VLN im Herbst 2018: Kriegsähnliche Zustände?

Wenn jetzt jemand meint feststellen zu müssen, dass ich offenbar nicht wisse was Krieg ist, so muss ich lächeln. Denn wer von meinen Lesern hat schon den 2. Weltkrieg erlebt? - Ich selbst habe vom Beginn des 2. Weltkriegs am 2. September 1939 erfahren, als in der Frühe bei uns der Postmann zweimal klingelte. Zusammen mit meinem Vater ging ich zur Tür. Durch‘s Oberlicht über der Haustür warf die Morgensonne ein streifiges Muster auf der Terazzoboden des Flurs. Der Briefträger – in Uniform und mit großer Ledertasche vor dem Bauch – begrüßte meinen Vater mit einem freundlichen „Guten Morgen“ und der Feststellung: „Jetzt haben wir Krieg!“ - Ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht was Krieg war! - Heute weiß ich nicht, ob die VLN noch Sport ist! - Ich empfinde die Abläufe und Geschehnisse dort – aufgrund meiner Erfahrungen mit Krieg und Sport – als „kriegsähnlich“. So auch die Abläufe beim 8. Lauf des VLN-Langstreckenpokals am Nürburgring zur Langstreckenmeisterschaft 2018. - Es genügt nicht, am Ende eines Rennens die „Besonderheiten“ eines VLN-Rennens in den einzelnen Boxen erregt zu diskutieren. Man muss Details öffentlich machen, um den Titel zu dieser Geschichte zu verstehen:

VLN im Herbst 2018: Kriegsähnliche Zustände?

Bei der „modernen VLN“ des Jahres 2018 ist es üblich, auch Prototypen – also noch nicht homologierte Sportwagen – starten zu lassen. In diesem Fall waren es ein Aston Martin- und ein Audi R8- GT3, die auch die Trainingsbestzeiten markiert hatten.

Der „Gerechtigkeit“ wegen – und um die „alten Modelle“ nicht zu benachteiligen – mussten die dann aber aus der letzten Startreihe der ersten Startgruppe starten und bei den bei einem 4-Stunden-Rennen notwendigen Tank- und Reifenwechselstopps jeweils 20 sec länger stehen bleiben, als die aktuellen 2018er-Modelle.

Diese zwei Prototypen mussten also nicht nur an den vor ihnen startenden langsameren Konkurrenten im Rennen vorbei, sondern haben auch – bei drei Tankstopps – dann noch je 1 Minute verloren.

Trotzdem werden diese zwei Starter sich nicht beklagen, denn wie sollten sie sonst am Nürburgring so billig zu einem Test kommen? - Außerdem erreichten sie auf Platz 4 und 5 des Gesamtklassements das Ziel.

Auf Startplatz 1 stand so in der Startaufstellung der Werks-BMW M6 GT3, der vom Schnitzer-Team eingesetzt wurde. Wenn man sich einmal richtig informierte, war der Werkswagen nicht an den Nürburgring gekommen, um ein 4h-Rennen zu bestreiten, sondern um einen Reifen- und Fahrwerks-Abstimmungstest im Hinblick auf das 24h-Rennen 2019 zu machen. Darum war als Fahrerbesetzung auch nur ein Fahrer, nämlich Augusto Farfuß genannt.

Mit dem Training war dieser Test eigentlich dann auch abgeschlossen und niemand im Team dachte daran, überhaupt zum Rennen anzutreten.

Aber dann kam der „Befehl“ aus München, den so „zugewiesenen“ besten Platz in der Startaufstellung auch einzunehmen und in jedem Fall zu starten. Farfuß ist dann zwar schon nach der ersten Runde zu einer kleinen Pause herein gekommen, hat noch 4 „Pflichtrunden“ gedreht, um das Fahrzeug dann abzustellen.

Geradezu peinlich – für die Konkurrenz - ist, dass Farfuß „so nebenbei“ die schnellste Runde im Rennen mit 8:00,871 min gefahren ist. Im Gesamtergebnis ist der BMW-Werkswagen dann unter „ausgefallen“ mit 23 Runden Rückstand notiert. - Wie gesagt: Der Start erfolgte nur unter dem Druck der BMW-Verantwortlichen. - BMW wollte „gut aussehen“!

