Kommt es zur „Implosion“ im deutschen Motorsport?

Man sollte zunächst den Begriff kennen, den die meisten meiner Leser noch niemals erlebt haben. -  Ich schon! - Die Wirkung ist „von außen betrachtet“ genau so zerstörerisch wie eine Explosion. In „Wikipedia“  wird eine „Implosion“ so erklärt: „... ist der plötzliche Zusammenbruch eines Objekts infolge eines Außendrucks, der größer als der Innendruck ist, oder anderer Kräfte, die unausgeglichen auf die Objektmitte hin wirken. Die Implosion steht damit im Gegensatz zur Explosion, die dementsprechend aus dem umgekehrten Kräfteverhältnis resultiert.“ - Nach meinem persönlichen Eindruck steht der deutsche Motorsport kurz vor einer „Implosion“, weil ich die in der Praxis – die aber in „meinem Fall“ bewusst herbei geführt – schon erlebt habe. Die Wirkung ist genau so zerstörerisch wie eine „Explosion“, nur erfolgt die – um es so zu formulieren – „von innen heraus“. - Nach meinem Eindruck ist der deutsche Motorsport inzwischen dabei, „sich von innen heraus zu zerstören“. Dazu gibt es Anzeichen, die aber so von Beobachtern nicht wahrgenommen werden, da man keinen Blick und kein Gefühl dafür entwickeln kann, weil man eigentlich „keine Ahnung hat“! - Man kann sie ohne entsprechende Erfahrung auch nicht haben, weil man „ohne“, dazu auch keine Vorstellung entwickeln kann. Man sollte auch dazu aber auch noch ein Gefühl für die herrschenden „Druckverhältnisse“ entwickeln können. - Merke: Dort wo man ein großes „Vakuum“ entstehen lässt, ist die Gefahr einer „Implosion“ auch besonders groß!

Kommt es zur „Implosion“ im deutschen Motorsport?

Eigentlich kann man die Frage mit einem einfachen JA beantworten. Inzwischen ist das „Vakuum“ schon sehr groß geworden. Wenn das jetzt „von außen Luft zieht“, dann knallt es ganz gewaltig.

Die eigentlichen Verursacher haben davon – augenscheinlich – nichts mit bekommen. Aus ihrer Sicht  „rühren sie nur im Topf ein wenig herum“, so dass der Inhalt sich zu ihrem Vorteil verändert. Das ist auch – scheinbar – richtig. - Aber nicht gut!

  • Man vergisst, dass dazu das Verhältnis von Innen- zu Außendruck stimmen muss!

Denn der deutsche Motorsport hat sich inzwischen zu einem „geschlossenen System“ entwickelt. So lange das Gerangel in einem so geschlossenen Raum stattfindet, kann nur wenig passieren. Aber das Kräfteverhältnis hat sich verändert, weil selbst scheinbar nebensächliche Außenorgane deshalb eine Bedeutung bekommen haben, dass sie die scheinbar dichte Hülle von außen leicht beschädigen könnten.

  • Da genügt dann selbst ein als klein empfundenes Löchlein!

Was zu dieser gefährliche Situation geführt hat, ist das überzogene Selbstverständnis der Akteure im Innenbereich!

Wollte ich dem „gefährdeten, geschlossenen Behälter“ einen Namen geben, würde ich ihn mit DMSB e.V. benennen. Weitere Erklärungen kann ich mir so einfach sparen. 

Aber vielleicht auf „Aktivitäten“ hinweisen, weil sie ein wenig die Gesamtsituation darstellen, die offiziell eigentlich so gar nicht registriert würde, sondern nur auf Nachfrage von Motor-KRITIK zu internen Aktionen anregten:

Da hat Motor-KRITIK z.B. am 5. Juni 2026  offiziell zum Thema „TGP-Meisterschaft“ angefragt:

„Guten Morgen ….,

ich lese gerade in der "Rhein-Zeitung", dass nun in 2026 erstmals ein "Deutscher Truck-Racing-Meister" gekürt wird.

