Car-Freitag 2016: Keine Problemlösung!

Es wurden 15.000 „Auto-Fans“ am Nürburgring erwartet. Meinte die Polizei vor diesem Feiertag und richtete ihre Planungen daran aus. Würden 15.000 „Auto-Fans“ einen Karfreitag, einen hohen christlichen Feiertag zu einem „Car-Freitag“ in der Eifel machen können? - Dazu gehört schon ein falsches Selbstverständnis. - 2013 war dazu schon etwas in Motor-KRITIK zu lesen. (Hier bitte klicken, wenn Sie die Geschichte noch einmal lesen wollen.) Was damals fehlte war der Name des „Erfinders“ dieses Spektakels am Nürburgring, bevor die eigentlich Motorsport-Saison hier begann. Es war nur seine Funktion zu lesen: Marketingleiter. Sein Name ist: Stephan Cimbal, Teil der zum Zeitpunkt des Starts zur „Nürburgring-Affäre“ gerade „zufällig“ am Nürburgring eingefallenen Gruppe der „Bremer Stadtmusikanten“. - Der „Car-Freitag“ hat sich seit dieser Zeit entwickelt, wurde perfektioniert. Auch durch die Planungen der jeweiligen Nürburgringbetreiber und der Behörden, die den Schutz der betroffenen Bewohner im Umfeld des Nürburgrings sicherstellen sollen. - Alle vermelden einen Erfolg. - Aber an der Situation des Nürburgrings ändert sich nichts! - Motor-KRITIK erlaubt sich die Feststellung:

Car-Freitag 2016: Keine Problemlösung!

Trotz „gnadenlosem Eifelwetter“ („Rhein-Zeitung“) hatten ein paar tausend „PS-Fans“ in diesem Jahr ihren Platz rings um die Rennstrecke eingenommen. Andere versuchten sich – ohne DMSB-Nordschleifen-Permit – mit ihren Automobilen den Zuschauern den routinierten Rennfahrer vorzuspielen. - Das kostet 29 Euro die Runde. Wer die hat, ist bei den Touristenfahrten als Darsteller genauso qualifiziert, wie ein VLN-Rennfahrer nach Zahlung von 80 Euro an den DMSB als Kenner der "Nordschleife" . Leider handelt es sich sehr oft um Selbstdarsteller mit dem Talent zum Unfaller. - Es gab – Motor-KRITIK-Schätzung beim „Car-Freitag“ – eine zweistellige Anzahl von Unfällen auf der Rennstrecke mit einem Gesamtschaden – einschl. Leitplanken – im sechsstelligen Euro-Bereich.

Vielen Fahrern wird „der Kick“ am „Flugplatz“ gefehlt haben. Kein Abheben, noch nicht einmal ein deutliches Ausfedern des Fahrzeugs. Da musste man den Spaß im Querfahren suchen, ohne das unbedingt zu beherrschen. - Für die Zuschauer war es aber „eine Vorstellung“, die sie sogar den Regen und den daraus entstehenden Matsch auf der anderen Seite des Zauns ertragen ließ.

Wenn man einmal auf die Kennzeichen der Automobile achtet, die sich an diesem Tag rings um die Strecke – oder außerhalb davon bewegten – so muss man feststellen, dass sie z.T. eine längere Anreise hinter sich hatten.

Schon früh hatten sich auf der B 258 Schlangen gebildet, die auch daraus resultierten, dass die Polizei stark regulativ eingegriffen hatte. Mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sperrungen. So war die Anzahl der Fahrzeuge tatsächlich nicht so hoch wie in anderen Jahren, aber immerhin:

  • Die Marketing-Erfindung „Car-Freitag“ (oder „Car-Friday“) funktionierte.

Wirft man einmal einen Blick ins Internet, so wird einem schnell klar, dass sich seit der „Erfindung“ und Nutzung des Begriffs „Car-Freitag“ auch da eine Entwicklung vollzogen hat. Auch da ist man zu einer richtigen Organisation der Abläufe gekommen. Der Screenshot von Freitagmorgen soll einen Eindruck vermitteln. Wie hier einzusehen, waren in diesem Fall 3.447 Fans zu einem Treffen um 8:00 Uhr am Morgen auf dem Parkplatz „Brünnchen“ eingeladen und 1.774 hatten davon zugesagt.

Wenn man weiß, dass nur eine relativ kleine dreistellige Anzahl von Fahrzeugen am „Brünnchen“ einen Parkplatz finden kann, der kann sich – bei den Auswirkungen durch „begleitende Maßnahmen“ - vorstellen, woher die Staus kamen.

Man kann den hier abzulesenden Zahlen aber auch entnehmen, dass der „Auftrieb“ an Fans – schon wegen des „Eifelwetters“ - nicht so toll ausgefallen ist, wie in den Jahren zuvor.

Was trotzdem eine Menge Müll – auch z.B. am Parkplatz „Brünnchen“ - hinterließ. Der in dieser Form nicht sein müsste, wenn diese „Fans“ die Fans wären, die sie vorgeben zu sein.

Die Nürburgring-Nordschleife wurde nicht pünktlich geöffnet. Aber als es dann so weit war, da bekamen die Neugierigen rings um die Strecke das geboten, was die Polizei durch ihre Maßnahmen auf den Straßen rings um den Ring zu verhindern suchte: Es waren überwiegend „Quertreiber“ unterwegs. Was dann auch für die am Ring stationierten Abschleppwagen Arbeit bedeutete.