Es hat auch nicht der Mercedes gewonnen, der eigentlich gegen Rennende wie der Sieger aussah. Ihm ist das Missgeschick passiert, dass er einmal seine Mindest-Standzeit um 0,932 sec unterschritten hatte, was dann zu einer Bestrafung führte, die er bis Rennende zwar gegenüber seinem Konkurrenten verkürzen, aber nicht ausgleichen oder gar in einen Sieg verwandeln konnte.

Für bestimmte Klassen gelten eben Mindest-Standzeiten, damit es – aus der Sicht der Zuschauer – zu interessanten Auseinandersetzungen kommt. Dabei sind gerade Langstreckenrennen „Teamsport“, wo auch die Leistung einer Boxenmannschaft in der Wertung sichtbar werden sollte.

Im übrigen wurde nach Fahreraussagen in diesem VLN 8-Lauf härter und gnadenloser gefahren als in den Rennen zuvor. Man versucht das damit zu begründen, dass man Angst hat, bestehende Werksfahrer-Verträge zu verlieren oder nicht zu bekommen. Gerade die letzten Rennen der Saison sind die Gelegenheit, so auf sich aufmerksam zu machen, dass man es dann – mit entsprechendem Material – in der neuen Saison leichter hat.

Außerdem geht es um die Punkte in der Gesamtwertung. Und es geht auch um die Klassen- und Cup-Wertungen. Da kämpft man nicht nur in der „Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing 2018“ verbissen um den Spitzenplatz in der Tabelle, sondern auch die Kollegen der „schreienden Zunft“, die Streckensprecher, übertreffen sich in der Art früherer Kriegsberichterstatter.

Wenn man dann „früher“ in der Nacht – unter der Bettdecke – BBC hörte, klang die Berichterstattung vom gleichen Frontabschnitt oft ganz anders, als vorher aus dem „Volksempfänger“.

So auch bei der VLN 8, wo sich die zwei Streckensprecher-Kollegen wirklich – außer Rand und Band – bemühten, ihre Zuhörer und die Zuschauer am spannenden Endkampf von „Jens“ gegen „Kai Riemer“ teilhaben zu lassen. - Triumphierendes Resümee am Ende: „So muss Rennsport sein!“

Nur ist ihnen bei ihren lustvollen Schilderungen nicht bewusst geworden, dass hier nicht „Jens“ gegen „Kai“ kämpfte, sondern ein „GetSpeed“-Cayman gegen einen „Mühlner-Cayman“. - Kai Riemer mit dem Schmickler-Cayman war da schon im Ziel. Es ging also „nur“ um Platz zwei. - Da hat dann das „Getspeed“-Auto eine weitere Niederlage hinnehmen müssen, wurde „nur Dritter“.

Und weil einer der Mühlner-Cayman-Fahrer nach Ende dieses Rennens in der Cup-Wertung führt, gab es natürlich sofort einen Protest des „GetSpeed“-Teams „nach Art des Hauses“ gegen... – Na, gegen wen wohl?

Der Protest wurde von den Sportkommissaren als unberechtigt zurückgewiesen. Das Dokument dazu gibt‘s im Anhang, weil das einem sonst fast nicht geglaubt wird. Es wird auch nicht gerne über solche „kriegerischen Handlungen“ gesprochen und geschrieben. - Es wird der Öffentlichkeit gerne eine schöne, heile Welt vorgegaukelt!

„Kriegerische Handlungen“ gab es noch mehr bei VLN 8. - Die immer noch herrschende „Unruhe“ in der V4, die seit der Einführung der neuen technischen Bestimmung – verbindlich ab VLN 3 – zu den unterschiedlichsten Kontrollen und Dokumentationen durch den Veranstalter führte, führte jetzt in VLN 8 zu einem berechtigten Protest des „Adrenalin“-Teams gegen das „Manheller“-Team deren beider Fahrzeuge – BMW‘s - von den neuen „strengen Überwachungsmaßnahmen“ betroffen waren, die eine teure, umfangreiche Aufrüstung für die 2018er Saison voraussetzten.

Bei Manheller hatte man die untere Motorabdeckung einer Bearbeitung unterzogen, die dann nicht zufällig dazu führte, dass danach die Abluft des Ölkühlers nicht – wie beim Serien-Original – über den Motorraum abgeführt wurde, sondern dass nun die Abluft beschleunigt (!) unter dem Fahrzeug abfließt, was die Kühlung deutlich verbessert.

