2020-11

„Mr. Nürburgring“, Manfred Strack ist verstorben!

Nur vor Tagen wurde sein Vater beerdigt. Was nicht kommuniziert wurde war: Reiner Strack war am Corona-Virus verstorben. Darum war auch sein Sohn Manfred nicht bei der Beerdigung seines Vaters. Er war in Quarantäne. Weil – nicht nur – er durch seinen Vater angesteckt worden war.

  • Nüchtern wie Manfred Strack immer gewesen ist, hat er festgestellt: „Schöne Scheiße!“

Er hat sich zwar niemals der Realität entzogen, aber in diesem Fall hat er die Gefährlichkeit des Zusammentreffens zweier Krankheiten unterschätzt:

Er war erst kurz vorher wegen eines diagnostizierten Darmkrebs operiert worden und persönlich darauf eingestellt, eine Reihe von Chemo-Behandlungen nach dieser Operation erleiden zu müssen.

Dieses Durchleiden von Nebenwirkungen ist ihm nun erspart geblieben.

Aber das ist ein schwacher Trost! - Manfred Strack war einer der – inzwischen – wenigen Nürburgring-Mitarbeiter, der den Nürburgring in allen Facetten kannte, Kontakte zu allen wichtigen Genehmigungsstellen, Veranstaltern, Teams und Teilnehmern auf eine persönliche Ebene gestellt hatte. - Und die auch nutzte! - Inzwischen zum Nutzen des neuen russischen Nürburgring-Besitzers.

  • Die Zeit ohne Manfred Strack wird am Nürburgring nicht mehr so sein wie mit ihm!

Manfred Strack war eine Mischung von knorrigem Eifeler und modernem Manager. Er wusste sich den jeweils neu auftauchenden Situationen anzupassen, aber hatte durchaus zu allem eine eigene Meinung. - Die er oft für sich behalten musste.

Seine persönlich Einstellung zu mir und meiner Arbeit war zerrissen: Er wusste auf der einen Seite, dass ich den Nürburgring grundsätzlich positiv gesehen habe, nur die Art, wie man ihn zu formen und umzugestalten suchte, als negativ empfinden musste.

So war Manfred Strack eigentlich in der Zeit von „Nürburgring 2009“ gefühlsmäßig mehr auf meiner Seite und der aller Nürburgring-Fans, als er jemals zugegeben hätte. Wir hatten auch – zufällig – „damals“ des öfteren persönlichen Kontakt, wo in den dann geführten Gesprächen seine ganze Zerrissenheit zum Ausdruck kam. - So habe ich das jedenfalls empfunden.

Manfred Strack lebte für den Nürburgring. Er setzte diese persönliche Zuneigung auf seine Art um. Es war nicht immer die Art, die von mir – oder auch von anderen Mitarbeitern des Nürburgrings - akzeptiert werden konnte. Aber manches was er in seiner Verpflichtung gegenüber seinem Arbeitgeber umgesetzt hat, hat nicht unbedingt seiner persönlichen Einstellung entsprochen.

Manche Dinge, die in der kritischen Zeit nach der Insolvenz des Nürburgrings, im Interesse des Nürburgrings umgesetzt werden mussten, hat er auf seine Art unterstützt. Weil er auch – eigentlich – ein Nürburgring-Fan war, der aber mehr und mehr hin und her gerissen wurde. Von seinen Gefühlen und der Verpflichtung seinem jeweiligen Arbeitgeber gegenüber.

Unter ihm haben nicht wenige Mitarbeiter des Nürburgrings leiden müssen. Aber er hat an die Richtigkeit seiner Entscheidungen geglaubt. Sie waren auch geprägt von seiner Erfahrung.

Ich bin schon traurig. - Wir waren zwar keine Freunde, aber beide getragen vom Willen, etwas Gutes für den Nürburgring zu tun. - Mich hat sein Tod schon getroffen.

Und ich verstehe, wenn nun seine Familie leidet. Auch, weil sie zusätzlich noch vom Corona-Virus betroffen ist. - Sie alle haben mein Mitgefühl!

