„Rock am Ring“ 2018: In Nürnberg günstiger!

Gestern, am 30. Oktober 2017, gab es auf den Internetseiten der „Nürburgring 1927 GmbH & Co KG“ eine Information, mit der u.a. verkündet wurde: „Das Traditionsfestival am Nürburgring wartet vom 1. bis 3. Juni 2018 mit einem packenden Programm auf, das zum Besten gehört, was die aktuelle Rock- und Alternative-Musik zu bieten hat.“ - Das Beste gibt‘s übrigens auch am gleichen Wochenende bei „Rock im Park“ in Nürnberg. - Die Bands – und damit das Programm – sind exakt die gleichen. Zwischen Nürburg und Nürnberg gibt es nur eine Differenz von 20 Euro pro Besucher. -  Nürnberg ist eigentlich nicht nur vom Namen her deutlich größer als Nürburg, aber in Nürburg sitzen kluge Rechner. - Die größer denken. - Wenn man es einfach so über den Daumen peilt, bleibt in Nürburg für den Vermieter (oder Verpächter) des Veranstaltungsgeländes für „Rock am Ring“ deutlich mehr übrig, als in Nürnberg, wo man als Festival-Besucher eben um 20 Euro – oder rd. 10 Prozent - günstiger das gleiche Programm hören und erleben kann. - Da gibt es aber am Abend dann  keinen Sonnenuntergang in der Eifel. - Dafür gibt es am Nürburgring auch keine Nürnberger Würstchen. - Wen 20 Euro mehr oder weniger nicht stören, kann hier und da das gleiche Programm hören. - Und Lieberberg… - Nun ja, den Namen höre ich wohl! - Aber als Veranstalter? - Nicht nur im Motorsport sind die Querverbindungen im Laufe der Zeit immer undurchsichtiger geworden. - Auch in Sachen Festival verlassen sich bestimmte Leute darauf, dass die Fans gut hinhören, aber nicht unbedingt genau hinschauen. - Interessiert überhaupt die Frage, wer denn eigentlich der Veranstalter von „Rock am Ring“ ist? - Jedenfalls kann Motor-KRITIK feststellen:

„Rock am Ring“ 2018: In Nürnberg günstiger!

In der Darstellung der „Nürburgring 1927 GmbH & Co KG“, dem Nachfolger der „capricorn Nürburgring GmbH“, dem zweiten Käufer der insolventen landeseigenen Gesellschaft, „Nürburgring GmbH“, konnte man als Ankündigung von „Rock am Ring“ 2018 am 30. Oktober 2017 u.a. lesen:

„Wichtigste Neuerung am Nürburgring ist die Trennung von Festivalticket sowie der separaten Camping- und Parkkarte, die unabhängig voneinander erworben werden können.“

Das ist nett formuliert. Man hätte ja auch schreiben könne: „...erworben werden müssen!“

Auf den Internetseiten von „Musikmarkt“ las sich das am gleichen Tage so:

„Als Novum soll bei Rock am Ring 2018 das Festivalticket von der separaten Camping- und Parkkarte getrennt werden, während es in Nürnberg bei einem einzelnen Kombiticket bleibt.“

Ein „Novum“ ist aus Motor-KRTIK-Sicht schon bedeutender als eine Neuerung. Und so haben wir uns gefragt – und dann hinterfragt:

  • Warum ist es man zu so unterschiedlichen Lösungen für die beiden Festevals, am gleichen Wochenende, mit gleichem Programmangebot gekommen?

Nun hat es wenig Zweck, bei der Nürburgring 1927 GmbH & Co KG danach zu fragen. Motor-KRITIK würde keine Antwort erhalten. Man erwartet offenbar, dass Motor-KRITIK über genügend Erfahrung, Geschick und Intelligenz verfügt, so eine Frage – nach entsprechenden Recherchen - selber zu beantworten.

Motor-KRITIK hat die Entstehung von „Rock am Ring“ mit erlebt, kennt die ersten Versuche dazu und dann das Aufblühen nach dem Einschalten eines Marek Lieberberg. Der Nürburgring – dann schon unter der Leitung eines Dr. Kafitz – hat bei der Umsetzung der Marek-Ideen profitiert. Nicht nur durch eine Urlaubsreise nach Hawaii, wo Marek Lieberberg ein Ferienhaus besitzt.

Und es war sicherlich eine Dummheit des ersten Nürburgring-Käufers nach der Insolvenz, dann später den Kontakt mit diesem „Festival-Schiltzohr“, das die Musikszene durch und durch kennt, irgendwann zu „überdehnen“. - Man forderte eine höhere – zu hohe – Beteiligung am Gewinn, die von Marek Lieberberg nicht akzeptiert wurde.

Davon hat dann die Stadt Mendig kurzzeitig profitiert, wurde zum neuen Festival-Standort. Und ein Jens Lieser, der Insolvenz-Sachwalter, hat sich bei der Klage um die Rechte am Festival-Titel „ein paar rote Ohren“ geholt.

Aber mit Geld lässt sich in der heutigen Zeit vieles richten. Und wenn der eine dann akzeptiert, dass man im Fall Mendig geschlossene Verträge auch am Nürburgring einhalten muss (wie mit Lidl z.B.), dann muss der andere eben auch akzeptieren, dass die Nürburgring-Nordschleife an diesem Festival-Wochenende nicht mehr Parkplatz sein kann, weil der neue Besitzer an diesem Festival-Wochenende zusätzliche Einnahmen mit der Durchführung von Touristenfahrten generieren möchte.  

