Bestimmt der DMSB auch das aktuelle Termin-Chaos?

Wir erleben im Hinblick auf die Durchführung von motorsportlichen Veranstaltungen auf dem Nürburgring gerade ein Dilemma. Für die Saison 2026 sind ganze Serien noch wenige Wochen vor dem ersten Lauf – aber auch z.B. das 24h-Rennen – durch den DMSB e.V. - der sich als „alleiniger Träger der Sporthoheit“ darstellt – noch nicht genehmigt. Eine unverständliche Situation, die aber bisher offenbar niemanden – außer Motor-KRITIK – zu stören scheint. Aber jetzt, gegen Ende der ersten Dekade Februar 2026, nähern wir uns der Durchführung des ersten motorsportlichen Wettbewerbs schon „übersichtlich“ nahe. Eine genehmigte Ausschreibung ist aber Voraussetzung für die Gültigkeit einer Nennung, da sie – rechtlich – ein notwendiger, wichtiger Teil und damit die rechtliche Voraussetzung für einen rechtsgültigen Vertrag ist. Eine Nennung vor Kenntnis einer Ausschreibung ist eigentlich wertlos – wenn man es „nüchtern“ betrachtet. Doch scheint das niemanden zu interessieren und zu stören. - Der ADAC macht nur auf das Nenngeld beim 24h-Rennen aufmerksam! - Der „RCN“, ein Zusammenschluss von acht ADAC-Klubs, der am Nürburgring versucht dem so genanntem „Breitensport“ noch eine Basis zu geben, scheint der Erste zu sein, der nun wirklich nervös geworden ist. - Motor-KRITIK möchte – aus seiner Sicht – mal einen Blick auf die aktuelle Situation im deutschen Motorsport werfen, die vom DMSB e.V. - unter Führung des ADAC (?) - verantwortet wird.

Bestimmt der DMSB auch das aktuelle Termin-Chaos?

Sucht man aktuell im Internet nach Ausschreibungen zu 2026er Rennserien und z.B. dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring, so erwartet einen nirgendwo eine vom DMSB genehmigte Ausschreibung. Für das in diesem Jahr stattfindende 24h-Rennen ist z.B. zu lesen:

„24h Nürburgring 2026 | Ausschreibung - Keine passenden Dateien gefunden.“

Andere Serien versuchen die Lücke mit der Wiedergabe von irgendwelchen grundsätzlichen Bestimmungen des DMSB e.V. zu füllen. Aber man findet weder für das ADAC 24h-Rennen, noch für die „ADAC Ravenol NLS-Langstreckenserie, noch für die RCN-Serie des Jahres 2026 eine vom DMSB genehmigte Ausschreibung.

Grund genug, einmal beim DMSB e.V. nachzuschauen, welche aktuellen Bestimmungen eigentlich gelten:

„Motorsportrechtliche Seriengenehmigung Automobilsport 2026

Stand: 11.12.2025 – Änderungen sind kursiv gedruckt

1. Präambel
Der DMSB – Deutscher Motor Sport Bund e.V ist gemäß FIA ISG, Art. 1.4.1 von der FIA als alleiniger Träger der Sporthoheit (ASN- Autorité Sportive Nationale) anerkannt und ist berechtigt, das Sportgesetz in seinem nationalen Territorium zur Anwendung zu bringen und den Automobilsport in allen unter der Autorität seines eigenen Landes liegenden Gebieten zu überwachen.

Der DMSB übt die Sporthoheit für den Automobilsport für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aus. Im Rahmen seiner Sporthoheit und auf Basis seiner Bestimmungen genehmigt der DMSB die Serien, die in Deutschland ausgetragen werden. Diese müssen gemäß FIA ISG, Art. 2.4 über eine Genehmigung des DMSB verfügen."

Damit bestätigt der DMSB e.V., dass hier tatsächlich Kritik angebracht ist, wenn z.B. der erste Termin für den ersten NLS-Lauf am 14. März 2026 stattfinden soll, aber am 9. Februar 2026 auf den VLN-/NLS-Internetseiten zu lesen ist – wenn man nach einer Ausschreibung zu diesem Rennen sucht:

„Ausschreibung + sonstige Dokumente
Informationen in Kürze hier.“

Bis zu ersten Renn-Termin der 2026er NLS- Serie sind es heute noch exakt 33 Kalendertage!

