Mainz wie es singt und lacht – mit Richtstrahlern?

Hendrik Hering sollte zweiter Geschäftsführer bei „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ in Koblenz werden. Eine Koalitions-Entscheidung? Diese überwiegend landeseigene GmbH ist eigentlich immer schon eine Aus- und Umsteigehilfe für Politiker gewesen, denen man so z.B. einen kleines „Dankeschön“ sagen oder aber aus anderen Gründen z.B. aus der „Schusslinie“ in Mainz genommen hat. - Dieses Mal wollte man jemandem, der in vielen Schlachten Durchhaltevermögen gezeigt hatte, auch mal „etwas Gutes tun“. Dieses Spiel regte die aktuelle Opposition zu kritischen Anmerkungen an. Dabei war und wurde in Verbindung mit dieser Lotto-Firma, die überwiegend der Kontrolle des Landes Rheinland-Pfalz unterliegt, eigentlich personell die „Spitze“ so besetzt, dass zwischen Mainz und Koblenz immer ein „offenes Wort“ gesprochen werden konnte. Man kannte sich, man duzte sich evtl. sogar und eigentlich war – „nach draußen hin“ – alles immer richtig und gut. - So wie man das gerne in der Politik darstellt. - Eigentlich war es immer „ruhig“ um die „Lotto Rheinland Pfalz GmbH“, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die nicht nur durch die Höhe des Eigenkapitals von 3 Millionen auffällt, sondern mit einer Liste von Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern glänzt, wie man sie sonst nur von großen Konzernen kennt. Auch der in der zuletzt einsehbaren Bilanz ausgewiesene Gewinn des Jahres 2024 - von um 650.000 Euro - macht das dieser Firma zugeordnete großartige personelle Umfeld an der Spitze nicht verständlicher. - Das sollte jetzt noch eine Ergänzung erfahren, zu der hier in Motor-KRITIK nur etwas geschrieben wird, weil mit Hendrik Hering, der durch das letzte Wahlergebnis seine gut dotierte Position als Landtagspräsident in Mainz verliert, nun „ergänzend“ in Koblenz auf den mit um 200.000 Euro dotierten Platz eines zweiten Geschäftsführers gehoben werden sollte.  Das hätte die Gewinnerwartungen, die in den zurückliegend Jahren immer auf ähnlichem Niveau - wie oben genannt - lagen, weiter deutlich geschmälert. - Zwar ist „diese Sache“ inzwischen unter „Erledigt“ abgelegt, hat aber mich zu einem kurzen Rückblick – zur Information meiner jungen Leserschaft – hier in Motor-KRITIK angeregt!

Mainz wie es singt und lacht - mit Richtstrahlern?

Nun ist es nicht so, dass man sagen könnte, dass in Mainz immer engstirnig, parteieorientiert gedacht und gehandelt wurde. So war der Geschäftsführer der „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ viele Jahre z.B. ein CDU-Mitglied. Trotzdem konnte Kurt Beck – als „König Kurt“ allen Rheinland-Pfälzern ein Begriff – offen mit diesem Geschäftsführer - oder der auch mit „Kurt“ – über plötzlich auftauchende kleinere finanzielle Probleme reden.

  • Der Eine hat damit wirklich Probleme, der Andere eine Lotto-GmbH!

Wenn z.B. der FC Kaiserslautern gerne einen neuen Spieler eingekauft hätte, aber  noch ein paar Euro fehlten, dann telefonierte man mal eben kurz miteinander, um schnell zu einer Problemlösung  zu finden.

  • Es gab eben auch in der Landesregierung RLP  immer Fans des 1. FC Kaiserslautern!

Der damalige Geschäftsführer der „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“  hatte eigentlich immer „gute Ideen“. - Wenn es um Geld ging! Seine Art war bei den Mitarbeitern der Firma weniger beliebt. Aber da  diese Art in Mainz gefiel, mussten sich die Mitarbeiter – intern murrend - fügen.

Ich habe damals schon mal ein Arbeitsgerichtsverfahren aufmerksam verfolgt und weiß, dass es Zur Zeit des „Nürburgring Skandals 2009“ in Koblenz richtig „gärte“. In der Öffentlichkeit konnte das nicht registriert werden. Alles wurde immer gut „unter der Decke gehalten“.

Auch die Nachfolgerin von Kurt Beck hat schon mal einen verdienten Staatssekretär – einen „Mann für alle Fälle“ - in Koblenz „zwischengeparkt“, der dann später „in einen langen Urlaub“ ging, was dann nach langer Zeit wohl auch dem Landesrechnungshof aufgefallen ist.

