Politik, Juristerei und persönliche Eitelkeiten!

Zwischen diesen drei Polen entscheidet sich die Zukunft des Nürburgrings als Rennstrecke. Jeder der Kontrahenten hat seine eigene Vorstellung. Aber nur wenige der Akteure verstehen, wovon sie reden. So reift der Traum der Träumer von einem gemeinsamen „runden Tisch“, bei der es zu einer „allgemein verträglichen Lösung“ kommt. Aber nicht nur der „runde Tisch“ hat inzwischen an Größe gewonnen, sondern damit ist auch die Wahrscheinlichkeit kleiner geworden, eine Lösung für Alles zu finden. Die einzelnen Positionen sind zu abstrakt! Die Ausgangsposition des Rennstreckenbesitzers ist eigentlich noch so, wie sie vor langer Zeit die eines Geschäftsführers Schumacher war, der auch ein Fernziel hatte: Als Besitzer des Nürburgrings sollte man nicht nur die Bühne stellen, sondern darauf auch selber – oder zumindest mit - tanzen! - Der „damalige“ Geschäftsführer des Nürburgrings - längst entlassen - hatte gegenüber einem Teil der heutigen Verhandlungspartner einen Vorteil: Er konnte zuhören. - Und er konnte das Gehörte verarbeiten! Diese Zeiten scheinen vorbei. Wir erleben gerade auf allen Ebenen ein Führungspersonal, das an Selbstüberschätzung leidet und glaubt, alles in seinem Sinne entscheiden zu können. - So kommt es seit Wochen zu einem insgesamt „großen Hängen im Schacht“. - Die derzeitige Diskussion wird von drei Themen beherrscht:

Politik, Juristerei und persönliche Eitelkeiten!

Der Reigen der „seligen Geister“ ist mit der Zeit immer größer geworden. Zunächst hatte nur der ADAC Nordrhein – auch über einen Rechtsanwalt – versucht die Idee einer neuen Serie – wie sie eigentlich vom ADAC auch schon viele Jahre geplant war – jetzt „als dringend markiert“ – und neu ausgerichtet, auf die Schnelle durchzusetzen. - Ein Überraschungsangriff!

  • Eine Mischung von bereits zugesagten und neuen Termine sollte „auf die Schnelle“ durchgesetzt werden und dem ADAC Nordrhein „Sicherheit“ bieten!

Da wurde die VLN-Organisation „auf dem falschen Fuß erwischt“, weil man damit – zu diesem Zeitpunkt – nicht gerechnet hatte.

Aber da spielte dann noch die Firma Manthey (überwiegend in Porsche-Besitz) mit, die versucht hatte, mit einem dringenden Wunsch nach achteinhalb Tagen der Rennstreckennutzung, eigene Interessen um- und durchzusetzen. 

Schließlich bekam man auch die Zusage des Nürburgrings!

  • In diese Situation platzte die Idee der rein am kaufmännischen Gewinn interessierten Führungsmannschaft am Ring, bei dieser Gelegenheit dann auch noch gleich die eigenen Interessen knallhart um- und durchzusetzen.

So hat man dann den Vorschlag des ADAC Nordrhein, des bedeutendsten regionalen Verein im großen Verband des ADAC e.V. in München, nicht nur gerne diskutiert, sondern ihm auch – aber das nur scheinbar – zugestimmt.

Wenn man einmal genau hinschaut, dann hat der Besitzer des Nürburgrings eigentlich nur jenen Terminen fest zugestimmt, die in Verbindung mit dem 24h-Rennen eigentlich schon fest standen und zugesagt waren . Die anderen Termine tragen ein „kleines Sternchen“ und sind so als „vorläufig“ dargestellt.

  • Aber wem fallen schon „kleine Sternchen“ auf, wenn man von „großen Scheinwerfern“ geblendet wird?

Vielleicht noch nicht einmal dem Veranstalter, der zu „vorläufigen“ Terminen, für die es keine genehmigte Ausschreibung gibt, dann bei frühzeitiger Nennung, den Rennteams „Sonderkonditionen“ anbietet!

