DMSB e.V.: Eine mächtige „Behörde“ bald ohnmächtig?

Der DMSB e.V. in Frankfurt spielt im deutschen Motorsport eine wichtige Rolle. Als offizieller, nationaler Vertreter der FIA, der  Fédération Internationale de l'Automobile in Paris, vergibt er Streckenlizenzen, ist für die Fahrerlizenzen zuständig, genehmigt Veranstalter-Auschreibungen und hat in Überschätzung seiner Befugnisse – und gesetzlichen Möglichkeiten – auch ein Nürburgring-Nordschleifen-Permit kreiert, dass nun – so meint er – die Voraussetzung dafür ist, als Rennfahrer auf der Nürburgring-Rennstrecke gut und richtig unterwegs sein zu können. - Das ist im Moment aber nur bei Veranstaltungen der Fall, die als Basis „national“ ausgeschrieben und von ihm genehmigt sind! - Wenn z.B. FIA-Veranstaltungen – international - auf der Nürburgring-Nordschleife laufen, wird von der FIA kein Nordschleifen-Permit verlangt. Da interessiert diese Weltorganisation wenig, was von einer nationalen Vertretung sozusagen „provinziell“ als weitere Einnahmequelle eingeführt worden ist. - Aber jetzt wird alles noch schlimmer! - Als vielleicht gut informierter Journalist muss ich sorgenvoll fragen:

DMSB e.V.: Eine mächtige „Behörde“ bald ohnmächtig?

Der DMSB hat nach meinen Informationen derzeit größere Probleme als das, mit dem Nordschleifen-Permit nicht ernst genommen zu werden. Denn es laufen z.B. keine FIA-Veranstaltungen mehr auf der Nordschleife. Aber auch nicht auf dem GP-Kurs des Nürburgrings.

In nächster Zukunft wahrscheinlich auch nicht mehr auf anderen deutschen Rennstrecken. - Die FIA beanstandet die Organisationnsform des deutschen DMSB e.V., erwartet in Zukunft wohl die Umstellung auf eine Kapitalgesellschaft!

  • Aber das ist praktisch nur eine „kleine Schramme“, wenn man an die „Beulen“ der Vergangenheit denkt, die dieser Verein – fast unbemerkt von der Öffentlichkeit – weg stecken musste!

„Man“ – das muss nicht der DMSB sein - beeinflusst aber z.Zt. Influencer, dringend WM-Läufe z.B.für die Nürburgring-Rennstrecken zu fordern. In einem von mir gesehenen Video fordert man das dringend speziell für den Nürburgring. - „Verdammt noch mal!“

  • Die Jungens von „MennemTV“ fordern so energisch einen WEC-WM-Lauf auf dem Nürburgring und denken dabei an den GP-Kurs! 

Weder diese Influencer noch ihre „Anreger“ verfügen – wie man aufgrund dieses Videos vermuten kann – wohl kaum über ein notwendiges Hintergrundwissen! - Dafür sind sie aber  „Experten“ mit „Reichweite“, tausenden Aufrufen und evtl. auch „Followern“!

Man weiß offenbar auch nicht, dass sich der DMSB e.V. augenblicklich in einer Klemme befindet, die größer ist,  als das eine breite Öffentlichkeit – und „Experten“ - ahnen! 

Die Auflösung der Deutsche Motor Sport Wirtschafts GmbH hatte schon einen Hintergrund, den der DMSB e.V. der Öffentlichkeit gerne verschwiegen – oder ihn verniedlicht - hat! - Davon später mehr.

Der DMSB e.V. hatte sich aber zunächst auch selber mal „ein Bein gestellt“, als er die Wirtschafts GmbH, die DMSW GmbH, auflöste, weil er damit einen „Partner“ verlor, dessen Aufgabe lt. Handelsregistereintragung lautete:

„Die Gesellschaft unterstützt den DMSB - Deutscher Motor Sport Bund e.V. (künftig kurz: DMSB) beim Erreichen seiner satzungsgemäßen Zwecke. Die Gesellschaft übernimmt insbesondere die wirtschaftliche Verwertung von Aufgaben, die aus der Sporthoheit des DMSB für den Automobil- und Motorrad-Sport für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland folgen und der Verwertung durch die Gesellschaft zugänglich sind. Die Gemeinnützigkeit des DMSB als dem Spitzenverband für den deutschen Automobil- und Motorrad-Sport darf für die Dauer der Gemeinnützigkeit-Anerkennung durch die Finanzverwaltung nicht durch die Tätigkeiten der Gesellschaft gefährdet werden.“

Aber schon bei dieser DMSW GmbH gab es wohl „Löcher“, die man als DMSB e.V. nicht mehr hinnehmen wollte - und konnte! 

