Motor-Sport 2026: Werden nun Sportler zu Attrappen?

Es gab einmal eine klare Trennung von Amateur- und Profisport. Auch im Motorsport, wo man z.B. im Jahre 1977 zur Organisation einer Breitensportserie fand, die von Amateuren für Amateure geplant und organisiert und auf der Rennstrecke Nürburgring durchgeführt wurde. Aus „VlN“ wurde über die Zeit dann die „NLS“. Die Zeiten hatten sich geändert. Eine zur Unterstützung der Region erbaute und im öffentlichen Interesse verwalteten Rennstrecke in der Eifel ist inzwischen der Besitz eines russischen Oligarchen geworden, weil sich die Politik – koste was es wolle – von einem Unternehmen trennen wollten, dass nicht zur eigenen Profilierung genutzt werden konnte. - Wie ein misslungener Versuch deutlich machte. - Nun dient der Nürburgring der Gewinnmaximierung. Damit wird der Amateursport stranguliert, abgewürgt. Aus sinnfreiem Tun wurde sinnvolles Geldverdienen. Zu Lasten jener Trottel, die noch an die Verbindung der Begriffe Spiel, Sport, Spaß glauben. Aber nicht nur hier in der Provinz wird eine Entwicklung deutlich, die – um es krass zu formulieren – von Raffgier bestimmt wird. Die wird „von ganz oben“ gesteuert. „Sport & Liebhaberei“ sind Begriffe, die heute selbst für Finanzbehörden keine Grenze mehr aufzeigen. Jeder greift gerne tief in die Tasche des Anderen. „Sportler“ vieler Sportarten sind zu Gelddruckautomaten geworden. - Auch für das direkte Umfeld! - Warum sollte da der Motorsport eine Ausnahme bleiben?

Motor-Sport 2026: Werden nun Sportler zu Attrappen?

Eine Attrappe dient immer der Täuschung des Betrachters. Oft ist es nur statisches Material. In unserem Fall waren es ursprünglich einmal dynamische Originale, die über die Zeit mehr und mehr verformt wurden, ohne dass es ihnen bewusst wurde.

So wurden – unbewusst – aus Amateuren Profis! Sie wurden dazu erzogen. Sie waren – sind – auch stolz darauf, weil das ganze von Profis geschaffene System darauf inzwischen abgestellt ist, diesen  Profis einen besonderen Status einzuräumen. - Um mit ihnen Geld zu verdienen!

Das betrifft auch das inzwischen geschaffene Belohnungs- und Auszeichnungssystem. - Lorbeerkränze waren bei einer Siegerehrung „gestern“. Champagner ist passender, Sekt etwas bei Provinz-Veranstaltungen. Aber große – und noch größere –  die Bedeutung eines Sieges betonenden Pokale sind nur das Eine. Es gibt heute auch Prämien, mit Geld bedachte Sonder- und Sonder-Sonder-Wertungen.

Was vor einem Rennen bei den Fahrer-Besprechungen gesagt – und angeordnet – wurde, geht niemanden etwas an.  - Kommentar eines Werksfahrers mir gegenüber:

„Du hättest mit deiner Grundeinstellung niemals irgendwo Werksfahrer sein können!“

Auch die Veranstalter von Rennen und Rallyes profitieren von Sonderzuwendungen!

Reifenfirmen erhalten z.B ihren Solo-Auftritt in bestimmten Klassen und Serien“ nur gegen eine kleine Schutzgebühr“. Es gibt aber auch andere Arten von „Serien-Partnern“, deren Interessen auch unauffällig z.T. schon in den Ausschreibungen umgesetzt und von den „Sportlern“ unbeanstandet ausgeführt werden. - Da profitieren dann die Veranstalter.

  • Das ganze moderne System des Motorsports wird heute vom Geld bestimmt!

Die „Königsklasse“ des Motorsports hat sich längst von allem entfernt, was mal den Sinn dieses Sport ausmacht. Heute ist man eine „Kaste“, in der man – ganz unter sich – dann gerne die Gewinne teilt.

  • War früher mal die Formel 1 für „lose Beteiligte“ evtl. ein Zuschussgeschäft, ist sie heute eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, deren Zustimmung zum Beitritt man sich erkaufen muss.

Die Moto GP ist nach ihrem Verkauf an den Besitzer der F1-Rechte auf dem gleichen Weg. Wie in der Formel 1 will man in 2026 die Moto-GP-Fahrer noch – wie in der Formel ! - zwangsweise per Funk steuern. Aus „Solisten“ werden dann „Team-Player“, die auch „aufs Wort“ gehorchen müssen. - Wer bezahlt, bestimmt auch die Musik!

