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Es war das erste „kleine“ Langstreckenrennen nach dem „großen“ Langstreckenrennen am Nürburgring. Acht Tage vorher war aber auch das weltweit als bedeutendste Langstreckenrennen empfundene 24h-Rennen in Le Mans gelaufen. Dort hatte Toyota deutlich gemacht, dass es eine intelligente und eine dumme Taktik gibt. Die intelligente Taktik führte in Le Mans dazu, dass die Einsatzkosten bei Toyota im vernünftigen Verhältnis zum erzielten Effekt standen. - Nun warb der Veranstalter am Nürburgring damit, dass der Gesamtsieger von Le Mans, Kamui Kobayashi, auf der Nürburgring-Nordschleife „zum Vergnügen“ unterwegs wäre. - Für einen Rennfahrer sollte ein Rennen immer ein Vergnügen sein! - Aber das wird der „Kopf“ des Veranstalters VLN Sport GmbH & Co. KG, Mike Jäger, schon wissen, während der Vertreter der ausrichtenden ADAC orientierten Klubs, Adenau und Sinzig – beruflich Steuerberater - der eigentlich mehr ein „Zahlenmensch“ ist, das wohl weniger so empfinden wird. Er ist als Geschäftsführer der VLN VV GmbH & Co. KG auch mehr für die Vermarktung der NLS-Serie und die Abwicklung der laufenden Prozesse verantwortlich. Bei NLS 6 war er als Vertreter der ausrichtenden Klubs, des MSC Sinzig e.V im ADAC und des MSC Adenau e.V. im ADAC im Einsatz. - Über allem schwebte als Sponsor der Gesamt-ADAC, der im übrigen auch für die „BoP“ bei der NLS über seinen Regionalklub „Nordrhein“ verantwortlich ist. - Da ist es dann schon entschuldbar, wenn man den Einsatz von Toyota-Werksfahrern auf einem Mercedes GT3 in einem Rennteam aus Hongkong etwas simpel und vereinfacht darstellt. - Aber:
Toyota zeigt auch bei NLS 6: Vorbereitung ist alles!
Die Pressemitteilung kurz vor NLS 6 war eigentlich eine Überraschung, weil dort zum ersten Mal – so weit ich mich erinnern kann – keine Gesamtstarterzahl genannt wurde. Dabei war eigentlich einem als erfahrenem Beobachter der Szene schon klar, dass sich bei diesem Rennen die bisher schon niedrigen – schlechten – Starterzahlen noch einmal minimieren würden.
- Wer sich ein wenig auskennt, wurde aber aktuell beim schnellen Suchvorgang im Internet belohnt: 110 Starter. - Vorläufig!
Dieses Wort kann man deuten wie man will! - Aber natürlich würden zum Start weniger als 110 Fahrer darauf warten, dass die Ampel auf „Grün“ schaltet!
- So war es dann auch: Es gab 109 Starter – sagt der Veranstalter - in drei Startgruppen.(Aber nur 107 Teams hatten das Qualifying in Wertung beendet.)
Der Veranstalter hatte – warum wohl? - in der Information zu diesem Rennen weniger auf die Starterzahl abgehoben, als auf die Qualität der Fahrer.
- Weil man - immerhin - mit einem aktuellen Le Mans-Sieger in der Starterliste glänzen konnte!
Da las sich der Anfang zur offiziellen Pressemitteilung zum Langstreckenrennen NLS 6 auf dem Nürburgring dann so:
„Nur eine Woche nach seinem Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans wechselt Kamui Kobayashi von der Sarthe direkt auf die Nordschleife. Getreu dem Motto ‚Erst die Arbeit, dann das Vergnügen‘ greift der japanische Spitzenfahrer in der Eifel an. Kobayashi pilotiert den Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 47 für das Team KCMG in der Klasse SP9 PRO. „Le Mans und die Grüne Hölle, das sind zwei vollkommen unterschiedliche Herausforderungen. Nach dem grandiosen Sieg freue ich mich jetzt darauf, nach einer tollen Erfahrung bei NLS3 wieder mit KCMG an den Start zu gehen“, sagt Kobayashi. „Mein Ziel ist es, mich auf der Nordschleife im GT3-Fahrzeug weiter zu verbessern. Das ist eine weitere großartige Gelegenheit, meinen Lernprozess auf dieser legendären Rennstrecke fortzusetzen. Mit einer rein japanischen Fahrerbesatzung sind wir zuversichtlich, dass wir einen erfolgreichen Renntag erleben werden.“
Am Ende wurde es Platz 9 im Gesamtklassement. Das wird von vielen Beobachtern nicht gerade als erfolgreich empfunden werden, aber es war eine wichtige Erfahrung – sozusagen als Vorbereitung für einen Werkseinsatz im nächsten Jahr – und zusätzlich eine Erfahrung, die sich stark kostensenkend bei einem Toyota-Einsatz in 2027 am Nürburgring auswirken könnte.
Alle drei Fahrer auf dem Mercedes GT3 des KCMG-Teams sind vertraglich an Toyota gebunden:
- Kamui Kobayashi: Hier ist die Antwort durch seine Bedeutung beim diesjährigen Toyota-Le Mans-Einstz gegeben.
