2014

Fiktives Interview: „Der Mispel-Bauer“

Folgende Geschichte ist von vorne bis hinten erfunden. Das nachstehend wiedergegebene Interview ist niemals geführt worden. Das ist so wahr, wie es die oben im Titel genannte Zeitschrift auch nicht gibt. Darum gibt es auch keinen Journalisten – dieser Zeitschrift – der mir solche Fragen stellen könnte, wie Sie sie nachstehend finden. Richtig ist aber, dass die Antworten auf diese Fragen von mir, Wilhelm Hahne, stammen. Es sind also ehrliche Antworten auf Fragen, die mir nie gestellt wurden. Zufällig passen sie aber in die Zeit, weil sich Fragen und Antworten auf ein Ereignis beziehen, das inzwischen die Mehrheit – nicht nur meiner Leser – zu langweilen scheint: Der Nürburgring. - Nicht der Nürburgring als Rennstrecke oder als Mythos oder Kulturgut, sondern der Nürburgring als Skandal und Affäre. Weil sich da auch kaum jemand auskennt. Politische Affären sind meisten Langzeitaffären, weil man die aussitzen muss. - Dabei verlieren dann oft sogar die eigentlichen Akteure die Übersicht. So ist es auch kein Wunder, dass die auch ein Kollege nicht haben kann: Der Kollege von...

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EU: Schmutzflecken auf reinem Tisch?

Der aus seinem Dienst – und der Verantwortung – in diesem Herbst scheidende EU-Kommissar, Joaquín Almunia, möchte in Brüssel einen „reinen Tisch“ hinterlassen, alles hinwegfegen, was in langen Jahren so liegen geblieben ist. Da nimmt der Nürburgring – und die dort erhaltenen verbotenen Beihilfen – schon eine besondere Stellung ein. Die Öffentlichkeit achtet auf Details, ist irgendwie eingebunden, findet zu einer Meinung. Die unterscheidet sich – leider, findet der Herr EU-Kommissar – deutlich von der, die man gerne äußern möchte. Als EU-Kommissar. Schließlich ist man der Bundesrepublik eng verbunden. Denn die zahlt. In vielen Fällen. Eigentlich weiß man nicht warum. Aber man schätzt die Zahlungen. Da sollte man sich schon – irgendwie – erkenntlich zeigen. Zumal sich Lösungen anbieten, die scheinbar unauffällig sind und eigentlich niemandem einen Schaden durchfügen. Einen zusätzlichen Schaden. Denn der Millionen-Schaden wurde von der Landesregierung von Rheinland-Pfalz wie im Vorbeigehen geschaffen. - Einfach so. - „Wir machen's einfach!“ - Der Slogan, der nicht nur Kurt Beck, sondern auch seinem Duz-Freund (-Genossen!), Dr. Walter Kafitz, gefiel. Und die Nürburgring-Affäre zum Skandal machte. - Auch bedeutend in politischen Kreisen gewertet wird. Und Almunia ist Spanier – und Sozialist. Und bedeutend in der EU. - Aber nicht mehr lange. - Da kann doch so manches Manchem Spanisch erscheinen? - Oder nicht? - Oder doch?

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Finanzierungskonzept CNG: Ungeprüft?

„Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde das Thema „Verkauf des Nürburgrings“ in einer Aktuellen Stunde im Landtag diskutiert. Nach langen Verhandlungen wurde der Nürburgring am 11. März 2014 für 77 Millionen Euro an den Automobilzulieferer Capricorn verkauft. Der Käufer soll die Rennstrecke zum 1. Januar 2015 übernehmen. - Neben dem Kaufpreis hat der Investor weitere 25 Millionen angekündigt, die in das Projekt fließen werden und mithelfen sollen, Arbeitsplätze zu erhalten. Der Käufer hat bis 2018 Zeit, die Gesamtsumme zu tilgen. Capricorn-Chef Robertino Wild und seine Partner wollen 45 Millionen Euro über die Deutsche Bank finanzieren, 15 Millionen kommen in drei Tranchen aus Eigenmitteln. Für die restliche Kaufsumme wurden weitere Modalitäten festgesetzt. Bisher steht noch nicht fest, wie viele der Landeskredite damit letztendlich zurückgezahlt werden können.“

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Wiener Walzer tanzt man überall!