Das ist mir neu. Ich war im Glauben, dass eine solche Meisterschaft beim DMSB angemeldet sein muss, um als Meisterschaft zu gelten.

Sie können mich sicherlich aufklären.

Herzliche Grüße
Wilhelm Hahne

Die „Aufklärung“ erhielt ich vom DMSB am 11. Juni 2026:

„Guten Tag Herr Hahne,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir konnten das sprachliche Missverständnis seitens des Organisators der TGP-Meisterschaft inzwischen aufklären.

Es handelt sich nicht um eine Deutsche Meisterschaft mit einem entsprechenden Prädikat des DMSB. Genehmigt wurde die Serie vom DMSB unter dem Namen „TGP-Meisterschaft“. Da sie auf Deutschland fokussiert ist, entstand wohl das Missverständnis, dass es sich um die „deutsche TGP-Meisterschaft“ handele. 

Der Serienbetreiber hat die Formulierung auf der Website auch bereits geändert. 
(Es folgt der Hinweis auf eine Internetseite.)
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Beste Grüße
...“

Man nutzt im deutschen Motorsport relativ gefühllos Begriffe, die – wenn dieser Sport so exakt geordnet wäre, wie er sich gerne gibt – dann den Eindruck vermitteln, dass alles bestens geordnet ist.

  • Dabei ist es eigentlich so, dass durch eine Überreglementierung ein Eindruck von Ordnung vermittelt wird, der eigentlich in der Umsetzung gar nicht besteht!

Ein passendes Beispiel wäre die aktuelle „DTM“. Wie jeder zu wissen glaubt, handelt es sich dabei um die „Deutsche Tourenwagen Masters“. Der ADAC kümmert sich derzeit um diese „Masters“, die aber – wie jeder auch im Fernsehen mit bekommen kann – nicht mehr mit „Tourenwagen“, sondern mit „GT-Fahrzeugen“ ausgetragen wird, die man per „BoP“ zu einem „Einheitsbrei“ zusammen gefügt hat.

  • Was ist daran so stimmig, dass es vom DMSB e.V. in der Umsetzung der eigentlichen Grundidee noch akzeptiert werden kann?

Die so genannten „Offiziellen“ geben sich gerne als wissend und unersetzlich. Dazu gehört dann auch ein Verein, der sich nicht nur durch besondere Vorschriften eine besondere Bedeutung zu geben  versucht, sondern auch den „eng Reglementierten“ klar zu machen versucht, dass er sich – sozusagen „volksnah“ - auch für den „Breitensport“ einsetzt.

Ich habe mal die „Hoheit“ im deutschen Motorsport, die ihm ein Gericht allerdings aberkannte, mal am 25. Mai 2026 angeschrieben, weil mich interessierte, ob in Sachen Motorsport auch etwas zu erwarten ist, weil sich der dafür als besonders wichtig darstellende „eingetragene Verein“ darum dann auch offiziell als besonders bemüht darstellt. - Meine e-Mail lautet:

„Guten Morgen,

wie ich höre, arbeitet die Bundesregierung an einem Sportfördergesetz, mit dem die Förderung des Spitzensports auf eine spezialgesetzliche Grundlage gestellt werden soll.

Kernelement ist eine neue - noch zu gründende - unabhängige Spitzensport-Agentur als eine öffentlich-rechtliche Stiftung.

Was erwartet der DMSB - als Mitglied des DOSB - von der neuen Lösung im Interesse des Motorsports?

Wird sich der DOSB auch für eine Förderung des Breiten-Motorsports verwenden oder betreffen die dann geplanten Fördermaßnahmen nur den Spitzensport von Spitzen-Athleten?

Ich wäre Ihnen für eine informative Antwort dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm Hahne“

Ich erhielt wenige Tage später folgende Antwort:

„Guten Tag Herr Hahne,

​beim von Ihnen angesprochenen aktuellen Gesetzesentwurf geht es explizit um die Förderung des Spitzensports. Wichtige Hintergründe für die Position des deutschen Sports finden Sie im angehängten Forderungskatalog und in folgendem Artikel des DOSB: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/bundeskabinett-stimmt-entwurf-...

