2018-10

VLN im Herbst 2018: Kriegsähnliche Zustände?

Wenn jetzt jemand meint feststellen zu müssen, dass ich offenbar nicht wisse was Krieg ist, so muss ich lächeln. Denn wer von meinen Lesern hat schon den 2. Weltkrieg erlebt? - Ich selbst habe vom Beginn des 2. Weltkriegs am 2. September 1939 erfahren, als in der Frühe bei uns der Postmann zweimal klingelte. Zusammen mit meinem Vater ging ich zur Tür. Durch‘s Oberlicht über der Haustür warf die Morgensonne ein streifiges Muster auf der Terazzoboden des Flurs. Der Briefträger – in Uniform und mit großer Ledertasche vor dem Bauch – begrüßte meinen Vater mit einem freundlichen „Guten Morgen“ und der Feststellung: „Jetzt haben wir Krieg!“ - Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht was Krieg war! - Heute weiß ich nicht, ob die VLN noch Sport ist! - Ich empfinde die Abläufe und Geschehnisse dort – aufgrund meiner Erfahrungen mit Krieg und Sport – als „kriegsähnlich“. So auch die Abläufe beim 8. Lauf des VLN-Langstreckenpokals am Nürburgring zur Langstreckenmeisterschaft 2018. - Es genügt nicht, am Ende eines Rennens die „Besonderheiten“ eines VLN-Rennens in den einzelnen Boxen erregt zu diskutieren. Man muss Details öffentlich machen, um den Titel zu dieser Geschichte zu verstehen:

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SIM-salabim: Der DMSB entdeckt neue Geldquelle!

Der DMSB, der Deutsche MotorSport Bund, ist der nationale Vertreter der FIA, der Fédération Internationale de l’Automobile in Paris, des internationalen Dachverbandes für den Automobilsport. Der DMSB musste in den letzten Jahren dadurch auffallen, dass er praktisch auf keinem Sektor des Automobilsports in Deutschland, die jeweilige Sparte weiter entwickelte, zukunftsträchtig ausbaute, ihr eine Basis, ein ordentliches Fundament gab, sondern dass jeweils das Abkassieren im Vordergrund steht. Ich kenne persönlich keine Sparte, gleich ob Kart, Rallye, Rundstrecke oder andere, in denen nicht über die Falsch- und Überreglementierung des DMSB geklagt würde, wo man in der Praxis darunter leidet. - Um es kurz zusammen zu fassen: Der DMSB entwickelt nirgendwo die Strategien, die eigentlich notwendig wären, um die jeweiligen Sparten zukunftsfähig auszubauen ihnen eine kräftige Basis zu geben. - In einer solchen Phase erreicht Motor-KRITIK eine Pressemitteilung des DMSB, die mit „DMSB erkennt SimRacing als Motorsport-Disziplin an“ überschrieben ist. - Der erste Satz aus der Pressemitteilung lautet: „SimRacing gilt ab sofort als offizielle Motorsport-Disziplin.“ - Dazu fällt mir dann im Moment eigentlich nichts mehr ein - aber dann doch der bessere Titel:

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VLN 8 im Herbst 2018: Bunt – aber weniger Starter!

Seit ein paar VLN-Läufen versuche ich hier in Motor-KRITIK die wirklichen Starterzahlen bei den Rennen vorherzusagen. Natürlich erst, nachdem der Veranstalter jeweils die „Vorläufigen Teilnehmerzahlen“ veröffentlicht hat. Das geschieht jeweils am Mittwoch vor einem VLN-Lauf. Meine Schätzungen waren bisher immer deutlich niedriger – aber passend und jeweils ganz nahe an der Realität, wenn es nach dem Training zur Startaufstellung ging.

Nachdem am Tag der Deutschen Einheit der Veranstalter des 50. Rennen um den ADAC-Barbarossa-Preis veröffentlicht hat, versuche ich es heute wieder. Der Veranstalter hatte gestern die

„Vorläufige Teilnehmerliste“ mit 155 Startern

veröffentlicht, die sich normalerweise um ein paar reduzieren, die während der Einstellfahrten am Freitag und dem Training am Samstag durch technische Defekte oder Unfall ausfallen. Das sind aber im Normalfall keine hohen Zahlen.

Der Veranstalter, der MSC Sinzig e.V. im ADAC hatte schon ab Montag, 01.10.2018, um 12 Uhr die Übersicht, denn da war Nennungsschluss. Lt. Ausschreibung sind 210 Starter in drei Startgruppen á 70 Teilnehmer auf der 24,358 km langen Strecke des Nürburgrings zugelassen.

Nach meiner Vorabschätzungen werden

138 Fahrzeuge am Start sein, die einzelnen Startgruppen also wesentlich kleiner ausfallen.

Auch bei diesem VLN-Lauf, dem 8. Wertungslauf zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft in 2018, ist gegenüber den Vorjahren ein klarer Rückgang gegenüber den Vorjahren festzustellen. Die höchste Starterzahl gab es da 2014 mit 176 Startern an der Startlinie zum Rennen. Das Rennen wurde aber wegen Nebel nicht gestartet, das Rennen abgesagt. Der Durchschnitt in den letzten 5 Jahren betrug exakt 164,6 Fahrzeuge am Start.

