Motorsport: Anders in anderen Regionen?

Jedem Fernsehzuschauer müsste klar sein: Man kann eine Moto-GP nicht mit der DTM vergleichen. Beides ist Motorsport, aber... - Oder haben Sie nicht am letzten Wochenende sowohl den Kampf der Giganten in Australien und den im DTM-Kindergarten in Hockenheim verfolgt? - Nein, ich habe nichts gegen junge, talentierte Rennfahrer. Aber ich leide mit ihnen unter dem, was man (in Deutschland) als notwendiges Reglement empfindet. - Ich bin in der letzten Woche einmal in den BeNeLux-Ländern gewesen, habe dort auch – bei der Vorstellung der dortigen TCR-Serie – die Motorsportler und ihr Verhalten beobachtet, zumal ich dann – am folgenden Wochenende – auch einen Blick auf die vorletzte VLN-Veranstaltung des Jahres hier in Deutschland werfen konnte. - Es gibt da Unterschiede. - Solche, die man wahrscheinlich nur „mit dem Bauch“ empfindet, aber mit dem Kopf verarbeiten muss. - In den BeNeLux-Ländern findet man noch jene Gattung von Motorsportlern, die auch in unserem Land – früher – als „Herrenfahrer“ empfunden wurden. Bei uns ist diese Zeit – scheinbar – vorbei. Der Motorsport ist leider in unseren Landen zu einem reinen Geschäft verkommen. - Und die „Geier“ warten auf „Aas“. - Und die Sportbehörden „stricken“ an neuen, noch besseren Reglements. - Ist doch klar! - Mit dem Ergebnis, dass in Deutschland immer mehr Rennplatzierungen von Funktionären entschieden, statt von Fahrern herausgefahren werden. - Motor-KRITIK stellt sich die Frage:

Motorsport: Anders in anderen Regionen?

Ich bin nach Belgien gefahren in der Überzeugung, dort auf um 30 – 50 Interessenten für eine neue Tourenwagen-Serie treffen zu können, der ich – ganz persönlich – eine große Zukunft vorhersage. Nach einem Besuch in Mettet, einer kleinen Rennstrecke, ungefähr 80 Kilometer südlich von Brüssel gelegen, hat sich dieser Eindruck noch verstärkt. (Die Rennstrecke besteht übrigens erst seit 2010.)

Der Veranstalter nennt die Zahl der Besucher der TCR-Vorstellung für die „BeNeLux-Serie“ mit um 500. Ich hätte sie auf 250 – 300 geschätzt. Darunter übrigens auch Fahrer, die bei der VLN in den jeweiligen Klassen „eine Rolle spielen“. Nicht alles Deutsche. - Was nicht gegen die „Ausländer“ spricht, die auch in der VLN – oftmals nur wegen „dem Spaßerlebnis“ auf der Nordschleife – dort unterwegs sind und dafür auch lange Flugreisen in Kauf nehmen - Denen werden die willkürlichen DMSB-Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Rennstrecke „Nordschleife“ den Spaß weitgehend verdorben haben.

Und ich habe mir ein herrliches Rennen in Australien beim Motorrad-GP angesehen. Im Fernsehen natürlich. - Allerbester Motorsport! - Und ich habe auch – nicht nur – ins Fernsehen geschaut, als in Hockenheim die aktuelle Generation von DTM-Fahrzeugen den Zuschauern vorgeführt wurde. - Da ist kein Vergleich möglich! -

In Hockenheim gab es Geldstrafen für den Gesamtsieger in der DTM 2015. Insgesamt 5.500 Euro. Wegen nicht geschlossener Sicherheitsgurte in der Auslaufrunde nach dem Rennen und weil er – in Siegefreude – einen Freund (o.ä.) vor dem Wiegevorgang umarmt hat. Was nach einem anderen Wiege-„Skandal“ in Nürnberg verboten ist. - Ist das normal? - Aber was ist – unter Aufsicht und Kontrolle des DMSB – überhaupt noch im Motorsport in Deutschland normal?