- Nirei Fukiuzumi: Gehörte früher zum Honda-Team, bestreitet inzwischen – unter Toyota-Vertrag - Werkseinsätze in der Super-GT-Serie und der Super Formula.
- Naoya Gamou: Arbeitet als Test- und Werksfahrer für das Toyota Gazoo Racing-Team und war auch schon mal mit einem Lexus LC beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring unterwegs.
Es handelte sich also bei dem Einsatz dieser drei japanischen Rennfahrer um einen „verdeckten“ Werkseinsatz, in dem man gleichzeitig einen Eindruck von einem der starken deutschen GT3-Konkurrenten in einem Renneinsatz bekam.
- Man sammelte so aber auch Erfahrungen, die man nach interner Abstimmung dann im nächsten Jahr beim – z.B. - einem Einsatz eines neue Toyota GT3 verwerten kann.
Man hat so u.a. auch gleichzeitig durch seine Werksfahrer prüfen lassen, ob man dann evtl. auch das KCMG-Team als Einsatzteam für einen eventuellen Toyota-Werkseinsatz nutzen kann, was die Einsatzkosten bei einem 24h-Rennen am Nürburgring – auch unter Berücksichtigung der „notwendigen“ (?) Qualifyer – gewaltig senken würde.
Das KCMG-Team, das aktuell am Nürburgring den Toyota-Einsatz eines Mercedes GT3 übernahm, hat tatsächlich seinen ursprünglichen „Geburtsort“ in Hongkong. Es wurde dort 2007 von dem in Hongkong lebenden Geschäftsmann Paul Ip – der auch als Fahrer im Automobilrennsport unterwegs war – als "KC Motorgroup Ltd." gegründet und ist inzwischen zu einem internationalen Dienstleistungsunternehmen in Sachen Motorsport geworden, das weltweit im GT-Sport, in Formel-Serien und auch bei Langstreckenrennen unterwegs ist.
Neben der Zentrale in Hongkong gibt es inzwischen an unterschiedlichen Orten der Welt Zweigstellen mit Büros und Werkstätten. Man ist auch schon vor einigen Jahren regelmäßig in Le Mans angetreten und hat schon seit vielen Jahre einen engen Kontakt zu Toyota.
- Das KCMG-Einsatzteam, das den Einsatz am Nürburgring im Auftrag von Toyota vornahm, hat übrigen seinen Sitz in Kelberg. Man arbeitet also von dort aus mit geringen An- und Abfahrtkosten, da Kelberg nur um gute 10 Fahrminuten vom Nürburgring entfernt ist.
Toyota ließ bisher seine Ingenieure und Monteure in der notwendigen großen Zahl bisher immer aus Japan einfliegen. Man motivierte damit auch die Mannschaft, indem man das als eine Auszeichnung für besondere Leistungen deklarierte und eine entsprechende Auswahl vornahm.
Was dann hier während des Aufenthalts alles organisatorisch notwendig war, bis hin zu den „Sushi“-Essen, die man aus guten japanischen Restaurants in rheinischen Großstädten „einfahren“ ließ, wurde über den deutschen Toyota-Importeur in Köln bzw. die dortige Motorsportabteilung sicher gestellt.
Die gehört übrigens z.B. mit ihrem Windkanal zu den Besten im weiten europäische Umfeld, so dass dieser Windkanal dann auch – wenn es mal wichtig ist und präzise sein soll – selbst von einem Ferrari-Formel 1-Team genutzt wird!
Obwohl beim aktuell durchgeführen 6. Lauf zu NLS-Langstreckenserie der Mercedes-AMG GT3 mit seiner „Toyota-Besatzung“ im Qualifying Platz zwei im Gesamtklassement belegte, erreichte man im folgenden Rennen „nur“ Platz 9.
Grund: Kobayashi lies es am Anfang ein wenig zu ruhig angehen, so dass er zunächst auf der langen Geraden der „Döttinger Höhe“ von dem BMW M4 GT3 EVO überholt wurde, der u.a. von Robin Frijns gesteuert wurde, der beim Rennen in Le Mans – auch mit einem BMW unterwegs - von Kobayashi im Gesamtklassement auf Platz zwei verwiesen worden war..
- Für Robin Frijns sprang am Ende aber auch hier am Nürburgring auch „nur“ ein zweiter Platz im Gesamtklassement heraus. BMW musste sich hier von einem Porsche GT3 R geschlagen geben. Das wird von den BMW-Ingenieuren als eine „harte Klatsche“ empfunden werden!
Das Toyota-Werksteam – auf einem Mercedes – erlebte dann kurze Zeit nach dem Überhol-Erlebnis auf der „Döttinger Höhe“, dass man von einem nach vorne drängenden Audi R 8 LMS GT3 EVO II im Bereich des Streckenabschnitts „Bergwerk“ herum gedreht wurde. Frank Stippler empfand sich in einem Audi R8 offenbar in einer „Sturm- und Drang-Periode“!