Kein Fall für die Staatsanwaltschaft aber auch kein Problem für die Technischen Kommissare: Das Fahrzeug des Manheller-Teams wurde ohne jede weitere Diskussion – weil es zu dem Thema nichts zu diskutieren gab – disqualifiziert. - a.d.W. = 0 Punkte.

Diesem Team tut das zwar nicht so sehr wehe, weil es im Gesamtklassement nicht ganz vorne liegt, aber dort weiß man schon, dass man das „Adrenalin“-Team mit einem Protest – wenn er denn durchgeht – hart treffen würde. Die Fahrer würden nämlich ohne den – wie man wahrscheinlich bei Manheller meint – jetzt möglichen Punkteverlust, in der Spitzengruppe der Gesamtwertung schon eine Rolle spielen können.

Also hat das „Manheller“-Team gegen das „Adrenalin“-Team einen Gegenprotest eingereicht. Unter dem entstandenen Zeitdruck wurde das Dokument aber nicht vom Teamchef, sondern von einem Fahrer des Teams unterschrieben. Weil der Veranstalter aber möglichst noch pünktlich eine Siegerehrung durchführen wollte, wurde von den Technischen Kommissaren sofort und umgehend mit einer technischen Untersuchung des Fahrzeuges begonnen.

Nach einer Prüfung des Proteste sind die Sportkommissare zu der Einsicht gekommen, dass dieser Protest formell nicht in allen Punkten den Vorschriften entspricht, weil er „nur“ von einem Fahrer unterschrieben war, während er vom Team-Chef unterzeichnet sein sollte. - Also Abbruch der Untersuchungen? - In jedem Fall wurde aber die Annahme des Protestes wegen dieses Formfehlers abgelehnt. Die eingezahlte „Kauktion“ ver-fällt an den DMSB.

Was die Einstellung der Arbeiten betrifft: Zu spät! Denn inzwischen glaubten die Technischen Kommissare festgestellt zu haben, dass die hinteren Pendelstützen nicht dem Reglement entsprechen. - Also wurde auch hier ein a.d.W. = 0 Punkte vermeldet. - Doch damit war und ist „Adrenalin“ nicht einverstanden und in die Berufung gegangen.

Nun sieht der VLN-Veranstalter seine Gesamtsiegerehrung – für den 24. November geplant – gefährdet und er hat den DMSB gebeten, doch die Entscheidung in dieser Sache zu beschleunigen, entgegen den bisherigen Gepflogenheiten bei ähnlichen Fällen, „doch mal ein wenig schneller zu machen“.

Man darf also auf die Verhandlung vor dem DMSB-Sportgericht gespannt sein! - Denn ganz gleich wie sie ausgeht: Sie wird Verlierer haben, die „nachtragend sein werden“! - Es ist vielleicht der Auftakt zu einem neuen Akt im aktuellen Drama um die VLN.

Denn da ist die V4 besonders „gebeutelt“. Die neuen Entscheider bei der VLN haben für ihre Serie bei den VLN-Serienwagen eine Lösung durchgesetzt, wie das auch nur beim derzeitigen Zustand des DMSB möglich ist. - Der hat sie dann auch für richtig befunden und gerne bestätigt.

Alles nach dem Motto: Geld spielt keine Rolex! - Ich habe deswegen auch schon mit Volker Strycek telefoniert, der mir vorgehalten hat, dass er bei mir eigentlich das notwendige Wissen um die Voraussetzungen erwartet hätte, die bei ihm – und den anderen VLN-Mächtigen – zu den – wie er meint - richtigen Entscheidungen für die Saison 2018 in der V4 geführt hätten.

Nein, ich kann die Meinung – und die Entscheidungen der VLN-Entscheider – nicht nachvollziehen. Sie sind genauso „irre“, wie so manche Entscheidung des DMSB, der z.B. aktuell gerade SIM-Racing zu einer offiziellen Motorsport-Disziplin gemacht hat. - Natürlich unter seiner Leitung!

Ich persönlich möchte diesen Entscheidern empfehlen, einmal das Training mit E-Rollatoren aufzunehmen, um eine weitere zukunftsträchtige E-Formel im Motorsport (!) zu erproben, die bereits den gegenwärtig wahrnehmbaren demographischen Wandel berücksichtigt! - Gleichzeitig möchte ich Volker Strycek an die Zeit erinnern, als er im Ruhrgebiet noch in einer kleinen Garage an seinem 6er Coupé selber arbeitete, um es rennfertig zu machen. - Aus Kostengründen!

