„…. Spuren mit dem Schwanz verwischen?“

Dieses Kunststück wird dem Fuchs nachgesagt. Er soll – angeblich – mit dem Schwanz seine eigenen Spuren verwischen können und es so anderen Interessierten – Tieren und Menschen – schwer machen, seinen Spuren zu folgen. - Das könnte eine schöne Geschichte aus der Tierwelt sein, wenn sie denn stimmen würde. - Motor-KRITIK informiert nachstehend über menschliche Aktivitäten ähnlicher Art – wie sie dem Fuchs nachgesagt werden – nur dass man dazu keinen Schwanz benutzt. Man nutzt auch keine Tarnkappe, sondern ändert – weil es dann amtlich ist – einfach einen Namen. - So tilgt man z.B. den Namen einer im Ansehen stark beschädigten Firma, die durch das besonders verantwortungsvolle Handeln einer Landesregierung - „Wir schaffen Arbeitsplätze!“ - in den Konkurs geführt wurde. Es war – das kommt erschwerend hinzu – eine Firma im überwiegenden Besitz eben dieser Landesregierung! - Man hatte sich zwar schon zuvor des Falles offiziell entledigt, aber nun möchte man auch noch die letzten Spuren beseitigen. - Das heißt: Man hat sie beseitigen lassen! - Von zwei gut bezahlten Spezialisten! - Motor-KRITIK verfolgt die Spuren. - Nicht nur des Fuchs! - Um zu überprüfen: Ist das wirklich so? - Dabei bin ich dann auf weitere Fakten gestoßen!

„… Spuren mit dem Schwanz verwischen?“

Wer bisher die gute alte Nürburgring GmbH unter der Handelsregister-Nummer HRB 10234 beim Amtsgericht Koblenz gefunden hat, der wird aktuell erstaunt sein, wenn er sich – mal wieder – danach umschaut.

Unter dieser bekannten HRB-Nummer findet sich nun eine neue Firma. - Und das geht so:

Am 19. Januar 2017 fassten zwei bedeutende, seit 2012 eng mit dem Schicksal dieser Firma verbundene Akteure den Beschluss, im § 1 des Gesellschaftervertrages eine Änderung vorzunehmen und – die Firmenbezeichnung, den Namen der Firma zu ändern. - Mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgte ihr Beschluss ohne jede Gegenstimme! - Denn wer wusste außer diesen Zweien davon?

Und wenn es ein Politiker sein sollte – ganz gleich ob männlich oder weiblich – dann wird er jedes Wissen leugnen. Das macht man so als Politiker. Ein RLP-Justizminister gestand mal - „unter vier Augen“ - in einem anderen Fall – aber auch mit einer Bindung an den „Nürburgring-Skandal“ einem anderen Politiker:

„Jawohl, ich habe gelogen! - Aber weil ich als Justizminister nicht lügen darf, muss ich jetzt bei meiner Lüge bleiben!“

So wahrhaftig ist man nun mal in der Politik. - Und konsequent!

Einer von den namentlich nicht erwähnten Spezialisten war – und ist – der Geschäftsführer (exakt: Der Insolvenz-Geschäftsführer) dieser Firma. Für seine Tätigkeit wird er – wie man s.Zt. auch anderen Medien entnehmen konnte - seit mehr als fünf Jahren mit einer fünfstelligen Summe – monatlich! - entlohnt. Er arbeitet, weil sich die Firma als sie in Konkurs ging im Landesbesitz befand, im Auftrag der Landesregierung. - Oder hat die – mal wieder – keine Ahnung von den Vorgängen in der Eifel?

Dieser Geschäftsführer dürfte in seiner Zeit – sozusagen im Nebenerwerb – inzwischen mehr als 1.000.000 Euro kassiert haben! - Wer die zahlt?

„Das Geschäftsführergehalt wird aus der Insolvenzmasse gezahlt!“

Das ist keine Vermutung, das ist die Realität! - Aber es scheint niemanden zu interessieren.

Der Zweite bei dieser seltsam wirkenden Beschlussfassung war der Insolvenz-Sachwalter, der im Auftrag des Insolvengerichts diese Insolvenz – übrigens eine in Eigenverwaltung! - nun seit mehr als fünf Jahren abwickelt. - Ist jetzt ein Ende abzusehen?

