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MK-Überprüfung: Mercedes gibt es nicht bei Amazon!

Ich wäre aus der Sicht eines Mercedes-Verkäufers, in vielen Lehrgängen perfektioniert, sicherlich sogar als Interessent für eine neue Mercedes-C-Klasse glaubhaft. Aber ich brauche nach Prospekten nicht zu fragen. - Ich hatte schon vor Monaten bei einer offiziellen Mercedes-Vertretung vorbei geschaut. - Und habe dazu auch eine Geschichte geschrieben. (Mit einem Klick sind Sie als Leser da!) Da muss man beinahe fragen: Warum gibt es noch Mercedes-Verkäufer?“ - Sicherlich auch, weil doch jemand in den Mercedes-Läden sein muss, der diese Information dem Kunden vermittelt.- Kleiner Scherz! - Ich habe den Eindruck: Man ist an alten Leuten nicht mehr interessiert. - Also spiele ich am Computer mal den „jungen Mann“. Aber ehrlich: Ich habe Mercedes bei Amazon auch nicht gefunden! - Vielleicht sollte ich unter „Wühltisch“ noch einmal suchen.

Der diese Situation geschaffen hat, trägt den Namen Dr. Jens Thiemer. Das ist ein moderner und studierter Marketing-Mensch. Er trägt sogar zu Recht einen Doktor-Titel. - Auch seine aktuelle Situation ist eigentlich klar: Er hat er bei Mercedes gekündigt. Darum ist er dort – ab sofort - auch nicht mehr tätig. - Wohl noch die Agenturen, die Dr. Thiemer speziell für Mercedes aufstellen ließ.

Die haben zwar inzwischen auch zusätzlich andere Kunden, aber Mercedes bleibt das Herz der Betreuer. - Nur der „Schöpfer“ dieser neuen „Kunden-Informations-Linie“ fehlt. Der wollte die Marke verjüngen, in ihrem ganzen Verhalten modern – jung eben – nach draußen darstellen.

Da hat sich sogar der Vorstandsvorsitzende einer neue  Kleiderordnung unterworfen, liebt scheinbar unkonventionelle Auftritte in Jeans und Turnschuhen. Natürlich nur, wenn es dem Geschäft nicht schadet. Asiatischen  Geschäftspartnern wird er z.B. schon in dunklem Anzug, passendem Hemd und Krawatte gegenüber treten. - Da muss man dann schon mal „gediegen“ sein.

Dass es in Mercedes-Läden für neue Modelle keine Prospekte mehr gibt, liegt auch auf der Linie, die Dr. Thiemer bei Mercedes durchzusetzen versuchte. Er wollte schon Besonderes schaffen, wähnte sich auf dem Weg in Richtung Marketing-Vorstand. Und setzte so manche „moderne Lösung“ gegen interne Widerstände durch.

Es wirkt ein wenig grotesk, dass Dr. Thiemer, der Schöpfer eines neuen Marketing-Konzepts, das sich – typisch für die Schwaben – mit „Mercedes reloaded“ beschreibt, nun gerade aktuell von einer Fachjury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Agenturen per Online-Voting zu den 10 Finalisten des Deutschen Marketing Preises 2018 ausgewählt wurde. - Wer den Titel schließlich gewinnt, wird noch entschieden.

Wer bei der Ehrung durch den Deutsche Marketing Verband, die nun bereits zum 45. Mal vorgenommen wird, nicht als Mercedes-Mitarbeiter dabei sein wird – gleich ob als 1. oder 10. - ist Dr. Jens Thiemer, da er nicht mehr in der Stuttgarter Personalabteilung als Mitarbeiter geführt wird.

Frau Britta Seeger, Mitglied des Vorstandes der Daimler AG, verantwortlich für den Vertrieb der „Mercedes-Benz Cars“ widmete ihm folgenden „Nachruf“:

"Mit seinem visionären Gestaltungswillen und seiner großen Leidenschaft hat Jens Thiemer über viele Jahre erfolgreich und nachhaltig die Marke Mercedes-Benz modernisiert und auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Ich danke Jens für seinen erfolgreichen Einsatz in den letzten Jahren und wünsche ihm nur das Beste für seine Zukunft"

Da wird man dann als Journalist hellhörig. Solche Sätze hört man sonst nur auf Beerdigungen. - Aber erste Recherchen ließen darauf schließen, dass es da wohl interne Sprachregelungen gibt.

Also wurde der Hebel anders angesetzt. Warum sollte ein bei Mercedes auf seinem Gebiet – dem Marketing – so erfolgreicher Mann (s. Frau Seegers „Nachruf“) plötzlich das Handtuch werfen, da doch seine Strategie offensichtlich als Langzeitstrategie angelegt war und noch nicht in allen Details glänzen konnte?

Dr. Thiemer, so musste ich bei weiteren Recherchen zunächst feststellen, hat in seinem Vertrag eine Wettbewerbsklausel. Folglich müssen wir uns in den nächsten Monaten keine Sorgen machen, dass sein Einkommen unter dem Existenz-Minimum liegen wird.

Erstaunt waren wir aber feststellen zu müssen, dass Dr. Thiemer seine – zumindest für uns – überraschende Kündigung auch nicht mit seiner Frau abgesprochen hatte. - Auch die wurde von der plötzlichen Kündigung ihres Mannes überrascht. - Es war also eine Spontan-Kündigung!

Die Ehefrau des Dr. Thiemer arbeitet übrigens – auch das ist nun delikat – bei einer Mercedes-Niederlassung in München.

Bei nüchterner Einschätzung aller mir bekannt gewordenen Umstände hat Mercedes, bzw. die Daimler AG hier einen personellen Abgang nach draußen etwas geschönt dargestellt, da man sich zu den schon öffentlich gewordenen Affären nicht noch eine weitere einhandeln wollte.

Es verstärkt sich der Verdacht, dass Dr. Thiemer mit der Dame Seegers ein wenig aneinander geraten ist und daraus für sich die Konsequenzen gezogen hat. In diesem Zusammenhang ist zu hören, dass Dr. Thiemer nicht nur von der Vorstands-Dame Seegers als ziemlich arrogant im Auftreten empfunden wurde.

Das hat wohl seine Karriere bei der Daimler AG, seine Arbeit für Mercedes-Benz, dann doch früher in seiner letzten Marketing-Position beendet, als er selber gedacht hatte.

Sein Ziel war es eigentlich, Marketing-Vorstand zu werden.

MK/Wilhelm Hahne
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Gewerbepark: Beweis für Perfektion am Nürburgring?

Eigentlich wollte ich an diesem Tag meinen Bericht über den 4. VLN-Lauf der Saison 2018 auf diesen Internetseiten einstellen. Von der Teilnehmerzahl hatte er sich so dargestellt, wie von mir erwartet und vorhergesagt worden war. Aber es gab dann Ereignisse von solcher Tragweite, die nach Ansicht des verantwortlichen „Race-Directors“ sogar eine richtige Siegerehrung nach dem Rennen unmöglich machten. Das Ergebnis des Rennens ist bis zu diesem Zeitpunkt „vorläufig“. Und es gibt auf der Internetseite der VLN eine Darstellung in der es heißt:

Da möchte ich nicht mit einer Motor-KRITIK-Berichterstattung vorgreifen. Der um Perfektion in der Serie bemühte VLN-Verantwortliche hat nun die Auflösung des Falles in die bewährten Hände von DMSB-Funktionären gelegt. Das lässt das Ergebnis mit Spannung erwarten. Weil auch die DMSB-Lösungen in den letzten Jahren schon sehr gewöhnungsbedürftig waren. - Entsprechend wurden sie auch von mir kommentiert.

