Zwei Bücher - und ein Grund in ihnen zu blättern!

Es gibt zwar immer mehrere Gründe, die zu dem Entschluss führen, sich ein bestimmtes Buch zu kaufen. Es gibt aber nur einen Grund, der mich dazu gebracht hat, mich mit den Büchern zu beschäftigen, über die ich nachfolgend meine Leser informieren möchte, dass es sie gibt: Ich habe die dortigen „Hauptdarsteller“ gekannt, erlebt! - Aber vielleicht nicht so gut, dass ich alles von ihnen wüsste. -Aber:  Wer weiß schon alles? -  Die Bücher, mit denen ich mich beschäftigt habe, erzählen aus dem Leben von Menschen, die inzwischen verstorben oder tödlich verunglückt sind. Einen davon, Jochen Mass, habe ich schon bei Beginn seiner Karriere gekannt, weil ich auch in dieser Zeit z.B. bei Bergrennen unterwegs war, bei denen auch er startete. Wenn man Teilnehmer bei Bergrennen ist, lernt man die anderen Teilnehmer schneller und besser kennen, als das z.B. bei Rundstrecken-Rennen der Fall ist. Nach dem 1. Lauf wartet man „oben“, dass man gemeinschaftlich wieder zurück geführt wird, nach dem alle Teilnehmer den ersten Lauf beendet haben. - Und das dauert! - Also steht man z.T. in Gruppen zusammen und „quatscht“ über Gott und die Welt. - So habe ich Jochen Mass kennen gelernt. - Das andere Buch handelt von jemandem – den Grafen Trips - den ich in seiner Art bewundert habe, weil er seine Interessen nicht nur exakt auf sein ganz persönliches Weiterkommen konzentrierte, sondern auch immer noch sein Umfeld „mitgenommen hat“. - Ich wurde zu Erinnerungen angeregt! - So ist es dann auch zu dem Titel nachfolgender Geschichte gekommen:

Zwei Bücher – und ein Grund in ihnen zu blättern!

Wenn man älter wird, verändert sich schon mal ein wenig der „Blick auf die Dinge“. Da sind inzwischen Gefühle durch Sachargumente ersetzt! - Wobei man nicht davon ausgehen sollte, dass das Eine oder das Andere besser wäre.

  • Die Mischung von Gefühl und Erfahrung ist vielleicht die richtige, die „menschliche“, die bessere Mischung!

Damit wären wir dann auch schon beim Titel des ersten Buches, mit dem ich mich beschäftigt habe:

„Wolfgang Graf Berghe von Trips – Der Mensch“

Das Buch ist in der „prova“-Edition erschienen und wird von den Herren Manfred Schmale und Jörg-Thomas Födisch als Herausgeber verantwortet.

Mein erster Gedanke: „Was denn? - Noch ein Graf Trips-Buch?“

Meistens blättere ich Bücher – ich weiß nicht warum – immer von hinten auf. So habe ich nicht nur erfahren, dass dieses Buch 120 bedruckte Seiten hat, sondern auf den Seiten 116 – 119 bekomme ich bestätigt, dass ich wenigstens noch fast weitere 20 Bücher zum gleichen Thema gibt.

Mit “gleichem Thema“ ist „Graf von Trips“ gemeint. Aber tatsächlich scheint in denen das Thema „Mensch“ weniger beachtet worden zu sein.

So habe ich dann mal das Buch „von vorne“ begonnen:

Da stößt man dann auf Dokumente, die den Grafen schon „normal“ erscheinen lassen. Ich glaube mich z.B. erinnern zu können, dass ich „bessere“ Zeugnisse hatte als das, das hier als „Original“ – Zeugnis des Grafen dargestellt ist.