Eigentlich könnte man zu den Geschehnissen mit und um die „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ einen Roman schreiben.

Der erste Geschäftsführer, schon vor der 2000er-Wende dabei, hat z.B. nicht nur durch Kurt Beck ein Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, sondern hat es auch behalten können, obwohl er schließlich – wegen Betrug vorbestraft – seinen Posten verlassen musste.

  • Da konnte selbst ein „König Kurt“ nicht mehr helfen!

In Berlin blieb man aber auch unbeeindruckt und hat  – nach einer verwunderten Anfrage von Motor-KRITIK - mit einem Hinweis auf die „Persönlichkeitsrechte“ argumentiert, die eine Rückforderung des Bundesverdienstkreuzes unmöglich machte. Nach eigener Einschätzung hat man damit so „den Kopf aus der Schlinge gezogen“

  • Und ein Betrüger läuft immer noch „ausgezeichnet“ durch die Gegend und entwertet damit eine  Auszeichnung des Bundespräsidenten, die eigentlich für ihre Träger von besonderem Wert sein sollte!

Der so mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Betrüger – nachdem das Urteil lange Rechtskraft erhalten hatte – gehört vielleicht aus der Sicht mancher der inzwischen auch ehemaligen Mitarbeiter zu den ganz, ganz Cleveren. - Er war es aber auch tatsächlich!

Nur ihm ist es zu seiner Zeit gelungen, eine „Art von Gelddruckmaschine“ zu installieren, mit der er sich nicht strafbar gemacht hat. - Alles gut und richtig! - Nur so konnte er z.B. auf seinen kleinen Reisen durch die Vereins-Provinz, dann schon mal einen mit Bargeld gefüllten Briefumschlag aus der Jackentasche ziehen.

Um z.B. nach der Frage, was man denn wohl für das Vereinshaus zur Reparatur des Daches so brauchen würde, dann die genannte Summe – quasi spontan aus seiner Brusttasche zu ziehen.

  • So hat er sich dann – mit einer Reihe von ähnlichen Aktionen – auch viele Freunde bei den kleinen Vereinen geschaffen  und für eine gute Stimmung in Richtung „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ gesorgt!

Als er dann nach seinem gerichtlich erzwungenen Ausscheiden sein schriftstellerisches Talent quasi überstrapazieren musste, da hat er auch noch selber von den Auswirkungen seiner Idee zu einer „neuen Art von Gelddruckmaschine“ profitiert.

Heute spricht keiner mehr von ihm. Vieles aus der Vergangenheit ist eben auf der Strecke geblieben. Aber so manches ist jetzt wieder – z.B. auch bei mir - hochgekocht, nachdem quasi „alte Kameraden“ den in einigen Positionen altgedienten Hendrik Hering noch mal zu einem gut bezahlten zweiten Geschäftsführer der „Lotto Rheinland-Pfalz“ in Koblenz machen wollten.

Inzwischen hat  Hendrik Hering aber wohl begriffen, dass damit ein größerer Ärger programmiert wäre. Da möchte er dann schon die „alten Kameraden“ schützen. Jedenfalls so, wie ihm das überhaupt noch möglich war und ist

Inzwischen hat er darum deutlich gemacht:

„Ich war mir der Signalwirkung eines solchen Schrittes in dieser Art nicht bewusst und kann die in diesen Tagen geäußerte Kritik nachvollziehen.“

Immerhin! - Aber eigentlich hat Hendrik Hering immer versucht, im richtigen Moment das Richtige zu sagen. Eigentlich hätte man aber von einem Juristen in mancher Situation intelligenter gefüllte Worthülsen erwartet. Vor allen Dingen dann, wenn man in einer Rückschau begreift, wie die Bürger des Landes – gleichzeitig Wähler (!) „über den Tisch gezogen“ wurden!

Manchmal waren sie aber auch zur Situation passend. Ich erinnere mich gerne an seine Worte, die er am 1. August 2012 auf einer Sitzung des Mainzer Landtages seine Kollegen hören ließ. 

Es folgen von Motor-KRITIK beispielhaft ausgewählte Teilstücke:

„Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! 

Bei der Umsetzung des Projekts ‚Nürburgring‘ sind folgenschwere Fehler gemacht worden. Das ist auch für uns die bittere Wahrheit. Boulevard und Freizeitpark sind überdimensioniert geplant und falsch konzipiert worden. 

