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Der Motorsport ist modern geworden. Die Abstände bei der Zieldurchfahrt werden in Tausendstel Sekunden gemessen. „Früher“ war das einfacher. Da hatte der gewonnen, der als Erster über die Ziellinie fuhr. Heute kann man da nicht mehr sicher sein. Weil irgendwer, bei irgendeiner Nachuntersuchung – das kann schon Wochen dauern – dann doch einen Verstoß festgestellt hat. Das kann auch ein Reglementsverstoß sein, bei dem vielleicht die Details nicht öffentlich werden. Dann hat eben jemand anders gewonnen, als man vielleicht als Zuschauer selber glaubte erlebt zu haben. Da kann es auch sein, dass bei den wundersamen GT3 schon mal der eine, dann der andere schneller ist. Obwohl – weil man eine „Balance of Performance“ (BoP) verwendet – alle Fahrzeuge gleich schnell sein sollten. Eigentlich scheint eine neu geschaffene Reglement-Dichte einer besseren Anpassung an „Kundenwünsche“ zu dienen, wenn man einmal nüchtern die sich ändernden Eingriffe betrachtet. - Wer heute über eine Benachteiligung jammert, ist vielleicht morgen schon der Schnellste! - Aber auch alte Bezeichnungen werden evtl. aus meiner persönlichen Sicht missbraucht, wenn man kaufmännisch mit ihnen als Veranstalter erfolgreich sein kann. - Da gab es am letzten – ich meine natürlich - dieses Wochenende gerade wieder ein schönes Beispiel.
Bitte den Motorsport nicht richtig ernst nehmen!
Am letzten Wochenende wurden z.B. die Zuschauer zu einer „DTM“-Veranstaltung gelockt, die eigentlich keine „DTM“ sein kann, weil dieser Titel aufgrund der Tatsache entstand, dass in dieser Serie viersitzige Tourenwagen in einer „Masters“ – weil es keine Meisterschaft war – gegeneinander fuhren.
- Die „DTM“ empfand sich als eine „Elite-Gemeinschaft“, die ihre eigenen Gesetze hatte!
Ich empfand damals die Britische Tourenwagen-Meisterschaft als für den internationalen Motorsport bedeutender. Aber darauf kam es der deutschen Automobilindustrie nicht an.
- Die „DTM“ war ein Stück Wirtschaftswunder und diente der Selbstdarstellung der Automobilhersteller!
Das war die Zeit, wo in den Fahrerlagern die „Hospitality“-Angebote der einzelnen Firmen fast bedeutungsvoller waren, als die Garnierung mit Rennen. In den Mehrstock-Gebäuden und Zelten wurden die Firmen-Kunden bewirtet.
- Da gab’s vielleicht ein Kalbsschnitzelchen mit passenden Beilagen, dazu einen frischen „Pinot Grigio“.
Natürlich war die „DTM“ ein Erfolg. - Ein Erfolg für die Marketing-Abteilungen.
Ich erinnere mich noch gerne, dass ich einem wichtigen Vorstandsmitglied eines sehr wichtigen deutschen Automobilherstellers einmal einen Volvo-Kombi im Original zeigte, so wie er damals in der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft eingesetzt wurde. Sein Kommentar:
„Aber Herr Hahne! - Gegen solche Blechkisten würden wir doch niemals antreten!“
Inzwischen wird die alte Bezeichnung „DTM“ vom ADAC genutzt, um mit GT3-Fahrzeugen vieler internationaler Marken eine Rennserie auszutragen, die man durch den Einsatz der „BoP“ (= Balance of Performance) dann zu „harmonischen“ Konkurrenten verschmelzen lässt. - Sagt man!
- Leider entsteht bei mir der Eindruck, dass man „BoP“ inzwischen mit „Beinahe optimale Politik“ übersetzen sollte.
Denn wer bei den letzten Rennläufen noch über fehlende „Performance“ klagte, war nun am Nürburgring evtl. deutlich schneller. Das kann an den Verschiebungen liegen, die durch die „BoP“ erfolgen. Man versucht so die „gemischten Teilnehmer“ bei Stimmung zu halten.
• Gleichzeitig möchte man natürlich den Zuschauern spannende Rennen bieten!
Diese ganze DTM-Darstellung ist nur durchführbar, weil sich die Industrie hier schon an den Kosten beteiligt. Natürlich nicht offiziell. Aber es gibt „Hilfen“ hier und „Hilfen“ da und bei manchen „Privat-Teams“ sitzen dann im Fahrerlager-Truck die Software-Ingenieure von Herstellern, die die Fahrer jeweils „optimal“ steuern.
