Nürburgring: „Es geht wieder los!“

Nach dem Frühstück morgens informiere ich mich schon mal - sozusagen „oberflächlich“ – um einen Eindruck von der augenblicklichen Stimmung zu erhalten, im Internet. Da müssen einem natürlich die „Influencer“ auffallen, die inzwischen auch die Werbe- und Marketing-Fachzeitschriften als Thema aufgegriffen haben. Auch die Industrie „nutzt“ die Influencer. - Wenn ich mal was zum Lachen sehen möchte, schaue ich mir auch schon mal bei „Youtube“ so einen „Industriebeitrag“ an und finde es wirklich „toll“, wofür man heute bei der Industrie Geld ausgibt. - Journalisten sind heute unerwünscht! - Das merkt man auch an der Bedeutung der „kleinen“ Influencer, die für den Nürburgring arbeiten. Die „liken“ schon für Freikarten! - Gerade im Umfeld des Nürburgrings – und der dortigen Aktivitäten – fallen mir die Veränderungen auf, die über die Jahre dort stattgefunden haben. Bei einem Abgleich kann man so z.B. die Bedeutung eines Robert Kah für die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG einschätzen. Denn der arbeitet am Nürburgring – auch – mit Drohnen. Die auch bei einem aktuell gerne „gelikten“ Werbefilm für das 24h-Stunden-Rennen (in englischer Sprache, „deutsche Szenen“ werden mit „englischen Untertiteln“ unterlegt!) zum Einsatz kommen. Wenn man sich an eine Motor-KRITIK-Geschichte vom 24. März 2015 erinnern würde, dann wüsste man, dass der Nürburgring – den Einsatz von Drohnen betreffend – wie militärisches Sperrgebiet behandelt wird. Die Genehmigung zum Einsatz von Drohnen sagt also schon etwas über bestehende „interne Kontakte“ aus. - Heute tragen am Nürburgring auch manchmal Leute ein „Media-Lätzchen“, die vor Jahren noch um einen Eintritt zu Veranstaltungen betteln mussten. Ich habe zwar auch schon mal ein „Media-Lätzchen“ erhalten, aber dann in der Tasche versteckt, weil ich nicht mit „Sprachregelungen“ bei Fahrern und Teams abgespeist werden wollte. Nur als „alter Mann“ unterwegs, erhält man schon mal eher eine ehrliche Antwort! - Erstaunlich ist, wer sich alle „verbiegen lässt“, wenn man scheinbar auf die Zuneigung der Großen und Wichtigen angewiesen ist. Da beschreibt dann z.B. ein geborener Eifeler, im Umfeld des Nürburgrings groß geworden, den ihm seit Jahrzehnten bekannten „Brünnchen“-Parkplatz z.B. über Lautsprecher (in einem Video „nachzuhören) mit einer Größe „für 2.000 Fahrzeuge“. Würde der über eine Motor-KRITIK-Geschichte sprechen, in der auf die Konsequenzen hingewiesen werden, die aus der Einstufung „INTERNATIONAL“ für den Veranstalter des 24h-Rennens erwachsen sind? - Als „Sprachrohr“ des Veranstalters geht so etwas nicht. Auch so mancher „Influencer“ muss so eine Geschichte übersehen. - Damit aber andere „Kleinigkeiten“ im Umfeld des Nürburgrings – kleine Veränderungen – nicht übersehen werden, sei hier nachfolgend darauf mit einem – vielleicht – irreführenden Titel in Motor-KRITIK darauf aufmerksam gemacht:

Nürburgring: „Es geht wieder los!“

Schon zum 2. VLN-Lauf waren die Umbauarbeiten im Eingangsbereich der „Grüne Hölle“, dem Partybereich des Nürburgrings, offiziell abgeschlossen. Eigentlich aber noch nicht so ganz, einiges wirkte doch noch ein wenig provisorisch, aber man ging werbemäßig schon in die Offensive.

So stellte sich nicht nur dieser Eingangsbereich optisch wesentlich offener dar, sondern auch an den unterschiedlichsten Stellen war der Hinweis zu finden, dass man - wenn als Zuschauer von den Anstrengungen des Zuschauens bei Rennen ein wenig „geschlaucht“ - hier nun ein wenig entspannen könnte. Versuchte man zunächst mal mit dem optische Gag einer „roten Kuh“ die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Nürburgring-Besucher auf die Speisekarte zu richten, so hatte man Stunden später die Speisekarte an die Straße gestellt.  - Die (dumme) Kuh blieb im Hintergrund.

Was man als zahlender Besucher des Nürburgrings nicht übersehen sollte:

Niemand am Nürburgring möchte einen „Kunden“ zum Besuch der „Grünen Hölle“ zwingen. - Schließlich ist man Dienstleister! - Man gibt aber gerne nicht nur auf Spruchbändern großflächige Hinweise, sondern übt dann – natürlich kleiner und unauffälliger – schon ein wenig Druck aus. - Schließlich leben wir nicht mehr in der Zeit von Kartoffelsalat in der „Tupperware“-Dose, sondern in der GT3-Zeit des Nürburgrings, in der das unversicherte Parken eines Automobils acht Euro kostet!

