometer entfernt, mit Musik beschallt. Da „wummern die Bässe“ ganz schön vor sich hin.
Die Schafe sind inzwischen durch die ständige Beschallung etwas irritiert.
- Es sind allerdings auch keine Eifeler Schafe! - Es sind Kamerun-Schafe!
Die Menschen im Umfeld des „Rings“ wissen inzwischen, dass das moderne „Spektakel“ eines 24h-Rennens nicht ein sportliches Wochenende, sondern eine ganze „geschäftliche Woche“ dauert. Manche quatieren sich darum dann auch bei Bekannten irgendwo im Ahrtal – oder sonstwo - ein.
„Der Lärm ist doch so“ – sagte mir ein Anwohner im Adenauer Bereich – „dass man ihn selbst einem Hund nicht zuzumuten sollte - wenn der nicht 'schussfest' ist!“
Das bezog er aber wohl mehr auf den „Raketen-Abschuss-Lärm“, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag beim 24h-Rennen schon eine besondere Qualität hat!
• „Rock am Ring“ macht weniger Lärm!
Denn selbst Musik kann als Lärm empfunden werden! - Wenn es zu viel davon gibt!
Auch ein Wilhelm Busch, der niemals „Rock am Ring“ erlebt hat meinte schon vor mehr als 100 Jahren:
„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“
Der würde sich bestimmt auch über den Lärm beim 24h-Rennen 2026 gewundert haben!
- Aber nicht über den, der durch den sportlichen Teil der Veranstaltung entstanden ist!
Eine persönliche Meinung, weil ich den anderen Wilhelm niemals persönlich kennen gelernt habe. (Kleiner Scherz von mir!)