Das führte zu einem frühen Boxenstopp und war eigentlich der Ausgangspunkt für eine – immer noch – gute Platzierung unter den ersten Zehn im Gesamtklassement.
Der Audi, der von Frank Stippler mit dem für ihn selbstverständlichen fahrerischen Einsatz nach vorne gefahren wurde, schied schließlich neun Runden vor Ende des Rennens aus. Man konnte im Team den bemerkenswerten fahrerischen Einsatz eines „jungen Fünfzigers“ leider nicht nutzen!
Meine Beispiele zeigen, dass NLS 6 ein durchaus interessantes Rennen war, bei dem wirklich „Klasse vor Masse“ ging. Nun waren für mich auch beim Rennen – direkt „vor Ort“ – auch besonders engagierte Leser – weil VLN-/NLS-Fans – unterwegs, die von mir „gebrieft“, auch wirklich sehr gute Informationen lieferten. - Danke!
Was man so allgemein zu diesem Rennen sagen kann, können meine anderen Leser insgesamt sicherlich der normalen Sportberichterstattung in der Tagespresse entnehmen.
Ich möchte mich – schon der sonst „unmodernen Länge“ wegen – auf die bisherigen Informationen beschränken, zumal ich damit die übliche Berichterstattung für meine Motor-KRITIK-Leser sicherlich auch ergänzen kann.
Wie das Hin zu einer Anpassung an Klimaziele im Motorsport führen kann, zeigt übrigens eine Entwicklung, die auch durch die erhöhten Starterzahlen verdeutlicht werden, die in den so genannten „AT“-Klassen zu finden sind. Das sind Fahrzeuge, die mit „alternativen Treibstoffen“ (= AT) betrieben werden.
Der Rennstreckenbesitzer stellt dafür keine Tankanlagen zur Verfügung, so dass diese Fahrzeuge auch nur mit einer „Sondergnehmigung“ des Veranstalters an den Start gehen dürfen.
- Diese AT-Rennfahrzeuge werden dann „außerhalb“ des normalerweise vom Nürburgring-Besitzer beherrschten Tanksystems versorgt.
Da gibt es – wie ich hin und wieder aufzeigen konnte – dann gegenüber den „Straßenpreisen“ deutlich überhöhte Preisforderungen des Nürburgring-Besitzers.
Nun ergibt sich, dass der russische Rennstreckenbesitzer über die Zunahme der Fahrzeuge, die „klimafreundlichen Kraftstoff“ nutzen, gar nicht so erfreut ist, weil sie seine Gewinne schmälern.
Er strebt einen Ausgleich an, der von ihm übers NLS-Jahr in deutlich sechsstelliger Höhe empfunden wird.
- Da strebt der Nürburgring-Besitzer jetzt tatsächlich eine Ausgleichszahlung für „entgangene Gewinne“ an!
Wenn es ums Geld geht wird der Sport und ein eventueller Einfluss auf eine Entwicklung hin zu zu einer das Klima verbessernden Entwicklung zur Nebensache!
Bei deutschen Politikern verschließt man vor dieser Entwicklung die Augen.
Bei der EU schon seit vielen Jahren! - Genau seit September 2021 hat die EU-Komkmission die Aufgabe, über den Verkauf des Nürburgrings so oder so zu entscheiden.
- In Brüssel nimmt man selbst den Gerichtsbeschluss eines EU-Gerichtshofs seit Jahren zum Thema Nürburgring-Verkauf nicht ernst!
Es passt vielleicht derzeit nicht in die aktuelle Situation! - Der Politik!
Dabei fällt mir dann noch ein, was ich – damit es nicht übersehen wird – als ein „PS“ dieser Geschichte dann doch noch anhänge. - Anhängen muss! - Entschuldigung!
MK/Wilhelm Hahne
PS: Weil der Vertreter der sportlichen Ausrichter dieses NLS 6-Rennens u.a. auch für die „richtige“ Durchführung von Gerichtsprozessen in der VLN-/NLS-Organisation verantwortlich ist, möchte ich bei dieser Gelegenheit noch auf eine Gerichts-Verhandlung aufmerksam machen, die ihren Anfang mit dem Ende einer VLN-Veranstaltung vor drei Jahren fand, weil es durch „besondere Umstände“ zu hohen Schäden kam, die zur Klage und diesem Zivilprozess führten. - Zu diesem Fall erfolgt nun die Schlussverhandlung zu Ende dieses Jahres. - Also drei Jahren nach dem eigentlichen Ereignis! - Wenn meine Leser das sicherlich interessante Ende erleben wollen: Landgericht Koblenz, Kameliterstraße 14, Donnerstag, 17. Dezember 2026, 13:00 Uhr, im 1. Obergeschoss, Sitzungssaal 131. - Das Aktenzeichen ist: 5 O 120/23 – Wenn es interessieren sollte! - Weil man auch sonst wohl kaum etwas davon hören oder erfahren würde! - Dafür verspricht man den NLS-Fans aktuell schon für den nächsten NLS-Lauf 7, am 1. August 2026 , „50% mehr Rennaktion“! - ??? -



