24h-Rennen: NITRO-Niveau – „Cobra 11“ ist besser!

Es ist beeindruckend, wie eindrucksvoll die „Hausordnung“ des DMSB beim 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife Wirkung zeigte. Jemand der auch die Lizenz zur Ausbildung von DMSB-Nordschleifen-Aspiranten hat, machte den Wert dieser Ausbildung durch seinen persönlichen Einsatz im Bereich „Brünnchen“ deutlich.

Die eindrucksvollsten Unfälle – für den TV-Sender NITRO - kamen überhaupt durch das Spezial-DMSB-Reglement für die Nordschleife zustande. Christian Menzel, als Fahrer beim Rennen dabei,  kritisierte noch vor Ort das DMSB-Nordschleifen-Permit deutlich als absolut unwirksam. Er sagte gegenüber "motorsport-total.com":

"Der Sinn des Permits war doch, die Leute besser vorzubereiten. Aber hier haben wir Fahrer, die diese Plastikkarte haben, aber völlig überfordert sind."

Aber auch andere „Regeln“ sorgten für eine Menge Unmut bei denen, die unter Einsatz von viel Geld am Geschäft von Nürburgring 1927 GmbH & Co KG und ADAC Nordrhein beteiligt waren. Es wird sicherlich nach dem Rennen zu der einen oder anderen Entscheidung noch Diskussionen geben. - Natürlich „hinter den Kulissen“. - Es gibt schließlich Anlässe genug.

Interessant war der Verlauf des Rennen sicherlich für Frank-Steffen Walliser, der auch als Besucher – einer von 230.000 (hihihi!) - dem Rennen beiwohnte. Er wird das Ergebnis sicherlich als Porsche-Manager mit der Baureihen-Verantwortung für die Modellreihen 911 und 718 nüchterner beurteilen, als das die Masse der Besucher getan hat.

Obwohl nur Stunden vor dem 24h-Rennen noch einmal durch eine „nachgebesserte BoP“ eingebremst, konnte Porsche mit seinem überarbeiteten GT3 vom Typ 911 zeigen, dass er zumindest auf der Nordschleife des Nürburgring immer noch siegfähig ist. - Wenn er nicht durch das Reglement – ob nun zu recht oder nicht – eingebremst wird.

Im VW-Konzern dürfte man zufrieden sein, da ein Audi R8 LMS, von „Phoenix“ in Meuspath eingesetzt, mit Rundenvorsprung vor einem Porsche 911 GT3 den Gesamtsieg davon trug.

„Mit Integration der GT-Straßenfahrzeuge in die Baureihe 911 und 718 können wir den für unsere kompromisslosen Straßensportwagen erforderlichen Besonderheiten deutlich früher Rechnung tragen als bisher.“

Das hat Frank-Steffen Walliser Anfang 2019 gesagt, als er die Baureihenverantwortung für die Modellreihen 911 & 718 übernahm. Bei der gerade durchgeführten Modell-Ergänzung beim Typ 718 - mit dem Serien-Modell GT4 - hat er gezeigt, dass er ein Gefühl dafür hat, was für Porsche – und den Verkauf - wichtig ist: Ein Sechszylinder-Motor!

  • Er ist übrigens nicht für die Kalkulation verantwortlich!

So ist es auch keine Überraschung, dass er mit einem 718 GT4-Coupe – es gibt ihn auch als Spyder – zum 24h-Rennen am Nürburgring angereist war. Mit der Weiterentwicklung des GT3 – gerade fahrwerkmäßig – ist er auf einem guten Weg. Aber er wird nicht daran vorbei kommen, in naher Zukunft auch beim Serienmodell 911 mindestens Motor und Getriebe eine andere Richtung zu geben.

Was mir noch als Besonderheit aufgefallen ist: BMW nutzte die Möglichkeiten einer 360-Grad-Kamera, um die Arbeit der Boxenmannschaft zu überwachen. Was leider nicht zu einem erwähnbaren Erfolg dieser Marke beitrug.

Beeindruckend für mich war auch die Tatsache, dass der Boxenstopp für die siegfähigen Fahrzeuge zwar in der Länge „zwangsweise“ vorgegeben war, so dass in dieser Zeit sogar vordere Bremsscheiben gewechselt werden konnten, aber dass die Fahrzeuge beim Betanken nicht mit den Rädern den Boden berühren mussten. - Eine besondere Art von „Sicherheitsvorgabe“ wenn man einmal das sonstige „Sicherheits-Alibi-Getue“ betrachtet.

Und nächstes Jahr freut sich dann NITRO auf ein noch effektvolleres Rennen. Denn auch bei „Cobra 11“ werden die Action-Szenen zunehmen. - Der Zuschauer – am Handy mit harten „Games“ verwöhnt – verlangt danach.

„Ludi publici!“

MK/Wilhelm Hahne

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