Darum werde ich von dem „Kompetenz-Team“, wie es insgesamt für – und in – der VLN tätig ist, auch gerne als „von gestern“ oder sogar „vorgestern“ empfunden. Weil ich – meint man – offenbar nicht mitbekommen habe, dass sich auch im Amateursport, dem Basis-Motorsport, einiges ändern muss, um in unseren modernen Zeiten nicht unterzugehen.

Man muss den neuen „Perfektionisten“, als die sie sich gerne darzustellen versuchen, darum auch Zeit geben, aus einem „vorläufigen Rennergebnis“ ein „endgültiges“ zu machen, eins, mit dem die Herren von VLN und DMSB ihre Kompetenz im „Renngeschäft“ einer breiten Öffentlichkeit verdeutlichen können.

Von Rennfahrern – auch Amateuren – werden Entscheidungen in Millisekunden erwartet. Die Motorsport-Funktionäre entscheiden vorbildhaft (?) nach Tagen!

Darum habe ich mich entschlossen, heute mal eine freundliche Bildergeschichte auf den Motor-KRITIK-Seiten zu plazieren. Das Dumme ist nur, dass ich – hoffentlich - das Gewerbegebiet zwar „freundlich“, als ein Gewerbegebiet in einer Urlaubslandschaft für meine Leser darstellen kann, aber dass mir dann beim Fotografieren schon wieder Dinge auffallen mussten, die dafür sprechen, dass auch bei dem hier gegründeten „Zweckverband“ Leute ihre Aufgaben nicht so richtig ernst nehmen. Es fehlt auch hier ein wenig an Perfektion. - Es tut mir leid, dass es auch in diesem Fall wieder Motor-KRITIK mit diesem „schrecklichen alten Mann“ ist, der auf „kleine Schwächen“ hinweisen muss.

Täglich rollen hier große Lkw‘s in Gewerbegebiet. Exakt wird es von den Gründern als „Gewerbepark am Nürburgring“ bezeichnet. Und man war wohl darum bemüht, den suchenden, ortsfremden Lkw-Fahrern – oder auch anderen Besuchern – dieses Suchen nach bestimmten Firmen in diesem Gewerbepark so leicht wie möglich zu machen.

Eigentlich hätte man die Schilder auch verkehrt herum aufstellen können, obwohl sie praxisgerecht konzipiert sind. Auf dem Hinweisschild, von dem sowohl auf der östlichen, wie westlichen Zufahrt je eins gibt, ist mit den Namen der Firmen so bestückt, dass sie jederzeit mit einem Schraubenzieher auszutauschen sind. - Dumm nur, das Schraubenzieher wohl so teuer sind, dass der Zweckverband sich bis heute nicht zu einer Anschaffung entschließen konnte. - Oder es fehlt an Schraubern, die wahrscheinlich nur mit einem entsprechenden Diplom – vergleichbar mit dem „DMSB-Nordschleifen-Permit“ ihre Arbeit aufnehmen dürfen.

Wie ein Blick auf das „westliche“ Schild zeigt, sind auch hier nur die Gewerbetreibenden der „ersten Stunde“ fest verschraubt. Bei Fiat residiert längst BMW, wo man sich speziell auch der E-Sparte des Automobils annimmt. KFB-Extramobile gibt es längst nicht mehr. Einmal war es ein Konkurs, der für Ruhe sorgte; dann war es ein chinesischer Käufer der sich um die Firma bemühte, die dann aber wieder den Besitzer wechselte, um nun von einem Mieter ganz anders genutzt zu werden. Bridgestone hat sein Versuchszentrum an Nürburgring längst verkauft, Werner Bluhm ist schon vor einer Reihe von Jahren verstorben, die Immobilie wurde verkauft, und… -

Auch Schilder können wirklich „alt aussehen“, wenn sie von einem alten Mann einmal genauer betrachtet werden. Junge Leute sind offensichtlich auf solche Schilder nicht mehr angewiesen. Sie reisen auf einer Route an, die das Navigationsgerät vorgibt. - Wenn deren Software gepflegt ist, kommen sie auch richtig an.

Nun mal zu ein paar stimmungsvollen Aufnahmen, die zeigen, wie schön dieses Gewerbegebiet in die Landschaft eingebaut wurde. Man ahnt nicht nur den Nürburgring, man sieht sogar die Nürburg. Und selbst „strenge Zäune“ wirken in dem Kontrast zu einer blühenden Landschaft gar nicht so abschreckend, wie sie eigentlich sein sollen.

Und überall wehen bunte Fahnen, die hier – neben dem vielen Grün – das Bild von einem zweckgebundenen Gewerbegebiet deutlich auflockern. Es hat mir Spaß gemacht, einmal in Ruhe das Gewerbegebiet zu durchstreifen, das ich sonst meist auch nur anfahre, um bestimmte Gesprächspartner zu erreichen.

Hier mal ein Blick auf Firmenschilder und Hinweise, die man auch auf der „Gottlieb-Daimler-Straße“ finden kann, die man aber auf den großen Hinweistafeln vermisst. - Schade eigentlich! - Denn hier im Gewerbegebiet ist wirklich eine Menge los.

Hier findet man auch die Firma Manthey, die durch ihren Besitzer – der einmal ein hervorragender Rennfahrer war – landauf, landab – aber auch weltweit bekannt ist. Porsche ist inzwischen an diesem Betrieb beteiligt, den Manthey an junge, dynamische Geschäftsleute verkauft hatte. - In dem Zelt, dass ich durch einen Zaun vom Nachbargrundstück fotografierte, lagert man Porsche-Wettbewerbsfahrzeuge nach einem Umbau so lange ein, bis sie dann irgendwo hin verladen werden.

NETT ist übrigens die Firma, die sich am Nürburgring nicht nur um den Aufbau der FIA-Zäune verdient gemacht hat, sondern auch die Leitplanken an der Rennstrecke wartet, sie z.T. schon während eines Rennens richtet oder austauscht, aber schon lange vor der Schaffung des Gewerbegebiets für den Nürburgring tätig war. Von Adenau aus. - Hier im Gewerbegebiet wurden also nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern hierhin wurden auch Arbeitsplätze verlegt, weil die Nähe zum Nürburgring hier bessere Voraussetzungen schuf. - Der Bau einer Tiefgarage ist dagegen bei VW wegen des Diesel-Skandals gescheitert. Geblieben ist eine Baugrube, in der jetzt schon mal einzelne Fahrzeuge parken.

Natürlich will diese Geschichte nicht Hinweisschilder ersetzen, sondern nur den Lesern einen Eindruck vermitteln, was es sonst im Nürburgring-Umfeld so alles gibt. - Berichtenswertes! - Und es gibt noch weitaus mehr interessante Firmen in diesem Gewerbegebiet.

Aber das sollte sich auch auf den Hinweisschildern an der östlichen und westlichen Zufahrt widerspiegeln. - Meinen wir bei Motor-KRITIK.

Der „Gewerbepark am Nürburgring“ ist längst nicht so armselig bestückt wie die Hinweistafeln!

MK/Wilhelm Hahne
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F1 in Silverstone: Strafen spielen keine Rolex!