Ebenfalls angehängt habe ich Ihnen das Positionspapier des DMSB (Stand März 2026), das in Zusammenarbeit mit den Trägervereinen des DMSB, verschiedenen Sportstätten sowie Vertretern der Industrie entstanden ist. Mit diesem Positionspapier appelliert der deutsche Motorsport an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, um den erfolgreichen Motorsportstandort Deutschland zu erhalten und für die Zukunft zu stärken. Als nicht-olympischer Verband innerhalb des DOSB geht unser Blick dabei naturgemäß über die aktuelle Spitzensportdiskussion hinaus, bei der es hauptsächlich um olympische Disziplinen geht. Themen wie Nachwuchs- und Breitensport-Förderung sind dabei genauso im Blick wie die Stärkung des Ehrenamts, einheitliche Genehmigungsverfahren für Motorsportveranstaltungen oder die Modernisierung von Motorsportanlagen (was sich ausdrücklich nicht nur auf die bekannten permanenten Rennstrecken bezieht, sondern auch auf Motocross-Strecken, Trial-Gelände etc.). 

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Beste Grüße
…“

Ich lerne also: Im Motorsport gibt es keinen Spitzensport! - Aha! - Wenn ich dann mal – sozusagen am DMSB e.V. vorbei –  direkt – schon ein wenig nachdenklich - nach Berlin geschaut habe, so bin ich da auf die Selbstdarstellung des DMSB gestoßen,  die im „Lobbyregister“ lautete:

„Privatrechtliche Organisation mit Anerkennung der Gemeinnützigkeit nach Abgabenordnung“

Wenn man dann mal ins Impressum der aktuellen DMSB-Internetseiten schaut, kann man da lesen:

„Vereinsregister: Amtsgericht Frankfurt
Registernummer: VR11279
Umsatzsteuer-ID-Nr.: DE191529704“

Wie passen „Gemeinnützigkeit“ und eine „Umsatzsteuer-ID-Nummer“ zusammen?

Diese Frage habe ich dann mal dem Frankfurter Amtsgericht gestellt, bei dem das Vereinsregister geführt wird. Die aktuelle Antwort lautet:

..."Gemäß § 4 der Satzung ist der DMSB e.V. gemeinnützig. In der Vergangenheit wurde auch ein Freistellungsbescheid vom Finanzamt (Gemeinnützigkeitsbescheinigung) vorgelegt. Wenn die Gemeinnützigkeit zwischenzeitlich nicht vom Finanzamt entzogen wurde, dürfte das der Status quo sein. 

Es steht Ihnen naturgemäß frei, sich diesbezüglich an das zuständige Finanzamt zu wenden.“...

Es funktioniert eben im deutschen Motorsport alles „naturgemäß“ und damit auch „nachhaltig“. So ist das eben mit allen wichtigen „Partnern“ im deutschen Motorsport:

„Wer nichts zu sagen hat, ist selber schuld!“, hat meine Großmutter schon immer gesagt!

Da sollte man also nicht nur einen AvD mit 1,5 Millionen Mitgliedern (!?) ernst nehmen, sondern auch SIM-Racing als “echten Motorsport“. Das sagt z.B. auch der DMSB e.V., in dem nicht nur die „Experten“ sitzen, die – aus „Sicherheitsgründen“ (was sonst?) - ein „Permit“ für die Nürburgring-Nordschleife erfunden haben, sondern auch sonst – wie z.B. im Jahre 2025 – ihre „Ehrenamtlichen“ für 298.950,73 Euro auf kurze und weite Reisen schickten. - Reisen bildet!

Offiziell hat man es beim DMSB e.V.  geschafft, schon in 2024 einen - allerdings nur kleinen - Verlust bilanzmäßig auszuweisen, der dann aber in 2025 noch ein wenig weiter angewachsen ist.

  • Man macht Verluste! - Da wird man wohl zu Einsparungsmaßnahmen greifen müssen!

