24h-Rennen: Auf dem Weg zum richtigen Endergebnis?

Zu diesem Zeitpunkt bedarf die gewaltige organisatorische Leistung des Veranstalters nur noch kleiner Korrekturen. Dazu dienen auch unauffällige Bulletins. Natürlich bleibt die Nenngeldbasis mit rd. günstigstenfalls 6.500 Euro pro gemeldeten Fahrzeug unverändert. Aber die Zahl der gemeldeten Fahrzeuge verringert sich per 26. Mai um drei, auf nun 135. Da noch einige Trainigs-, bzw. Qualifikationsläufe bevor stehen, kann  – unfallbedingt – die Zahl der Starter zum Rennen noch einmal niedriger ausfallen. Das wird dann aber nicht den Veranstalter treffen, da das Nenngeld bezahlt ist und nicht zurück gezahlt werden muss, da eine Veranstaltung immer mit der Abnahme der Fahrzeuge beginnt. Ärger wird es sicherlich – auch in diesem Jahr – mit der BoP geben, die gerade von ausländischen Teilnehmern als „Balance of Politics“ empfunden wird. Diese Bezeichnung ist sicherlich passender, als „Balance of Performance“. - Nicht nur darum ist diese Geschichte dann auch mit dem Titel versehen:

24h-Rennen: Auf dem Weg zum richtigen Endergebnis?

So war dann auch die Starterzahl bei Qualifying 1 und 2 gegenüber dem letzten Bulletin kaum geringer. Schaut man sich das Ergebnis von Qualifying 2 an muss auffallen, dass dort ein Fahrzeug mit seinen Rundenzeiten in Richtung Platz 20 abgerutscht ist, das man aufgrund der vorher in Rennen gezeigten Leistung seiner drei Fahrer, unbedingt weiter vorne erwartet hätte.

  • Das spricht für ein „taktisches Fahren“, zumal die besten Rundenzeiten ein „falsches Niveau“ aufweisen.

Es müsste nun ein heftiger Unfall im weiteren Verlauf des Qualifyings geschehen, der die Starterzahlen fürs Rennen weiter mindern würde, denn die an einem guten Ergebnis interessierten Teams beim 24h-Rennen würden nicht gerne auf einen Start verzichten müssen. Die Kosten für die  Vorbereitung und das Nenngeld sind nicht unerheblich. - Obwohl auch die Kosten nur für das eigentliche Rennen nicht unerheblich sind. - Auch wegen der Benzinpreise!

Ich habe dann,  – auch – aus einem anderen Grund, eine kleine Rundfahrt durchs Gewerbegebiet in Meuspath unternommen. Der betrifft das von den Zuschauern benötigte Trinkwasser. Bei der Einfahrt fiel mir dann auch auf, dass jetzt in den Tagen vor dem Rennen die Bauarbeiten an einem großen neuen Projekt durch den Bauherrn wohl ruhen. Lächelnd habe ich gedacht, dass der Einsatz von drei GT3-Fahrzeugen beim 24h-Rennen nicht gerade dem Bauvorhaben förderlich ist, weil die Gesamtkosten so z.B. die Millionengrenze in Euro deutlich übersteigen.

Aber als ich dann die Baustelle einer gerade entstehenden Auto-Manufaktur (Motor-KRITIK berichtete) passierte, wo auch die Arbeit ruhte, bin ich aber davon ausgegangen, dass evtl. die Baufirmen vor dem 24h-Stunden-Rennen und dem „Vatertag“ vielleicht eine „Brückenwoche“ eingelegt haben. - Wie man einem Foto oben entnehmen kann, kommt das Wasser für die Zuschauer nun aus Herres- und Siebenbach. Das deshalb, weil durch die Baustelle „Auto-Manufaktur“ in Meuspath eine dortige Wasser-Entnahme – wie in den letzten Jahren -  nicht mehr möglich ist. - Deshalb war ich auch nur  ins Meuspather Gewerbegebiet gefahren.

Eigentlich kann selbst den Badesüchtigen unter den Zuschauern beim 24h-Rennen das Wasser nicht mehr bis zum Hals stehen. Wie ich vorher hörte, sollte eigentlich das Auffüllen von „Badewannen“ nicht mehr erfolgen. Wasser ist zu wertvoll geworden! Aber man wollte wahrscheinlich die Besucher am Vatertag nicht vergraulen. So hat man sich dann – nach meinen Informationen – auf kleinere Mengen verständigt. Statt – wie in einem Fall – bei denen bei den letzten 24h-Rennen 10.000 Liter Wasser „verbadet“ wurden, hat man sich jetzt in 2022 auf 3.000 Liter geeinigt. - Immerhin!