  • Es geht darum, die Rennen für Zuschauer interessant zu machen. Der Begriff „Sport“ wird so zu einem Umhang, mit dem man seine eigentlichen Interessen tarnt.

Als nächstes steht die WCR-Rallye-WM auf dem Kaufzettel interessierter Manager. Die Rallye Monte-Carlo machte mit der Hinzufügung eines publikumswirksamen „Zeitfahrens“ auf dem weltbekaannten Stadtkurs in diesem Jahjr deutlich, wie man als derzeitiger „Promotor“ die Rallyesparte des Motorsport für große Investoren attraktiv macht. - Damit auch für die Verkäufer ein schneller und möglichst hoher Gewinn entsteht.

  • In der Saison 2021 – vor 5 Jahren – gab es 12 Veranstaltungen. In diesem Jahr – 2026 – wird es 14 Veranstaltungen geben.

Nach dem Verkauf wird sich diese Zahl sicherlich deutlich erhöhen. - Damit die Gewinne steigen! - Aber man wird immer von „Sport“ sprechen. Und die Fahrer werden zu gut bezahlten Handlangern!

  • Eigentlich spielen die Fahrer im „großen Motorsport“ heute keine Rolle mehr. Sie sind austauschbar. Und gegen eine gute Gage werden sich immer wieder neue, junge Talente finden lassen, die das System in die sie geraten, zumindest zum Zeitpunkt ihres Eintritts nicht verstehen!

Auch Politiker unterstützen jede Organisation, auch jede Sportart, wenn sie denn der Verbesserung der eigenen Popularität dient. So wird Donald Trump noch in diesem Jahr, die Durchführung eines Indycar-Rennens in Washington unterstützen. Das soll nicht nur Veranstalter glücklich machen, sondern auch Zuschauer und deren Familien ein wenig positiver für Trump stimmen

So wie sich Kommunal-Politiker um die jeweiligen Ortsfeuerwehren und damit auch für die positive Einstellung deren Familien und Anhang z.B. bei vielleicht anstehenden nächsten Wahlen bemühen, so denken die Großen unter den Politikern in anderen Dimensionen. - Aber eigentlich genauso primitiv! - Auch sie nutzen den Motorsport, so lange er ihnen Nutzen verspricht! - Geld spielt keine „Rolex“! Der Effekt ist wichtig!

  • Leider wird mit solchen Aktionen – aber auch ähnlichen, wie bei o.g. Sportarten – dann ein eigentlich vorhandener Breitensport-Unterbau fast überflüssig. - Denkt man wohl!

Um mal wieder auf die nationale Ebene zurück zu kehren:

Da gibt es in Deutschland – noch – eine nationale Sportbehörde, den DMSB. So nennt sich der Deutsche Motor Sport Bund e.V., ein kleiner Verein, der sich selber mit dem scheinbaren Schutzschild einer „Sport-Hoheit“ umgeben hat. Er versucht mit der Zeit zu gehen und hat darum auch versucht, seine Einnahmequellen zu vervielfältigen.

  • Was dann mit dazu beigetragen hat, dass der Motorsport mehr und mehr n die Hände von Geschäftemachern gerät!

Aber der DMSB glaubt an sich, zumal er vom größten e.V. in Deutschland (und Europa?) mit getragen wird. Und so plant und organisiert er sich „wie die Großen“. Leider fehlt ein geschlossener Hintergrund durch die so genannten „Träger-Vereine“, die sich nicht „immer grün sind“.

  • Da sollen dann Tagungen und geheime „Strategie-Treffen“ helfen, eine Ausrichtung in eine einzige Richtung „denen draußen“ deutlich zu machen.

Eine solches „Strategie-Treffen“ – natürlich „geheim“ - fand gerade wieder kurz vor dem Monatsende Januar statt. Eigentlich wäre zum Ende dieser Sitzung nur festzustellen:

Ohne Moos nichts los! - Die wirtschaftliche Ausgangsposition des DMSB e.V. kann man nur als „bedenklich“ bezeichnen, da inzwischen auch wohl steuerliche Forderungen die aktuellen Entscheidungen stark beeinflussen können!

Aber nun muss man sich dann doch – weil es sonst keinen Ausweg gibt – näher mit der Gründung einer neuen GmbH beschäftigen! Das war bisher an unterschiedlichen Vorstellung von Einflussgrößen von ADAC und AvD gescheitert.