Oder finden Sie z.B. die neue „Eltern-Kart-Lizenz“ toll? - Die gibt’s beim DMSB zum wohlfeilen Preis von 20 Euro! - Das ist etwas Neues. - An noch Neuerem wird sicherlich noch gearbeitet. Man ist in Frankfurt sehr einfallsreich, wenn es um die Generierung von Gebühren geht.

Beim 9. VLN -Lauf war dann auch ein neuer Porsche GT3 RS am Start, weil er mit seinem – möglichst erfolgreichen - Auftreten bei einer Rennveranstaltung natürlich Kaufseffekte auslösen sollte. Er startete übrigens in der „SPX“-Klasse. - Das Fahrzeug hat lt. „BoP“-Überprüfung max. 520 PS auf dem Rollenprüfstand. - Und es gab nicht nur einen Klassensieg, sondern man kam auch -im Gesamtklassement! - auf's Podium. - Es hat doch funktioniert! - Und niemand hat's gemerkt?

Damit man dort, in der „SPX“-Kategorie starten konnte, war der neue Porsche – sagte man - mit einem „alten“ Motor ausgestattet. - So etwas kann natürlich gar nicht homologiert sein. So fuhr man relativ „frei“, mit max 520 PS auf Platz 3 des Gesamtklassements und die schnellste Runde im Rennen mit 8:10 min. - Der Mercedes AMG GT3, im 8. Lauf in der gleichen Klasse unterwegs fuhr – auch mit 520 PS – dann auf Platz 2 des Gesamtklassements. - Von den Funktionären dorthin platziert. Weil er sonst gewonnen hätte. Immerhin war der im Training in 8:01 min um die VLN-Strecke gefahren. - Mit 520 PS.

Aber wer macht sich da Gedanken? - Wen interessiert das? - Es sollte ja auch nur – einmal - ein Erfolg eingefahren werden, der potentielle Interessenten zum Kauf animiert.

Lexus wird seinen neuen GT3, den „RC F“, erst gar nicht durch die FIA einem „BoP“-Test unterziehen lassen, sondern hat die Vision, mit dem Fahrzeug in der ganzen VLN-Saison 2016 immer in der SPX-Klasse zu starten. - So kommt man (mindestens auch) leichter zu Klassensiegen. - Wie im VLN-Lauf Nr. 9 der neue Porsche GT3 RS aus Zuffenhausen. Und man spart die Homologationskosten.

Olaf Manthey ist eben „ein Fuchs“. - Porsche, als Teil des VW-Konzerns, ist auch „nicht ohne“, wie wir spätestens nach dem Abgas-Skandal begreifen müssen. -

Aber sind wirklich alle Motorsportfreunde und -Beobachter unaufmerksam? - Begreift man nicht, dass die VLN mit der Klasse „SPX“ Möglichkeiten bietet, die es nicht geben sollte? -

Wie überhaupt die ganze „BoP“ ein Witz ist. Und das „Nordschleifen-Permit“ ist eine Lachnummer. (Und auch teuer. - Wie die meisten betroffenen Fahrer erst in der nächsten Saison begreifen werden.) Und die auf der Nürburgring-Nordschleife vom DMSB verordnete Geschwindigkeitsbegrenzung ist eigentlich mehr ein Gag für eine Satire. - Andere „Lösungen“ sind theoretisch perfekt. Aber leider in der Nordschleifen-Realität nicht umsetzbar.

Aber: Wer dann in die „Geschwindigkeitsfalle“ des DMSB tappt, der kann sich nicht wehren. „Proteste gegen die Zeitnahme und GPS-Messung sind nicht zulässig.“ - So einfach ist das! - Und man muss evtl. mit einem Sportgerichtsverfahren rechnen. - Gedroht wird damit schon vorsichtshalber.

