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„Syndrom“ ist eigentlich ein Sammelbegriff für ein bestimmtes „Krankheitsbild“. Wenn man alle öffentlich werdenden Symptome (zufallsbedingte Umstände) zusammen fasst, geht es der Automobilindustrie – gerade der deutschen – zur Zeit richtig schlecht. Man jammert bei VW, beklagt bei Mercedes schmerzliche Einbrüche. Bei Porsche scheint selbst das großartige bisher genutzte spezielle Kalkulations-System nicht mehr den gewünschten Effekt zu bringen.. Man leidet unter den Ansprüchen der Politik, die das E-Auto den Käufern vorschreiben möchte, ohne dafür auch im Detail die Voraussetzungen geschaffen zu haben. Die Autoindustrie beklagt natürlich, dass sie unter vielen gesetzlichen Restriktionen leidet, die von Land zu Land in dieser Welt auch unterschiedlich sind. Natürlich tragen viele äußere Umstände mit dazu bei, dass es der Automobilindustrie aktuell nicht mehr so gut geht, wie man sich das erträumte. Aber man sollte sich auch einmal selber an die Brust schlagen oder an den Kopf packen. Eigentlich ist die aktuelle Krise hausgemacht und war absehbar. Man sollte begreifen: Wachstum ist endlich! - Man hat versucht einen Markt geschickt so zu beeinflussen, dass mit dem Boom eigentlich die Erträge nur steigen konnten. Die Spitzen-Manager haben ihre eigenen Bezüge dann wie selbstverständlich ihrer Leistung(?) angepasst. Schließlich hat man sich als Hersteller gegenüber „dem Markt“ als deutlich überlegen empfunden. Man glaubte ihn entsprechend den eigenen Interessen steuern zu können. - Aber „der Markt“ besteht nach wie vor – überwiegend – aus normalen Menschen, die man natürlich über einen gewissen Zeitraum täuschen und im eigenen Sinne beeinflussen kann. - Aber irgendwann ist dann der Punkt erreicht, an dem die von der Industrie angewendeten Methoden nicht mehr als „clean“ empfunden werden. Dabei denke ich nicht – nur – an den „Diesel-Skandal“. - Man hat alles als „Fortschritt“ verkauft, was einen „Mehrwert“ ergab. - Nur nicht für den Nutzer! - Es gab gerade jetzt in diesen ersten Januartagen des neuen Jahres in den USA öffentliche Hinweise, auf die ich nachstehend aufmerksam machen möchte und die darum zum etwas eigenartig wirkenden Titel dieser Geschichte werden:
Hat die Autoindustrie ein „Kühlschrank-Syndrom“?
In jedem Januar findet in den USA eine Fachmesse statt, die man als eine der weltweit größten Fachmessen für Unterhaltungselektronik empfinden könnte. Auch in diesem Jahr hat der Veranstalter, die „CTA“, die „Consumer Technology Association“, Fachleute und Journalisten – alle möglichst Branchen-Insider – nach Las Vegas eingeladen, wo eigentlich nicht nur von den bedeutenden Herstellern der Elektronikbranche, sondern auch von vielen Start-up’s die Richtung aufgezeigt wird, in der „der Hase laufen soll“. - Idealer Weise!
- Man präsentiert dort mit entsprechendem Aufwand, was man „Otto Normalverbraucher“ gerne als absolut notwendigen technischen Fortschritt verkaufen möchte!
Die Automobilindustrie war dort in den Vorjahren stärker vertreten, als z.B. in diesem Jahr, weil da praktisch nur eine kleine Abordnung keine wirklichen Zeichen setzten konnte. Denn die Automobilindustrie ist eigentlich nur Nutzer der technischen Entwicklungen auf dem Elektronik-Sektor, kein kreativer Entwickler, leistet nicht unbedingt wesentliche Beiträge.
- Man versucht auf einer Welle des „Fortschritts“ mit zu schwimmen, der eigentlich für den Nutzer kein Fortschritt ist! - Man versucht ihn aber als solchen zu verkaufen!