Seit gestern ist es definitiv: In 2015 hört man „Rock am Ring“ in Mendig. Marek Lieberberg kann sich als Sieger in einer Auseinandersetzung empfinden, die durch das überzogene Selbstverständnis und unsensible Verhalten von Managern ausgelöst wurde, in deren Iris sich nicht die Welt der Musik, sondern die des Geldes spiegelt. Es hatte zwischen den Kontrahenten bereits einen Schlagabtausch vor Gericht gegeben. Sieger: Marek Lieberberg! - Robertino Wild behauptet: Capricorn habe „Rock am Ring“ nicht gekündigt. - Wer wollte denn einen höheren Anteil an den sicheren Einnahmen aus einer in 29 Jahren etablierten Veranstaltung mit inzwischen Kultcharakter? - Capricorn mag sich – s. die „Spruchweisheiten“ eines PR-Plapperers – mit dem am Nürburgring nun geplanten Festival „Grüne Hölle“ sicher fühlen, tatsächlich ist „Grüne Hölle“ aber inzwischen in jeder Hinsicht ein Flopp: Als verfehlter Bauentwurf und als Titelträger für ein Rock-Festival. (Das ist eine Vorhersage!) Der misbrauchte Titel eines Kulturgutes und dessen geradezu liebevolle Umshreibung - durch Sir John Young „Jackie“ Stewart - lässt sich nicht wiederholt missbrauchen und verschachern. - Und man hat anscheinend vergessen:

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Seit 17.09.2014: RLP ist ohne „Zukunft“!

Wir wissen natürlich, dass das Land Rheinland-Pfalz Schulden hat. Umgerechnet auf die Anzahl der Einwohner sind es gut 8000 Euro pro Kopf. Einer davon ist Klaus Behnke, der Präsident des Landesrechnungshofes. Und es ist da schon eine bildhafte Umsetzung der finanziellen Situation, wenn dieser Mann am 17. September 2014, so gegen 16:30 Uhr, mit Krücken die Treppen zur Residenz des Landtagspräsidenten, Joachim Mertes, hinauf schreitet, um ihm eine „gutachtliche Prüfung des Zukunftskonzepts Nürburgring“ zu übergeben, das keine Zukunft hatte. - Und der Lantagspräsident Mertes, ein gelernter „Strippen“-Bäcker (kein „Strippen-Zieher“) dankte dem Herrn Rechnungshofpräsidenten – und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - „für die intensive Prüfung. Mit den Anhängen galt es für Motor-KRITIK nun 307 Seiten über Nacht zu sichten und zu versuchen, daraus eine verständliche Darstellung für die interessierten Fans zu erstellen. Der Versuch ist ja nicht strafbar. Und so entstand eine Zusammenfassung, die schon ein wenig trostlos ist. Realistisch – dachte ich – muss man ihr den Titel geben.

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Malu Dreyer: Lenkt ab – stimmt ein!

Es sind alles nur Kleinigkeiten, die erst dann ein Bild ergeben, wenn man sie zusammenfügt. Da ist derzeit Eveline Lemke in China unterwegs. Dort kann sie weitgehend sicher sein, nicht auf einen Bürger aus der Region Hocheifel zu treffen. - Malu Dreyer hat gleichzeitig die Crème der Politik-Journalisten auf einer „Sommerreise“ fest unter Kontrolle. Entweder können die nicht entkommen, weil sie bei ihr im Bus sitzen oder sie lauschen der Selbstdarstellung nicht nur von ihr, sondern auch der der Firmenchefs von gemeinsam besuchten Firmen. Die Journalisten sind immer „bei Fuß“, ein paar Tage abgeschirmt von den aktuellen Alltags-Problemen mit der Frau Ministerpräsidentin unterwegs. Sie werden konstant mit dem „berieselt“, was Partei und Staatskanzlei aktuell für wichtig und taktisch richtig halten. Und so wird dann auch geschrieben und gesendet. Wenn es sein muß: Aus dem fahrenden Bus und im Stehen – also unter erschwerten Bedingungen. - Im Ergebnis wird Malu Dreyer als selbstkritische Ministerpräsidentin geschildert, die sich in politischen Kämpfen aufreibt. Dabei wird übersehen:

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Nürburg, der 13.: Geht's von nun an …?