Lassen wir – meine Leser und ich – uns mal überraschen, wie weit die heute hier in Motor-KRITIK genannte Teilnehmerzahl von der Realität entfernt ist. Oder anders: Wie nahe ich mit meiner Schätzung der Realität bin. - Was dann evtl. Fragezeichen aufwerfen würde!

Aber – wie die VLN selber auf ihren Internetseiten feststellt – wird es bei der „bunten Mischung“ und dem zu erwartenden schönen Wetter sicherlich ein schönes Rennen werden, „dürfen sich die VLN-Fans auf einen fantastischen Renntag freuen“.

Wenn‘s Besonderheiten gibt, werden meine Leser sie hier in Motor-KRITIK genannt und erklärt bekommen.

MK/Wilhelm Hahne
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„Toto“ Wolff: Der „Große Manitu“ der Formel 1?

Ich habe den Eindruck, dass er das inzwischen ist. Sein Team bestimmt die WM 2018. Er entscheidet auch, ob er auf bestimmte Fragen antwortet. Im Fernsehen macht er das so, dass ihm niemand böse sein kann. Eben mit österreichischem Charme. Er wurde im Leben von vielen Einflüssen angeregt, aber er hat eigentlich niemals sein eigentliches Lebensziel – ob nun bewusst oder unbewusst – aufgegeben. Seine persönliche Karriere hat zwar in seinem Leben immer eine zentrale Rolle gespielt, aber er hat sein Wissen, sein Können, seine Autorität immer „gut verkauft“, charmant genutzt.

Ich habe ihn – er war „damals“ gerade Zwanzig – ein wenig beobachtet und bin eigentlich davon fasziniert, wie gradlinig er seinen Weg – bis jetzt hin zu einer Führungspersönlichkeit in der Formel 1 – gegangen ist. Auch wenn niemals und irgendwo davon die Rede war und ist: Sein Großvater war für seine berufliche Entwicklung sehr wichtig.

Jetzt in Russland hat er mit seinen Entscheidungen mal wieder die Formel 1 dominiert. Dabei ist die – finde ich – schon ein wenig langweilig geworden, scheinbar auf dem gleichen Weg, den die DTM schon vorher gegangen ist.

Das Bedeutendste in Sotschi war eigentlich, dass es dort wieder Grid-Girls gab, der 21. Geburtstag von Max Verstappen, der im Rennen den schließlichen Gewinnern, die wie „Taxifahrer“ unterwegs waren, einmal zeigte, dass man auch auf einer solchen Strecke überholen kann. Er fuhr von Startplatz 19 bis an die Spitze. Und das mit einem Renault-Motor, der intern der B-Kategorie zugeordnet wird. Der Zwang zum Reifenwechsel brachte ihn dann von der Spitze auf Platz 5, den er schon vor dem Rennen angekündigt hatte.

Es gab 20 Starter, einen Sieger durch Teamorder, 7 Fahrzeuge beendeten das Rennen in der gleichen, der 53. Runde, 8 waren einmal, 3 zweimal überrundet, 2 weitere waren nach vier Runden ausgefallen. - Als Zuschauer versteht man die Abläufe im Rennen eigentlich nur, wenn man das umfassende Regelwerk, einschl. Strafenregister beherrscht. - Toller Sport!

Ich habe in dieser Saison schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass der Formel 1-Sport schon so seine Eigenheiten hat, die mir z.B. ein „Toto“ Wolff nicht gerne erklären möchte. Ich akzeptiere das, weil ich um seine Art weiß und sie – lächelnd – hinnehme. Das schließt allerdings nicht aus, dass ich nachfolgend meinen Lesern einmal in einer Vergleichstabelle verdeutlichen möchte, was mir bei der Formel 1 nicht gefällt bzw. auffällt.

Hier habe ich einmal Daten aus dem letzten VLN-Rennen, Lauf 7, aus dem letzten MotoGP-Lauf und eben aus dem Grand-Prix vom Wochenende in Russland verarbeitet. Um die Unterschiede vergleichbar zu machen, habe ich die Zeitdifferenzen zwischen den jeweiligen Qualifying-Zeiten und den schnellsten Rennrunden auf 1 Kilometer zurück gerechnet. - Wenn ich – bzw. Motor-KRITIK – in den letzten Wochen zur Erklärung der Differenzen in der Formel 1, keine Antwort von Mercedes erhalten habe, so verstehe ich das zwar, aber dann so, das es „Toto“ Wolff leider zur Zeit unmöglich ist, dazu etwas zu sagen, bzw. sagen zu lassen. - Es könnte der Formel 1 insgesamt wohl schaden.

  • So schadet sich die Formel 1 dann weiter selber!

Ich werde jedenfalls mit dieser Geschichte meine Kommentare zur Formel 1 in 2018 einstellen, wohl dann noch später noch mal etwas schreiben, wenn Lewis Hamilton Weltmeister geworden ist.

MK/Wilhelm Hahne
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