Wenn man einmal in den DMSB-Bestimmungen für „motorsportliche Seriengenehmigungen“ weiter liest, dann steht dort:

„Voraussetzungen für die motorsportrechtliche Genehmigung einer Serie Einreichung
Einreichungsfrist für Nationale Serien:
-   Eine Serie mit dem Status National muss mindestens 12 Wochen vor der ersten Veranstaltung beim DMSB per E-Mail an serie@dmsb.de eingereicht werden.
- bei Erstbeantragung einer neuen Serie beträgt die Frist zur Einreichung mindestens 6 Monate vor der ersten Veranstaltung.
Der DMSB erteilt gemäß dem FIA ISG Art 3.3 nach motorsportrechtlicher Prüfung aller eingereichten Dokumente die Seriengenehmigung (motorsportrechtliches Genehmigungsschreiben) und vergibt eine Genehmigungsnummer für die Veranstaltung bestehend aus der spezifischen Nummer der Serie und der aktuellen Jahreszahl.“

Motor-KRITIK hat erst gar nicht bei den Veranstaltern nachgefragt, weil von dort – schon mit  „Rücksichtnahme“ auf die „Hoheit“ des DMSB e.V. - wohl so schnell keine Antwort kommen würde. 

Da es in der Vergangenheit aber keine „Schludereien“ gab, kann die eigentlich unerklärliche Verzögerung bei der Genehmigung von Serien- oder Renn-Ausschreibungen nur beim DMSB e.V. liegen!

  • Wenn es nicht noch ein anderes Problem gibt. - Worauf ich aber noch zu sprechen komme!

Der Rennstrecken-Verpächter, die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG, schreibt z.B. zu RCN-Serie auf ihren Internetseiten:

„Die Rundstrecken-Challenge Nürburgring ist dein Türöffner in die Motorsport-Welt auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Acht Mal im Jahr startet die RCN auf der Nordschleife. Und weit über 100 Autos sind dann dabei.“

Auf den „Türöffner-Seiten“ findet man aktuell aber auch keine vom DMSB genehmigte Serien-Ausschreibung, sondern nur den Text zu der dem DMSB rechtzeitig eingereichten kompletten Ausschreibung für die Saison 2026, mit dem unübersehbaren Hinweis:

„Vorbehaltlich der Genehmigung durch den DMSB“

Die NLS hat zu ihrem ersten Renntermin nur die Seiten mit den Kosten für das Nenngeld eingestellt, weil das wahrscheinlich auch den Veranstalter nur zu interessieren scheint.

Was den DMSB interessiert, ist im Moment leider unbekannt. Vielleicht ist er momentan durch die Probleme, die durch die Auflösung der DMSW GmbH aufgetreten sind, auch etwas abgelenkt. Die zuständige Finanzbehörde soll – wie Motor-KRITIK hört - eine sechsstellige Forderung geltend machen und der ADAC, der sich eigentlich gerne als der Dominator des deutschen Motorsports darstellt, ist wohl nicht bereit, dem DMSB e.V.  - der auch von ihm geschickt gelenkt wird -  mit einem Zuschuss „unter die Arme zu greifen“.

Dabei bestimmt der ADAC auch „die Richtung“ beim DMSB e.V. und sitzt darum („Sport-Hoheit“?) am „Steuerrad der Macht“  im deutschen Motorsport.

  • Aber, aber… -

Es kann natürlich auch sein, dass der DMSB noch die Rennstrecke Nürburgring-Nordschleife nach den unbekümmerten „Verbesserungen“ durch die Pächterfirma vor einer Genehmigung von Serien und Rennen auf dieser Strecke neu abnehmen muss.

Da sind zur Zeit, wie mein Foto zeigt, wohl die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Aber so ist das nun mal, wenn sich Amateure als „Experten“ profilieren möchten!

  • Was nichts an der Situation ändert, dass eigentlich alle bisher bei den Veranstaltern eingegangenen Nennungen keine vertragliche Basis haben!

Basta!  

Das ist eigentlich italienisch. - Englisch: It is enough! - Russisch: Этого достаточно!

Auf deutsch: Es reicht!

MK/Wilhelm Hahne
Durchschnitt: 4.9 (bei 16 Bewertungen)

Kategorie: 

"Anstoß" für Leser – nicht nur für Abonnement-Interessierte!

 

Lieber Leser,

 

Motor-KRITIK ist vollkommen werbefrei, aber – darum – auch ein wenig abhängig von seinen Lesern. - Oder anders: Von Einnahmen. - Ausgaben haben ich genug! - Und nicht alle Leser mögen sich gleich für ein Abo entscheiden. - Obwohl: Volltanken ist evtl. teurer!
 

Wenn Sie ab und an mal auf diesen Seiten vorbei schauen und Ihnen die hier gebotene "alte Art" von Journalismus gefällt, dann machen sie doch einfach ihre Zustimmung durch eine kleine Spende deutlich. - Auch kleine Beträge können – per Saldo – eine große Hilfe und Unterstützung sein!
 

Auch wenn Sie Abonnent werden wollen - finden Sie HIER meine Kontendaten! 

 

Danke!