  • Der ADAC behandelt das Thema inzwischen intern so, als wäre der DMSB e.V. eine „Tochtergesellschaft“!

Aber ein Einigung zu diesem Thema wird nicht genügen, wenn man als DMSB e.V. noch „einmal die Kurve kriegen will“. Der finanziell enge Kragen schnürt notwendige Aktivitäten ab. Schon jetzt ist eine „Lähmung“ spürbar!

  • Der ADAC ist nach meinen Informationen nicht bereit, das „finanzielle Loch“ zu füllen!

Motor-KRITIK hatte einen „kreativen Traum“: Man gründet nun eine neue GmbH – wie man sie eigentlich schon mal hatte - verlagert alle Forderungen unter deren „Mantel“ und lässt dann – diese GmbH den Weg so mancher modernen Start-ups gehen: In eine geregelte Insolvenz.

  • Damit wäre der DMSB dann all seine Sorgen los! - „Auf einen Streich!“

Wenn – ja wenn  nicht eine bedeutende und große Forderung (sechsstelling?) nicht die eines staatlichen Organs direkt gegen den DMSB e.V. bestehen würde!

Also muss man sich wohl noch mit den Austrittsgedanken eines Vereins-Mitgliedern beschäftigen. Und inzwischen mit hohen Geldstrafen drohen ! - Auch, weil man evtl. nicht nur ein Mitglied, sondern auch einen  Promotor (ohne entsprechenden Vertrag!) für eine bestimmte Veranstaltungs-Serie verliert, die man nur ungern selber verantworten würde.

  • Ganz wichtig! - Verantwortung sollte man immer delegieren!

Das weiß man sogar als ein Provinz-Landrat in der Eifel. - Wie das Ahr-Hochwasser und seine Folgen deutlich gemacht haben.

Da wir nun wieder thematisch in der Eifel sind, lassen sie mich dann dort auch bleiben und am 2. Februar eines Jahres darauf hinweisen, dass für eine Rennserie, die am 14. März des gleichen Jahres ihren Anfang nehmen soll, immer noch keine verbindliche und genehmigte Ausschreibung vorliegt.

Das trifft übrigens auch für das renommierte 24h-Rennen am Nürburgring zu, das vom 14. - 17 Mai 2026 durchgeführt werden soll, nachdem bereits von 17. - 19. April zwei Qualifiers ausgetragen werden sollen, die auch als Teil der NLS-Serie gewertet werden, für die es – s.o. - noch keine Ausschreibung gibt.

  • Bisher ist alles ohne eine Ausschreibung, die eigentlich für alle interessierten Teams und Fahrer eigentlich eine verbindliche Voraussetzung vor einer Nennung sein muss.

Das scheint inzwischen auch eine Denkweise zu sein, die der Vergangenheit angehört. Aktuell ist wichtig, dass man z.B. auf den Internetseiten der NLS einen Hinweis – natürlich „unverbindlich“ auf die Nenngelder findet, die für 2026 Gültigkeit haben sollen.

Während man auf den Internetseiten zum 24h-Rennen zu den entsprechenden Fragen nur die Antwort:

  • „Keine passenden Dateien gefunden“

...gibt, findet man den auf den VLN-Internetseiten: 

  • Seit dem 28. Januar 2026 (16:01 Uhr) als „Entwurf/Draft“ dann den Hinweis - „vorlaufige Nenngelder v2“!

Die dort genannten Summen für das Nenngeld (!) bitte nicht mit dem durchschnittlichen Einkommen meiner Leser in Verbindung bringen:

  • „Günstig“: „V3/V4“ mit 1.450 Euro pro 4h-Rennen + Nebenkosten
  • „Normal“: „SP9, SPII, SP PRO, SPX“ mit 6.200 Euro pro 4h-Rennen + Nebenkosten

So werden dann auch Breitensportler zu billigen Attrappen - und wichig (!) - zu „Geldspuck-Automaten“!

Das hofft man! - Und wundert sich über sinkende Starterzahlen!

MK/Wilhelm Hahne

PS: Übrigens wurde die „Strategie-Tagung“ des DMSB e.V. am 24. Januar 024 relativ früh beendet, weil ein wichtiger ADAC-Vertreter noch einen unaufschiebbaren Termin in Bayern hatte und darum früh abreisen musste. - Auch die Bewertung von Problematiken ist eben oft auch relativ!

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