Gewinnen Sie als Leser von Motor-KRITIK einen Eindruck – wenn Sie wollen – indem Sie einmal unter dem Stichwort „Car-Freitag 2016 Nürburgring“ bei „youtube“ vorbei schauen.

Die '“Nordschleife“ wurde für die vielen angereisten Selbstdarsteller zur Bühne und Arena. Während es da, wo es wirklich eine „Arena“ gibt, sehr ruhig blieb. Die „Rhein-Zeitung“ schrieb dazu:

„Erschreckend ruhig zeigte sich, wie zu fast schon zu erwarten war, einmal mehr der millionenteure Boulevard an der Grand-Prix-Strecke. Die Attraktionen dort: ein Imbissstand sowie drei geöffnete Geschäfte und ein Fahrsimulator.“

So kann man es sehen. Man übersieht dabei die überwiegend geschlossenen Tribünenaufgänge, die Ladenleerstände, die schon direkt nach der Baufertigstellung aufgetretenen Baumängel. Man macht eine schnelle Momentaufnahme. - Genügt das in einem solchen Moment?

Motor-KRITIK würde das anders sehen, weil sich aus Fehlern, weitere Fehler ergeben, die man nicht dadurch ausgleicht, dass man sie vor der Öffentlichkeit zu verstecken sucht.

Man schaue sich doch einmal die mit schwarzem (spanischen) Schiefer belegten Treppenstufen im „Welcome“-Center an. Dieser Belag findet sich auch in den Treppenaufgängen zu den Tribünen im Boulevard. Dass man die eigentlich als Wohnung gedachten Räumlichkeiten des damaligen Geschäftsführers dann noch umfunktionierte, hat diese Bauten im Umfeld des Boulevards nicht sinnvoller gemacht.

Die Anmietung von Büroräumen hier muss mit einer Kündigungszeit von einem Jahr akzeptiert werden. - Weil so auch Leerstände über 12 Monate bezahlt werden? - Schaut man einmal auf einen der Hauptmieter dort, die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, so wird schnell deutlich, dass hier das Land damals eine auch von ihr kontrollierte Firma wohl „zwangsweise“ zu einem Mieter am Nürburgring machte.

So könnte man aus Anlass des „Car-Freitag“ noch einmal die ganze Problematik der „Investitionen“ der rheinland-pfälzischen Landesregierung am Nürburgring Stück für Stück abspulen lassen.

Der „Car-Freitag“ ist eigentlich ein Tag gewesen, der nicht nur bei Motor-KRITIK zum Nachdenken anregen sollte. So ein Tag bringt natürlich irgendwie auch Geld in die Kassen des Nürburgringbetreibers, aber man sollte dabei nicht übersehen, dass das nicht die Lösung der durch die SPD-Landesregierung geschaffenen Probleme am Nürburgring ist.

Weder ein „Car-Freitag“ noch ein Verkauf des Nürburgrings schaffen die grundsätzlich bestehenden Probleme am Nürburgring aus der Welt. Man sollte nicht diesen Eindruck zu vermitteln suchen.

  • Wenn das die Lösung der Probleme sein – oder darstellen - soll, dann hätte Motor-KRITIK die gerne zur wirklichen Beseitigung und einer Anpassung an die realen Verhältnisse hier in der Eifel zurück.

Aber vielleicht fällt dem zukünftigen russischen Eigentümer dazu etwas ein!

Der CNG ist dann heute, am 28. März 2016, folgende Problemlösung eingefallen, nachdem die Problemlösung „Carfreitag“ scheinbar nur neue Probleme deutlich gemacht hat:

Tatsächlich ist bei der Wettervorhersage auf meiner App oberhalb von 600 Metern ein stärkerer Wind (85 km/h) vorhergesagt. Aber würde deshalb z.B. ein VLN-Rennen auf der Nordschleife abgesagt werden? - Alle erfahrenen Piloten würden dann – weil SW-Wind – auf der langen Geraden dicht links an der Hecke vorbeifahren. (Man lernt das hoffentlich beim „E-Learning“!) Weil das dann den Top-Speed erhöht. - Aber sonst?

Motor-KRITIK-Kommentar zum neuesten CNG-Entscheid:

  • Auch der Wind ist ahnungslos!
MK/Wilhelm Hahne
Average: 4.9 (68 votes)

Kategorie: 

1 Kommentar

Car Freitag

<p> Guten Morgen sehr geehrterHerr Hahne</p> <p> wie so oft liegen Sie wieder richtig.</p> <p> Bin letzten Samstag in Breidscheid gewesen und habe mir f&uuml;r 15 Minuten die Touristenfahrten angeschaut. Es sah aus wie nach einem 24 Stunden Rennen. Lauter zur&uuml;ck gelassene alte Pavillon, Grill und Restm&uuml;ll. Dazu die zermatschten Wiesen.&nbsp;</p> <p> Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en</p> <p> &nbsp;</p> <p> Ulrich Kuckertz</p> <p> &nbsp;</p>

Abo-Hinweis

Lieber Leser,

wie vor Jahren versprochen, sind alle Geschichten zum Thema Nürburgring im Internet frei zugänglich. Andere Themen sind kostenpflichtig. 
Betrachten Sie aber ein Abo auch als eine grundsätzliche Unterstützung der aufwändigen Recherchearbeit von Motor-KRITIK. Denn – das fällt hoffentlich auf – Motor-KRITIK ist vollkommen werbefrei und damit eigentlich nur von denen abhängig, die den investigativen und unabhängigen Journalismus schätzen: Von Ihnen, liebe Abonnenten!

Wie einfach Sie zu einem Premium-Leser werden können, erfahren Sie HIER.