Dem Rennstreckenbesitzer ist die derzeitige juristische Situation, durch die er seine eigentlich monopolartigen Möglichkeiten eingeengt sieht, „ein Dorn im Auge“. Er wäre durchaus bereit der VLN-Organisation – die die NLS-Rennen durchführt – auch langfristig Renntermine für die inzwischen fast 50 Jahre betriebene Langstreckenserie zu gewähren, wenn man auf Seiten der VLN-Organisation bereit wäre, auf die Vorteile zu verzichten, die dieser Organisation allein schon gesetzmäßig – „diskriminierungsfrei“  - garantiert werden.

Auch deswegen – so argumentiert nun aktuell der ADAC Nordrhein  – habe man „sein“ 24h-Rennen mit einer eigenen Serie absichern müssen, weil man sicherstellen wolle, dass man aufgrund der rechtlichen Situation – ausgelöst durch das so genannte „Nürburgring-Gesetz - nicht dieses PR-trächtige Rennen am Nürburgring an einen  Veranstalter-„Konkurrenten“ verliert!

„Nachtigall, ick hör dir trapsen!“

Die Vertreter des Nürburgringbesitzers haben Argumentations-Probleme bekommen, als die Firma Manthey ihren Wunsch nach achteinhalb Terminen zurück gezogen hat. Die standen schließlich „drohend“ für die VLN-Organisation im Raum, sorgten sozusagen für eine „Blockade“! 

  • Aber nun wären diese Termine eigentlich wieder für die VLN-Organisation wieder frei!.

Die Führungsmannschaft des Nürburgrings wollte aber anscheinend zunächst mal versuchen, „mit dem Kopf durch die Wand“ zu gehen! 

So hätte das meine Großmutter formuliert und sicherlich auch noch mit einer weiteren „flapsigen“ Anmerkung kommentiert. - Die lasse ich mal fehlen!

Das ist aber alles auch heute nicht mehr so einfach wie früher ! Da muss man vielleicht zwischen den „Wünschen“ und Vorstellungen der Politik in Mainz und Brüssel und den evtl. eingegangenen Weisungen via Zypern die richtigen Mittel finden, zunächst einmal die eigenen Vorstellungen durchzusetzen!

So strampelt jetzt der Nürburgring-Besitzer – bzw. seine Führungsmannschaft, um sich des Problems zu entledigen, dass durch die Gesetzgebung der Landesregierung in Mainz zum Thema Nürburgring-Rennstrecke entstanden ist.

  • Die Wirren der Landespolitik sind heute immer noch in der Eifel deutlich spürbar!

Ich hatte ja gerade zu Problemen der EU-Kommission in Brüssel und des Insolvenzgerichts in Ahrweiler informiert. - Probleme, die man selber geschaffen hat und nun auszusitzen versucht. Auch die Besitzgesellschaft des Nürburgrings handelt auf diesem bewährten (?) politischen Niveau!

So hat die Führungsmannschaft des Nürburgrings  – doch allen Ernstes – der VLN-Organisation den Vorschlag gemacht, vor dem letzten Gerichtstermin in der noch nicht abgeschlossenen Prozess-Serie zu diesem Thema „das Handtuch zu werfen“ und einem Vergleich zuzustimmen, der derzeit allen gültigen gesetzlichen Vorschriften widersprechen würde.

  • Welcher Richter würde wohl einen Mörder freisprechen, nur weil sich Staatsanwaltschaft und Angeklagter verglichen haben?

Oder kurz und knapp: Die VLN soll einem gerichtlichen Vergleich zustimmen, obwohl sie diesen Prozess – wie die bisherigen Prozessergebnisse deutlich machen – auch in der letzten Verhandlung  zu diesem Thema nur gewinnen kann.

Die Situation wird dadurch nicht klarer, dass sich nun auch ILN (Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring) samt Fahrervertreter eingemischt haben, die durch Einwürfe von Seiten der Teams und auch der Streckenposten – ohne die auf der Nordschleife überhaupt nichts läuft – dann noch zu einem undurchsichtigeren Misch-Masch wird, der vom eigentlichen „Knackpunkt“ nur ablenkt.

    • In dieser Woche haben gerade wieder die Juristen ihre Argumente ausgetauscht. Obwohl – aus meiner persönlichen Sicht – die juristische Situation eigentlich klar ist.