Die qualifizierte Antwort zu dieser Frage: NEIN! - Und die erklärende, zuverlässige Auskunft:

„Aus der Sicht des Sachwalters ist der Zeitpunkt des Verfahrensabschlusses noch ungewiss, da noch mehrere Baurechtsstreitigkeiten bei Gericht anhängig sind.“

Mit dem einstimmigen Beschluss dieser zwei Herren, Insolvenz-Sachwalter und -Geschäftsführer,  wurde so aus der

  • ehemaligen Nürburgring GmbH jetzt NEU die ComNew Betriebs GmbH.

Das hat den Vorteil, dass der Konkurs der Nürburgring GmbH nun eigentlich niemals ein Ende findet. Nun wird – Motor-KRITIK denkt zukunftsorientiert – die Insolvenz in Eigenverwaltung der ComNew Betriebs GmbH abgewickelt. - Wer denkt dabei noch an den Nürburgring?

Frau Dreyer, unsere immer lächelnde Ministerpräsidentin (wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegt) wird natürlich über diesen Vorgang uninformiert sein. Weil der Nürburgring doch längst verkauft ist. Da warten zwar noch Handwerker auf ihr Geld, andere haben „etwas Geld“, unter  Hinnahme großer Verluste erhalten. Und Kurt Beck hatte auch die Zahlung zugesagt, aber... - Aber wer will daraus der Landesregierung einen Vorwurf machen? - Das ist eben Schicksal und nicht von der Landesregierung zu verantworten!

Wir haben schließlich „damals“ immer wieder hören müssen, dass eigentlich die EU am Niedergang der Nürburgring GmbH die Schuld trägt. Kurt Beck und sein Umfeld haben es immer und immer wieder betont.

  • Wird jetzt wieder mit dem Finger in Richtung Brüssel gewiesen?

Sicher nicht! - Der wirkliche – sehr überraschende - Grund für diese Umbenennung ist nämlich der:

„Die Umfirmierung war Teil der vertraglichen Vereinbarung mit dem Investor!“

Womit eigentlich bewiesen wäre, dass der Verkauf des Nürburgrings an einen russischen Investor das war, was ich als „Zweitverkauf“ des Nürburgrings empfunden habe und nun auch so bezeichnen würde! - Davon war gegenüber der Öffentlichkeit – und der EU (!) - niemals die Rede. Eine solche „Unterstellung“ hat der Insolvenz-Sachwalter auch immer weit von sich gewiesen und so getan, als wäre der neue Investor in den bestehenden Vertrag mit „Capricorn“ eingestiegen. Schließlich hätte der den Firmenmantel übernommen.

Was wirklich war, wird jetzt durch die Umfirmierung der guten alten Nürburgring GmbH in ComNew Betriebs GmbH deutlich! - Wenn man genau hinsieht!

Motor-KRITIK kennt den

„BESCHLUSS DER KOMMISSION
vom 01.10.2014
STAATLICHE BEIHILFE DEUTSCHLANDS
SA. 31550 (2012/C) (ex 2012/NN)
zugunsten
des Nürburgrings

Dort findet sich auf Seite 27, in Absatz 56, der Satz:

„Sofern Anfang 2015 noch kein bestandskräftiger Kommissionsbeschluss vorliegt, werden die veräußerten Vermögenswerte auf ein neues Unternehmen („NewCo“) übertragen, an dem der Erwerber 95,1 % und ein unabhängiger Treuhänder 4,9% der Anteile halten wird.“

Von einer „ComNew Betriebs GmbH“ ist da keine Rede!