Da ist es kein Trost, dass unser aller Verweilen auf dieser Welt zeitlich begrenzt ist.

Manfred Strack ist zu früh gegangen. Nicht nur seine Freunde werden ihn vermissen. Auch die, die oft anderer Meinung waren als er.

Er hat es immer gut gemeint. Es war seine Sicht der Dinge. Und manchmal hat er eben nur nicht verstanden, dass es andere Leute gab, die die Dinge etwas anders sahen. - Auch anders sehen mussten!

Manfred Strack‘s Tod ist ein Verlust für uns alle!

Wilhelm Hahne

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Erlebt: Drei Tage – Zwei Monate – Ein Einschnitt!

Dazu genügte das letzte Wochenende und der vergangene Montag, als erster Tag, der uns neue politische Vorgaben in Sachen Corona-Pandemie bescherte.

Beginnen wir mit dem Samstag, den wir alle als ungewöhnlich warmen Herbsttag erleben durften. Aber dieser Tag – bitte nicht vergessen – war nicht nur der 31. Oktober 2020, sondern besonders für viele Motorradfahrer der letzte Tag, an dem sie ihre Sport- und Freizeit-Geräte mit dem gewählten Saison-Kennzeichen nutzen konnten. Entsprechend war der Verkehr hier auf den Eifelstraßen rings um den Nürburgring.

  • Ein Eifelaner: „Das war so, als wäre am Nürburgring eine Großveranstaltung.“

Aber auch viele Autofahrer nutzten das schöne Wetter zu einem Ausflug in die wunderschön bunte Herbstwelt der dicht bewaldeten Eifel. Und abends gingen dann Familien noch einmal gemeinsam essen. - Ein wunderschöner Tag!

Am Sonntag war dann – um wieder unseren Eifel-Bewohner zu zitieren, „Tote Hose!“ - Es war – verglichen mit Samstag – „nichts mehr los.“ - Da hatte nicht nur – zufällig – der Monat gewechselt, sondern alle Fahrzeuge mit Saison-Kennzeichen mussten auch – dem Gesetz entsprechend – in der Garage bleiben. - Erstaunlich, wie groß der Unterschied im Verkehrsaufkommen zwischen diesem Samstag und Sonntag war!

Manche Eifel-Bewohner werden auch ein wenig aufgeatmet haben, weil nun auch weniger Ausländer anreisen, die – so wird das empfunden – ein erhebliches Corona-Risiko bedeuten. Ich werde daran durch eine aktuelle Leser-E-mail erinnert, in der es heißt:

„Als Anwohner in der VG Adenau kann einem schon Angst und Bange werden. Die mit weitem Abstand höchsten Infektionszahlen im Kreis Ahrweiler.
Mehr als doppelt so hoch wie in der von der Einwohnerzahl vergleichbaren VG Bad Breisig.
Geht man durch Nürburg, Kottenborn, Wiesemscheid oder auch dem benachbarten Kelberg ist einem klar warum.
Jede Menge Kennzeichen aus England, den Niederlanden, Schweden und sogar RUS. Alles Touristenfahrer - die irgendwo übernachten, essen, tanken und einkaufen gehen.
Von der lokalen Politik kein Wort hierzu. Aber Sankt-Martins-Züge (mit Kindern die alle in den gleichen Kindergarten oder Schule gehen) in den kleinen Orten absagen - kostet halt nix.
Ich bin mir sicher - jetzt im Winter - wenn die Nordschleife zu macht - werden die Infektionszahlen in der VG Adenau wieder unter Durchschnitt sinken.„

Damit sind wir dann auch beim Montag, nicht nur dem ersten Arbeitstag dieser Woche, sondern auch der erste Tag, an dem die neuen Corona-Auflagen der Bundesregierung greifen.