Aber in 2017 war man in der Geschäftsleitung der – damals noch – "capricorn Nürburgring GmbH" schon nach dem durchgeführten Festival überrascht, wie viel Polster- und andere Möbelstücke z.B. die Besucher zurück gelassen hatten. Da hat man dann mit der Beseitigung des ganzen Gerümpels trotz eigentlich angemessener Mieten für den Festival-Veranstalter dann Geld dazu getan. - Wird hinter vorgehaltener Hand geflüstert.

Natürlich hat man gleichzeitig mit den erstmals an diesem Veranstaltungswochenende durchgeführten  Touristenfahrten richtig Geld verdient. Aber das sollte schließlich auch ein Zusatzgeschäft werden und die Überschüsse daraus sollten nicht für die Räumung der Camping- und Parkplätze von Abfall, Kleinmöbeln und alten Kühlschränken dienen müssen.

Also hat man sich für 2018 darauf verständigt, dass der neue Nürburgring-Pächter das Camping- und Park-Geschäft selber macht. Aber dann so, dass etwas übrig bleibt. - Plus Touristenfahrten und den Vermietungskosten für den Großraum „Neues Fahrerlager“ müsste man dann Anfang Juni 2018 aus dem Geldzählen nicht mehr heraus kommen.

So ist wohl die Planung. In Kenntnis der inzwischen bekannt gewordenen Preise – der Gesamtpreise für Festival-Karten und denen für Camping und Parken, die die Festivalbesucher zu zhalen haben, darf Motor-KRITIK gegenüber stellen:

  • „Rock am Ring“:

169,00 Euro die Festivalkarten + 50,00 Euro für Camping- & Parkkosten = 219,00 Euro.

  • „Rock im Park“:

Festivalkarten für‘s gleiche Programm, einschließlich Camping- & Parkkosten = 199,00 Euro.

Der Unterschied beträgt also 20 Euro pro Besucher, was bei einer angenommenen (realistischen) Besucherzahl von 80.000 am Nürburgring dann zu einer Mehreinnahme von:

  • 1.600.000 Euro (in Worten: einemillionsechshunderttausend Euro) führen würde!

Nun wurde auch hier bisher immer nur der Name Marek Lieberberg in Verbindung von „Rock am Ring“ erwähnt. Dieser Mann war auch der eigentliche Macher. Aber er hat inzwischen das Risiko auf andere Schultern verlagert.

Man kann aktuell auf den Internetseiten bei „Musikmarkt“ lesen:

„Marek und Andre Lieberberg, die „Live Nation GSA“ leiten, richten „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ als Dienstleister für „CTS Eventim“ aus. Bei „Rock im Park“ ist wie in den Vorjahren „Argo Konzerte“ als örtlicher Partner dabei.“

Geht man nun den Dingen weiter nach, weil man nicht zu den Intimkennern des Musikmarktes gehört, aber gerne die Details kennen möchte, dann stößt man darauf, dass Marek Lieberberg – neben anderen - inzwischen Geschäftsführer einer „Live Nation GSA“ in Frankfurt ist. Und bei Recherchen im Handelsregister ergibt sich, dass es auch noch eine Firma „Live Nation Holdings GmbH – auch mit Sitz in Frankfurt – gibt. Laut einem Gewinnabführungsvertrag landen dort die Gewinne der „Live Nation GmbH“. Und die „Live Nation GmbH“ ist eine eingetragene Marke von „Live Nation Entertainment“ mit Sitz in den USA.

Man fragt sich: Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen der „Live Nation GSA“ und der „Live Nation GmbH“?

Es gibt keinen Unterschied! - Das ist eine Firma, die mit unterschiedlichen Bezeichnungen arbeitet. „GSA“ bedeutet z.B. Germany, Switzerland, Austria. - So vermeidet man die Bezeichnung GmbH, die jedem – einigermaßen Kundigen – klar macht, dass deren Haftung auf 25.000 Euro begrenzt ist.

Besonders „lustig“ finden wir bei Motor-KRITIK, dass der eigentliche Veranstalter der Rock-Festivals am Nürburgring und in Nürnberg inzwischen die „CTS Eventime“ ist, die Marek Lieberberg und seinen Sohn Andre als Geschäftsführer der „Live Nation GmbH“ nur als Dienstleister nutzen.

Lustig ist das deshalb, weil die größte Konkurrenz bei den globalen Aktivitäten der „CTS Eventime“ die in den USA sesshafte „Live Nation Entertainment“ ist, deren „Tochter“ in Deutschland die GmbH ist, deren Geschäftsführer u.a. Marek und Andre Lieberberg sind, die in diesem Fall als Dienstleister für die „CTS Eventim“, also die große Konkurrenz, arbeiten.

Wenn man an „Gelbsucht“ leidet, ist das sicherlich schlimm. - Aber glauben Sie mir: „Geldsucht“ ist schlimmer!

Jeden Besucher von „Rock am Ring“ kostet die Kalkulation des neuen Nürburgring-Besitzers per Saldo nun 20 Euro mehr und verbessert so dessen Gesamtergebnis. Dieser russische Besitzer des Nürburgrings fand genauso als Käufer den Gefallen der ehemaligen Besitzer, des Landes Rheinland-Pfalz und seiner politischen Führungskräfte, wie die chinesischen Käufer des Flughafens Hahn.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat sich so einer Verantwortung entledigt. Und erwartet – auch gerne gebetsmühlenartig von Malu Dreyer vorgetragen - dass die Bürger von Rheinland-Pfalz nun „nach vorn schauen“.

Motor-KRITIK hat das mit dieser Geschichte getan:

  • Wir haben uns einen Ausblick auf „Rock am Ring“ in 2018 erlaubt!
MK/Wilhelm Hahne
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