Nürburgring: Mal „wild“ in Erinnerungen geblättert!

Wer erfolgreich mit Rauschgift handelt, macht das gerne unauffällig gut. Wer erfolgreich  Volksvermögen verschleudert, der stellt das offiziell auch schon mal als einen Erfolg dar. Für beides gibt es sicherlich Beispiele. Für das Verschleudern von Volksvermögen – weil mit Steuergeldern erfolgt  – kann der Nürburgring z.B. als Beispiel dienen. Immerhin ist er – gefühlvoll betrachtet – ein Stück deutsches Kulturgut. - Wer anderer Meinung ist, dem ist auch sonst kaum zu helfen! - Wir nähern uns unaufhaltsam dem 100jährigen Jubiläum dieser weltbekannten Eifel-Rennstrecke, die von einem nicht unbekannten englischen Rennfahrer, Sir John Young „Jackie“ Stewart, mit der Bezeichnung „Green Hell“ sicherlich gut charakterisiert wurde. - Heute steht der Wert dieser Rennstrecke nicht mehr zur Diskussion, denn diese Rennstrecke ist privat! - Zum Zeitpunkt des Verkaufs hatte sie einen Wert, der von den Verantwortlichen damals als „passend“ empfunden wurde. - Es kam zu so mancher  Darstellung von „Märchenerzählern“, die sich evtl. sogar mit eindrucksvollen Titeln tarnten. - Wenn man die ganze Entwicklung um die Rennstrecke über eine lange Zeit persönlich mit erlebt und verfolgt hat, erinnert man sich manchmal an Dinge, die andere sicherlich längst vergessen haben, weil sie sie vergessen wollten. - Anlass zu diesen „Erinnerungen“ hier, ist das aktuelle Verhalten der Direktorin eines Insolvenzgerichts, das für das „intelligente“ Verhalten von all denen steht, die den Verkauf des Nürburgrings – und wie es dazu kommen konnte - gerne in einem „Bereich des Vergessens“ schieben möchten. - Leider kann ich nicht vergessen! - Darum habe ich zum Thema...

Nürburgring: Mal „wild“ in Erinnerungen geblättert!

Dazu muss man heute nicht mehr in vergilbten Papierblättern wühlen. Das geht heute auch – staubfrei (!) - im Internet. Dazu kann man sogar Suchhilfen nutzen. - Wenn man sie braucht!

Ich kann in meinen alten Geschichten nachschlagen. Dazu brauche ich einfach nur in meinem Buch zu blättern. - Aber das brauche ich eigentlich auch nicht, weil ich weiß was drin steht!

Aber manchmal nutze ich schon das Internet, um dann auf Geschichten zu stoßen, die aus der „Verkaufszeit“ des Nürburgrings stammen und eigentlich – wie die Hausdurchsuchung bei mir – ein „Zeitzeichen“ darstellen, das auch die besondere Situation von Politikern damals beschreibt.

  • Man war hoffnungslos überfordert und nahm jede Hilfe von außen dankbar an!

Da halfen dann auch z.B. Leute, die heute wieder von anderen geschützt werden müssen. - Oder anders formuliert: Die Schützenhilfe erfahren! - Die offenbar „nachhaltig“ ist! - Ganz „im Stil der neuen Zeit“!

  • Die „Hilfe“ erhalten natürlich nur die, die noch nicht verstorben sind!

Am 29. Januar 2014 habe ich nach einem Gespräch mit den „wahrscheinlichen“ Käufern des Nürburgrings, Dr. Heinemann & Robertino Wild geschrieben:

„Nach eigenen Angaben (Anmerkung: der o.g. Herren) ist zwar der Kauf des Nürburgrings für um 50 Millionen kein Problem, weil ein großer Teil dieses Betrages als Eigenkapital vorhanden sein soll und drei Hausbanken stehen im Hintergrund für Kredite bereit... - 

Meine Informationen sind andere. Sowohl die, die man als Zusammenfassung erhalten, als auch die, die ich in der Region direkt an der Basis bei einer Nachrecherche sammeln konnte.