Obwohl die Formel 1-Veranstaltungen auf mich in letzter Zeit mehr den Eindruck von Kirmes-Veranstaltungen vermittelten, ging es in Silverstone/England an diesem Wochenende richtig sportlich „zur Sache“. Natürlich ging das auch nicht ohne „professionelle“ Strafen ab.

Als Vettel vor Kurzem in der ersten Kurve Bottas „abschoss“ gab es 5 Strafsekunden für Vettel. Diese Strafe war verdient und nicht zu beanstanden. Heute gab es in Silverstone für das gleiche Vergehen von Raikkönen an Hamilton dann 10 Strafsekunden, die ein Raikkönen – wie im Interview nach dem Rennen deutlich wurde – ungerührt zur Kenntnis nahm.

Er war sich seiner Schuld bewusst. Er hatte den Fehler nicht bewusst begangen. Nach seiner Aussage war beim Anbremsen das linke Hinterrad stehen geblieben, was seinen Bremsweg leider etwas verlängerte. Er endete im Hinterrad von Hamiltons Mercedes.

Raikkönen meint, dass die Strafe von 10 sec verdient war. Für ein Vergehen, für das von Sebastian Vettel begangen, davor mit 5 sec bestraft wurde.

Hamilton war nach der ersten Kurve nach dem Start so plötzlich – und unerwartet – Letzter. Es war eindrucksvoll, wie dieser Lewis Hamilton dann durchs Feld pflügte, um am Ende der 11. Runde schon auf Platz 6 zu sein und am Ende auf Platz 2 abgewunken zu werden. - „Toto“ Wolff scheint noch nicht begriffen zu haben, was er an Lewis Hamilton hat!

Wie bisher in dieser Saison üblich, haben wir bei Motor-KRITIK eine Tabelle erstellt, der man entnehmen kann, wer die schnellste Runde im Rennen fuhr, weil das einen Eindruck von der fahrerischen Leistung vermittelt. Tatsächlich fuhr dieses Mal wirklich der Sieger des Rennens, Sebastian Vettel, die schnellste Rennrunde. Obwohl auf der Rennstrecke Silverstone gegenüber dem letzten Jahr eigentlich alles besser geworden war – z.B. die Rennstrecke durch einen neuen Asphaltbelag – konnte er nicht den Rundenrekord verbessern, den Lewis Hamilton im letzten Jahr mit einer Zeit von 1‘30.621 min aufgestellt hatte.

Für mich wieder beeindruckend: Die Leistung von Fernando Alonso, der nicht nur von Startplatz 13 kommend auf Platz 8, sondern von 20 Startern auch die zehntschnellste Rennrunde fuhr.

Auch dieses Mal haben wir eine weitere Tabelle erstellt, der man entnehmen kann, wer von den „Sechs Verdächtigen“ unter den 20 Teilnehmern am Ende der Veranstaltung die geringste Zeitdifferenz zwischen seiner besten Zeit im Qualifying 3 und seiner schnellsten Rennrunde nachweisen konnte. Die Differenz ist bei Formel 1-Rennen erstaunlich groß. Im Beispiel Silverstone auch deswegen, weil der Kurs mit 5.891 Metern auch ein wenig längerf als bei anderen Formel 1-Kursen ist. - In Silverstone war es nicht einer der schnellsten im Qualifying, der in Relation zur schnellen Rennrunde mit der kleinsten Differenz aufwarten konnte. Es war Daniel Ricciardo, der bei dieser Wertung eine knappe Sekunde weniger brauchte, als sein hochgelobter Teamkollege Max Verstappen.

Eine solche Übersicht verdeutlicht auch, wie viel Mehr-Power bestimmte Fahrzeuge in Qualifying 3 abrufen können, um auf den besten Startplatz zu kommen. Und das ist nun mal der ganz vorne.

Auffallend aber auch, wie viel Power die beiden Ferrari dann beim Rennstart abrufen konnten. Abgesehen davon, dass beide sehr gut über die Distanz gebracht wurden.

Nun wird es auch langsam Zeit, dass bei Mercedes der Hamilton-Vertrag abgezeichnet wird, weil man sonst evtl. demnächst an der Mercedes-Destination im Fahrerlager ein Schild mit dem Text aushängen müsste:

„Junger Mann zum Mitreisen gesucht!“

Schon bald sind vom neuen Besitzer der F1-Rechte 23 Veranstaltungen als bisher 21 übers Jahr geplant. Eigentlich sind auch 21 schon zu viel – meine ich. Aber ich habe bisher die Formel 1-Rennen immer primär als Sport, nicht als Geschäft empfunden.

Da scheint sich wohl etwas verändert zu haben. - Und nicht nur da. - Wie man an diesem Wochenende, am Samstag, auch bei der VLN 4 erleben konnte.

Der Sport wird eben immer „professioneller“!

MK/Wilhelm Hahne

PS: Wer hat da gelacht?

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Mercedes-F1-Renner auch nicht mehr Premium?

Nach Jubelschreien der Gruppe um „Toto“ Wolff, nach dem Start zum Österreich-Grand-Prix, bei dem sich Lewis Hamilton geschickt an die Spitze gesetzt und Valtterie Bottas sich mit großem Einsatz wieder auf Platz zwei zurück gekämpft hatte, kam dann später die Ernüchterung, nachdem Bottas mit einem Hydraulikschaden ausfiel, die Rennleitung ein „virtuelles Safetycar“ verordnete und das Strategie-Team, durch den Ausfall von Bottas ein wenig abelenkt, es versäumte, Lewis Hamilton an die Box zu holen, um die langsamere Fahrweise des gesamten Feldes – wegen des „virtuellen Safetycars“ - zu nutzen, um einen Reifenwechsel vorzunehmen.

Dann war diese Chance zu schnell vorbei – und beim zu späteren Reifenwechsel fiel dann Hamilton so weit zurück dass man ihm, um den Rückstand wieder auszugleichen, „Feuer frei“ gab. Hamilton hatte sicher nichts dagegen, rief die volle Motorleistung ab, hat aber doch zurückgefragt, ob er wirklich so weiterfahren könne. - Der Mercedes-Befehlsstand bestätigte mit „Ja“. - Und Hamilton fiel dann später mit Benzinpumpenschaden aus? - Hört sich jedenfalls gut an.

So trat dann – gemessen an den Rennergebnissen der Vergangenheit – der seltene Fall ein, dass am Ende des Rennens unter den ersten Zehn, 6 Fahrzeuge mit Ferrari-Motor, 2 mit Renault-Motor und 2 mit Mercedes-Motor waren. Die letzteren aber auf den Plätzen sieben und acht. Mercedes-Motoren in „Kunden“-Fahrzeugen. - Die „Premium“-Renner waren „unglücklich“ ausgeschieden, was bei hunderttausenden Mercedes-Rückrufen in diesem Jahr zwar nur „weit hinter dem Komma“ Zahlen verändert, dafür aber um so deutlicher am Image kratzt.

In der Motor-Kritik-Auflistung der schnellsten Rennrunden, die beim Österreich-Grand-Prix gefahren wurden, taucht aber noch ein Werks-Mercedes auf: Der von Lewis Hamilton auf Platz drei. Der von Bottas schon deshalb nicht, weil der im ersten Renndrittel ausfiel. Da ist der Tank noch so voll, dass keine Super-Runde möglich wurde. Die werden erst gegen Ende des Rennens gefahren. Hier war dann Kimi Raikkönen mit richtig Einsatz unterwegs, mit dem er dann auch auf dem Red Bull-Ring einen neuen Rundenrekord fuhr.