Zum 50. Jubiläum – auch von BMW Motorsport – gibt sich die Strecke gerade an Start- und Ziel wie ein Stück BMW.  Im „Boulevard“ wird aber auch unübersehbar darauf aufmerksam gemacht, dass das in diesem Jahr durchgeführte 24h-Rennen das inzwischen 50. seiner Art ist.

Ausgerechnet am „Brünnchen“, einem für Zuschauer leicht erreichbaren Streckenteil, macht dann ein Stuttgarter Automobilhersteller darauf aufmerksam, dass es ihn nicht nur auch noch gibt, sondern dass er Automobile baut, die „auf der Nürburgring-Nordschleife geboren wurden“.

 

Dort an der Nordschleife findet dann auch das „Nürburgring-Festival“ der Zuschauer statt. Da sind dann alle freien Plätze zu „Bedarfszeltplätzen“ umfunktioniert worden. Die Fotos wurden vom Herresbacherr Ortsteil Eschbach aus gemacht. - Für die Gesamtkosten eines Wochenendes, die einem Fan-Ehepaar hier insgesamt entstehen, hätten sie sicherlich auch auf einer Insel im Mittelmmeer eine „feine Sause“ machen können. - Man sollte sich nichts vormachen:

  • Das 24h-Rennen ist eigentlich zu einem „Vatertag-Event“ verkommen!

Natürlich gibt es noch ein Anteil von Motorsport-Fans, die wirklich nur wegen des Rennens zum Nürburgring kommen und sich im Umfeld von Freunden, zu denen man im Verlaufe von vielen Jahren einen guten Kontakt entwickelt hat, auch richtig wohl fühlen.

Das sind aber nur rund 10 Prozent der Besucher, die hier tatsächlich anreisen. Die offiziell vermeldete Besucherzahl, wird auch in diesem Jahr sicherlich wieder beeindruckend hoch sein, entspringt aber – wie bei den 24h-Renen zuvor – wohl nur der Phantasie von Marketing-Spezialisten, bzw. denen, die sich dafür halten. Diese hat sich dann bis zum Zieleinlauf des 24h-Rennens am Sonntag auf real rd. 5.000 reduziert. Alle anderen sind schon ab Mittag – auch in den Jahren zuvor - wieder abgereist. - Wer da gewonnen hat, interessiert eigentlich weniger. Man kann es auch am Montag der Tageszeitung entnehmen.

Eigentlich hatte der Veranstalter vor, alle Fahrzeuge die das Ziel nach 24 Stunden erreichen, noch eine Auslaufrunde über den Gesamtkurs fahren zu lassen, damit die Fahrer den Beifall der Zuschauer entgegen nehmen können. So ist das jedenfalls dem „Bulletin Nr. 1“ vom 24. Mai zu entnehmen, dass in einer Reihe von Passagen die – eigentlich schon umfangreiche – Ausschreibung ergänzt. - Natürlich vom DMSB genehmigt!

  • Das Bulletin Nr. 1 finden meine Leser im Anhang zu dieser Geschichte.

Alles scheint perfekt geregelt. - Manchmal gibt es dann eine Differenz zwischen Theorie und Praxis. So hat der Veranstalter die „Beifall-Auslaufrunde“ für Alle inzwischen wieder „still verabschiedet“. Man hat ihn wohl darauf aufmerksam gemacht, wie dieses 24h-Rennen in der Praxis enden wird. Inzwischen sollen wohl nur noch die ersten Drei die Ovationen der nicht mehr vorhandenen Mehrheit der Zuschauer rund um die Nordschleife entgegen nehmen.

Natürlich wird es hier auch in Motor-KRITIK eine Nach-Berichterstattung geben. Schließlich haben  auch jene Leute, die nicht zum Rennen kommen wollten oder konnten, einen Anspruch auf eine gute Information.

Obwohl: NITRO, ein Fernsehsender, berichtet live über das ganze Rennen. Und wenn man nur  guckt und die Kommentare unhörbar macht, bekommt man sicherlich auch so den richtigen Eindruck von diesem 24h-Event“, das früher mal nur ein einfaches Rennen, eine motorsportliche Auseinandersetzung über 24 Stunden war, bei der auch die Teamarbeit eine Rolle spielte.

MK/Wilhelm Hahne
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