Die Automobilindustrie hat sich in ihrem Bemühen ihre Erträge möglichst schnell zu erhöhen, von „klugen Köpfen“ auf ein Gleis stellen lassen, auf dem man eigentlich „in eine falsche Richtung“ unterwegs ist. - Das ist eine – meine - persönliche Feststellung!
- Man hat vergessen, welche wesentlichen Ansprüche der Nutzer eines Automobils an sein Fortbewegungsmittel wirklich hat!
Man hat damit das Produkt Automobil eigentlich immer weiter in Richtung „qualitatives Wachstum“ und damit hin zu einer besseren Rendite zugunsten der Hersteller entwickelt. Wie abstrakt das tatsächlich erfolgte, kann ich sehr gut beurteilen, weil die Entwicklung hin zur aktuellen Situation eine sehr lange war, die aber über die Jahrzehnte dann mehr und mehr an Fahrt aufgenommen hat.
Wenn man „nur“ mal ein Blick auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute wirft und die Entwicklung des Automobils einmal auf ihren für den Nutzer effektvollen Anteil prüft, der muss feststellen, dass man versucht hat beim Nutzer vielfach Ansprüche zu wecken, die der eigentlich gar nicht hatte.
Anlass dazu, gerade jetzt mal ein paar Worte dazu zu verlieren, ist eine Feststellung, die jetzt im Januar 2026 auf der „CES“ in Las Vegas, am Ende der gerade beendeten Elektronik-Messe von Verbraucher-Organisationen getroffen wurde:
- Samsung hatte dort z.B. einen „intelligenten Kühlschrank“ vorgestellt, der am Ende der „Show“ dann als „Gesamtsieger“ der Ausstellung, als „schlechtestes Produkt der CES 2026“ empfunden wurde.
Das deshalb, weil man die Bewertung dieses Kühlschrankes darauf bezieht, welche Funktion für einen Kühlschrank eigentlich wesentlich ist:
- Ein Kühlschrank soll kühlen! - Wer braucht dann aber einen Kühlschrank wie diesen „Samsung Family Hub Smart Fridge“? - Die einen Nutzer – zumindest in den USA – dann gleich mit Werbung überschüttet!
Samsung arbeitet schon seit Jahren an Kühlschränken mit großen Displays und einer Ausstattung, die eigentlich – wie man so schön sagt – „kein Mensch braucht“.
In diesem Jahr hat man den technischen Aufwand für die Ausstattung eines Kühlschranks aber deutlich überzogen. Schon die Kühlschrankbezeichnung mit „Bespoke AI Regrigerator Family Hub 2“ macht deutlich, dass man sich weit davon entfernt hat, einem sicherlich vorhandenen Markt, einen kostengünstigen Küchenhelfer an die Seite zu stellen.
Man übertreibt mit integrierter „AI Version auf Basis von Google Gemini3“, einer intelligenten Bilderkennung mit „intuitiver Bixby-Steuerung4“, einer umfassenden Vernetzung, die man mit hohen Sicherheitsstandards kombiniert.
Wichtig ist der „Mehrwert“, der für den Hersteller durch erhöhte Gewinne aus solch technischen Kunstwerken entsteht, die eigentlich ihre eigentliche Bedeutung – in diesem Fall ein Kühlschrank zu sein – verloren haben. Sie machen einen „sinnlosen technischen Fortschritt“ deutlich, den man wirklich in der Praxis nicht benötigt.
Nimmt man einmal die Beurteilung dieses Kühlschranks auf der CES 2026 als Ausgangsbasis für Überlegungen in Sachen Automobil, dann muss einem eigentlich klar werden, dass hier auch in Sachen „Fortschritt“ deutlich überzogen wurde - und wird.
Dieser Fortschritt ist für die Nutzer nicht nur teuer, sondern stellt keinen Mehrwert dar, da sie die eigentliche Bedeutung des Automobils für den Nutzer nicht erhöhen!