Die „alten Leute“ waren hier – mal wieder richtig gut. Ich finde nämlich auch den 9. Platz bei den schnellsten Rennrunden durch Fernando Alonso bemerkenswert, der aus der Boxengasse gestartet, noch auf Platz acht das Rennen beendete. Natürlich war dieses Ergebnis auch von den Ausfällen mit bestimmt, die – logischer Weise – alle vor ihm notiert wurden. 

In der Liste der Fahrzeuge, die man bisher zu den „siegverdächtigen Konkurrenten“ rechnen musste, je zwei Mercedes, Ferrari und Red Bull, ist auch Raikkönen der, der in der Differenz zwischen schnellster in Q3 gefahrener und schnellster Rennrunde die geringste Differenz aufweist. Und nicht Verstappen, der diesjährige Überraschungssieger des Grand-Prix in Österreich landet in dieser Wertung auf Platz zwei, sondern sein Team-Kollege Ricciardo, der auch nicht das Rennen beenden konnte.

Das zeigt auch, wie abgebrüht und geradezu altklug der junge Max Verstappen „sein Rennen“ nach Hause fuhr. Nachdem er sich mit richtig Einsatz an die Spitze des Feldes gesetzt hatte, fuhr er das Rennen sozusagen „routiniert“ nach Hause. Er hatte seine Aussage vor dem Rennen umgesetzt, nach der er Daniel Ricciardo „im Rennen kein Geschenk machen“ würde. - Ricciardo wurde an diesem Tag 29 Jahre alt. - Der hatte sich nach dem Qualifying von seinem jugendlichen Teamkollegen sagen lassen müssen, dass er von ihm „Disziplin“ erwarte. - Ricciardo hatte sich im Qualifying nicht an eine teaminterne Absprache gehalten.

Der Sieg des Max Verstappen begeisterte nicht nur rund 18.000 Holländer, die zum Öerreich-Grand-Prix angereist waren, sondern machte auch den Marketing-Strategen Dietrich Mateschitz (74) glücklich, der „Red Bull“, den Energydrink, zur größten österreichischen Weltmarke – und sich selbst zu Milliardär – gemacht hat.

Auf seiner Rennstrecke, dem „Red Bull-Ring“ in Spielberg/Österreich, gewann sein „Red Bull“-Team den „Eyetime*  Grand-Prix von Österreich 2018“. - Mehr geht nicht!

MK/Wilhelm Hahne

*Eyetime bezeichnet sich selbst als innovative Social-Life-App mit weltweiter Verknüpftheit sowohl für private als auch berufliche Kommunikation. - Ich wusste das bisher auch nicht! - F1 schauen bildet!

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Seit 1990 erster GP von Frankreich in Paul Ricard

Paul Ricard ist eine Rennstrecke, die scheinbar als Rennstrecke für die Formel 1 ausgedient hatte, nachdem sie 1999 an eine von Bernie Ecclestone dominierte Firma verkauft worden war. Ecclestone ließ sie umbauen und nahm dort erhebliche Investitionen vor. Die Strecke besteht praktisch nur aus Fahrbahnen und Auslaufzonen, was nicht nur schwere Unfälle fast ausschließt, sondern diese Strecke so auch zu einer fast idealen Teststrecke werden lässt. Je nach Anforderungen der Firmen, sind 180 Streckenvarianten zwischen 6,105 km und 826 m möglich. Die Mietpreise sind allerdings auch sehr hoch. Trotzdem ist Paul Ricard – auch unter „Le Castellet“ bekannt – als Teststrecke sehr beliebt, da sich ein für Privatmaschinen (auch kleine Düsen-) nutzbarer Flughafen direkt neben der Strecke befindet und man auch in einem direkt an der Strecke liegenden Hotelkomplex Quartier beziehen kann.

In diesem Jahr fand dort nach 28 Jahren wieder ein Großer Preis von Frankreich statt. Für die neue Generation der Formel 1-Fahrer war diese Strecke also unbekannt und machte deutlich, wer sich nun wirklich zu den kompletten Rennfahrern zählen kann. Die Teams taten sich z.T. etwas schwer, da es zu dieser Strecke noch keine Basisdaten gab.

Umso interessanter sind die Ergebnisse. Natürlich interessiert das Rennergebnis, aber das ist schon in jeder Montags-Zeitung zu finden. Motor-KRITIK liefert dazu seit Beginn dieser Saison eine ergänzende Tabelle, die sich an der jeweils schnellsten Rennrunde der schnellsten 10 Fahrer orientiert.

Dieses Mal waren wir besonders gespannt, wie Lewis Hamilton seine Aussage nach dem Qualifying umsetzen würde, wo er sich zu der Äußerung hinreissen ließ:

„Ich glaube, ich kann mich im Rennen sogar verbessern.“

Das war, wenn man einen Blick in die Tabelle wirft, eine der vielen Worthülsen, die heute gerne benutzt werden, um Eindruck zu schinden. Lewis Hamilton fuhr das Rennen im Stil – und mit der Einstellung – eines am Erfolg orientierten Taxifahrers zu Ende. Schnellster im Qualifying; Erster im Rennen. - Hamilton hat nun wieder die WM-Führung übernommen. Ich persönlich wundere mich, wie erwachsene Menschen, oft bei Fernsehsendern oder anderen „Stimmungsmachern“ beschäftigt, den Gewinn der F1-Weltmeisterschaft in 2018 durch Lewis Hamilton überhaupt in Frage stellen können.

Fahrerisch ist ein Lewis Hamilton wirklich „Spitze“. Aus meiner Sicht ist Sebastian Vettel – wenn man jeweils die komplette Rennfahrerpersönlichkeit wertet – da nicht konkurrenzfähig. Auffallend gut sind aus meiner Sicht da z.B. ein Kimi Raikkönen oder ein Fernando Alonso. Alonso habe ich in meiner Liste mit einem „roten Punkt“ versehen, damit seine Leistung nicht übersehen wird: Mit einem unterlegenen Rennfahrzeug, das aber – wie man sehen kann – von einem guten Motor befeuert wird, fährt Alonso die sechstschnellste Runde im Rennen. Im Qualifying erreichte er nur Platz 16, auf dem er auch das Rennen beendete.

Ich habe für diesen Grand Prix eine zweite Tabelle erstellt, die die Leistung der besten sechs Fahrer/Fahrzeug-Kombinationen vergleichbar machen soll, in dem die Leistung der Fahrer in den Teams von Mercedes, Ferrari und Red Bull an der Differnz zwischen der Leistung in Q3 und der schnellsten Rennrunde gemessen wird. Hier wird die Leistung eines Valtterie Bottas besonders deutlich, der – wie man im Fernsehen mit bekommen konnte – durch den Crash mit Vettel das Rennen mit einem beschädigten Unterboden fahren musste. Und dieser Mann fuhr dann einen neuen Rundenrekord, kam aber in meiner Tabelle „nur“ auf Platz drei. Was für die Auswirkungen des Schadens spricht. - Aber auch dafür, wie sehr z.B. ein Lewis Hamilton nur „auf Ankommen“ fuhr. In meiner Tabelle findet man ihn auf Platz fünf.

Jetzt geht‘s – hopp-la-hopp – in den nächsten zwei Wochen zu den nächsten zwei Rennen in Österreich und England. Denn es sollen in diesem Jahr schließlich insgesamt 21 Formel 1-Rennen werden, in denen die Fahrer um die „Krone“ Fahrer kämpfen. -

Während die Werke an einer anderen Wertung interessiert sind, die aber die Zuschauer weniger  interessiert.

