2022-12

DB/Mercedes: Auf dem Weg ins „Land des Lächelns“?

Winterabende im Dezember verführen dazu, mal bei einem Glas guten Rotwein – und beim Leuchten der ersten Adventskerze – zurück zu denken. - Ich erinnere mich da an die Vorstellung eines Premium-Automobils der Konkurrenz von Mercedes. Es war eine „Vorab-Vorstellung“ und die als wichtig empfundenen Medien – die mit großer Auflage – hatten ihre bedeutenden Redakteure aufgeboten. - Ich war als „Einzelkämpfer“ auch dabei. – Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Aber nicht nur dieses Erlebnis ist Vergangenheit. Im Heute denkt und arbeitet man anders. Mir ist manchmal nicht klar, ob die Automobilhersteller heute eigentlich noch ihre Produkte – und deren Preise - an den Kundenwünschen ausrichten oder doch mehr an den Wünschen der Aktionäre, die den Firmenwert bestimmen und immer eine von Jahr zu Jahr besser werdende Rendite als richtig und eigentlich normal empfinden. - Aktuell scheint man sich bei einem Premium-Hersteller in Stuttgart mit der immer deutlich werdenden Firmenpolitik an den Wünschen der Aktionäre zu orientieren. Deren Empfinden von „Premium“ ist aber ausschließlich eine gute Rendite. Danach wird dann in Stuttgart augenscheinlich die aktuelle Geschäftspolitik – auch in Einkauf und Vertrieb– ausgerichtet.

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NLS: Rück- und Ausblick zum Beginn der „EMS“ 2022!

Ehrlich! - Die Abkürzung im Titel habe ich der offiziellen Nürburgringseite im Internet entnommen. Ich bin kein Freund von Abkürzungen. - Aber die neue Form der Abkürzung dieser Motorsport-Messe – die heute beginnt - ist wohl der Entwicklung der Langstreckenserie über die Jahre angepasst, zu der aktuell auf der Nürburgring-Internetseite festgestellt wird: „Und Mittendrin der Nürburgring.“ („Mittendrin“ ist dort tatsächlich „groß geschrieben“.)

Früher hatte einmal diese „Essener Motor Show“ wirklich für die VLN-Teilnehmer und Fans eine große Bedeutung. Zum Ausstellungstermin war nicht nur der Terminkalender fertig, sondern auch die Ausschreibung für die nächste Saison. Das hat sich geändert. Nicht nur, dass aus VLN nun NLS geworden ist, die NLS war auch schon zu VLN-Zeiten keine Meisterschaft mehr. Diesen Status hatte diese Langstreckens-Serie, die zunächst als -Pokal startete nur von 2001 bis 2019. - Danach sind den Organisatoren dieser Serie die Mehrkosten zu hoch gewesen, die der DMSB für die Ausschreibung einer Meisterschaft verlangt.

Aber man hat in diesem Jahr auch keine „Meister“ geehrt, sondern „Champions“! - Es wurde so – was 2018 noch richtig war – aus der „Nacht der Champions“ in diesem Jahr dann eine „falsche“  „Night of Champions“. - In einer Sprache, die eigentlich lt. Ausschreibung nur eine Nebenrolle spielt. Zitat:

3.1 Offizielle Sprache
Deutsch. Nur der deutsche vom DMSB genehmigte Reglementtext ist verbindlich.
Bei den Veranstaltungen kann die Kommunikation zwischen der Rennleitung und den Teilnehmern auch in englischer Sprache erfolgen.“

Im Jahre 2018 hatte diese „Siegerehrung“ noch 600 Teilnehmer; in diesem Jahr waren es „um 400 Personen. Daran war sicherlich die Höhe des Preises für die „Eintrittskarten“ nicht unbeteiligt. Hier kam wahrscheinlich schon die allgemein registrierte inflationäre Entwicklung zu deutlich zum Ausdruck. Pro Teilnehmer wurden satte 99 Euro verlangt (+ Getränke!)!