Es ist zu einer erheblichen Baukostenüberschreitung gekommen, die Hochkonjunktur 2008 ist nur ein Grund dafür. Für private Hotels und Freizeiteinrichtungen wurde das wirtschaftliche Risiko vom Land übernommen. Einschätzungen und Prognosen von Experten waren zu optimistisch. Hinweise aus der Region hätten besser berücksichtigt werden müssen. Zu Recht und nachvollziehbar sind die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer verärgert und enttäuscht und fordern nachhaltige Lösungen der Probleme am Ring.

    …

Kurt Beck ist niemand, der sich aus der Verantwortung stiehlt. Hier geht es darum, sich der Kritik zu stellen und die Menschen in der Eifel nicht im Stich zu lassen. Genau das werden wir tun. Wir werden gemeinsam mit unserem Ministerpräsidenten Kurt Beck diesen Umstrukturierungsprozess in der Eifel mitgestalten. Wir geben das klare Signal: Wir lassen die Menschen nicht im Stich. Auch das gehört dazu, Verantwortung zu übernehmen.

    …

Meine Damen und Herren, durch die vom Gericht genehmigte Insolvenz in Eigenverwaltung erarbeitet die Gesellschaft selbst – auch unter Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - ein Sanierungskonzept. Die Konsequenz der EU-Auflagen und der Insolvenz wird sein, dass am Ende private Investoren einsteigen und die Nürburgring GmbH wirtschaftlich betreiben werden. Gut und zielführend sind dazu die Aussagen des Sanierungsgeschäftsführers Professor Dr. Schmidt, der klar geäußert hat, es wird keine Rosinenpickerei am Nürburgring geben. Er verfolgt Konzepte, mit denen alle Arbeitsplätze mit einer guten Zukunftsperspektive für den Ring erhalten werden sollen. Dies zeigt auch, es ist die richtige Person für diese Aufgabe ausgewählt worden.“

Das wäre ein kurzer „Retro-Blick“, der in seiner Kürze vielleicht einen guten Eindruck von der Wahrheit vermittelt, wie sie uns von Politikern vermittelt wurde – und wird.

  • Ein Sanierungs-Konzept hat es z.B. niemals gegeben, wie mir der Direktor des zuständigen Amtsgerichts in Ahrweiler damals bestätigte!

In diesem „Wahrheits“-Zusammenhang möchte ich an dieser Stelle aber auch noch aus einer Rede von Malu Dreyer zitieren, die sie am  16. Januar 2013 vor dem Landtag in Mainz hielt, nachdem sie gerade „König Kurt“ als Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz abgelöst hatte:

„Lieber Kurt, Dir gebührt höchste Achtung und Anerkennung. Du warst ein ganz großer Glücksfall für unser Land. Du hast Dich verdient gemacht für Rheinland Pfalz. Dafür möchte ich Dir sehr, sehr herzlich danken und Dir alles Gute wünschen.“

Sie hat übrigens auch die Insolvenz in Eigenverwaltung einer landeseigenen GmbH immer auf ihre eigene Art gedeutet! - Als Juristin war sie für mich damit unglaubwürdig.

Um wieder zurück zum eigentlichen Thema zu finden:

Der aktuelle, bisher alleinige Geschäftsführer von „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, Koblenz, Jürgen Häfner – auch ein verdienter SPD-Staatssekretär – scheidet Ende Mai ds. Jrs. in Koblenz aus und macht Platz für seinen Nachfolger. Nach einem langen „Dauer-Urlaub“ in Koblenz als Beamter! - Auch das wurde schon vom Landesrechnungshof beanstandet!

  • Christian Baldauf, langjähriger – ehemaliger – Fraktionschef der CDU vor Julia Klöckner, folgt ihm in der Rolle eines Geschäftsführers nach.

Es wurde übrigens nicht nach einer bestimmten Qualifikation gefragt. Christian Baldauf wird eben diese Position bis zum Eintritt von Rente und Pension auszufüllen versuchen.

  • Christian Baldauf kann schließlich auf ein eingespieltes Team in Koblenz hoffen!

Wie meine Großmutter auch schon immer aus Erfahrung die Meinung vertrat:

„Ein Versucht ist nicht strafbar!“

Zumal es sich hier nicht um einen „kölschen Klüngel“ handelt! - Nein! - Bestimmt nicht!

  • Das ist das aktuelle Mainz - wie es singt und lacht!

Inzwischen lacht man in einer Koalition von CDU & SPD gemeinsam!

MK/Wilhelm Hahne
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