Der Fahrer repräsentiert mit seiner Leistung in der Formel 1 eine Marke, verdeutlicht die Qualität eines Motors, die Leistung eines Teams.

MK/Wilhelm Hahne
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RZ informiert: „LSB: Neustart mit Hindernissen“

Wenn ich heute zum Frühstück die „Rhein-Zeitung“ gelesen habe, so war ich nicht erstaunt, dass ich dort nichts vom 24h-Rennen in Le Mans lesen konnte oder von der MotoGP in Barcelona. Es ist eine Zeitung, die mehr Wert auf Lokales legt. Sie ist eben in Rheinland-Pfalz zu Hause. Darum bin ich als „alter Leser“ dieser Zeitung auch nicht erstaunt, wenn ich auf Seite 23 heute eine Geschichte finde, die so überschrieben ist, wie diese Motor-KRITIK-Geschichte getitelt wurde. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die nun scheidende Präsidentin des Landessportbundes von Rheinland-Pfalz, Karin Augustin.

Der ist dann noch auf der gleichen Seite eine Geschichte gewidmet, die mit

„Uneitle Vermittlerin inmitten der Eitelkeiten“

überschrieben ist. - Nach dem Lesen dieser Geschichten fragt man sich, ob man als Journalist so uninformiert sein kann, wie man sich bei der „Rhein-Zeitung“ aktuell gibt.

Dabei fällt einem dann ein, dass die Ex-Frau des ehemaligen Wirtschaftsministers und heutigen Landtagspräsidenten von Rheinland-Pfalz, Hendrik Hering, heute die Frau des Verlegers der „Rhein-Zeitung“ ist, bzw. um genau zu sein: Sie ist die Frau eines der Geschäftsführer des Mittelrhein-Verlages, in der die „Rhein-Zeitung“ erscheint, Walterpeter Tweer. - Diese Frau ist auch die Schwester des Innenministers von RLP, Roger Lewentz.

Und die jetzt scheidende LSB-Sportbund-Präsidentin, Karin Augustin, ist die Schwester des Hendrik Hering. Sie war aber nicht nur eine „passende“ Landessportbund-Präsidentin, die jährlich aus dem Innenministerium für ihren Verein mit mehr als 10 Millionen Euro  beglückt wurde, sie ist auch Gründungsmitglied der „LSB-Sportstiftung“, die 2010 mit einer Einlage von 25.000 ins Leben gerufen wurde.

Hans-Peter Schössler, Geschäftsführer der „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, Koblenz, steuerte da noch am Eröffnungstag gleich 100.000 Euro zu.

Karin Augustin ist auch im Aufsichtsrat dieser landeseigenen (!) „Lotto Rheinland-Pfalz GmbH“ vertreten, wobei es dann nicht erstaunt, dass sie für den Landessportbund als Präsidentin dann eine Presseerklärung im Jahre 2014 mit unterzeichnete, die da lautete:

„Zum Ausscheiden von Hans-Peter Schössler als Lotto Geschäftsführer
Verfasst von Pressestelle LSB RLP am 12. März 2014
Stellungnahme des rheinland-pfälzischen Sports zum Ausscheiden des Lotto-Geschäftsführers Hans-Peter Schössler

Der Rückzug des Geschäftsführers Hans-Peter Schössler aus dem Unternehmen des Sports, der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, wird von den Mitgesellschaftern, den drei Sportbünden Pfalz, Rheinhessen und Rheinland, sowie der Präsidentin des Landessportbundes Karin Augustin tief bedauert, aber mit allergrößtem Respekt zur Kenntnis genommen.

Über Jahrzehnte war Hans-Peter Schössler der Motor des rheinland-pfälzischen Sports, zunächst als Hauptgeschäftsführer des LSB. Anschließend diente er 16 Jahre bei Lotto dem Gemeinwohl und dabei auch dem Sport auf allen Ebenen und stellte seine Person dabei stets in den Hintergrund. Dass der 66jährige Schössler nicht schon längst im Ruhestand ist, unterstreicht sein unermüdliches Engagement. Er stolperte über eine Affäre, die nach einer Selbstanzeige nun in einer Anklage der Staatsanwaltschaft Koblenz mündete. Dies ist ein herber Schlag für alle sozialen, kulturellen und sportlichen Institutionen. Noch ist die Anklage beim Amtsgericht nicht zugelassen. Tragisch ist dabei, dass Schössler unter diesen Umständen mit seinem gewünschten Rückzug Schaden vom Unternehmen fernhalten will, und ein grandioses Lebenswerk nicht den würdigen Abschluss findet.“

Hans-Peter Schössler ist der Mann, dem unter der Geschäftsnummer: 2050 Js 63838/13 - 8 Ns vom Landgericht Koblenz bestätigt wurde, dass das Urteil des Amtsgerichts Koblenz von 20. November 2014 Gültigkeit hat, mit dem er wegen Betruges in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt wurde, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt ist.

  • Seine Berufung gegen das Urteil wurde damit auf seine Kosten als unbegründet abgelehnt. Das Urteil des Amtsgerichts ist somit rechtskräftig.

Hans-Peter Schössler ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, das ihm durch den Bundespräsidenten verliehen und durch seinen Freund, Ex-Ministerpräsident Kurt Beck, überreicht wurde. - Er trägt es heute mit der Würde, die man von einem Betrüger erwarten kann, dessen „tragischer Rückzug“ aus dem Lotto-Geschäft von Frau Augustin Monate vorher bedauert wurde.

So einige Zusammenhänge wurden von Motor-KRITIK hier schon einmal im Zusammenhang mit Ereignissen um den Nürburgring ein wenig beleuchtet. Die Geschichte wurde im Oktober 2013 veröffentlicht und ist betitelt mit:

„Über Freunde und Ehrenmänner“

Beim Lesen der heutigen Ausgabe der „Rhein-Zeitung“ habe ich mich darum noch mal ein wenig erinnern müssen. Dabei ist das nur ein kleiner Teil, der die „Zusammenarbeit“ - und die Zusammenhänge - hinter den Kulissen verdeutlicht, die in der Praxis den „Kölsche Klüngel“ noch zu übertreffen scheinen. - Ich war – bin – bei meinen Recherchen zum Thema Nürburgring schon „damals“ darauf gestoßen und darum auch bei den Landespolitikern nicht gerade beliebt, weil sie – bis heute - nicht wissen, wie viel ich eigentlich insgesamt weiß.

Um die Motor-KRITIK-Leser auch aktuell über die Vorwürfe des Landesrechnungshofes von Rheinland-Pfalz zu informieren, die bei der von der „Rhein-Zeitung“ beschriebenen aktuellen  „Entlastung des Präsidiums“ durch die LSB-Mitgliederversammlung eine Rolle spielten, habe ich eine pdf-Datei des:

„Auszug aus dem Jahresbericht 2018 Nr. 11 Sportförderung des Landes
- zweckwidrige und unwirtschaftliche Verwendung von Fördermitteln -“

in den „Anhang“ zu dieser Geschichte eingestellt. - Damit meine Leser insgesamt eine Ahnung von dem erhalten können, was in Rheinland-Pfalz Normalität zu sein scheint.

Jeder schafft auf seine Weise ein „grandioses Lebenswerk“. So schuf Kurt Beck z.B. den Nürburgring-Skandal, mit dem „Baudenkmal“ einer nicht funktionierenden Achterbahn.