Am Nürburgring wurde so „gesteuert“:
Rennen 1:
1. Ferrari, Matteo Cairoli
2. Porsche, Thomas Preining + 9,973 sec
3. BMW. Marco Wittmann + 14,756 sec
4. McLaren, Ben Dörr + 14,569 sec
5. Mercedes-AMG, Lucas Auter + 15,373 sec
Danach hat man die Konkurrenten „noch gleicher“ gemacht. Hier ein paar Kilogramm raus, da ein wenig mehr Ladedruck… - Der ADAC macht es mit Hilfe des Herrn Ratel möglich!
Man war wohl beim Veranstalter der Meinung: Unsererseits gut vorbereitet! - Jetzt mussten die Konkurrenten nur noch „perfekt kochen“.
Das ging dann ein wenig daneben, weil sich – ausgerechnet – die Mercedes-AMG-Fahrer Engel und Auer im zweiten Rennlauf am Sonntag dann irgendwie ins „Abseits“ beförderten. - Aua! -
So ging der Rennsieg nach München.
Rennen 2:
1. BMW, Marco Wittmann
2. Mercedes-AMG, Tom Kalender + 0,517
3.Porsche, Thomas Preining + 0,918
4. Ford, Arjun Naini +2,572 sec
5. Lamborghini, Mirco Bortolotti + 3,112 sec
Aber wer weiß schon, ob es bei diesen Rennergebnissen bleibt?
So haben es aber jedenfalls 81.000 Zuschauer – hat der Veranstalter gezählt! - an diesem Renn-Wochenende am Nürburgring erlebt. - Auch wenn sie vielleicht nicht alles verstanden haben.
- Sie werden die ADAC-Inszenierung auch sicherlich als spannend empfunden haben. Es war in jedem Fall ein „heißes Renn-Wochenende“!
In der nächsten Woche soll es kühler werden! - Nur bei Mercedes-AMG wird man kochen!
Aber vielleicht sollte man das alles anders sehen!
Die „Experten“ des Rennstreckenbesitzers haben das so gesehen:
„ Beim sechsten von acht Tourstopps geht der Meisterschaftskampf auf dem Nürburgring (14. bis 16. August) in die heiße Phase.“
Ohne die Hilfe dieser „Experten“ hätte ich gar nicht gewusst, dass die „DTM“ als Meisterschaft ausgeschrieben ist!
- Man sollte auch nicht alles glauben, was einem im Internet ganz cool untergejubelt wird!
Wenn ich dem Inhalt der Internetseite des ADAC zum Thema DTM Glauben schenken kann, dann sollte man zunächst folgenden Text auf deren Internetseiten begreifen lernen:
„Der ADAC zeigt, dass Motorsport und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen. Durch wegweisende Initiativen übernimmt der ADAC eine führende Rolle bei der Nachhaltigkeit im Motorsport. Vom Einsatz batterieelektrischer und fossilfreier Antriebe im Rallyesport und in der Nachwuchsförderung bis hin zu nachhaltigem Denken bei Großevents, weitreichenden Kampagnen und neuen Konzepten für den Motorsport der Zukunft.“
Aber wie viele von den Zuschauern haben das wohl gelesen? - Wer das gelesen hat, muss es aber auch nicht begriffen haben.
Ich habe auch – im Fernsehen – gehört und erfahren, dass die DTM gar nicht mit GT3-Fahrzeugen ausgetragen wird. - Es waren „GT-Masters“-Fahrzeuge im Einsatz! - Nun weiß ich das auch und gebe mein neues Wissen gerne weiter!
Da die Rennergebnisse – wie gesehen und erlebt – nicht so bleiben müssen wie sie sind und es noch einige Möglichkeiten gibt – bei noch ausstehenden 4 Rennläufen – per „BoP“ die „GT-Masters“-Fahrzeuge so passend zu machen, dass sie passen, sage ich hier mal – natürlich ohne Garantie – mal das Gesamtergebnis der DTM-Serie für 2026 - nach Hockenheim - voraus:
1. Mercedes AMG, Maro Engel
2. Porsche, Thomas Preining
3. BMW, Marco Wittmann
Das wäre doch ein großer Erfolg für die deutsche Automobilindustrie und müsste doch genügen, um nun in China „den Fuß zwischen die Tür zu stellen“!
Vielleicht sollte man das auch anders sehen:
- Der ADAC hat 81.000 Zuschauer dazu gebracht, in die Eifel zu reisen und spannenden Motorsport zu erleben!
Das war’s! - In Rom war das früher bei den Wagen-Rennen auch nicht anders!
Nur die „Gelben Engel“ fehlten!