Vor Auflösung dieser GmbH, die eigentlich eine Fortsetzung der alten ONS GmbH – HRB 1505 -  unter anderem Namen war, hat man fast unauffällig versucht, zumindest das 2023 bei dieser Wirtschafts GmbH entstandene „letzte große Loch“ nicht so groß ausfallen zu lassen.

Aber es war schon sooo groß! 

  • Da hat man dann die Bilanz versteckt und versucht… -

Man hat nicht nur die Möbel, sondern z.B. auch ein Software-Programm verkauft, um es dann – unauffällig – zurück „zu mieten“ – um es mal so verständlich zu formulieren.

  • Man hat dann die DMSW GmbH fast unauffällig aufgelöst. - Und niemand hat’s gemerkt?

Natürlich hat Motor-KRITIK seine Leser über die Auflösung der GmbH informiert. Und hat auf eine Fortsetzung der Aktion gewartet. - Aber allgemein hat sich die „Öffentlichkeit“ ziemlich uninteressiert gezeigt.

Es gab auch keine Information durch den DMSB e.V. - Man hat das Thema DMSW GmbH „einschlafen lassen“, sozusagen „auf Zeit gespielt“. - Eine in der Politik bewährte Maßnahme!

Das hatte natürlich einen Grund, der aber erst zum 5. Dezember 2025 deutlich wurde, als die Bilanz der DMSW GmbH dann doch – wohl ein wenig verschämt – veröffentlicht wurde.. Aber selbst mit „KI“ ist niemand darauf gestoßen, dass man wohl mit dieser „Bilanz-Verschleppung“ ein negatives  Ergebnis vor der Öffentlichkeit zu „verschleiern“ suchte:

  • Im Geschäftsjahr 2023 hat die DMSW GmbH nämlich bilanzmäßig einen Verlust von 2.157.720 Euro ausgewiesen!
  • Übrigens waren es 2022 – im Jahr davor - nur 623.552 Euro! – Verlust natürlich!

In Verbindung mit diesen Verlusten hat das verkaufte Softwarepaket eigentlich kaum eine Bedeutung. Aber nun läuft der dreijährige „Mietvertrag“ zum Jahresende aus. Das verkaufte Software-Paket – übrigens von Mitarbeitern des DMSB e.V. entwickelt – wird man nun weiter – teuer (!) - bezahlen müssen, wenn man nicht das Geschäft mit den Lizenzen gefährden will. 

  • Für 2027 wird man mit dem Käufer einen neuen Vertrag abschließen müssen, wenn das ganze DMSB-Lizenz-System noch funktionieren soll. - Das wird nicht billig zu haben sein!

Durch die Auflösung der GmbH ist aber auch ein Problem entstanden, weil die DMSW GmbH dem DMSB e.V. vorher den „Rücken frei gehalten“ hatte, so weit das die Versteuerung der Umsätze mit Lizenzen usw. durch die Mehrwertsteuer betraf.

Denn als e.V. war der DMSB bisher von der Mehrwertsteuer befreit. In seiner Satzung findet sich nicht nur die Formulierung:

„Der DMSB dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken i.S.d. Abschnitts ‚Steuerbegünstigte Zwecke‘, §§ 51 ff. der Abgabenordnung“,

...sondern die Gemeinnützigkeit war auch durch eine Bescheinigung des Finanzamtes anerkannt.

Inzwischen gibt es aber wohl – ziemlich aktuell - eine Anfrage des Finanzamtes, wie man sich denn wohl eine Lösung des selber geschaffenen Problems vorstellt, nach dem die DMSW GmbH zum 31. Dezember 2023 aufgelöst wurde.

Insgesamt befindet der DMSB e.V. nach Verlusten in den Jahren 2024 und 2025 nicht gerade in einer Komfort-Zone.

Zur Information meiner Motor-KRITIK-Leser lasse ich hier die letzten der Verluste des DMSB e.V. folgen:

  • Der Jahresfehlbetrag in 2024 betrug zwar nur …. 9.296,51 Euro
  • Der Jahresfehlbetrag in 2025 betrug dann schon 36.760,09 Euro

Der DMSB e.V. hat also insgesamt ein finanzielles Problem, wenn man an die Zukunft denkt.

Da kann man es schon als ein Zeichen empfinden, wenn die bisherige Vorsitzende des Vereins, Julia Walter, nun aktuell zum 31. Dezember 2026 gekündigt hat und eine leitende Position beim DOSB, dem  Deutsche Olympische Sportbund, übernehmen wird.