Kunst am Bau?

MK/Wilhelm Hahne
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Motorsport 2018: Der Fahrer ist immer der Depp!

Dieser Titel ist die Beantwortung einer Leserfrage. - Was soll man auch sonst antworten? - Tatsächlich haben die Fahrer – gerade die im so genannten „Breiten-Motorsport“ - oft den Eindruck, dass willkürlich gegen sie Strafen verhängt werden, während Funktionäre und auch „Sport-Behörden“ machen können was sie wollen. Irgendwie wird dann alles passend argumentiert. Oder sie werden mit Versprechungen „ruhig gestellt“. - Es gibt dafür sicherlich viele Beispiele, wovon natürlich die meisten oft nur einem kleinen Kreis, nämlich dem der direkt Betroffenen, bekannt sind oder werden.

Motor-KRITIK möchte an die willkürliche Einführung eines Nordschleifen-Permit durch den DMSB e.V. erinnern, der dazu – entsprechend einer gutachterlichen Stellungnahme einer renommierten Frankfurter Kanzlei – keine Berechtigung hatte.

Die gibt es auch bis heute nicht. Aber die Fahrer zahlen für Lehrgänge und ein Permit, das es eigentlich nicht geben dürfte. Selbst die FIA nimmt diesen Alleingang des DMSB nicht ernst. Bei im Rahmen von FIA-Serien auf der Nürburgring-Nordschleife durchgeführten Rennen wird von den Fahrern kein Permit verlangt. - Das wird auch nicht vom DMSB beanstandet.

  • Alles ist gut! - Hier die FIA – da der DMSB. - Aber alle sind sind einig, wenn es um‘s Geld geht!

Darum sind auch Sportstrafen so wichtig. Da baut man z.B. Rennstrecken, die keine Anforderungen mehr stellen, wo weiße Linien den Streckenrand bestimmen, weil die so genannten Auslaufzonen so etwas Unendliches bekommen haben. Wer die „weißen Linien“ dann überfährt, der macht sich strafbar.

Weil es Fahrer gibt, denen es genügt an einem Wochenende ein Rennen gefahren, „ihrem Sport“ nachgegangen zu sein, denen wird dann schon mal die Teilnahme an der Siegerehrung zur Pflicht gemacht. - Wer nicht dabei sein will (kann), zahlt 500 Euro Strafe.

Wenn aber ein Rennleiter, ein Funktionär eine Fehlentscheidung trifft, die z.B. beim Start eines Rennens zum Chaos führt, da annulliert man dann das Rennen nach der Zieldurchfahrt der Sieger. Argument: Würde man es werten, hätten sich eine Reihe von Fahrern strafbar gemacht!

Was so nicht stimmt! - Denn es war ein organisatorischer Fehler, der beim Start für ein Chaos sorgte! Aber so kann man es offiziell kaschieren. - Da sollten die Fahrer doch dankbar sein!

Weil das nicht unbedingt der Fall ist, weil die teilnehmenden Fahrer nicht nur Nenngeld gezahlt haben, sondern auch andere Kosten hatten, ein Rennen über die gesamte Distanz fuhren, das dann nicht gewertet wurde, verspricht die Rennleitung diesen Teilnehmer einen kostenlosen Start bei einem Rennen in 2019. - Ohne dass sie dann Nenngeld zu zahlen hätten!

Aber das ist nur eine mündliche Zusage!

Im anderen Fall gewinnt ein Fahrer, der eigentlich nicht gewinnen konnte. Aber die „gedachten Gewinner“ fallen aus. Dieses Ergebnis stört einen Teilnehmer, der hinter dem Zufalls-Sieger einkam – und er wirft dem Sieger „unfaires Verhalten“ (Fahren) vor. Dafür gibt es aber, außer seiner Aussage, keinerlei Beweise. - Auch kein Video!

Da kann dann die Rennleitung das Rennergebnis nur offiziell bestätigen. Aber zum zweiten Lauf in dieser Serie darf dann der Gewinner des ersten Laufes nicht mehr antreten. Die Rennleitung gibt ihm sein Nenngeld zurück und schickt in nach Hause. - Er sei zu unfair! - Beweise? - Gibt es nicht. Aber die Rennleitung hat entschieden! - Eine Schreibtisch-Entscheidung!

Weil heute auch Rennveranstaltungen am Schreibtisch entwickelt werden können, offensichtlich von Leuten, denen es an praktischer Erfahrung fehlt, muss dann schon mal – wie gerade passiert – eine Ausschreibung wenige Tage vor einem Rennen neu erfolgen.

Oder es wird in einem Flyer zu einer geplanten Veranstaltung ein Rennen angekündigt, von dem der Promotor dieser Serie dann erst durch den Flyer erfährt. Aber er nimmt das hin, glaubt dem Veranstalter. - Das führt dann zu o.g. „Änderungen“.

Aber man hat auch nicht bedacht, dass es zu diesem Rennwochenende in einem anderen Land eine Großveranstaltung gibt, bei der auch deutsche Streckenmarshals gerne anreisen. Die dann – durch ihre Abwesenheit - diese „Provinzveranstaltung“ (verglichen mit „Le Mans“) beinahe torpedieren.

Aber natürlich auch, weil der Veranstalter versuchte hier zu sparen.

Es gibt dann auch – wegen der Umstellung insgesamt - zeitliche Veränderungen, die die Anreise anderer Teilnehmer früher notwendig machen. Doch die können das aus beruflichen und geschäftlichen Gründen nicht. - So gibt es Absagen.

Und viele (der wenigen) Zuschauer erfahren erst nachdem sie angereist sind, dass die Veranstaltung nicht so abläuft wie geplant und angekündigt. Aber die zahlen die – auch vorher – angekündigten Eintrittspreise.

Immerhin gibt es mehr als 35 Stunden „Aktion“ an drei Veranstaltungstagen. - Aber die laufen anders ab als vom Zuschauer gedacht – weil ursprünglich anders angekündigt.

Nun ja, kann ja mal passieren! - Und gab es nicht überall den Hinweis:

„Änderungen vorbehalten.“

Änderungen im Motorsport des Jahres 2018 wären tatsächlich angebracht. Auch z.B. in Sachen „BoP“ (Balance of Performance). - Das heißt aus Motor-KRITIK-Sicht: Man sollte sie abschaffen!

In Le Mans starten an diesem Wochenende in der GTE-Pro-Klasse auch neu entwickelte BMW M8. Wie das Training zeigte: Aussichtslos. - Wie kommentiert das der BMW-Rennleiter:

„Aber ich habe das vollste Vertrauen in die BoP!“

Welcher Privatfahrer hat noch Vertrauen in die Sportbehörden, die reglementieren, wie es der Industrie in den Kram passt. - Oder sie verschieben ihre Entscheidungen, passen Ausschreibungen an.

  • Wie hätten Sie‘s denn gerne?    

Bisher – in 2018 – ist eigentlich der Privat-Fahrer „immer der Depp“! 

  • Wird er so behandelt weil er einer ist?
  • Oder lässt er sich „zum Deppen machen“?

Man sollte mal – sowohl hier wie da – darüber nachdenken!

MK/Wilhelm Hahne
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13. Juni 2018: Gedanken zur Zeit!