Heute spielen Kosten bei den VLN-Entscheidern keine Rolle mehr. Man hat zwar jahrelang keine Stoßdämpferaufnahmen in der V4 überprüft, aber als schließlich „dieser Fehler“ per Zufall auffällt, entscheidet man sich zu durchgreifenden Änderungen der geltenden Reglementsbestimmungen, die weit über das hinaus gehen, was vorher verlangt wurde.

Im Jahre 2013 hieß es noch im „VLN-Reglement“

„Alle Ersatzteile müssen in Form, Material, Abmessungen dem Originalteil entsprechen. Der Hersteller dieser Bauteile ist freigestellt.“

Über die Unterschiede zwischen Original- und Ident-Ersatzteile wird man auch im DMSB-Handbuch 2018 aufgeklärt! - Im „Braunen Teil“, Seite 597, ist zu lesen:

Originalersatzteile:
Vom Fahrzeughersteller für das betreffende Fahrzeugmodell angebotene Austauschteile, welche in der offiziellen Ersatzteilliste mit Teilenummer enthalten sind und über den normalen Vertriebsweg (offizielle Händler des betreffenden Fahrzeugherstellers) angeboten werden.
Identteile:
Bau- und funktionsgleiches Zwillingsteil vom Original, welches nach denselben Kriterien wie das Originalteil vom Kfz-Teteichnung ist das Identilehersteller gefertigt wurde und bei dem lediglich das Logo der Fahrzeugmarke bzw. die Teilenummer (Fahrzeugherstellerkennzeichnung) fehlt. Das heißt mit Ausnahme der Kennzeichnung ist das Identteil identisch mit dem Original.“

Nun dürfen lt. neuem (ab VLN-Lauf 3 in 2018) geltendem Reglement in der VLN bei den V4-Fahrzeugen nur noch Original-Ersatzteile verbaut werden. Die sind teurer als die „im freien Handel“ vertriebenen „Identteile“. Obwohl sie schon mal vom gleichen Hersteller stammen. Nur – in diesem Fall - ohne einen BMW-Hinweis und eingeprägte Ersatzteil-Nummer.

  • Original-Ersatzteile sind natürlich für den Technischen Kommissar besser - leichter - überprüfbar.

Und darum geht’s eigentlich! - Obwohl… - Wann überprüft eigentlich ein Technischer Kommissar ein V4-Fahrzeug auf seine technische Korrektheit? Doch niemals bei der Abnahme. Da geht es doch in der Hauptsache um Aufkleber – auch auf der Frontscheibe – Startnummern und die Werbung von  Pflichtsponsoren.

Dabei könnte z.B. bei den V4 eine „Oma“ - natürlich ehrenamtlich und mit DMSB-Nordschleifen-Permit – auf einem Stuhl zwei Meter vom Fahrzeug entfernt sitzend, mit einer Zeichnung in der Hand, nach Abnahme des linken Hinterrades einwandfrei einfach durch einen Abgleich mit dem Original entscheiden, ob z.B. die Aufnahme des hinteren Stoßdämpfers korrekt ist.

Auch die Zulassung einer – nicht serienmäßigen (!) - Hinterachs-Differentialsperre bei den V4-BMW ist für mich – wegen der Kosten in einer Basis-Motorsportserie – unverständlich. Sie wurde eingeführt, weil eine Kontrolle – ob vorhanden oder nicht – ein paar Umstände macht. - Wer die Sperre jetzt nicht hat, ist schon benachteiligt! - Aber man muss das nun nicht kontrollieren!

Und das bei einer Rennserie, bei der man „an der Spitze“ (SP9) um ein „Gleichmachen“ durch „BoP“ und Boxenmindeststandzeiten bemüht ist. Eigentlich haben die derzeitigen Verantwortlichen bei der VLN nicht begriffen, was sie wirklich zu verantworten haben. Da liest sich dann eine Argumentation des neuen Generalbevollmächtigten der VLN gegen Inhalt und Ton der Auseinandersetzung mit den Teamchefs und Fahrers aus der V4-Klasse wie der „Witz des Tages“ in einer Tageszeitung:

