VW-Claim: „Wir bringen die Zukunft in Serie!“

VW hat es sich mit seinen Werbe-Versprechen immer leicht gemacht. Der „Käfer“ bot mit seinem Verkaufserfolg in den 50ern auch allen Anlass. Mit „Millionen können nicht irren“, zog man in Wolfsburg damals Bilanz und ein Herr Nordhoff klopfte sich auf die Schulter. - Das ist Vergangenheit! - In der Gegenwart schoss man schon mal über‘s Ziel hinaus, wenn man z.B. den Polo Bluemotion-Diesel als den „sparsamsten Fünfsitzer Europas“ bewarb. Man hat ihn still und leise wieder vom Markt genommen. Das Versprechen war insgesamt – wie sich beim Verkauf schnell herausstellte – ein wenig zu vollmundig gewesen. Hinter der Werbefassade verbarg sich – wie wir heute wissen – so nebenbei ein Lügengerüst. - Und niemand ist verantwortlich? - In München hat man inzwischen einen in den Diesel-Skandal bei Volkswagen – angeblich – verwickelten Manager in Untersuchungshaft genommen. In den USA hat man gerade einen VW-Ingengieur – der geständig war – für 40 Monate ins Gefängnis gebracht und ihm eine Geldstrafe von 200.000 Dollar aufgebrummt. Er kam „so günstig“ weg, weil er geständig war. - Der Ex-VW-Chef – und eigentlich Verantwortliche – schweigt und genießt seine Münchner Umgebung mit u.a. Uli Hoeneß als Freund und als Mitglied im Aufsichtsrat des erfolgreichen 1. FC Bayern München. - Mit einem entsprechenden „Taschengeld“ des VW-Konzerns ausgestattet. - Und Wolfsburg sendet wie eh und je Positiv-Signale mit Werbesprüchen wie den oben im Titel. - Solche Sprüche hätten auch zum Dieselmotor mit der Entwicklungs-Nummer EA 189 gepasst. - Damals! - Das Ergebnis heute ist ernüchternd!

War dieses Versprechen mal ein „Versprechen“?

Oder hätte ich „Versprecher“ schreiben müssen? - Natürlich habe ich mich „damals“ auch gewundert und z.B. mit dem Käufer eines Polo Bluemotion Kontakt aufgenommen. Was ich damals feststellen konnte, habe ich in einem „Interview“ im Dezember 2007 festgehalten. Auf die Beschwerden des Polo-Käufers hatte damals der zentrale VW-Kunden-Service auch eine Antwort:

„Freunden Sie sich mit dem Gedanken an, einen Fehlkauf gemacht zu haben.“

Ich habe damals nicht verstanden, warum alle Welt so einen Bluemotion-Diesel „in den Himmel hob“. Mein Unverständnis habe ich z.B. auch in einer Geschichte verdeutlicht, die u.a. die Darstellung des VDA-Präsidenten zu dem Thema „Bluemotion“ zum Inhalt hatte. - Ich habe das alles damals für „dummes Geschwätz“ gehalten. Wer kommt auch schon auf die Idee, das im Inneren eines gernegroßen Konzerns zu einem bestimmten Thema etwas entstehen könnte, das man heute als eine kriminelle Vereinigung empfinden  könnte?

  • Das alles unter dem Vorsitz eines ahnungslosen Vorstandsvorsitzenden?

Ferdinand Piech war mit seiner „Flucht“ aus dem Wolfsburger Konzern - von den Medien als „Rauswurf“, einem „Abschieben“ durch Winterkorn empfunden – durchaus auf dem richtigen Weg. Er hat auch seine Frau nicht gefährden wollen. Sie hat unter den sich abzeichnenden Umständen gerne auf ihren Aufsichtsratsposten verzichtet.

Ich habe das Ausscheiden von Piech bei VW damals – exakt am 26. April 2015 – für VW als negativ empfunden und meine Geschichte getitelt:

„Rücktritt Piech: VW ist der Verlierer“

Das „Frachtschiff VauWeh“, geladen mit den Marken:

  • Audi
  • Bentley
  • Bugatti
  • Ducati
  • Lamborghini
  • MAN
  • Porsche
  • Scania
  • Seat
  • Skoda
  • Volkswagen

und weiteren Firmen, wie: Carmeq GmbH (Elektronik), Lion Air Services (Flugdienste), VW Kraftwerk GmbH, VfL Wolfsburg-Fußball GmbH, Volkswagen Originalteile Logistik, Volkswagen Service Faktory (u.a. Currywurst) und Versicherungs- und Leasing-Firmen u.a. versucht nun  – unter dem Motto „Alles Müller oder watt?“ - Fahrt in Richtung E-Automobile aufzunehmen und damit vom Diesel-Skandal abzulenken, der immer noch Millionen von Fahrzeugbesitzern belastet, die Fahrzeuge aus diesem Konzern fahren, versucht „die Zukunft in Serie“ zu bringen.