Interessant ist auch, wie man „damals“ den Beginn eines Satzes mit einem auffallenden „Ich“ vermieden hat: Man hat damals das „Ich“ einfach weg gelassen. Für mich jedenfalls – der zu dieser Zeit auch schon gelebt hat – ist das z.B. eine Rückerinnerung an die eigene Vergangenheit, aber auch daran, wie sich unsere Art zu schreiben seit dem verändert hat.

  • Heute schreibt man sich bestenfalls eine kurze „WhatsApp“, in der man dann Abkürzungen verwendet, die man „früher“ gar nicht verstanden hätte und fügt vielleicht „smilies“ an.

Je weiter man beim Lesen in diesem Buch voran kommt, desto klarer wird einem, dass dieses Buch eigentlich trotz der schon sehr vielen Bücher, die im aktuellen Angebot unter dem Begriff „Graf Berghe von Trips“ zu kaufen sind, eigentlich noch eine Lücke füllt.

Da liest man z.B., was der Graf „damals“ – 1961 – als seine Meinung vorgetragen hat, die auch heute noch genauso – oder mehr denn je? - ihren Wert hätte:

„Wenn ein Verkehrsteilnehmer versucht, dadurch Mut zu beweisen, dass er über seine Verhältnisse fährt und in unübersichtliche Situationen hineinschießt und dabei vielleicht denkt, die damit verbundene Gefahr sei ein Nervenkitzel und es sei aufregend, noch über eine Kreuzung rüberzukommen, ohne angefahren zu werden, dann kann ich nur sagen: Das ist kein Mut. Das ist noch nicht einmal Tollkühnheit, sondern so etwas ist im besten Falle Dummheit!“

Das passte im Jahre 1961, hat aber beim eigentlich notwendiges „Zurechtrücken“ auch im Jahre 2026 – 65 Jahre später - nichts von seiner Richtigkeit verloren. - Im Gegenteil!

  • Interessant ist auch, wie Graf Berghe von Trips als Fahrer seinem Chef, Enzo Ferrari,  schriftlich über einen Renneinsatz informiert: Sachlich auf seine eigenen Fehler hinweisend.

Da mag ich nicht an jenen „Schmus“ denken, den sich heute schon mal ein Teamchef von einem seiner Fahrer als „Entschuldigung“ anhören muss, wenn eigentlich der einen Fehler gemacht hat. -  Das bringt sicherlich dann auch das Team kaum weiter.

Ohne Zweifel ist das hier besprochene Buch ein Buch, das man besitzen sollte! - Nicht nur, um  darin zu lesen, sondern auch, um es zum Anlass von eigenem Denken zu nehmen!

Da ist das andere Buch, dass ich in diesen Tagen „durchlesen“ habe von anderer Art, hat mich in anderer Art „getroffen“, weil mich mit Jochen Mass auch eine Reihe gemeinsamer Erlebnisse verbinden.

Da werden dann beim Blättern und Lesen in einem Buch, das den Titel trägt:

„Jochen Mass – A racing icon / Eine Rennsport-Ikone“,

dann mehr Erinnerungen an einen Rennfahrer geweckt, der den damals noch relativ „billigen“ Einstieg „von ganz unten“ in den Rennsport selber wählen konnte.

Wir, Jochen und ich, haben uns „damals“ in seiner Einstiegszeit kennen gelernt, als auch ich bei Bergrennen unterwegs war. Ich bin nicht weit darüber hinaus gekommen, wollte aber auch niemals mehr, als ich damals gehabt habe: Viel Spaß! - Und ich habe eine Menge „fürs Leben" gelernt!

Jochen Mass hat auch in seinen besten Zeiten niemals vergessen, dass wir uns schon lange, lange kannten.

Bei mir hat er dann schon mal bei Testfahrten als Porsche-Werksfahrer den Zündschlüssel für seine private 1000er Kawasaki deponiert. Mir hat er auch – ohne langes Zögern – seine „Cobra“ für einen Fahrbericht in einem Auto-Magazin überlassen.

