24h-Rennen & Nürburg: Geil für „Schnäppchen-Jäger“

Eigentlich habe ich gedacht, dass mich irgendwelche Entwicklungen in Verbindung mit dem 24h-Rennen am Nürburgring nicht mehr überraschen können. Dazu habe ich allen Grund, da ich eine normale Entwicklung – das normale Auf und Ab . von Anfang an mit erlebt habe. Da ging es auch schon mal kräftig rauf und runter! Da wurden dann auch gerne Zuschauerzahlen vermeldet, die schon vor Jahren von „KI“-Entwicklern mit Spezialprogrammen bearbeitet sein mussten. Die hat es nämlich niemals – zu 24h-Rennen - am Nürburgring gegeben. Man müsste es über die Anzahl der verkauften Karten nachweisen können. Aber die Zahl der Karten wird wohl einfach multipliziert. Zu Zahlen scheint der Veranstalter ein besonderes Verhältnis zu haben. Aber auch sonst scheint er schon mal ein wenig „von der Rolle“ gekommen zu sein. Aber das macht nichts, weil das sicherlich auch nur wenigen Interessierten klar wird. Die findet man dann auch weniger unter den Besuchern. Weil das 24h-Rennen am Nürburgring inzwischen aktuell auch weniger dem Breitensport dient. In diesem Jahr wird das Rennen geradezu zu einem „Vatertags-Beiwerk“- Leider drehen alle, die damit zu tun haben, ein wenig „am Rad“. Der Trend scheint zu „Premium“ zu gehen. Aus dem Sibirien Preußens“ scheint das „Monaco des Nordens“ geworden zu sein. Zumindest, wenn man mal einen Blick auf die Preise wirft, mit denen nicht nur die Teams, sondern auch die Zuschauer zu rechnen haben.

24h-Rennen & Nürburg: Geil für „Schnäppchen-Jäger“

Schon der Veranstalter schuf zunächst mal die richtigen Voraussetzungen – für sich.  Er begrenzte die Starterzahl für das 24h-Rennen in 2026 auf 150 Fahrzeuge. Eine Frage nach dem Warum durch Motor-KRITIK, wurde vom Veranstalter nicht beantwortet.

So muss ich davon ausgehen, dass er damit nur die besten Voraussetzungen für ein selbstbewusstes eigenes Agieren schaffen wollte. Nach meinen Recherchen, zu denen ich nach der Nicht-Antwort dann auch Veranlassung hatte, scheint meine Vermutung zu bestätigen:

  • Wurden die Vorschläge des Veranstalters von Teams nicht akzeptiert, drohte man mit der „Warteliste“!

Aber als nun der Renntermin näher rückte, brauchte man „vernünftige“ Starterzahlen, um evtl. noch unentschlossene Zuschauer zum Kartenkauf zu bewegen. So stockte man die zugelassene maximale Starterzahl von150 auf 161 auf. Das ist die Zahl, die sich mit der Zahl der vorliegenden Nennungen exakt deckte.

Die Genehmigung durch den DMSB e.V. die dazu notwendig ist, war dann bei der inzwischen auf die Interessen des ADAC ausgerichteten Organisation nur noch eine reine Formsache.

  • So wurde das denn mit „LOG B 011 Bulletin No1“ festgeschrieben, das am 29. April 2026 veröffentlicht wurde!

Jeder auf der Veranstalterseite empfindet sich wohl als der entscheidende Dreh- und Angelpunkt. Ein „Dienstleister“-Verhalten scheint verloren gegangen zu sein, da man – so mein Eindruck – die eigene Bedeutung deutlich überschätzt.

  • In der „Jetztzeit“ scheint jeder durch ein stützendes Umfeld zu einem „Experten“ geworden zu sein. 

So ist es auch kein Wunder, wenn man auf der Internetseite zum 24h-Rennen lesen kann:

„…Wer eigentlich nur einen Tagesausflug zum Ring machen wollte, kann am Fronleichnams-Donnerstag bis in den späten Abend Rennaction auf der Nordschleife erleben.“…

Ein tolles Versprechen. - Weil gewisse Karten-Kontingente inzwischen ausverkauft sind. 

Dass man die Feiertage auch ein wenig durcheinander gebracht hat, kann schließlich genauso mal passieren, wie ein 24h-Rennen nach 8:21 Stunden abgebrochen (?), abgewunken (?) werden kann. Die „Experten“ werden wissen was 2024 richtig war. 

  • Vielleicht kennen die sogar den Unterschied zwischen Christi Himmelfahrt und Fronleichnam!