Nun sitzt man inzwischen in Frankfurt hinter verschlossenen Türen und diskutiert – natürlich flüsternd – das Thema „Personaleinsparungen“. Irgendwie muss man schließlich auch mal wieder in die Gewinnzone kommen. Da sollte man schon Ausgaben – wie z.B. in 2025 von einem Präsidenten angeregt – vermeiden, die offiziell auf eine „Verbesserung“ der Vereins-Satzungen hinaus liefen, aber schon – wie man so passend in der Eifel sagt, bei der Erarbeitung durch ein „Experten“-Team dann „ein Schweinegeld“ kosteten.

Also ist noch für 2026 beim DMSB e.V. - das wäre logisch - mit Personal-Einsparungen und anderen deutlichen (drastischen?) Kostensenkungs-Maßnahmen zu rechnen!

Beim DMSB e.V. ist nun eigentlich mit allem zu rechnen, weil man dort eigentlich ein wenig die Übersicht – auch über den  Motorsport – bzw. eine angemessene Anpassung an eigentlich allgemein gültige Ziele, verloren zu haben scheint.

  • Wie viel Prozent aller Rennen werden inzwischen nicht mehr beim Überfahren der Ziellinie, sondern  erst nach einem Verrechnen von „Strafen“ aller Art am „grünen Tisch“ erst dann  beendet, wenn die Zuschauer schon längst wieder zu Hause sind?

Müssen da jetzt dringend noch zusätzlich ein paar Kontroll-Mechanismen geschaffen werden, damit… - ja, was denn eigentlich?

  • Das Crash-Szenario des aktuellen GT3-Eintopfs (dank „BoP“) ist inzwischen fast genau so interessant, wie die Wagenrennen der „alten Römer“ im 6. Jahrhundert vor Christus oder die „Drift-Meisterschaft“ des AvD anno 2026!

In 2026 ist nun auch eingetreten, was ich im Mai 2024 in einer meiner Geschichten zum Thema DMSB schon so angekündigt hatte:

„Es ist also inzwischen – nach entsprechenden Satzungsänderungen – durchaus nicht so, dass die drei wesentlichen Gründungsmitglieder auch im Präsidium vertreten sein müssen, wie das ursprünglich einmal war!“

Die „Entwicklung“ liest sich dann in der DMSB-Presseinfo zur Mitgliederversammlung im Jahre 2026 so:

„Neben der Verabschiedung des Jahresabschlusses und des Budgets des Geschäftsjahres 2026 standen turnusgemäße Wahlen zu den Positionen 2 und 4 des DMSB-Präsidiums auf dem Plan. Dabei wurde Dr. Gerd Ennser in seinem Amt bestätigt. Erneut in das Präsidium gewählt wurde Dr. Andreas M. Nowack, der bereits von 2006 bis 2013 Mitglied des DMSB-Präsidiums war.“

Noch im „Sandkasten“, vor – nun schon – vielen Jahren, hätte ich die aktuelle Situation für den DMV – einen der Träger-Vereine - so beschrieben:

„Ene mene muh – und raus bist duuuh!“

Um das „Kindergarten-Niveau“ im deutschen Motorsport noch deutlicher zu machen, möchte ich den von mir oben schon genannten Reisekosten im Jahre 2025 eine passende Darstellung aus der DMSB-Presse-Information zur Mitgliederversammlung in 2026 gegenüber stellen:

„Die Veranstaltung fand in hybrider Form statt und trug damit durch verminderte Reiseaufwendungen und Emissionen zum Nachhaltigkeitsstreben des Dachverbands der deutschen Motorsportler bei.“

Bravo! - Die Entwicklung geht also „nachhaltig“ weiter. Nur scheint man vergessen zu haben, dass man eigentlich ziemlich „losgelöst“ in einem „Vakuum“ agiert.

Bei einer ersten Reaktion von „außen“, die zur einer Beschädigung der „Hülle“ führt, könnte es zu einer „Implosion“ kommen! - Das „Vakuum“ im Innern ist größer - zu groß? - geworden!

Zur Information meiner Motor-KRITIK-Leser:

  • Das knallt „im Falle eines Falles“ dann genau so wie bei einer Explosion und es fliegen dabei dann auch die Fetzen!
MK/Wilhelm Hahne  
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