Sinnvolle Berichterstattung oder Effekthascherei?

Nicht nur beim Zeitungslesen muss man sich das inzwischen fragen. Auch hier bewegt man sich inzwischen auf einem Niveau, dass davon bestimmt ist, wer von wem als Freund oder Feind empfunden wird. - Man formuliert passend! - Wer möchte schon gerne Ärger? - Zumal es eigentlich heute nur noch darum zu gehen scheint, einen geschäftlichen Erfolg sicher zu stellen. Wer versucht denn noch gegen große äußere Widerstände seine persönliche Meinung – orientiert an Fakten – darzustellen? - Wer sich irgendwie unbeliebt macht, wird schon dadurch bestraft, dass man ihn nicht mehr an die „großen Futtertröge“ lässt. - So muss bei kritischer Betrachtung der aktuellen Berichterstattung schließlich – fast automatisch - die Frage gestellt werden:

Sinnvolle Berichterstattung oder Effekthascherei?

Es geht in der folgenden Geschichte speziell um den Motor-Journalismus, wie man ihn heute erleben kann. Da gibt es aktuell eine Menge Geschichten zum Thema Motorsport, die mit dem „Aufhänger“ Max Verstappen auf „Leserfang“ gehen. Man möchte offenbar – und ich spreche von Internet-Informationen – mit hohen „Klickzahlen“ glänzen.

  • „Klickzahlen“ sind heute offenbar die Basis für eine „Bewertung“, ob eine Geschichte „gut oder schlecht“ ist.

Aus meiner persönlichen Sicht ist das oberflächlich und primitiv. So primitiv, wie sich solche „Klickfang“-Geschichten auch im Aufbau präsentieren. Es wird mit dem Titel ein Anspruch vorgegeben, den die Geschichte dann eigentlich nicht erfüllt – erfüllen kann!

Eigentlich ist es z.B. auch uninteressant, über Vertragsdetails eines F1-Vertrages von Max Verstappen zu spekulieren, weil das Ergebnis dieser Spekulation nur Spekulation sein kann.

Es wäre aber schon interessant darüber zu informieren, dass zu Beginn der dritten Dekade Januar des Jahres 2026 immer noch keine vom DMSB genehmigten Ausschreibungen z.B. für das 24h-Rennen und die NLS-Langstreckenserie des Jahres 2026 vorliegen. 

Es werden aber z.B. schon lange Zuschauer-Tickets im Vorverkauf angeboten und es werden die Ablaufzeiten der Rennveranstaltungen und andere Details genannt. Von Veranstaltungen, die offiziell noch gar nicht genehmigt sind!

  • Dass ein Nürburgring – weil inzwischen deutlich „modernisiert“ – eigentlich auch neu abgenommen werden müsste, scheint auch niemanden zu interessieren!

Man geht wahrscheinlich davon aus, das eine Genehmigung durch den DMSB eine formale Selbstverständlichkeit ist. Das sagt auch schon etwas über die Bedeutung dieser selbst ernannten „Sport-Hoheit aus. -  Darüber wird aber kein Leser informiert!

  • Als „Garantie“ für die Durchführung von 24h-Rennen und NLS-Serie wird wohl empfunden, dass der Rennstreckenbesitzer z.B. für die ganze NLS-Serie 2026 schon die Streckenmiete für sich im Voraus gesichert hat.

In einer Ausschreibung für ein Rennen oder eine ganze Rennserie werden z.B. auch die technischen Voraussetzungen der Einsatz-Automobile in dieser Serie geregelt. Für die NLS-Serie, die eigentlich Mitte März 2026 starten soll, gibt es bis heute noch keine technischen Vorgaben.

Da eine Vielzahl der dort startenden Klassen aber den bisherigen Anforderungen des ADAC für das 24h-Rennen entspricht – und der ADAC nicht nur groß und stark, sondern auch beim DMSB das Sagen hat… -

  • Also wird sich auch wahrscheinlich nichts ändern. Schon wegen der verspäteten Vorlage der Ausschreibungen wird sich nichts ändern können!!