Insgesamt schein man inzwischen in Sachen 24h-Rennen ein wenig der Übersicht über die Entwicklung verloren zu haben. Die GT3-Versionen dominieren die Veranstaltung mehr und mehr. Die Teams, die solche Fahrzeuge an den Start bringen, schaffen das kostenmäßig mehrheitlich eigentlich nur noch mit einer gewissen Werks-Unterstützung.

Das Nenngeld  plus Tankvorschuss, Cockpit-LED-Anzeige und Video-Telematik beträgt für die in diesem Jahr in der  o.g. genannten Kategorie startenden Fahrzeuge schon um 8.500 Euro pro Fahrzeug.

Das wird sicherlich von Normal-Verdienern als hoch empfunden, aber ist sicherlich nur eine „Kleinigkeit“, wenn man versucht die Gesamtkosten zu erfassen, die der Start eines jeden GT3 beim Durchrollen über 24 Stunden mit allen Nebenkosten verursacht.

Darüber wird nicht gesprochen oder geschrieben. Hier in Motor-KRITIK schon:

  • Jedes GT3-Fahrzeug, das das 24h-Rennen beendet, wird auf Einsatzkosten, die die „Nachbereitung“ mit einschließen, in Höhe von 250 – 300.000 Euro kommen.

Dieses Jahr sind 47 GT3 und Prototypen – die man dazu zählen - muss zum Rennen genannt! Nur unter diesen Fahrzeuge ist der spätere Gesamtsieger zu finden.

  • Darum müssen sich die Teamchefs anderer Starter nicht wundern, wenn sie von den „Experten“ des Veranstalters entsprechend zweitklassig behandelt werden!

Im Vorspann zu dieser Geschichte, habe ich das Dorf „Nürburg“ - vom Rennstreckenvermieter schon zur „Stadt“ erhoben - dann mit „Monaco des Nordens“ benannt. Wer in Nürburg dann das „Meeresrauschen“ vermisst, sollte auf den „Höhenrausch“ achten, unter dem im Umfeld der Nürburgring-Nordschleife inzwischen eine Reihe von Leuten zu leiden scheinen, die sich wohl als besonders clever empfinden.

  • Auch die Zuschauer werden „im Kleinen“ darunter leiden müssen. Im Umfeld der Tribünen werden sie für eine Ein-Liter-Flasche Cola 6 Euro zahlen müssen. „Kurzsichtige“versuchen den Anderen tief in die Taschen zu greifen!

Gibt es da vielleicht in Nürburg seit ein paar Jahren neue Vorbilder?

Während man – wie ich heute einem der Lokalzeitung beiliegenden Reiseprospekt entnahm – für eine 8-tägige Reise nach Sardinien in einem „Aktionsangebot“ für Flug, 7 Übernachtungen und Halbpension ab 1.099 Euro zahlen muss, kostet ein Rennwochenende – wenn man nicht das Camping an der Strecke wählt – für die früh Anreisenden zwischen 2.500 und knapp 9.000 Euro!

Für exakt 8.997 Euro gibt es natürlich gleich ein – zwar ganz kleines und altes – Haus, aber es trägt zumindest einen modernen,englisch klingenden Namen. - Das kann man zu dem Preis auch sicherlich erwarten!

  • Wer’s nicht glaubt, kann sich im Internet dazu ins genaue Bild setzen lassen!

Ich kann dazu dann auch erklären, warum ich Nürburg in dieser Geschichte zum „Monaco des Nordens“ gemacht habe.

In den letzten Wochen fand in Monte Carlo – Monaco – der „Historic Monaco Grand-Prix“ statt. Wer dort im „Hotel de Paris“ oder im „Hermitage“ – zwei 5-Sterne-Hotels - von Donnerstag bis Sonntag übernachtete – was vergleichbar mit einem 24h-Wochenende ist – der zahlte in Zimmern der gehobenen Kategorie mit Meerblick und einschl. Frühstück dann eine Pauschale von knapp 3.000 Euro!

So haben mich meine Recherchen – die übrigens auf Anregung von Motor-KRITIK-Lesern  erfolgten – dann auch zu dem „Nürburg/Monaco“-Vergleich in dieser Geschichte finden lassen.

Wer die Angebote in Nürburg als „normal“ empfindet, dem möchte ich den Tipp geben, doch auf den von mir ermittelten Spitzenpreis in Nürburg vielleicht noch eine „Kleinigkeit“ drauf zu legen.

Aus einer Anzeige in der „Rhein-Zeitung“ von heute:

Seereisedienst Vorteile
86 Tage Weltreise – einmal um die Welt – inklusive Tischgetränke & Ausflugspaket
schon ab € 11.999,-- p-P. - inkl. Trinkgelder & Vollpension.“

Wie sagte meine Großmutter doch immer:

„Jedem Tierchen sein Pläsierchen!“

MK/Wilhelm Hahne
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