Aber die „russisch dominierte Führung“ am Nürburgring will (!) vollkommen uneinsichtig „mit dem Kopf durch die Wand“! Sie verhielt sich aus meiner Sicht bisher uneinsichtig und nicht kompromissbereit und gefährdete damit eigentlich die Zukunft der in ihrem Besitz befindlichen  Rennstrecke Nürburgring.

  • An einem „großen runden Tisch“ ist das Problem – nach meiner Meinung – überhaupt nicht zu lösen. - Je größer der Tisch, je größer die Probleme!

Die Lösung des Gesamt-Problems wird auch deshalb nicht leichter, da selbst der ADAC Nordrhein im ADAC-Verbund nicht nur Freunde hat! Man arbeitet gleichzeitig auf mehreren Ebenen sowohl mit- als auch gegeneinander!

  • Der Besitzer des Nürburgrings sollte begreifen, dass ihm „ein schneller Durchgriff“ in seinem Sinne, bei der derzeitigen Rechts- und Gemengelage nicht möglich ist!

Ihm sei angeraten einzulenken! Sonst endet die Nordschleife in einer Situation, die mit der der Rennstrecke „Solitude“ vergleichbar wäre, die junge Motorsport-Fans auch nicht mehr kennen. Sie war einmal von Bedeutung, ist aber längst vergessen!

  • Dabei sollten die Herren am Nürburgring nicht vergessen, dass sie mehr als 50 Prozent ihrer  Gewinne mit der Rennstrecke durch „Touristenfahrten“ erzielen! 

Als „Anmache“ braucht die Rennstrecke Nürburgring, attraktive Rennen auf der Nordschleife, die offenbar für viele der Touristenfahrer als „Vorlage“ dienen, gerade dann, wenn die Rennfahrzeuge Ähnlichkeit mit den von ihnen im Alltag genutzten Fahrzeugen haben.

Darum kann im Moment eigentlich nur für den Nürburgring-Besitzer wichtig sein:

  • Die Veranstalter müssen den Teams ihre offizielle Darstellung der technischen Reglemente für die 2027er Langstreckenrennen noch in diesen Wochen deutlich machen und präzise Renntermine nennen können, die den Teams eine exakte Planung der Saison 2027 ermöglicht!

Je mehr der Rennen nach dem gleichen technischen Reglement ausgetragen werden, desto größer wird die Anzahl der Starter bei den einzelnen Rennen sein! 

  • Darum wird es wichtig sein, dass sich die - jetzt noch konkurrierenden – Parteien sich auf ein Konzept einigen!

Alle, die jetzt um einen größeren Teil am garantiert nicht größer werdenden „Kuchen“ kämpfen, sollte klar werden:

  • Eigentlich sollten sie sich als Dienstleister empfinden, sich entsprechend einordnen und verhalten!

Wenn sich der „Kunde“ schließlich „mit Grausen“ wendet, „stehen sie alle im Freien“!

Inzwischen scheint das auch den bisher Uneinsichtigen mehr oder weniger klar zu werden. Man gibt zwar nicht die grundsätzlich eingenommene Position auf, hat sich aber mit der VLN-Organisation darauf geeinigt, für das nächste Jahr – also die Langstrecken-Saison 2027 – insgesamt 8 Termine bereit zu stellen.

Meine Kollegen werden sicherlich in den nächsten Tagen dazu informiert werden, so dass mit einer Veröffentlichung „auf breiter Front“ in der nächsten Woche zu rechnen ist.

Aber das sollte nicht von den grundsätzlichen Problemen ablenken!

  • Es verbleibt auch weiterhin viel Glut unter der Asche!

Und natürlich wird die VLN-Organisation wieder „Vorkasse“ leisten müssen! - Die Streckenmiete für alle acht Rennen ist vor Beginn der Saison zu entrichten! - Übrigens: Ein „Millionen-Ding“!

Wie das eben so unter „Freunden“ so üblich ist! - Feine Gesellschaft!

MK/Wilhelm Hahne

PS: Ich habe den einzelnen Verhandlungs-Positionen der Parteien deshalb keine konkreten Namen von Personen zugeordnet, um die laufenden Verhandlungen, hin zu einer „Endlösung“ nicht zusätzlich noch zu erschweren. - Unter uns: Die kann es niemals geben!

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