Da läuft gerade auf meinem Handy eine Meldung auf. Es hat gepiept. Und ich muss mich zwingen nicht zu piepen, als ich lese, was man beim SWR für wichtig hält:

„Dieselaffäre: VW akzeptiert einen Strafbefehl in Höhe von einer Milliarde Euro.
13. Juni 2018 – 17:56“

Natürlich hinterfrage ich diese Meldung und stelle fest, dass der Bußgeldbescheid von der Staatsanwaltschaft Braunschweig ergangen ist, wo man feststellt:

„Der Bußgeldbescheid sieht eine Geldbuße in Höhe von insgesamt EUR 1 Mrd. vor, die sich aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung in Höhe von EUR 5 Mio. sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von EUR 995 Mio. zusammensetzt.“

Aber wichtig und entscheidend – für „die Macher“ bei VW ist:

„Durch den Bußgeldbescheid wird das gegen Volkswagen laufende Ordnungswidrigkeitsverfahren beendet.“

Die Staatsanwaltschaft konnte eigentlich keine höhere Strafe verhängen, als sie gesetzlich vorgesehen ist. Das wären dann 5 Millionen Euro gewesen. Da hat sie dann noch den „Rahm abgeschöpft“, den VW nach Ansicht der Juristen 995 Millionen Euro betragen hat. Man spricht von „wirtschaftlichen Vorteilen“, die die Volkswagen AG in dieser Höhe durch den Betrug (!) an vielen VW-Kunden – es sind um 11 Millionen - erreicht hätte.

Der Staat schöpft den „Rahm ab“, der aus den Überzahlungen von rd. 11 Millionen VW-Dieselkäufern besteht. - Und die Mehrzahl dieser Kunden guckt „in die Röhre“?

  • Ist nun Recht gesprochen worden?

Frau Merkel sieht zwar das „Verbrechen“, aber wertet die Abläufe diplomatisch. Als Politiker ist man denen verpflichtet, die in der Volkswirtschaft Bedeutung haben. Und die Automobilhersteller haben Bedeutung – für die Politiker – weil sie Arbeitsplätze schaffen. - Da möchte man dann „nicht stören“.

Andere Wirtschaftsunternehmen verdienen gut an der Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern. Und man urteilt „milde“. - Schließlich lebt man – irgendwie – miteinander, voneinander. - Warum sollte man die gute Zusammenarbeit gefährden?

Man kann zwar von Ethik und Moral reden und entsprechende verbindliche Konzern-“Gesetze“ vor sich hertragen, aber entscheidend ist, was in der Praxis passiert.

Und das ist nicht so zu bewerten, wie das jetzt die Staatsanwaltschaft Braunschweig getan hat – und auch andere Gerichte machen, sondern muss eigentlich an einem ganz anderen Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches gemessen werden:
   

  • § 129 - Bildung krimineller Vereinigungen


Da werden durch „Chefs“ in den Firmen „kriminelle Vereinigungen“ gebildet, um für die Firma Gewinne zu erzielen, die ihre Einkommen in Millionenhöhe rechtfertigen.

Da wird nicht nur betrogen, sondern auch im Vorfeld gelogen, da werden Begriffe wie „Sicherheit“ und „Umweltfreundlichkeit“ missbraucht, um den Kunden tief in die Tasche zu greifen.

Dass man mit „Sicherheit“ auch Unsicherheit verkauft, verschweigt man gerne; selbst das Thema Bremsen wird z.B. bei Audi nicht ernst genommen. Herr Stadler hat zwar gerade eine Hausdurchsuchung hinter sich, aber das Bremsenproblem – z.B. bei den RS-Modellen – noch ungelöst vor sich.

Aber er veranlasst Mitarbeiter – unter Ausnutzung des vorhandenen Abhängigkeitsverhältnisses – sich „loyal“ zu verhalten. - Aber diese „Loyalität“ wird nicht nur bei Audi erwartet.
   

  • Die Mitarbeiter werden „unmerklich“ zu einer kriminellen Vereinigung zusammen geschweißt! - Und machen sich so strafbar!


Auch Mercedes-Testfahrern wurden – abends an der Theke – vom Chef der Gruppe schon mal ermahnt, dass man nicht so einfach und „krass“ auf Fehler hinweisen könne. Man möge sich auch erinnern, für wen man arbeite. Es wäre auch eine gewisse „Loyalität“ angebracht.

Und der Kunde vertraut diesen „Märchenerzählern“. Und zahlt. Und die Staatsanwaltschaft kassiert. - Und der Kunde „schaut in die Röhre“.

Schöne Gesellschaft!

MK/Wilhelm Hahne
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Kanada.GP: Das Mercedes-Problem ist „Toto“ Wolff!

Zugegeben: Ich habe den Höhepunkt des Rennens verschlafen, als ein „FIA-Girl“ (so ähnlich muss die sportrechtlich gültige Bezeichnung wohl lauten) den „Großen Preis von Kanada“ eine Runde zu früh abwinkte. - Sonst lief alles so, wie von mir gedanklich eingeschätzt.

Lewis Hamilton zeigte Einsatz, wenn beim Bremsen Rauch von seinen Reifen aufstieg. Ergebnis: Team-Kollege Bottas hatte seine Chance. Und am Ende tobte „Toto“ Wolff. - Lewis Hamilton legt ihn sich gerade zurecht. - Der verhandelt nämlich seine Verträge noch selber. Das ist ungewöhnlich und führt nicht zum ersten Mal zu einer Konfrontation – zum Nachteil des Teams.

Hamilton ist da kein Vorwurf zu machen, wohl aber „Toto“ Wolff, der seinen Verhandlungspartner unterschätzt. Wolff‘s Großvater war da früher einfacher.

Wenn nun bald der neue Vertrag unterzeichnet ist, wird Lewis sicherlich wieder zu seiner alten Form zurück finden.

Doch zurück zum Ergebnis in Kanada, mit dem ich wieder in einer kleinen Aufstellung – anders als Andere – die fahrerischen Leistungen auch der Teilnehmer für meine Leser verdeutlichen möchte, die nicht aus der ersten Startreihe, sondern – wie z.B. Grosjean – von Platz 20 starteten:

Es war auch nicht Vettel, der die schnellste Rennrunde fuhr, sondern Verstappen, dessen F1 von einem Renault-Motor befeuert wird. Den zweiten Platz belegt Ferrari; erst auf Platz drei folgt ein Mercedes. - Und „Toto“ Wolff tobt. Dort wo man glaubte gewinnen zu können, fährt man Platz zwei und fünf ein. - Natürlich gab es „technische Probleme“ bei Hamilton. „Probleme“ gab es da auch schon im Qualifying. Bottas konnte sie nicht optimal nutzen. - Nutznießer war Ferrari, ein Team, das jetzt auch in der Teamwertung Mercedes scheinbar gefährlich nahe rückt.

Ich warte gespannt auf die Vertragsunterzeichnung von Hamilton. Damit werden dann – das ist meine Meinung – eine Reihe von „technischen Problemen“ bei Mercedes beseitigt sein.

Werfen wir noch kurz einen Blick auf die Differenzen zwischen der Qualifyingzeit und schnellster Rennrunde bei vier Fahrern:

  • Max Verstappen 2,927 sec
  • Valtterie Bottas  3,135 sec
  • Lewis Hamilton  3,187 sec
  • Sebastian Vettel 3,200 sec

Ich habe beruhigt schlafen können. Der 14 Jahre alte Rundenrekord war nicht in Gefahr. Man hat gegen Ende auch Benzin sparen müssen. Es wurden zwar 70 Rennrunden gefahren, aber nur 68 gewertet. Wegen des Fehlers beim Abwinken. Dem Sportgesetz wurde mit dieser Wertung dann Genüge getan.