- Es erhöht sich nur der Preis, es vermindert sich aber auch die Zuverlässigkeit! - Wann hat es jemals mehr Rückrufaktionen für Automobile gegeben als in der Jetztzeit?
Wenn man einmal die Entwicklung hin zum E-Automobil verfolgt, die in vielen wichtigen Details ohne Unterfütterung mit für den Nutzer wichtigen Details erfolgte, erkennt man deutlich, dass in der öffentlichen Darstellung immer wieder „Experten“ präsentiert werden, die eher als Lobbyisten der Industrie empfunden werden könnten.
- Was an Tankstellen für „Verbrenner“ selbstverständlich ist, fehlt bei allen Ladesäulen: Eine Preisanzeige!
- Die Strom-Preise differieren um bis zu 125 Prozent (vom Basispreis ausgehend), ohne dass der Besitzer eines E-Automobil darüber informiert würde.
- Erst beim Bezahlen der aktuellen Stromladung wird dem Fahrer eines E-Automobils deutlich werden, wie teuer die nächsten 100 Kilometer (und mehr) werden!
Der Fahrer von „Verbrenner“-Automobilen ist in Sachen „Kraftstoff“ da besser orientiert, wenn auch hier die Preis-Unterschiede in den unterschiedlichen europäischen Ländern – um in „unserer Region“ zu bleiben – nicht unbedingt für eine gut mit einander abgestimmte Arbeit der Politiker sprechen.
Die Automobilindustrie hat zu Zeiten des wirtschaftlichen Booms sehr gut an Automobilen verdient. Ich erinnere mich eines Gesprächs mit dem Vorstandsvorsitzenden eines großen Automobilherstellers, mit dem ich mich damals mal gerne über sein aktuelles Kalkulations-Schema unterhalten hätte.
Schon nach meiner Eingangsfrage schaute der mich überrascht an, um klar und verständlich festzuhalten:
„Aber Sie wollen mir doch wohl bitte nicht vorwerfen, dass ich den derzeitigen wirtschaftlichen Boom nutze?“
Das wäre eigentlich schon eine Antwort gewesen, aber ich habe dann von ihm das „System“ noch im Detail erklärt bekommen, mit dem man „damals“ den jeweiligen Kaufpreis „marktgerecht gestaltete“!
Trotzdem war ich dann irgendwann später ein wenig verärgert, wenn ein Automobil bei seiner Vorstellung preislich um gut 30 Prozent höher eingepreist war, als noch bei der „Voraus-Kalkulation“, die mit zu der Entscheidung zum Serienbau des Fahrzeugs beigetragen hatte.
Da mir die Zahlen bekannt waren, habe ich in diesem Fall ein Vorstandsmitglied – schon ein wenig verärgert – angerufen, um von ihm zu hören:
„Sie haben zwar recht, Herr Hahne! - Aber unsere Marketingabteilung war der Meinung, dass der Markt das derzeit hergibt!“
Die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich inzwischen zwar verändert, aber nicht die inzwischen etwas dümmliche Einstellung von verantwortlichen Mitarbeitern bei der Automobilindustrie, dass man diese „geschickte Politik“ nun in etwas anderer Art fortsetzen könne.
Es sollte auch einem normalen Kauf-Interessenten nicht verborgen geblieben sein, dass die Industrie z.B. an der Preisschraube für „Kleinwagen“ inzwischen kräftig gedreht hat. Ich möchte hier nicht auf ein einzelnes Beispiel hinweisen, da mir schon aufgefallen ist, dass sich eigentlich alle Hersteller sich offensichtlich einig darin waren, dass man entweder ganz auf den
bisher „ungeliebten“ Kleinwagen verzichtet – das natürlich, weil die Rendite zu klein ist - oder aber dass man die Verbraucher-Preise deutlich anhebt.
Da wurde dann z.B. auch bei kleinen Dreizylinder-Motoren eine Hubraumvergrößerung in Verbindung mit einer Ausstattungserhöhung zu einer kräftigen Verbesserung der Rendite genutzt.