Wer sich über die Messgenauigkeit von GPS-Systemen informieren will, der sollte einmal bei „Wikipedia“ nachschauen, dabei auch nicht die Darstellung übersehen, die erklärt wird mit:

„Unterschiedliche Genauigkeiten verschiedener GPS-Empfänger auf dem Birkenkopf bei Stuttgart (Breite des Ausschnitts ca. 400 m)“

Und man lernt auch, dass z.B. nasses Laub in waldreichen Gegenden nicht gerade die Messgenauigkeit von GPS-Systemen verbessert. - Und es gibt alte und neue Generation von Chips die in der notwendigen Hardware verbaut sind. Auch militärische Einflussnahmen sind möglich. - Aber bitte lesen Sie das bitte alles selbst nach.

Lesen kann man übrigens auch in Bulletin Nr. 06/2015 der VLN, neben einem Satz, der dem oben zitierten Satz ziemlich nahe kommt, dass auch etwas zulässig ist:

„Proteste gegen die Auswertung der Messmethode sind jedoch zulässig.“

So wird es sicherlich noch in naher Zukunft Gelegenheit geben dieses Thema ausgiebig zu behandeln.

Soviel also hier zur GPS-Genauigkeit.

Zur „Genauigkeit“ der Zeitnahme Beispiele aus eigenem Erleben:

Das ist ein Siegerkranz, den ich vor fast vier Jahrzehnten ungerechtfertigt erhalten habe. Tatsächlich waren wir – Fred Rosterg und ich – Zweiter geworden. Natürlich haben wir protestiert, weil wir nach Aufzeichnungen unserer Boxenmannschaft sicher waren, dass... - Aber Proteste... (s.o.)

Dann hat man später doch einen Fehler eingestanden und korrigiert. Aber der wirkliche Klassensieger hat es dann abgelehnt, den Siegerkranz von mir entgegen zu nehmen. Und ich habe ihn als eine wesentliche Erfahrung in mehr als 40 Jahren aktivem Motorsport aufgehoben und heute (!) an meinem aktuellen Privat-Automobil fotografiert.

Ich wurde auch durch einen Fehler der Zeitnahme, gegen den mein Fahrerkollege (als Fahrzeugbesitzer) auf meinen Wunsch hin sofort protestiert hat, jahrelang in veröffentlichten Listen als Rundenrekordhalter auf einer bestimmten Nürburgring-Streckenkombination für Grupp N-Fahrzeuge auf einem Ford RS 2000 geführt. - Aber Proteste gegen die Zeitnahme waren nicht zulässig.

Erfolge im Motorsport in Deutschland werden inzwischen auch aktuell durch Reglemente gesteuert, durch Zeitstrafen beeinflusst, praktisch nicht durch Fahrer herausgefahren, sondern oft durch Funktionäre gesteuert oder entstehen einfach so, weil vielleicht das Horoskop günstig ist.

Motorsport als ein modernes – natürlich innovatives – Spiel in der Art von „Mensch ärgere dich nicht!“ - Wenn man Pech hat: „Gehe zurück auf LOS!“ - Oder einfacher: a.d.W.!

Aber zu dieser Erkenntnis bin ich nicht erst nach dem letzten VLN-Lauf gekommen, sondern schon weitaus früher. - Es war also mal Zeit, einen Blick ins Ausland zu werfen.

Ich hatte übrigens in Belgien meinen Besuch nicht angemeldet, weil ich nicht wissen konnte, ob ich zu diesem Termin... - manchmal gibt es eben noch Wichtigeres – mein Wissen um die TCR noch verbessern könnte.

Es war ein kalter – aber ein guter Tag! - Ich habe eine Menge erfahren, dazu gelernt – und möchte meine Leser auch entsprechend informieren.