Man darf davon ausgehen, dass die in Kanada eingesetzten Kehrmaschinen auch FIA-abgenommen waren. - Alles wie es sein muss.

Aber macht das den Reiz eines Formel 1-Grand-Prix aus?

MK/Wilhelm Hahne
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Werkstatt-Qualität: Nicht von der Optik bestimmt!

Was mir in letzter Zeit auffällt ist, dass Audi wohl sehr großen Wert auf die Außendarstellung legt. Die modernen Audi-Stützpunkte sind optische Leckerbissen. Tolle, silbern, leicht wirkende Blöcke. Wie überhaupt das Niveau der Gebäude gewisser Automobil-Händler inzwischen einen neuen Premium-Wert erreicht hat.

Aber garantiert die Außendarstellung die Wertigkeit des Kundendienstes? - Man verspricht mit der neuen Außendarstellung scheinbar Besseres. Aber sind auch die Mitarbeiter mit gewachsen? Haben  auch sie an Wertigkeit zugelegt? - Im Kundendienst zum Beispiel.

Pech! - Der Kunde ist Mensch geblieben, evtl. einer mit Schwellenangst. - Auch das Automobil ist nicht nutzvoller, nur komplizierter geworden. Das Automobil ist immer noch nur so gut, wie der Mensch es bei der Montage entstehen ließ. Da kommen viele Teile zusammen. Die auch schon mal den „Kontakt‘“ verlieren können.

Da ist z.B. ein Firmenbesitzer und -Lenker davon überzeugt, dass ein Audi A 8 ihn so repräsentiert, wie er gerne von seinen Kunden wahrgenommen werden möchte. Er hat die Fabrikatsreihen vor dem Kauf durchdacht. - Mercedes? - Nein, da fühlt er sich nicht richtig dargestellt, ein BMW ist auch nicht „sein Ding“. Also muss es ein Audi sein!

Opel und Ford scheiden aus. Ein VW könnte es vielleicht mal sein, wenn er sich denn im Ruhestand befindet. Der Audi A8 ist zwar derzeit nicht sein einziges Automobil, aber nun mal das, mit dem er sich richtig dargestellt fühlt. - Vorsprung durch Technik eben!

  • Auch der Mensch braucht einen Rahmen!

Sein Lebensmittelpunkt, privat und mit seiner Firma, ist Mönchengladbach. Er lebt und arbeitet gerne hier. Das hier, der Niederrhein, ist ein Stück Heimat.

Aber die Eifel ist das, was er – auch – zum Leben braucht. Und so ist er dann an diesem Tag mit dem Audi A8 von Mönchengladbach in Richtung Eifel unterwegs. Er kennt dort ein Café, wo man noch den Kuchen selber backt. Dort möchte er mal die Beine unter den Tisch stellen und entspannen vom Stress, der ihn in Mönchengladbach ständig umgibt. - In der Eifel dort, hat noch nicht einmal sein Handy Kontakt zur Außenwelt.

Dort gibt es eben noch Orte, wo man sich fühlen kann, wie im Gestern. So schön es ist, in einer modernen Welt viel Geld zu verdienen, so schön ist es, in einer Welt wie „von gestern“ Ruhe zu finden, sich erholen zu können.

So lässt sich der Firmenlenker von seinem Audi A8 in die Eifel tragen. - Jedenfalls bis kurz vor seinem Ziel. Da stottert dann sein Audi, im Armaturenbrett blinken Lämpchen und sein modernes  Fortbewegungsmittel beschließt in ein Notprogramm zu fallen.

Was soll man da als Fahrer machen? - In diesem Fall beschließt der Fahrer, in seinem Stamm-Café anzurufen, um seine Situation zu schildern. - Er würde – vielleicht - später kommen. - Man tröstet den Stammgast, bietet an, ihm entgegen zu kommen, um ihn dann in eine der modernen, großen Audi-Werkstätten zu begleiten, die es auch in der Eifel gibt.

Immerhin gibt es dort einen mit seiner Firmengruppe bedeutenden Repräsentanten des VW-Konzerns. Dazu gehört natürlich auch eine Audi-Verkaufsstelle in lockerem „Silber“, groß und gewaltig wirkend. - Natürlich auch eine Werkstatt, ein Audi-Kundendienst.

Umsorgt vom begleitenden „Kundendienst“ des Cafés, der dem Stammkunden mit irgendeinem – aus Sicht der Audi-Mannen - „Fremdfabrikat“ entgegen gekommen ist, rollt man mit dem Audi gleich in die Werkstatt der Audi-Service-Station.

Die Café-Besitzerin wartet in ihrem schmutzigen, weil artgerecht genutzten Allrad-Geländewagen, vor dem Audi-Repräsentationsgebäude.

Schon Minuten später erscheint ein Verkäufer im blütenweißen Hemd, um ihr mit einer schnellen, eindeutigen Handbewegung und dem Zuruf, sie möge doch „das Ding“ von dieser Stelle entfernen, einen kleinen Schock zu versetzen.

Drinnen in der Werkstatt nickt inzwischen ein Meister dem Audi A8-Besitzer gnädig zu: Man würde sich kümmern.

Doch das ist dem A 8-Besitzer zu wenig. Er hätte gerne einen Leihwagen und… - Gemach, gemach! - Man habe keinen Leihwagen. - Der Werkstatt-Mitarbeiter wirft einen Blick auf das Kennzeichen des Fahrzeugs und fragt: „Sie kommen aus Mönchengladbach?“ - „Ja! - Warum?“ - „Dann fahren Sie dort auch bitte in die Werkstatt!“

Der Audi A 8-Besitzer ist entsetzt. Aber sein Auto ist doch defekt, am Armaturenbrett blinken Warnleuchten, sein Auto hat den Top-Speed auf 60 km/h limitiert und bis zur Werkstatt in Mönchengladbach sind es mehr als 140 Kilometer!

Der Audi-Mitarbeiter ist unerbittlich. Das wäre kein Problem! Dem Auto würde damit kein Schaden zugefügt. Es würde nur halt etwas länger dauern.

Tatsächlich hat der Audi A 8-Besitzer sich gefügt, sich fügen müssen. Er hat zurück noch mehr Zeit als gedacht benötigt, weil er Nebenstrecken wählen musste, um beim aktuellen Top-Speed seines Audi nicht auf den viel befahrenen Hauptverkehrswegen zu einem Verkehrshindernis für andere Verkehrsteilnehmer zu werden.

„Erreicht den Hof mit Müh‘ und Not!“ - Sein dortiger Audi-Partner tröstet ihn. - Und bald ist dann auch der Audi A 8 wieder gesund.

- ??? -

Erklärung des Meisters: Bei der Fahrt über die wohl für den Audi zu schlechten Straßen der Eifel hat sich unter der Haube ein Stecker gelöst. Er hat ihn wieder in die richtige Position gebracht. - Kundendienst! - Und: „Gute Fahrt!“

Was lernen wir daraus?

  • Funktionierende Stecker in einem Automobil können genauso wenig einen persönlichen, guten Kundenservice ersetzen, wie repräsentative, Selbstbewusstsein ausstrahlende, große, gewaltige Marken-Baudenkmäler.

Auch Größe kann relativ sein!

MK/Wilhelm Hahne
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