Es ist auch von vielen anderen Dingen die Rede, an die sich heute scheinbar niemand mehr erinnert. Erinnert man sich nicht mehr an die großartigen Pläne der „capricorn“-Firma, die heute nicht mehr existiert? Die hat ein Robertino Wild nicht nur dem Insolvenz-Sachwalter präsentiert, sondern die wurden auch – als Argument – der EU vorglegt und persönlich hat er sie auch den Bürgern von Nürburg – und vielen Nürburgring-Fans – auch noch in der Gemeindehalle von Nürburg vorgetragen! - Dazu ist sozusagen „zusammenfassend“ im o.g. Brüsseler Dokument auf Seite 25, Absatz 51, zu lesen:

„Am 11. März 2014 genehmigte der Gläubigerausschuss der insolventen Gesellschaften die Veräußerung an Capricorn (insbesondere an die capricorn NÜRBURGRING Besitzgesellschaft GmbH), zu, da Capricorn das eindeutig beste Angebot einschließlich eines Finanzierungsnachweises unterbreitet hatte.“

Der Insolvenz-Sachwalter, der Mann aus dem Zweier-Team vom 19. Januar 2017, sei erinnert:

  • „...einschließlich eines Finanzierungsnachweises“!!!

Dieser Fuchs versucht nun inzwischen weiter die Spuren zu verwischen. - Und bei der EU-Kommission in Brüssel hat man nichts gemerkt?

Kurt Beck ist kein Fuchs! - So hat er auch nicht seine Spuren verwischt, wurde schon mal in Ingelheim – bei Boehringer – gesichtet oder in Berlin, wenn ihn seine Aufgaben als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung nicht dazu zwingen, sich auf lange Auslandsreisen zu begeben.

Er wurde auch schon lange nicht mehr mit „der Frau an seiner Seite“ gesehen, die früher schon mal, als er noch als „König Kurt“ das Land Rheinland-Pfalz regierte, neben ihm bei Empfängen u.a. als schmückendes Beiwerk auftrat. Wie man hört: Auch nicht kostenlos. - Ein Fahrer der Landesregierung holte sie jeweils zu Hause ab und brachte sie auch wieder zurück. - War das wirklich alles?

Kurt Beck hatte immer Wichtigeres zu tun. Er war auch wohl der einzige Mann, der das Finanzierungs-Konstrukt (andere sagen: -Gewirr, -Verwirrspiel!) für das Projekt „Nürburgring 2009“ durchblickt und verstanden hat. - Jedenfalls hat er das so zum Ausdruck gebracht! - Er hat dann 2013 lieber den Posten eines Vorsitzenden einer Stiftung übernommen, war aus der Landes-Regierung „stiften gegangen“, um den Schmerz über seine „Zuckerkrankheit“ bei Boehringer lindern zu lassen. - Nicht unbedingt mit Tabletten!

Nachdem nun also viele Monate nach der Umfirmierung der insolventen Nürburgring GmbH (in Eigenverwaltung!) ins Land gegangen sind, während immer noch eine Reihe von Prozessen anhängig sind, könnte man nun – trotzdem – langsam bei der Abwicklung der Insolvenz die Kosten senken. - An einen Abschluss ist nicht zu denken; da hindern die noch laufenden Prozesse, wie meine Leser schon weiter oben lesen konnten.

  • Warum wird z.B. aber immer noch ein Insolvenz-Geschäftsführer Monat für Monat mit einem hohen Gehalt weiter bezahlt? - Aus der Insolvenz-Masse!

Oder will man auf eine Entscheidung vor einem europäischen Gericht warten, deren Ergebnis sowohl den Erstverkauf – aber erst recht den Zweitverkauf – in Frage stellen könnte. Dieser Prozess ist zwar noch gar nicht angelaufen, er wird aber auch wohl nicht mit Nachdruck betrieben!

Man vertraut wohl insgesamt dem alten Sprichwort:

„Die Zeit heilt alle Wunden.“

Und handelt entsprechend! - Schaut man einmal auf die Internetseite eines der Kläger, des eingetragenen Vereins „Ja zum Nürburgring“, so ist es dort auch seltsam still geworden. Es fließen keine Informationen mehr in Richtung Öffentlichkeit. Der Rechtsanwalt, der diesen ADAC-nahen Verein vor Gericht vertreten soll, lehnt natürlich auch jede Auskunft zum „laufenden Verfahren“ ab und verweist auf den Pressesprecher des Vereins.

Immerhin: Den gibt es! Der lebt auch noch, hat noch am letzten Wochenende bei der RCN-Siegerehrung 2017 am Nürburgring das Tanzbein geschwungen. - Zu mehr reicht‘s wohl im Moment nicht!