Inzwischen stehen auch Diesel-Automobile anderer Hersteller unter Betrugsverdacht, aber klar ist, dass die Käufer folgender VW-Marken und Dieselmodelle zu den in jedem Fall Geschädigten gehören. Wenn die nicht gerade in den USA ihren Wohnsitz haben, wird es nicht so einfach sein, vom Volkswagen-Konzern einen geldwerten Ausgleich zu erfahren:

  • Audi A1 (1.6 TDI, 2.0 TDI) (2009 - 2014)
  • Audi A3 (1.6 TDI, 2.0 TDI) (2008 - 2014)
  • Audi A3 (1.6 TDI Sportback) (Euro 6)
  • Audi A4 B 8 (2.0 TDI) (2007 - 2013) Audi A5 (2.0 TDI)
  • Audi A4 2.0 TDI Avant (Euro 6)
  • Audi A6 C6, C7 (2.0 TDI)(2008 - 2014)
  • Audi A6 (2.0 TDI Avant) (Euro 6)
  • Audi Q3 (2.0 TDI) (2011 - 2013)
  • Audi Q3 (2.0 TDI quattro)
  • Audi Q5 (2.0 TDI) (2008 - 2015)
  • Audi TT (2.0 TDI) (2008 - 2013)
  • SEAT Alhambra (2.0 TDI) (2008 - 2014)
  • SEAT Altea (1.6 TDI, 2.0 TDI) (2009 - 2015)
  • SEAT Ibiza (1.4 TDI, 1.6 TDI, SC 2.0 TDI) (2009-2015)
  • SEAT Leon II (1.6 TDI, 2.0 TDI) (2010 - 2012)
  • Skoda Fabia (1.6 TDI)
  • Skoda Octavia II (1.6 TDI, 1.6 TDI GreenLine, 2.0 TDI (Euro 6))(2009 - 2013)
  • Skoda Rapid (1.6 TDI) (2012-2015)
  • Skoda Roomster (1.6 TDI) (2010 - 2015)
  • Skoda Superb II (1.6 TDI, 2.0 TDI, 1.6 TDI GreenLine) (2008-2013)
  • Skoda Yeti (1.6. TDI, 1.6 TDI Greenline, 2.0 TDI) (2009 - 2014)
  • VW Beetle (1,6 TDI und 2,0 TDI) (2011 - 2014)
  • VW Caddy (1.6 TDI, 1.6 TDI BlueMotion Technology, 2.0 TDI, 2.0 TDI BlueMotion Technology der Zeit 2005 - 2014)
  • VW Eos (2.0 TDI)
  • VW Golf (1.6 TDI)
  • VW Golf VI (GTD, 1.6 TDI, 1.6 TDI BlueMotion,1.6 TDI BlueMotion Technology, 12.0 TDI, Variant, Cabrio, Golf Plus)
  • VW Golf VII 1.6 TDI Variant (Euro 6)
  • VW Jetta
  • VW Passat (1.6 TDI, 2.0 TDI, 2.0 TDI Variant)
  • VW Polo (1.6 TDI, 1.6 TDI Blue Motion Technology)
  • VW Polo (1.6 TDI)
  • VW Scirocco (2.0 TDI, 2.0 TDI BlueMotion Technology)
  • VW Sharan I und II (2.0 TDI BlueMotion Technology, 2.0 TDI BlueMotion) (2008 - 2014)
  • VW Tiguan (2.0 TDI) (2007 - 2015)
  • VW Touran (1.6 TDI, 2.0 TDI) (2005 - 2014)
  • VW T5 Multivan (2.0 TDI) (2009 - 2013)
  • VW T6 Transporter 2.0 TDI
  • VW Transporter (2008 - 2015)

Nicht nur die 2.0 Liter Dieselmotoren, auch 3.0 Liter Dieselmotoren folgender Hersteller aus dem VW-Konzern sind betroffen.  

  • Audi A 5 3.0 TDI
  • Audi A 6 3.0 TDI
  • Audi Q 5 3.0 TDI
  • Audi Q 7 3.0 TDI
  • Porsche Macan S 3.0 diesel
  • Porsche Cayenne S 3.0 diesel
  • VW Touareg 3.0 TDI
  • VW Phaeton 3.0 TDI
  • VW Amarok 3.0 TDI  

Aber es gibt inzwischen auch in Deutschland Rechtsanwalts-Sozietäten, die sich in Sachen Diesel-Skandal ein wenig spezialisiert haben und inzwischen auch einige Erfolge verzeichnen können.

Speziell für geschädigte VW-Leasing-Kunden und -Großabnehmer habe ich gerade am 8. November 2017 einen Tipp gehabt.

Andere seien auf:

Rogert & Ulbrich
Rechtsanwälte in Partnerschaft
Königsallee 2b
40212 Düsseldorf

hingewiesen. Natürlich gibt es auch andere Rechtsanwälte, die sich erfolgreich für ihre durch VW geschädigten Mandanten einsetzen.

Tatsächlich wird man sich aber wohl kaum ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts mit seinen Ansprüchen durchsetzen können, zumal als Vertragspartner in den meisten Fällen eines Bar- oder Kreditkaufs zunächst der Händler der „Ansprechpartner“ wäre. - Bei Leasing-Käufern kann das anders sein. - Dazu finden Sie Hinweise in meiner o.e. Geschichte.

Diese Geschichte wird hier zu diesem Termin im Interesse vieler geschädigter Motor-KRITIK-Leser eingestellt, da bestimmte Rechtsansprüche zum Jahresende zu verfallen drohen. Da bedarf es dann schon des rechtzeitigen Kontakts zu einem Rechtsanwalt.

Motor-KRITIK möchte mit dieser Geschichte dazu eine kleine Hilfestellung leisten. - Mehr nicht!

MK/Wilhelm Hahne
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