Zunächst die Feststellung: In Deutschland und Belgien gibt’s auf den Autobahnen die gleichen Stauprobleme durch Baustellen. Aber man kommt an. Und sogar pünktlich. Es war noch Zeit bis zur offiziellen Pressekonferenz, die für 11:30 Uhr angesetzt war.

Es war also auch Zeit, noch ein Blick auf die ausgestellten Fahrzeuge zu werfen, die im nächsten Jahr – wie zu hören - in 16 Ländern in Rennen nach dem TCR-Reglement unterwegs sein werden.

Die TCR-Version des Opel Astra war hier zum ersten Mal zu sehen. Es ist – wie in Motor-KRITIK bereits zu lesen war – eine Zweiliter-Turboversion (mit dem Motor aus dem OPC) des neusten viertürigen Opel Astra, wie er einem breiten Publikum auf der IAA gezeigt wurde. Die Leistung des Fahrzeugs wird offiziell mit 330 PS angegeben. Das Fahrzeug ist – so wie es hier in Belgien zu sehen war – noch nicht komplett fertig entwickelt. Tests wird es erst ab November geben, wo man dann z.B. die Vorderachse noch richtig abstimmen und in die richtige Relation zur schon fertigen Hinterachse bringen muss. Kissling, der von Opel mit der Herstellung beauftragte Tuner, möchte bis zum Saisonstart zumindest versuchen 30 Einsatzfahrzeuge zu bauen.

Alle TCR-Renntourenwagen müssen viertürig sein und sind mit einem Zweiliter-Turbo-Motor ausgestattet. So wird dieser Subaru nicht etwa durch den bekannten Boxermotor angetrieben (weil es den auch nur mit einem Hubraum von 2,5 Litern gibt) sondern von einen Vierzylinder-Kurzhub-Reihenmotor. Das Fahrzeug macht gegenüber seinen Konkurrenten einen geradezu mächtigen, etwas grobschlächtigen Eindruck und wiegt auch ein paar Kilogramm mehr.

Der VW-Golf war auch bei seinem Einsatz in der TCR-Version 2015 in Rennen schon erfolgreich; auch weil er praktisch auf der gleichen Basis aufbaut, wie der SEAT Leon, von dem es auch schon länger eine Cup-Version gibt, so dass man im VW-Konzern schon über mehr Erfahrung im Bau von TCR-Renn-Tourenwagen verfügt. Auch dieser VW Golf TCR wird übrigens in Spanien bei SEAT aufgebaut. Die „Plattform“ des SEAT Leon und des VW Golf sind gleich. Wie zu hören, sind bisher vom TCR-Golf sieben Exemplare fertig gestellt.

Dieser Wagen entspricht eigentlich der schon bekannten Cup-Version und wird sicherlich von der Rennerfahrung der SEAT-Leute in der ersten Rennsaison der TCR in Deutschland profitieren. Der SEAT ist übrigens vom Mindestgewicht (einschl. Fahrer) um 20 Kilogramm leichter als der VW Golf in TCR-Version.

Der Honda Civic wäre für die Saison 2016 mein Geheimtipp. Er macht einen im Detail gut durchdachten Eindruck. Für 2016 wird es noch kleinere Änderungen geben, die auch die Aerodynamik betreffen, aber das Wichtigste: Er wird dann mit einem neuen Zweiliter-Motor ausgestattet sein. - Hier in Belgien stand er noch in der „alten“ Version, wie der „Neue“, auch von „J.A.S. Motorsport“, einem offiziellen Tuning-Partner von Hersteller Honda aufgebaut.

Nach dem ersten Beschnuppern der Sportgeräte war bis zur Pressekonferenz noch Zeit, dessen Beginn man offiziell um 10 Minuten verschoben hatte, so dass ich mich noch mal als bisher unangemeldeter Besucher der Veranstaltung im Empfangszelt des Belgischen Automobilclubs anmelden konnte.

Im Ausland genügt eine Visitenkarte. - Bitte fragen Sie mich nicht, wie eine Akkreditierung in Deutschland abläuft.