Es wird sich nichts ändern können, weil die Zeit zwischen der Veröffentlichung der notwendigen technischen Voraussetzungen und dem ersten Rennen für Interessenten viel zu kurz ist, um die Einsatz-Fahrzeuge noch irgendwie besonderen Anforderungen anpassen zu können.

  • Also wird 2026 beim 24h-Rennen und der NLS-Serie z.B. alles so sein wie es immer war!

Die Teilnehmer werden aber eine „verbesserte“ Nürburgring-Nordschleife vorfinden, die sich – geschätzt – um 10 – 15 sec schneller umrunden lässt als im Jahr vorher. Motor-KRITIK hatte seine darüber informiert, weil die „Verbesserungen“ – warum wohl? - unangekündigt durchgeführt werden!

Es wird sich vielleicht auch der Termin für das erste Rennen der NLS-Serie etwas verschieben, weil der aktuell noch genannte Termin den Plänen eines Max Verstappen für einen Start beim 24h-Rennen im Wege steht. 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man den Wünschen eines Max Verstappen – bzw. seines vorgesehenen Einsatzteams, das natürlich – einflussreich - firmenunterstützt ist, gerne entsprechen. Dass davon dann wieder evtl. andere Termine betroffen sind, die eigentlich für den Basis-Motorsport wichtig sind und eine Bedeutung haben, wird dabei kaum jemanden interessieren.

  • Es geht darum, den geschäftlichen Erfolg von Rennen und Serien sicher zu stellen, die im Titel „wichtige Namen von bedeutenden Firmen und bedeutenden Vereinen“ tragen. 

Das geht – so scheint es aktuell zu sein – am besten, mit „Zugpferden“ wie Max Verstappen, mit denen man evtl. auch mal ein vorübergehendes Interesse an bestimmten Rennen oder gar einer ganzen Serie wecken kann.

Was aber eigentlich nicht entschuldigt, dass in der zweiten Hälfte Januar eines Jahres noch keine genehmigte Ausschreibung für eine Rennserie vorliegt, die schon zu Mitte März – so es Max Verstappen gefällt - des gleichen Jahres starten soll!

Aber selbst so genannte „Fach-Journalisten“ scheinen davon unbeeindruckt und informieren so, dass niemand der „geschäftlich Wichtigen“ davon irgendwie negativ betroffen ist.

Dabei müsste man eigentlich auch längst die aktuelle Motorsport-Politik eines bedeutenden und wichtigen Vereins deutlich in Frage stellen! 

  • Dessen Größe steht offensichtlich auch für dessen Unbeweglichkeit zum Handeln!

Wie ich im Titel bereits fragte: 

Geht es eigentlich noch um eine sinnvolle und Gedanken „anregende“ Berichterstattung oder nur noch um „Effekthascherei“, das „Fischen nach hohen Klickzahlen“ im Internet?

Es geht überall zunächst primär darum, dass die Kasse stimmt!

MK/Wilhelm Hahne

 

Durchschnitt: 4.9 (bei 26 Bewertungen)

Kategorie: 

"Anstoß" für Leser – nicht nur für Abonnement-Interessierte!

 

Lieber Leser,

 

Motor-KRITIK ist vollkommen werbefrei, aber – darum – auch ein wenig abhängig von seinen Lesern. - Oder anders: Von Einnahmen. - Ausgaben haben ich genug! - Und nicht alle Leser mögen sich gleich für ein Abo entscheiden. - Obwohl: Volltanken ist evtl. teurer!
 

Wenn Sie ab und an mal auf diesen Seiten vorbei schauen und Ihnen die hier gebotene "alte Art" von Journalismus gefällt, dann machen sie doch einfach ihre Zustimmung durch eine kleine Spende deutlich. - Auch kleine Beträge können – per Saldo – eine große Hilfe und Unterstützung sein!
 

Auch wenn Sie Abonnent werden wollen - finden Sie HIER meine Kontendaten! 

 

Danke!