  • Für mich persönlich war es überraschend, festzustellen zu können, dass Frau Walter schon vorher vom DMSB-Präsidium die Möglichkeit eingeräumt worden war, Nebenjobs auszuüben.

Nun sucht man beim DMSB also inzwischen nach neuen Lösungen für so manches Problem.

Man hat das Geschäftsführer-Problem „in der Theorie“ bereits gelöst. Aber der „Auserwählte“ ist eigentlich nicht geneigt, einen Ortswechsel von Bayern nach Frankfurt vorzunehmen. - Aber man arbeitet dran!

Damit ist aber das sich abzeichnende finanzielle Problem nicht gelöst! - Nicht nur das Mehrwertsteuer-Problem, dass im eigenen Interesse schnellstens einer Lösung zugeführt werden müsste!

  • Im Geschäftsjahr 2025 hat der DMSB e.V. keine Umsatzsteuer gezahlt, aber immerhin dafür Rückstellungen vorgesehen!

Es kommt aktuell noch ein weiteres Problem hinzu, das von der FIA ausgeht. Dieser Weltverband will in Zukunft ihren nationalen Vertretungen nicht mehr auf ihrem Gebiet FIA-WM-Läufe zur Durchführung anbieten, so lange die z.B. als „kleine e.V.“ fungieren.

  • Es hat da wohl schon in anderen Ländern einige Probleme gegeben, die man grundsätzlich vermeiden möchte, nachdem sie mit „Vereinen“ in anderen Ländern schon Probleme hatte.

Die FIA erwartet eine korrekte Firmenkonstruktion, eine Kapitalgesellschaft, am besten in Form einer international ausgerichteten „SE“.

  • Da hat der ADAC… - So hat der tatsächlich gedacht, dabei aber nicht die lange, enge FIA/AvD-Bindung berücksichtigt! 

Das war also nichts! - Und so ist man dabei, nach einer neuen Lösung zu suchen.

Wie es ausschaut, wird man den FIA-Ansprüchen entsprechen müssen, wenn die Influencer-Forderungen Realität werden sollen. Die haben allerdings wirklich keine Ahnung, warum das mit den WM-Läufen für Deutschland bisher nicht klappt!

  • Mit dem DMSB, als „kleiner e.V.“, kommt mit 100-prozentiger Sicherheit kein FIA-WM-Lauf mehr nach Deutschland!
  • So wird man beim DMSB e.V. jetzt an einem Umbau der „Firma“ arbeiten müssen. 

Gleichzeitig wird man wohl um eine Anpassung der Personalkosten insgesamt nicht herum kommen. Denn ohne eine deutliche Kostenminderung wird der bilanzmäßige Verlust weiter ansteigen!

Das wäre auch ein „Hockenheim“- oder ein „Permit“ keine Lösung, bei dem man – natürlich aus Sicherheitsgründen – alle deutschen Bergrennstrecken in der „richtigen Kurvenfolge“ - und ohne „KI“-Hilfe - auf Papier aufzeichnen muss! 

(Kleiner Scherz von mir! - Dieses Mal nicht vom DMSB e.V.)

  • „Zahlen-Menschen“ schätzen, dass man in Zukunft pro Jahr 1 Million Euro an Kosten in Frankfurt einsparen muss, wenn man – gleich ob als Verein oder „richtige Firma“ – kaufmännisch überleben möchte!

Da wären, neben Einsparungen bei den Personalkosten, auch solche bei den Reisekosten der „Ehrenamtlichen“ möglich! Einer der Präsidenten hat schließlich inzwischen seinen privaten Lebensmittelpunkt deutlich näher an Frankfurt verlegt!

Außerdem könnte man – müsste man - auch bei dem Fremdhonoraren sparen, die in 2025 eine Höhe von 1,5 Millionen Euro erreicht hatten.

  • Julia Walter wusste als schon was sie tat, als sie ihre Kündigung beim DMSB e.V. aussprach.

Sie weiß eben auch um das Haftungsrisiko als „Vorstandsvorsitzende“ (s. Impressum) eines e.V.! 

  • Meine Leser kennen damit  – zumindest „grob“ – die anstehenden Probleme beim DMSB e.V.

Eine sich als „ sehr stark“ darstellende – mächtige -  „Behörde“, ist inzwischen fast eine ohn-mächtige Organisation geworden!

Oder anders, kürzer und schöner formuliert:

  • Es kriselt bei einem kleinen e.V. „ein wenig“!
MK/Wilhelm Hahne
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