Dann war ich auch froh, dass ich mich im größeren, gut beheizten Veranstaltungszelt etwas aufwärmen konnte. Die Lufttemperatur betrug 5 Grad (Plus), aber wirkte durch einen geradezu eisigen Wind wie Null Grad.

Natürlich würden die Stühle nicht reichen. Und so habe ich mir in der hinteren Reihe einen Sitzplatz gesichert um dann..

 

...durch den Promotor der Serie, Marcello Lotti (am Mikro), zu erfahren, was seine Firma, die WSC World Sporting Consulting in London, für 2016 organisatorisch vorbereitet hat. Lotti wohnt übrigens privat in Lugano und war früher in dem Organisations-Team tätig, das die WTCC ausgerichtet hat.

In 2016 werden nach seinen Worten schon auf vielen Kontinenten, z.B. in Asien, Amerika, Europa Rennen nach dem TCR-Reglement ausgetragen werden. Auch in vielen Ländern. So in China, Thailand, Russland, USA, Venezuela, der Dominicanischen Republik, Italien, Spanien, Portugal und BeNeLux.

Und natürlich auch in Deutschland. Da startet die Serie im Rahmen der ADAC GT-Masters. Der deutsche TCR-Lizenznehmer, Franz Engstler, war in den letzten Jahren in der WTCC mit BMW-Renntourenwagen unterwegs und man kennt ihn auch als Ex-Opel-Werksfahrer. Das ist nun fast 25 Jahre her.

Wie auch in Mettet zu vernehmen, gibt es aber zwischen ihm und seinem Vertragspartner ADAC leichte atmosphärische Störungen, da vertraglich nicht vereinbart ist, dass der ADAC Regionalklub Nordrhein in seiner Ausschreibung für das 24-Stunden-Rennen 2016 eine TCR.-Klasse mit aufnimmt. - Ungefragt und ungenehmigt!

Und so wird es dann am 28. Oktober 2015 in München zu ernsten Gesprächen zwischen den Vertragspartnern in Deutschland kommen, an denen auch Marcello Lotti teilnehmen wird.

Das Problem, das Lotti inzwischen sieht ist, alle die Kaufwünsche zu erfüllen, die aus Kreisen der internationalen Sportfahrer an ihn heran getragen werden. Die Stückzahlen die in 2016 von den Herstellern geplant sind, werden die Nachfrage nicht befriedigen können. Lotti möchte „seine Serie“ nicht schon zu Anfang durch Ausschreibungen, die gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen – wie vom ADAC im Falle des 24-Stunden-Rennens – zersplittert sehen.

Darum ist er auch froh, von Peugeot die Zusage zu haben, dass man hofft für den Peugoet 308 GTI, wie er auch bei der IAA in Frankfurt gezeigt wurde, in Bälde einen Umbausatz anbieten zu können, der dann (u.a.) aus dem 1600er-Turbo-Antrieb einen Zweiliter-Turbo machen wird.

Auch Alfa zeigt sich an der Serie interessiert und Ford wird noch in diesem Spätherbst – zunächst für die TCR-Serie in Asien – den viertürigen „Focus“ nach dem TCR-Reglement herrichten.

Audi nahm in 2015 an einigen Rennen mit dem Audi TT – mit einer Ausnahmegenehmigung, einer „Wildcard“ - teil. Für 2016 möchte Audi – nicht zuletzt auch aus konzerninternen Gründen – kein Fahrzeug stellen. Außerdem wird wohl aus der Marketing-Abteilung geraten, erst dann in diese Serie einzusteigen, wenn sich auch andere „Premiumhersteller“ zu einer Teilnahme entschließen.