Der Berufsverkehr lief wie immer, eigentlich gab es aus meiner Sicht nichts, was mir besonders aufgefallen wäre. Am Abend bin ich dann mit meiner Frau einmal bewusst die kurvenreiche Landstraße zwischen Ahrweiler und Altenahr entlang gefahren. Es war zwar nicht so duster wie in den Nächten des 2. Weltkriegs, aber es war doch eindrucksvoll, wie dunkel es gerade in den Weindörfern entlang dieser Straße ist, wenn alle Restaurants und Hotels in tiefem Dunkel liegen. - Sogar beim „Hotel Lochmühle“ war es „zappenduster“. - Das kennzeichnet auch ein wenig die Stimmung der Menschen, denen ich an diesem Tag begegnete.

Was soll man auch jetzt abends machen? - Das bin gefragt worden. Ich bin am Montagabend mit meiner Frau in einem Supermarkt spazieren gegangen, wir haben keine Pflichteinkäufe gemacht, sondern uns etwas mitgenommen, was uns zum Abendessen dann besonders gut geschmeckt hat.

Wobei uns an diesem Tag etwas Besonderes aufgefallen ist: Wir wählen inzwischen Einkaufsstätten, bei denen das Handdesinfektionsmittel am Eingang besonders angenehm riecht. Besonders angenehm wird von mir ein Mittel empfunden, das wohl von Tresterherstellern geliefert wird. - Hat man das genutzt, wird man wohl bei einer Alkoholkontrolle der Polizei Probleme bekommen!

Gibt‘s auch gute Aussichten? - Wie‘s zu Weihnachten wird, kann ich meinen Lesern nicht sagen. Dafür ist Frau Merkel – situationsabhängig – zuständig. Was ich den Motor-KRITIK-Lesern in Aussicht stellen kann, ist der 1. VLN-Lauf 2021 – der auch als NLS-Lauf bezeichnet wird – und am 30.März 2021 durchgeführt werden soll.

Wenn schon nicht auf Weihnachten – weil es da noch Corona-bedingte Fragezeichen gibt - so freuen wir uns doch einfach auf diesen Tag! - So können wir uns Monate freuen!

Alles wird gut!

MK/Wilhelm Hahne
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Brief an den DMSB – der nicht hu-mo(h)r-los ist!

Es ist ein Brief der deutlich macht, wie sehr der meinungsbildende Teil unserer Gesellschaft sich von der angenommenen Bedeutung und Wichtigkeit von Organisationen und Aufsichtsorganen beeinflussen lässt. Ein „Offener Brief“ ist eigentlich ein Brief, den jeder lesen kann. Er ist offenbar dann nicht mehr „offen“, wenn er von einem Verein „mit kleiner Bedeutung“ an einen Verein „mit großer Bedeutung“ gerichtet ist. - Der wird dann auch von der so genannten Fachpresse nicht wahrgenommen. Dabei würde es reichen, man würde ihn überhaupt zur Kenntnis nehmen und  Auszüge zitieren. - Bei Motor-KRITIK kann es dabei natürlich nicht bleiben. Meine Leser finden den „Offenen Brief“ in ganzer Länge im „Anhang“. (Wenn er interessiert!) Da ich ihn in der Originalversion von der Internetseite des schreibenden Rallye Supercup e.V. herunter geladen habe, muss man ihn als Leser allerdings noch der vorhandenen Bildschirmgröße anpassen. In der hier nachfolgenden Geschichte ist dann auch zu lesen, wie es zu diesem „Offenen Brief“ kommen konnte – und was noch in den nächsten Wochen in diesem Zusammenhang auf uns zukommen wird. - Sicherlich sind dann die „Neuigkeiten“ von offiziellen Presseinformationen begleitet, die dann auch  – weil sie von einem „Großen“ kommen werden, der seinen neuen Präsidenten verkündet – gerne abgedruckt werden. - Aber eigentlich wird man die Leser in Sachen „Offener Brief“ so weiter „im Dunkeln tappen lassen“. - Das ist bei Motor-KRITIK anders – und beginnt dann schon mit einem „unverständlichen“ Titel zur folgenden Geschichte, der aber auch gegen Ende dann eine Aufklärung erfährt.

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