VLN 2019: Es geht frühzeitig „vorläufig“ weiter!

Damit die „Breitensportler“ frühzeitig wissen, was in 2019 im „Breitensport“ auf sie zukommt, hat die VLN schon am 30. November 2018 die Ausschreibung für 2019 veröffentlicht. Die „vorläufige Ausschreibung“! - Weil man bei der „VLN-Spitze“ wie immer von der realen Entwicklung überrascht wurde, ist dass kommende 24h-Rennen 2019 dort noch mit „Zurich“ als Titelsponsor erwähnt. Aber sonst ist alles so, wie schon von Motor-KRITIK vorhergesagt wurde: Das Nenngeld wurde nun mit allen bisherigen weiter als notwendig erachteten Zuzahlungen zu einer Summe zusammen gefasst. Die notwendige Preiserhöhung wurde gleich eingerechnet. Der VLN-Generalbevollmächtigte, Gerald Schlüter, weist in einer Presse-Info, die z.B. auch bisherige VLN-Teilnehmer erreichte,  darauf hin: „Natürlich müssen wir die Nenngelder gelegentlich anpassen. Das kennt jeder auch aus dem privaten Umfeld zum Beispiel bei Strom- oder Heizkosten.“ - Die Teilnehmer werden sicherlich in 2019 auch an der zwangsweise zu nutzenden Tankanlage der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG mit gestiegenen „Energiekosten“ zu rechnen haben. - Man kennt das ja! - Von der mehrheitlich die VLN-Teilnehmer in 2019 betreffende „neue Flaggenregelung“ ist leider in der „vorläufigen“ Ausschreibung noch nicht die Rede. - Leider ist es auch in diesem VLN-Fall notwendig, einen Teil der folgenden Geschichte dem 24h-Rennen zu widmen. Weil dort schon „endgültig“ etwas zu lesen ist. - Wie gesagt:

VLN 2019: Es geht frühzeitig „vorläufig“ weiter!

Alle „Neuheiten“ in der 2019er „vorläufigen Ausschreibung“ sind in GELB markiert. Es kann alo nicht übersehen werden, dass sie für 2019 Gültigkeit haben, da auch die Jahreszahl jeweils in GELB markiert wurde. Um die Teilnehmer mit den „schnellen Fahrzeugen“ dieser „Breitensportserie“ richtig einzustimmen, ist in der begleitenden, zum gleiche Zeitpunkt erschienenen Presse-Info zu lesen:

„Wir sind sehr glücklich, mit ROWE für die VLN Speed Trophäe einen starken Partner gefunden zu haben“, sagt Dietmar Busch, Geschäftsführer der VLN VV GmbH & Co. KG. „Durch das Preisgeld wird die Sonderwertung für Topfahrzeuge deutlich aufgewertet.“

Leider habe ich die in der „vorläufigen Ausschreibung“ nicht sofort gefunden, sondern bin bei den Nenngeldern für die SP9-Fahrzeuge – pro Rennen – hängen geblieben:

  • Die drei Klassen „Masters“, Premium“ und „Professionals“ aufgeteilten FIA-GT3-Fahrzeuge haben pro 4h-Rennen ein Nenngeld von 4.600 €, beim 6h-Rennen von 5.520 zu zahlen.

Aber wie schon im Vorspann angedeutet: Alles halb so schlimm. Der einstimmende und sicher  beruhigende Abschnitt steht schon vor der Liste mit den neuen Nenngeldern:

„In den Nenngeldern ist ein anteiliger Beitrag (verlorener Zuschuss) für die Reparatur von Schutzplanken und Streckenschäden, Transpondergebühren, sowie Energiekosten, Ver- und Entsorgungskosten enthalten.“

So werden wahrscheinlich – und so ist es uns auch schon erklärt worden – die „Schnäppchenpreise“ bei den Nenngeldern z.B. für die Serienwagen, die V-Klassen möglich.

  • Die zahlen nur 800 € für ein 4h-Rennen und beim 6h-Rennen 960 €!

Wenn so ein „Breitensportler“ mit seinem Serienwagen alle 9 VLN-Rennen fahren will, dann hat er in der Saison 2019  Ausgaben von mehr als 10.000 Euro in der Saison 2019, bevor er auch nur einen Rennkilometer gefahren ist. Ich habe da nur die Lizenz-, die Permit-, die Boxen die Einschreibe- und die Kosten fürs Nenngeld addiert.

Beim 24h-Rennen zahlt ein solcher „V-Mann“ dann das gleiche...

  • Nenngeld – wie auch die „schnellen Breitensportler“:  6.295 € + 250 €  Schutzplanken +++

Da ist dann auch gleich noch eine Benzinkosten-Kaution – zusammen mit der Nennung - von 4.000 € mitzuzahlen. Die SP9-Teams müssen für ihr Fahrzeug da gleich 6.500 € zusätzlich zum Nenngeld aus der Tasche ziehen.

  • Während die seit dem 16. November vom DMSB genehmigte Ausschreibung für das 24h-Rennen am Wochenende 20. - 23. Juni 2019 am 29. November 2018 veröffentlicht wurde,
  • ist die am 30. November 2018 veröffentlichte Ausschreibung der VLN für 2019 noch „vorläufig“, vom DMSB noch nicht genehmigt, aber das 1. Rennen bereits am 23. März 2019.