So muss ich leider – auch in diesem Fall – den Insolvenz-Sachwaltern Versagen vorhalten. Recherchen der Art wie sie mir möglich waren und sind, müssten eigentlich für die Herren Insolvenz-Sachwalter auch kein Problem darstellen. Aber hier zeigt sich wieder einmal die – scheinbare – Abhängigkeit dieser Herren vom Willen der Politiker in Mainz. Die sind – koste es was es wolle – in jedem Fall entschlossen, sich definitiv vom Projekt Nürburgring zu trennen.“

 Am 6. März 2014 war auf diesen Internetseiten – geschrieben von mir – zu lesen:

„Aber der Landesregierung von Rheinland-Pfalz sollte klar werden, dass die eigentlich pfiffige Idee eines sehr guten Beraters, durch die Art der Umsetzung zu einer Tragödie für die Region wird.“

Realität zum Thema Nürburgringverkauf war und ist: 

Er wurde offiziell am 11. März 2014 zum Preis von 77 Millionen Euro durch den vom Insolvenzgericht bestimmten Insolvenz-Sachwalter mit Zustimmung des Gläubiger-Ausschusses (bei einer Stimmenhaltung!) verkauft.

  • Verantwortlich sind also nur die Mitglieder des Gläubiger-Ausschusses, die dem Verkauf zugestimmt haben!

Ich habe den Verkauf „stimmungsmäßig“ in einem Hotel an der Mosel miterlebt. Interessant dabei war die überhastete Einladung des Gläubigerausschusses zum Nürburgring-Verkaufstermin zunächst nach Mainz. - Nach deren Protesten:

  • Dann eben an die Mosel, nahe Koblenz. - Sehr, sehr hastig und kurzfristig!

Natürlich war ich nicht eingeladen, musste mich selbst einladen, war „live“ vor Ort!

Am Ende wurde ich von einem Journalisten-Kollegen um meine Meinung zu diesem Verkauf gebeten. Ich habe das damals – nach bestem Wissen und Gewissen – ganz kurz so kommentiert

„Wir haben soeben den Start in eine neue Insolvenz erlebt!“

Es ist interessant, was zum Nürburgring-Verkauf danach, am 26. März 2014, in einer Tageszeitung zu lesen war:

„Der künftige Eigentümer des Nürburgrings, Robertino Wild, geschäftsführender Gesellschafter der Düsseldorfer Capricorn-Gruppe, muss eine Vertragsstrafe von 25 Millionen Euro zahlen, wenn er mit den Zahlungen des Kaufpreises in Verzug gerät.“

Hat man von dieser „Vertragsstrafe“ jemals wieder etwas gehört, als „der künftige Eigentümer“ tatsächlich schon die zweite Rate nicht mehr bezahlen konnte?

Ich habe es schon damals nicht begriffen. Heute begreife ich es als „wilde Erinnerung“, wenn ich aus der oben schon erwähnten Medieninformation vom 26. März 2014 auch zitieren kann:

...„Der als Sachwalter im Insolvenzverfahren eingesetzte Koblenzer Anwalt Jens Lieser hatte dem Wirtschaftsausschuss des Landtages in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass Wild den Kaufpreis in Höhe von 77 Millionen Euro zum Teil über die Deutsche Bank finanzieren werde. Inzwischen ist bekannt, dass von der Deutschen Bank 45 Millionen Euro kommen sollen, zahlbar am Jahresende, sofern bis dahin ein positiver Bescheid der EU-Kommission vorliegt. Wild selbst zahlt bis dahin 15 Millionen Euro, weitere elf Millionen werden bis 2018 gestundet. Auf diese Summe von 71 Millionen Euro werden sechs Millionen Euro Gewinn geschlagen, den die Insolvenzverwalter für dieses Jahr erwarten.“...

Es liest sich heute wirklich wie ein Märchen, was den Bürgern von Rheinland-Pfalz damals als Realität verkauft wurde. - Und das auf „allen Kanälen“! 