Insgesamt entsteht beim Betrachten „des Umfeldes vom Nürburgring-Skandal“ der Eindruck, dass der Fall „ausgetrocknet“ werden soll. Alle direkt Beteiligten haben sich in den Untergrund begeben, Namen verschwinden und – Geld verschwindet. - Immer noch! -

Man denke nur an die Frankfurter Rechtsanwalts-Sozietät, den Treuhänder mit der von der EU vorgeschriebenen „NewCo“, der die bisher als Kaufsumme geflossenen Gelder verwaltet und das evtl. noch Jahre machen wird. - Natürlich gegen eine kleine Schutzgebühr. - Wie man hört: Auch monatlich fünfstellig!

  • Alles aus der Insolvenz-Masse?

Die Opposition in Mainz hätte eigentlich allen Grund mal die Landesregierung zu fragen, wofür sie eigentlich noch verantwortlich ist oder wer für die ganze Entwicklung um die Abwicklung der Insolvenz in Eigenverwaltung der ComNew Betriebs GmbH nun die Verantwortung zu übernehmen hat? - Und:

  • Wer zahlt was – und wovon?
  • Und warum?

Auch bei der Gewerkschaft scharrt man inzwischen ungeduldig mit den Hufen, weiß aber wohl nicht so recht, wie man sich – ob so manch‘ enger Bindung – nun verhalten soll. - Dabei sollte eigentlich klar sein:

  • Die Gewerkschaft hat in erster Linie die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten.

Aber überall scheint man nach einem – auch – alten Sprichwort zu verfahren:

„In der Ruhe liegt die Kraft!“

Wenn auch klar ist, dass die Gerichte noch in Jahren mit der Aufarbeitung der Fälle (z.B. Bauschäden!) aus dem Umfeld der Projekts „Nürburgring 2009“ beschäftigt sein werden, dann sollte man zumindest nun zu einer kostensparenden Lösung bei der Abwicklung der Insolvenz in Eigenverwaltung (!) der Nürburgring GmbH – Pardon! - natürlich der ComNew Betriebs GmbH mit der HRB-Nr. 10234 finden.

  • Auch wenn es dasselbe ist, es ist nicht das Gleiche!

Vor allen Dingen sollte man nicht vergessen – wenn man schon (evtl.) an den EU-Beschluss vom 1. Oktober 2014 erinnern möchte – welche „Vorgaben“, von Capricorn ins Spiel gebracht wurden, die dort dann mit die Voraussetzungen für den für den von der EU gebilligten Verkauf bildeten.

  • Was ist denn davon bis jetzt umgesetzt worden?

Das Begleitschiff „capricorn NÜRBURGRING GmbH“ ist inzwischen längst untergegangen und zu einem russischen U-Boot mit dem täuschenden Namen „Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG“ geworden. Selbst die Behörden schauen derweil ein wenig verwirrt und hilflos auf deren Aktivitäten.

Motor-KRITIK denkt dabei aktuell an den letzten - am 30. Oktober 2017 erfolgten - größeren Crash auf der Nürburgring-Nordschleife während einer Drei-Tages-Veranstaltung dieser neuen Betreiber-Firma.

Und Capricorn? - Viele Organe scheinen die Übersicht verloren zu haben. Die Spuren scheinen sich zu verlieren. Die man verfolgen kann, ähneln kleinen Kinderhänden.

Das sind die Spuren des Dachses, der, wie jeder Jäger weiß, auch gerne einen der vielen Eingänge eines Fuchsbaues nutzt. Niemand weiß, ob sich Fuchs und Dachs dann in den dunklen Gängen zu Geheimgesprächen treffen. Das wird auch weiterhin ein Geheimnis bleiben!

Aber man sollte trotzdem auf die Spuren achten! - Denn sie sind nach wie vor deutlich zu verfolgen. - Wenn man genau hinschaut!

  • Der Fuchs scheint seinen Schwanz eingezogen zu haben!

Man sollte in Mainz und Koblenz, aber auch ganz besonders in Brüssel ebenso genau hinschauen, wie man das z.B. auch in Düsseldorf macht bzw. gemacht hat.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte!  

Man wird in Motor-KRITIK später davon lesen können! - Wo sonst?

MK/Wilhelm Hahne
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