Man kommt gar nicht daran vorbei, die Ausschreibungen zu vergleichen, das sie praktisch den größten Teil der Nürburgring-Nordschleife in gleicher Weise in der Saison 2019 nutzen.

Erstaunlich ist, dass sich in der älteren – und endgültigen - Ausschreibung fürs 24h-Rennen schon präzise Angaben zur neuen, in 2019 geltenden Flaggenregelung speziell für die Nürburgring-Nordschleife zu finden sind, während dazu in der VLN-Ausschreibung – der „vorläufigen“ - kein Wort im Detail darüber verloren wird.

Dafür wird in der VLN-Ausschreibung („vorläufig“) eindeutig erklärt:

„Bei den Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring wird kein Safety Car eingesetzt.“

Einen solchen Satz wird man in der Ausschreibung fürs 24h-Rennen vergebens suchen. Der Veranstalter möchte sich wohl nicht der Möglichkeit berauben – so wie in 2018 – evtl. auch in 2019 noch so direkt Einfluss darauf nehmen zu können, wer nun als Gesamtsieger das Rennen beendet. - Schließlich hat das 2018 gut funktioniert!

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass es durchaus Unterschiede bei der Zahl der zugelassenen Fahrzeuge insgesamt, nicht aber bei den, in den drei einzelnen Startgruppen gibt.

  • Einmal sind maximal 170 Fahrzeuge für das 24h-Rennen definitiv vom DMSB genehmigt, die auf drei Startgruppen bis zu maximal 70 Fahrzeugen verteilt werden können;
  • Bei der VLN sind pro Rennen maximal 210 Fahrzeuge („vorläufig“) zugelassen, die in drei Startgruppen á 70 Fahrzeuge aufgeteilt werden können.

Jeder kann sich nun dazu etwas denken. - Vielleicht träumt man bei der VLN von einem Rennen mit 210 Teilnehmern!

Motorsport mit Renn-Tourenwagen mit Dieselmotor ist sowohl beim 24h-Rennen als auch bei Rennen der VLN-Serie in 2019 nicht mehr möglich. Möglicher Grund: Der Nürburgring-Pächter hat ein Betanken mit Dieseltreibstoff nicht mehr vorgesehen. - Wird an Super-Plus bei den geforderten Liter-Preisen mehr verdient?

Es macht Spaß, in den beiden Ausschreibungen, die rechtzeitig zur Essener Motor-Show veröffentlicht wurden, zu blättern. In der Ausschreibung – vom DMSB am 16. November genehmigt, ist überall schon vom 47. ADAC TOTAL 24h-Rennen geschrieben. Diese Änderung wurde vom ADAC der Öffentlichkeit erst am 27. November mitgeteilt. Bei der VLN hat man das bis zum 30. November noch nicht mitbekommen.

Motor-KRITIK möchte aber noch auf eine wesentliche Verbesserung hinweisen, auf die von den VLN-Verantwortlichen in ihrer Pressemitteilung vom 30. November 2018 so hingewiesen wird:

„Wenn es am 23. März 2019 bei VLN1 mit der 65. ADAC Westfalenfahrt wieder los geht, mit der Hatz über den legendären Eifelkurs, ist die größte Neuerung eine Aufwertung der seit 2013 ausgeschriebenen VLN Speed Trophäe. Partner ROWE lockt die Teams der GT3-Boliden nun mit einem Preisgeld von 25.000 Euro. Im Rahmen dessen wurde auch das Punkteschema angepasst. Die ersten 20 Autos jedes Rennens – statt bisher zehn – werden künftig belohnt.“

Wenn man die Entwicklung der VLN-Serie über die Jahre mit verfolgt, gleichzeitig die Entwicklung des 24h-Rennens beobachtet hat, dann könnte man das alles mit einem Spruch kommentieren, der jedem echten Kölner leicht von den Lippen geht:

„Et es, wie et es,
et kütt wie et kütt.
Et hät noch immer jot jejange.
Nix bliev, wie et wor.
Wat fott es, es fott.
Hammer immer esu jemaat.Von nix kütt ix.
Wat nix koss, dat es och nix.
Jede Jeck es anders.
Mach et jot, ävver nit ze off.
Hammer nit, bruche mer nit,
fott domet.“

Das wäre auch ein schönes Vorwort zur „AUSSCHREIBUNG VLN 2019 vorlaeufig“ gewesen, eingestellt auf den VLN-Internetseiten am 30.11.2018, 06:49 Uhr.

Immerhin zeigt sich die VLN ab heute auf der Essener Motor-Show von ihrer „Schokoladenseite“, wie auf deren Internetseite zu lesen ist und wo man erklärt:

„Wir haben für unsere Fans ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und freuen uns auf viele Besucher. Jedermann ist herzlich willkommen sich mit uns auszutauschen. Für Kritik oder Anregungen haben wir ein offenes Ohr. Der persönliche Kontakt ist wichtig für uns. Nur so bekommt man ein entsprechendes Feedback“, sagt Dietmar Busch, der Geschäftsführer der VLN VV GmbH & Co. KG.“

Da ich nicht dort sein werde, habe ich „ein entsprechendes Feedback“ für die Herrn Veranstalter – nicht nur der VLN – einmal auf dieser Internet-Seite öffentlich gemacht.

Da braucht es keinen persönlichen Kontakt!

MK/Wilhelm Hahne
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