Ein Fahrer aus der Serie, die sich selbst dem „Breitensport“ zurechnet:

„Wenn ich zu der Veranstaltung hingegangen wäre, hätte ich noch wenigstens meine vier Monteure einladen müssen. Dazu kommen dann noch die Getränkekosten. - Und ich muss mir in diesem Jahr noch ‘nen Weihnachtsbaum kaufen!“

Während der Live-Übertragung auf „youtube“ wurde ich von Lesern angerufen, die mich auf gerade entdeckte „Besonderheiten“ aufmerksam machten. Die Feststellung eines Lesers war:

„Das ist doch – anders als von Ihnen dargestellt – eine richtige Breitensport-Serie! Eben wurde ein „Meister“ aufs Podium gerufen, der einen Scheck über 167 Euro erhalten hat!“

Wenden wir uns der Zukunft der NLS zu und vermelden – tatsächlich rechtzeitig zur EMS - die Termine für die – angeblich – mehrheitlich vorgesehenen 4h-Rennen:

  • 1. NLS-Lauf 18. März 2023
  • 2. NLS-Lauf 01. April 2023
  • 3. NLS-Lauf 15. April 2023
  • 4. NLS-Lauf 17. Juni 2023
  • 5. NLS-Lauf 08. Juli 2023 (6h-Rennen)
  • 6. NLS-Lauf 09. - 10. September 2023 (12h-Rennen???)
  • 7. NLS-Lauf 23. September 2023
  • 8. NLS-Lauf 07. Oktober 2023

Ich habe hinter dem Datum zum für 12h-Rennen 2023 deshalb drei Fragezeichen gemacht, weil aufgrund der neuen – noch nicht in vollem Umfang – vorgenommenen Änderungen an der Spitze der NLS-Organisation (die immer noch unter VLN-Flagge segelt!) eigentlich nur ungewiss sein kann, ob es dieses Rennen in der aus diesem Jahr bekannten Form noch geben wird. Wie überhaupt die Form aller NLS-Rennen in 2023 z.Zt. noch in Frage gestellt werden muss.

Aber die Auflösung der ITR (DTM) bietet die Chance, die durch die Rücktritte bei der NLS-Organisation entstandenen Lücken schnell wieder zu füllen. - Warum die ITR aufgelöst wird? - Nun, Gerhard Berger möchte sich nicht die Chance entgehen lassen, bei Audi (F1) noch mal richtig „abzusahnen“!

Trotzdem wird die Veröffentlichung einer gültigen Ausschreibung – vom DMSB genehmigt - für diese Langstrecken-Serie auch noch etwas auf sich warten lassen. - Was aber der Serie schaden wird! - Darum darf man auch nicht darauf hoffen,  dass die Serie in der Saison 2023 wieder so erstarkt, wie es offensichtlich am Nürburgring erträumt wird.

Zu den Terminveröffentlichungen für 2023 ist auf der Nürburgring-Internetseite zu lesen:

„Racing auf der legendären Nordschleife – die Nürburgring Langstrecken-Serie lädt acht Mal im Jahr zum heißen Tanz auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Bis zu 165 Rennwagen gehen dann in der Grünen Hölle auf Jagd nach Punkten und Trophäen. Dabei gelten die Grundsätze: immer auf rund 24 Kilometern Strecke und immer besonders publikumsnah. Besonderes Highlight - die ‚12 Stunden Nürburgring‘ im September!“

Das ist übrigens in den versprochenen (?) Details genau so stimmig, wie die Ankündigung zum „Oldtimer-Grand-Prix“ 2023:

„Die Zuschauer erwarten herausragende Starterfelder, in denen sich seltene und wertvolle Klassiker tummeln. Von Tourenwagen und GTs über Sportprototypen bis hin zu Formel-1-Boliden der Vergangenheit ist dabei die ganze Palette motorsportlicher Faszination zu bestaunen.“

Nun, die „Formel-1-Boliden der Vergangenheit“ werden z.B. fehlen. - Die fahren in Hockenheim! - Aber das weiß man am Nürburgring offenbar zur Zeit genau so gut, wie man die Entwicklung der NLS-Serie bisher eingeschätzt hat. - Nicht gut!

So ist das Nürburgring-Angebot, wie es derzeit auf deren Internetseiten angeboten wird, nicht mehr als eine „Wundertüte“! - Erst wenn man sie aufmacht, wird man – so oder so – überrascht sein!

Also warten wir mal gespannt auf die jeweiligen „Öffnungstermine“!

MK/Wilhelm Hahne
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