„Sie hantierten mit halbwahren und teilweise auch falschen Informationen und Behauptungen, um ihre Position zu rechtfertigen. Unter ihnen gab es nur wenige, die sich um eine sachliche und zielorientierte Diskussion mit der VLN bemühten. Einige verloren sogar jeglichen Respekt und Anstand, sie bezichtigten die Führung der VLN der kompletten Ahnungslosigkeit. Das ist unannehmbar. Volker Strycek, zum Beispiel, ist Rennfahrer und Techniker mit einer jahrzehntelangen Erfahrung. Und ein Volker Strycek soll keine Ahnung haben?“

Volker Strycek hat Ahnung, aber inzwischen den Kontakt zur Basis verloren, da sich sich seine gesellschaftliche Position gegenüber der ursprünglichen stark verändert hat: Bei Opel, beim AvD, vom Einkommen her – was insgesamt seine Einstellung veränderte. - Und niemand hat‘s gemerkt?

Nach seiner Auffassung müssen z.B. jetzt auch die Original-BMW-Gummielemente im Fahrwerk verwendet werden. Der Motorsport auf der Nürburgring-Nordschleife verlangt aber eigentlich nach härteren. Die von der VLN nun verlangte Lösung ist sicherlich die teuere. Insgesamt wird der Ersatzteilverkauf von BMW-Originalteilen angekurbelt. - Ohne Rücksicht auf die finanzielle Belastung der Sportfahrer.

Natürlich sollte das technische Reglement relativ einfach überprüfbar sein. Aber bitte nicht auf Kosten der Teilnehmer! - Bei einer Überreglementierung wird eben die Überwachung nicht einfacher!

Ich erinnere mich gerne an ein „Porsche-Cup“-Rennen - das wahrscheinlich anders genannt wurde – und bei einem „Dieburger Dreiecksrennen“ - das ist Jahrzehnte her - durchgeführt wurde. Da waren noch Porsche 356 am Start! - Der Technische Kommissar stellte sich am Ende seiner Überprüfungen bei der Abnahme ans Heck des jeweiligen Fahrzeugs, legte bei laufendem Motor seine Hände dicht an die hinteren Auspuffendrohre der Porsche, und ich erlebte, wie er dann einem Teilnehmer empfahl, doch schnell vor dem Rennen noch die Nockenwelle zu wechseln, weil die Ventilzeiten bei seinem Motor nicht stimmen würden. - Aber das war halt ein Technischer Kommissar „von damals“!

Aber wir leben in der Neuzeit. Da ist alles besser. Aber es genügt nicht – lieber Herr Schlüter – zu erklären:

„Anfang des Jahres haben wir sicherlich Fehler in der Kommunikation mit den Teams gemacht. Dass wir die Teams relativ spät erst über die Reglementänderungen informiert haben, lag daran, dass wir das gesamte technische Reglement der VLN über den Winter neu strukturiert und umgeschrieben haben. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen und die Veröffentlichung hinausgezögert. Die Teams haben das – zurecht – beklagt. Die komplette Überarbeitung des technischen Reglements ist eine einmalige Sache, wird es also in Zukunft nicht mehr geben. Wir nehmen jede sachlich vorgetragene Kritik ernst und lernen aus unseren Fehlern. Dort, wo wir noch besser werden können, werden wir sofort tätig. Das betrifft auch bestimmte Abläufe in der Organisation und im Management, zum Beispiel bei der Streckensicherung durch die Sportwarte, bei der Dokumentenabnahme, bei der Technischen Abnahme. Diese Bereiche müssen wir weiter professionalisieren.“

Worte! - Ich möchte jetzt nicht noch auf das Thema „Sturzhülsen“ bei der V4 eingehen. Es geht auch nicht nur um die V4. - Es geht um den Bestand der VLN insgesamt!

Um mit Adenauer zu sprechen:

„Die Lage war noch nie so ernst!“

Stehen wir vielleicht vor „Kriegsbeginn“?  - Jedenfalls erleben wir aktuell bei der VLN schon die Situation:

  • Stell‘ dir vor es ist Krieg – und immer weniger gehen hin!
MK/Wilhelm Hahne

PS: Beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, dass auch ein „Frikadelli“-Porsche – ein bestimmter Fahrer – beim nächsten Rennen um 5 Startplätze zurück versetzt wird. Die Sport-Kommissare haben entschieden, dass ein Crash, in den er im Rennen verwickelt wurde, durch ihn „vermeidbar war“. - Es gibt inzwischen ehemalige VLN-Teilnehmer, die einen Crash auch dadurch zu vermeiden suchen, indem sie in dieser Serie nicht mehr an den Start gehen!

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