  • Wir haben uns auch ehrlich mit unseren privaten Einschätzungen zum Können – oder dessen Hintergrund – von Fahrerkollegen ausgetauscht.

Jochen war einfach eine „ehrliche Haut“, der sicherlich den Motorsport sehr mochte, aber auch dazu genutzt hat, sich seinen Traum vom „Seemann“ zu erfüllen. Er kaufte sich „damals“, so bald er es sich leisten konnte, einen Dreimast-Segler, steckte viel Geld in dessen Ausbau und war dann auf See eigentlich in einer anderen, aber eben auch „seiner Welt“.

  • Er hat sich in der jeweils „anderen Welt“ dann von der dann jeweils „anderen Welt“ erholt!

Schade, dass so ein schönes Buch ein so großes Buch werden musste, dass dann in keinen normalen Bücherschrank mehr passt. Aber dieses Buch ist auch mehr in Fotobuch mit erklärenden Texten sowohl in Deutsch als auch in Englisch.

  • Fotos wirken in größerem Format ausgedruckt, nun mal immer besser!

Auch dieses Buch ist in der „prova“-Edition erschienen und kann mit seinen Maßen  30 x 30 cm sicherlich dekorativ auf einem Couchtisch Platz finden.

Dabei fällt mir ein und auf, dass ich für meine Leser noch die ISBN-Nummern nennen sollte, wenn man in einer Buchhandlung mal danach suchen möchte:

  • Trips-Buch, nur 30 x 21,5 cm: ISBN 978-3-9825637-3-2
  • Jochen Mass-Buch : ISBN 978-3-9825637-4-9

Ich werde diese Bücher immer mal wieder gerne in die Hand nehmen, weil sie für mich auch eine Erinnerung „an die gute, alte Zeit des Motorsports“ bedeuten.

Da war Hans-Joachim - „Strietzel“ - Stuck noch nur „der Gaudi-Bursch“und ein sehr guter Rennfahrer, aber zum Glück noch kein „angepasster“ DMSB-Präsident  oder VW-Repräsentant. 

Dieser Vergleich fällt mir deshalb ein, weil dieser H.-J. Stuck das Vorwort zum „Jochen Mass-Buch“ geschrieben hat, wo er sich an eine Geschichte erinnert - an eine von vielen – von der er glaubt, dass ihm Jochen Mass „in dieser Hinsicht“ sehr ähnlich war.

  • Dazu möchte ich hier festhalten: Zum Glück war ein Jochen Mass schon ein spürbares Stück anders!

Denn natürlich habe ich auch Hans-Joachim Stuck bei einigen Gelegenheiten – auf unterschiedliche Art und Weise sehr gut – und sehr persönlich kennen lernen dürfen.

  • Ganz ehrlich: Graf Berghe von Trips und Jochen Mass sind – waren - mir persönlich lieber!

Leider – und das ist traurig – sind beide inzwischen nur noch in Büchern zu erleben!

MK/Wilhelm Hahne
Durchschnitt: 5 (bei 9 Bewertungen)

Kategorie: 

"Anstoß" für Leser – nicht nur für Abonnement-Interessierte!

 

Lieber Leser,

 

Motor-KRITIK ist vollkommen werbefrei, aber – darum – auch ein wenig abhängig von seinen Lesern. - Oder anders: Von Einnahmen. - Ausgaben haben ich genug! - Und nicht alle Leser mögen sich gleich für ein Abo entscheiden. - Obwohl: Volltanken ist evtl. teurer!
 

Wenn Sie ab und an mal auf diesen Seiten vorbei schauen und Ihnen die hier gebotene "alte Art" von Journalismus gefällt, dann machen sie doch einfach ihre Zustimmung durch eine kleine Spende deutlich. - Auch kleine Beträge können – per Saldo – eine große Hilfe und Unterstützung sein!
 

Auch wenn Sie Abonnent werden wollen - finden Sie HIER meine Kontendaten! 

 

Danke!