Man empfindet die eigene Marke schon als etwas Besonderes und möchte sich wohl nicht alleine unters „gemeine Volk“ mischen. Ein Einstieg wäre z.B. mit dem Audi A3 leicht möglich, da der – wie der SEAT Leon oder der VW Golf - über die gleiche Plattform verfügt. Das Fahrzeug müsste dann aber auch – wie man hört – in Spanien gebaut werden, da man für solche „Sonderfertigungen“ in Deutschland keine Kapazitäten frei hat.

Dass sich diese „Premium-Lücke“ füllt, könnte schneller der Fall sein, als es bei Audi erwartet wird. Immerhin hat Mercedes mit der AMG-Version der A-Klasse schon einen Zweiliter-Turbo-Pfeil im Köcher. Der Vorstand müsste ihn nur heraus holen. - Was dann sicherlich auch BMW aus der Reserve locken würde, zumal Fahrzeuge nach dem TCR-Reglement überall in der Welt ohne weitere Veränderungen einsetzbar sind. - Eine Welt-Serie!

Wenn es sie denn in der gewünschten Stückzahl geben würde. - Schon in 2016.

So sah man dann in Mettet...

...nicht nur Leute „Vier-Augen-Gespräche“ hinter blickdichten Fernstern führen, sondern der Promotor der Serie wurde auch schon mal zwischen Hänger und Zelte gezogen, um abseits vom Trubel ganz persönlich die Weichen schneller auf „Go“ gestellt zu bekommen.

Auch der Generalbevollmächtigte der VLN, Karl Mauer, war übrigens vor Ort um mit dem Promotor der Serie zu einer Vereinbarung zu kommen, die es Besitzern von TCR-Renntourenwagen dann auch möglich machen würde, bei der VLN zu starten.

Es gibt bereits einen deutschen Sportfahrer, der seit der WEC-Veranstaltung am Nürburgring im Besitz eines TCR-Fahrzeugs – vom Typ SEAT Leon – ist und der den VLN-Kurs am Nürburgring bei ersten privaten Testfahrten schon in 9:09 min umrundet hat. Da ist dann schon abzusehen, dass es auch unter 9 min geht, womit z.B. ein TCR-Opel Astra dann deutlich schneller wäre als ein Astra aus dem Opel-Cup. - Auch schneller als die Fahrzeuge aus dem derzeitigen BMW-Cup innerhalb der VLN. - Was auch in München „anregend“ wirken wird.

Werfen wir also noch einen Blick auf die in Mettet ausgestellten TCR-Wettbewerbsfahrzeuge und die interessierten Sportfahrer. Ich darf feststellen, dass mein Besuch in Mettet mir eine Kluft zwischen dem Motorsport in Deutschland und den in den BeNeLux-Ländern verdeutlichte, die ich vorher nicht so deutlich empfunden hatte. - Die Atmosphäre ist nicht DMSB-vergiftet.

Und noch ein Hinweis aus jahrelanger Erfahrung – auch im Umgang mit der Automobilindustrie:

Die TCR-Serie scheint geeignet, eine neue Tür im Tourenwagensport aufzustoßen. Die Fahrzeugpreise sind übrigens nach oben bei 100.000 Euro (rennfertig) gedeckelt. Man muss also nicht mehr nach den GT3 schielen, deren Preise immer weiter ausufern, um interessante, Spaß machende Rennen fahren zu können. Eine Investition von interessierten Privatfahrern in die TCR scheint zukunftsträchtig.

Dagegen haben die auch relativ günstigen Cup-Klassen meist nur eine Lebenserwartung von drei Jahren, weil die Basis-Modelle dann durch neue ersetzt werden.

So wird auch der Opel Astra-Cup mit Sicherheit nur noch im nächsten Jahr, in 2016, durchgeführt werden. Der TCR-Serie kann man dagegen eine deutlich längere Lebensdauer ohne große Korrekturen vorhersagen.

Natürlich finden Motor-KRITIK-Leser das TCR-Reglement als pdf-Datei im Anhang. In der Original-Version in Englisch vom 24. November 2014.

MK/Wilhelm Hahne
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