Es gab in Nürburg am letzten Samstag ein Straßenfest. Zufällig war das am 13. Tag des September. Die VLN hatte das schon vormittags registrieren müssen, weil der Nebel sich nicht verzog. Der 8. VLN-Lauf zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft musste abgesagt werden. Am Abend war ein Straßenfest in Nürburg angesagt, für das die Zusammenschlüsse von mündigen Bürgern in „Ja zum Nürburgring“ und „Wir sind Nürburgring“ verantwortlich zeichneten. Alle Mainzer Politiker, bis auf einen Kreistagsabgeordneten der CDU, hatten die Einladung dazu abgesagt. Aber selbst dieser Herr erschien nur kurz vor dem eigentlichen Beginn um einigen Leuten die Hand zu schütteln und zu sagen, dass er nun wieder weg wäre. Dafür waren aber Robertino Wild und Dr. Axel Heinemann der Einladung gefolgt. Sie taten es wahrscheinlich auf einen zarten Wink aus Mainz hin. Die Mainzer Politiker wollten sich offenbar so kurz vor der Veröffentlichung eines offiziellen Rechnungshof-Berichts über ihre Untaten am Nürburgring nicht in irgendeine – mögliche – Falle begeben. - Insgesamt stand also die Veranstaltung am 13.  nicht gerade unter einem guten Stern, und man kann im Hinblick auf die vor uns liegenden Tage nur den ersten Teil einer Frage stellen, die sich dann durch die Ereignisse in der zweiten Wochenhälfte selbst ergänzen wird:

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Achtung! - Eigentum verpflichtet!

Die Entwicklung beim Verkauf des Nürburgrings zeigt, dass die Politik hier gegen den Willen der Bürger handelt. Politiker sind in einer Demokratie vom Volk gewählt und sollten sich als Volksvertreter begreifen. In der Praxis erweisen sie sich oft als Handlanger der Mächtigen bei Banken, Industrie und Handel. Es wirkt irgendwie lächerlich, wenn heute in einer Tageszeitung zu lesen ist, dass in Sachen Nürburgring-Verkauf der Juristische Dienst der EU wohl derzeit versucht die Entscheidung für einen bestimmten Käufer klagefest zu machen. - Der Riss in der Wanne, in der Bürger und Politiker gemeinsam sitzen, kann nicht mit juristischen Mitteln wasserdicht gemacht werden. Hier müssen erfahrene – lebenserfahrene – Praktiker ran. Im Auftrag des Landes, der Politik. Denn:

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Besitz & Eigentum juristisch betrachtet

Wer hätte das gedacht. Mit guter Kindergarten-Erziehung und auf Erfahrung beruhendem Bauchgefühl kommt man der Realität näher als mit lexikalischer Semantik. Diesen Eindruck musste ich gewinnen, nach dem dann gestern noch ein ausgebildeter Jurist, ein Rechtsanwalt mit Erfahrung, zu dem Thema eine andere Deutung der Begriffe „Besitz & Eigentum“ vornahm und sich dabei eng am Gesetz orientierte. - Wie man annehmen darf. - Danach ist alles anders. Aber man wird wahrscheinlich den Fall – in diesem Fall – auch mehr juristisch betrachten müssen.- Oder doch nicht? - Da kann ich Ihnen dann heute den folgenden „Lehrgang“ nicht ersparen. - Und der SWR hat der Hörerin wahrscheinlich deshalb nicht geantwortet, weil derenHaus-Juristen wohl auch den Redakteuren der Mainzer Anstalt einen Vortrag gehalten hatten, der den Titel trug:

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Der SWR und die lexikalische Semantik

Zugegeben: Ich habe eine gute Kindergarten-Erziehung hinter mir, aber ich bin kein Akademiker. Darum erschien mir auch der Leserbrief der Dame an den SWR gerichtet, auf den es auch keine Antwort gab, sehr logisch. Zumal meine „Logik“ auch noch durch das Verhalten des SWR unterstrichen wurde. Schließlich ist man dort um gute Sender/Hörer-Kontakte bemüht, lässt sich die dazu als notwendig erachteten Marketing-Aktionen sehr viel Geld kosten. - Warum sollte man da in einem Einzelfall eine Hörerin verärgern, in dem man ihr nicht antwortet? - Es ging um die Frage: Kann – darf – man Capricorn als „Besitzer“ des Nürburgrings bezeichnen? - Die Leserin meinte, NEIN – und hatte den SWR angeschrieben. Und keine Antwort erhalten. - Auch wir bei Motor-KRITIK waren der Meinung: NEIN! - Auch wenn das nur einen Teil der gestrigen Geschichte ausmachte: Wir müssen uns in diesem Fall beim SWR entschuldigen! (Womit natürlich das Nicht-Beantworten einer E-mail nicht entschuldigt ist.) Ein akademisch gebildeter Motor-KRITIK-Leser hat uns aktuell Nachhilfeunterricht in „lexikalischer Semantik“ gegeben. Wir geben die nachstehend gerne in verständlichem Deutsch weiter. - Und weiten das Thema ein wenig aus, weil es zeigt, wie schwer die deutsche Sprache ist. Sie wird oft noch nicht einmal von Akademikern beherrscht - die sich dann mit einer Fremdsprache behelfen.

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