Ich hatte versucht, mich im Vorfeld des Verkaufs sachlich gut zu informieren. 

  • Für mich war eine „Solvenz“ des damaligen ersten Nürburgring-Käufers nicht feststellbar!

Darum gab es auch eine entsprechend klare Aussage von mir gegenüber meinem Kollegen von „auto motor und sport“ direkt nach dem Verkauf, der sie auch genau so veröffentlichte!

  • Meine damalige Einschätzung wurde durch die Ereignisse bisher nur zum Teil bestätigt!

Von der „Vertragsstrafe“ hat man nichts mehr gehört. Es gab dann einen russischen Oligarchen, der nicht nur vom Insolvenz-Sachwalter, sondern wohl auch von der Landesregierung in Mainz gerne akzeptiert wurde.

  • Malu Dreyer wollte als Chefin der Landesregierung „the fucking nürburgring“ möglichst schnell „vom Hals haben“!

Dieser Russe aus Russland hat sich übrigens namentlich recht still aus der  Handelsregistereintragung der Käuferfirma des Nürburgrings entfernen lassen. - Er möchte wohl der Politik keinen Ärger machen!

Die EU-Kommission hatte den Verkauf dann schließlich auch schon akzeptiert. Doch ein EU-Gericht hat den die Einschätzung der EU für nichtig erklärt!

Und die EU-Kommission spielt nun „auf Zeit“! 

  • Der EU-Gerichtsbeschluss ist vom 2. September 2021! - Praktisch also 5 Jahre alt! - Oder jung?

Man spielt in Brüssel aktuell aber weiter „blinde Kuh“! - Ein Ende der „Untersuchungen“ ist nicht abzusehen. Man nimmt für sich geradezu endlose Durchführungsfristen in Anspruch, während man den einzelnen Länderregierungen für eigene Vorgaben nur relativ kurze Fristen einräumt und direkt mit Klagen droht!

Die Direktorin des Insolvenzgerichts an der Ahr lässt meine aktuelle Nachfrage nach einem Ende der Insolvenz des Nürburgring – in Eigenverwaltung! - durch eine „Rechtspflegerin“ in der Art beantworten, dass ich an der Insolvenz unbeteiligt sei und deshalb kein Recht auf Antworten zu meinen Fragen habe.

  • Ich hatte auch nur als interessierter Journalist nachgefragt, der die Entwicklung um den Nürburgring-Verkauf – und wie es dazu kommen konnte – bisher aufmerksam verfolgt hat!

Aus einer Nürburgring-Tragödie ist inzwischen eine Komödie geworden. Aber so ist das nun mal im „Welttheater“:

„Komödien sind eigentlich nichts anderes als „lustige Tragödien“!

Leider kann ich über die „Nürburgring-Komödie“ nicht lachen!

MK/Wilhelm Hahne
Noch keine Bewertungen vorhanden

Kategorie: 

"Anstoß" für Leser – nicht nur für Abonnement-Interessierte!

 

Lieber Leser,

 

Motor-KRITIK ist werbefrei und ohne "Cookies"! - Darum aber auch ein wenig abhängig von seinen Lesern. - Oder anders: Von Einnahmen. - Ausgaben gibt's genug! - Aber nicht alle Leser mögen sich gleich für ein Abo entscheiden. - Obwohl: Volltanken ist inzwischen in jedem Fall teurer!

 

Auch wenn Sie nur ab und zu mal auf diesen Seiten vorbei schauen, Ihnen die hier gebotene ursprüngliche Art von Journalismus - ohne "KI" gefällt, dann können Sie sehr einfach Ihre Zustimmung durch eine kleine Spende deutlich machen - Auch kleine Beträge sind nicht nur eine Hilfe, sondern werden auch als Zustimmung empfunden, auf dem richtigen Weg zu sein!
 

Wenn Sie aber sofort ein für mich wichtiger Abonnent werden wollen: HIER finden Sie die Kontendaten! 

 

Danke!