- Man hat auf diesem Gebiet eindeutig „überzogen“ und versucht nun einen Kurswechsel mit der Ankündigung einer „europäischen Mobilitätswende“.
Auf der anderen Seite versucht man die Produktionskosten zu senken, indem man mechanische Teile durch den scheinbaren Fortschritt „by Wire“ ersetzt. - Fortschritt? - Natürlich! - Bei den Produktionskosten.
Bezeichnend für diese Entwicklung empfand ich eine Beobachtung in der „by Wire“Einstiegszeit, die bei einem Werksteam in der Rallye-WM zu machen war:
Natürlich gab es dort ein ein Gaspedal „by Wire“, aber wenn man unter die Motorhaube schaute, gab es schon ein Gaszugverbindung, die aber aktuell nicht genutzt wurde, sondern in einer auf dem Zylinderkopf befestigten Schlaufe endete.
- Wenn das mit dem „by Wire“ nicht funktioniert hätte, braucht man nur schnell den „Gaszug“ einzuhängen!
Aber aktuell verfolgt man bei der Automobilindustrie inzwischen die Idee hin zu einem autonomen Automobil weiter. Das könnte zu deutlicheren Kosteneinsparungen führen.
- Der konstruktive Aufwand könnte insgesamt geringer gehalten werden, da nicht mehr der Fahrer bestimmt, in welcher Weise die Technik belastet wird.
- So könnten die Entwicklungszeit verkürzt und die Herstellungskosten vermindert werden.
- Umfangreiche Testfahrten wären unnötig, so dass man auf Testfahrer verzichten könnte.
- Schon heute wird z.B. von den Reifenherstellern schon kein Testfahrer-Nachwuchs mehr ausgebildet!
Natürlich gibt es „Abweichler“, die aufgrund der letzten Erfahrungen ein wenig unsicher geworden sind.
- Der eigentliche Fehler der Industrie war in letzter Vergangenheit, dass sie sich nicht mehr als Dienstleister empfunden hat.
Daran hat natürlich auch die „Bildung“ von leitenden Mitarbeitern einen Anteil. Um den Unterschied sehr deutlich zu machen, gehe ich von der „Nachkriegsbesetzung“ in der Industrie aus, um sie mit der aktuellen zu vergleichen:
- Die Nachkriegsgeneration, soweit sie bei der Automobilindustrie tätig war, verfügte über Lebenserfahrung.
- Die nun aktuell dort agierenden Führungskräfte, sind zwar „wissenschaftlich“ besser ausgebildet, aber es fehlt an Einfühlungsvermögen in das Empfinden und die Denkweise der „normalen Kundschaft“!
Darum ist dann – insgesamt betrachtet – die Entwicklung des Automobils in eine falsche Richtung gegangen. Natürlich ist ein Doppelkupplungsgetriebe etwas Tolles! - Aber was soll ein solches Getriebe z.B. in einem Golf Diesel?
- Ich habe bisher noch von keiner Reparatur eines Doppelkupplungsgetriebes unter 3.500 Euro gehört!
Der Wert eines Automobils in seinem Nutzwert für den Kunden wird auch nicht von der Größe eines oder gar mehreren eingebauten Displays bestimmt. Auch der Wert mancher der so genannten „Assistenzsysteme“ muss in Frage gestellt werden, da sie die vorhandenen Anlagen eines Fahrers nicht trainieren aber trotzdem das Gefühl vermitteln, als Fahrer eines Automobils „der Beste“ zu sein. - Eine gefährliche Entwicklung!
Meine Leser werden beim Lesen dieser Geschichte – vielleicht - nicht immer mit mir einer Meinung gewesen sein. Aber ich möchte mit dieser Geschichte auch nicht „die Welt verändern“, sondern nur zum Nachdenken über Dieses und Jenes anregen. - Bitte ohne „KI“!
Ich lasse mich auch gerne, von eigenen Überlegungen meiner Leser angeregt, zum Nachdenken bringen.
Man lernt schließlich niemals aus!