Wie von Motor-KRITIK schon vor Monaten angekündigt, hatte man zu dem Termin des 2. VLNLLaufs auch schon den Hubschrauber von seinem bisherigen Standort zum neuen verlegt, der später einmal – wenn die entsprechende Genehmigung vorliegt – auch einen Einsatz in der Nacht möglich machen soll. So war auch das entsprechende Warnschild für die Fußgänger am bisherigen Standort flach gelegt und der Hubschrauber stand nun neben der neu erbauten Leichtbauhalle, die ihn in der Nacht vor Wetter-Unbillen schützen soll, am neuen Standort – in der Mercedes-Arena – in Bereitschaft.

Aber die Praxiserfahrung hat wohl gezeigt, dass es bei Veranstaltungen am Nürburgring besser ist, wenn der Hubschrauber doch am alten Einsatzort steht. Und so wird er ab dem 24h-Stunden-Rennen sofort wieder direkt neben der Fahrerlager-Zufahrt zu finden sein. Was da zu anderen  Komplikationen führen kann, die man aber dadurch verhindern möchte, dass diese Zufahrt bei Start- und Landungen des Hubschraubers mit Spannbändern durch die Feuerwehr abgesperrt wird. So wird aber in jedem Fall der Weg – wie auch das Foto zeigt – vom Behandlungsraum im „Medical-Center“ zum Hubschrauber bedeutend kürzer. Und darauf kommt des den dort tätigen verantwortlichen Helfern und Ärzten an.

Aber auch der Nürburgring-Pächter/-Besitzer hat – nicht nur im Hinblick auf das 24h-Rennen – sich zu neuen Investitionen in die Ausstattung der Rennstrecke entschlossen:

So wird für die Tribünen-Besucher, deren Zahl aus Sicht der Veranstalter immer zu klein war, der Besuch dieser Sitzplätze deutlich attraktiver gemacht, weil eine neue Zusatzinformation – eine Bildschirm-Wand - die schon gute Sicht auf die Vorbeifahrt der Fahrzeuge, aber auch auf die Boxenarbeit der Teams ergänzt und damit ein „runderes“ Erlebnis möglich macht.

Diese bauliche Ergänzung ist auffallend. Andere Ergänzungen zum Thema Sicherheit bleiben für viele Besucher „unauffällig“, da sie in Bereichen stattfanden, wo sich kaum ein Zuschauer aufhält. Im Streckenbereich „Kesselchen“ zum Beispiel, wo auf dem Weg zur „Mutkurve“ hinauf, die bestehenden Lücken in den FIA-Zäunen inzwischen geschlossen wurden.

Manches, was zum Thema Sicherheit geschieht, hat sicherlich „Alibi-Charakter“, was aber dem Nürburgring-Pächter nicht vorzuhalten ist, da er bei Kauf/Pacht keine fachliche Qualifikation nachweisen musste. Und sie auch nicht haben kann. - Wenn Motor-KRITIK z.B. auffiel, dass die über die Wintermonate an der Strecke vorgenommenen Arbeiten eine unterschiedliche Qualität aufweisen, so ist die – nach Motor-KRITIK-Recherchen – damit zu erklären, dass es sich bei zwei von fünf Arbeiten an der Strecke um „Garantiearbeiten“ handelte. Da hat die betroffene Firma natürlich nicht mehr als unbedingt notwendig gemacht.

So gibt es an solchen Stellen dann evtl. einen „Bruch“ zwischen altem und neuem Fahrbahnbelag mitten in einer Kurve, d.h.., dass sich hier das Gripp-Niveau für den Fahrer evtl. schlagartig ändert. Was natürlich besonders bei regennasser Strecke von Bedeutung ist.

Der „modernen“ Zuschauer – über „Youtube“ mit Chrash-Videos angeregt – wird‘s nicht stören.

Auch als Journalist erlebt man am Nürburgring eben „moderne Zeiten“. - Nicht nur auf „Facebook“.

MK/Wilhelm Hahne

PS zu „alter Mann“ und „ehrliche Antwort“: Beim „Quali“-Rennen war z.B. ein GT3-Team mit einer „unmöglichen Fahrwerkabstimmung“ unterwegs. Der Teamchef dazu ehrlich: Er werde doch nicht ein ihm vom Werk aufgezwungenes fremdes Fahrerteam mit „seiner“ optimalen Fahrwerkeinstellung unterwegs sein lassen, die erst „seinen Fahrern“ zum 24h-Rennen ein optimales Rennergebnis möglich machen soll. - Das als Ergänzung zu: „Es geht los!“ - Auch eine  solche Info findet man weder bei „Facebook“ noch „Youtube“!

 

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