Video für „e-tron“-SUV: Audi in der „Mausefalle“!

Natürlich muss es – weil Audi - ein Allrad sein. Und natürlich muss ein solcher Allrad – weil das in die Zeit passt - E-Antrieb haben. Die vier Räder werden von drei E-Motoren angetrieben. Zwei an der Hinterachse, einer an der Vorderachse. Und natürlich ist dieses „Video-Auto“ speziell hergerichtet. Insgesamt stehen 503 PS zur Verfügung. - Zu hohes Gewicht schafft nicht nur beim Menschen Probleme! Darum gibt es drei, in der Serie nur zwei E-Motoren. - Zur Auffahrt in einer Kitzbüheler Abfahrt hat man den „Technikträger“ mit 19-Zoll-Spikes-Reifen ausgerüstet und die Software des e-tron hinsichtlich der Antriebsdrehmomente und der Drehmomentverteilung für seine Aufgaben optimiert. Ein bewährter Werks-Rennfahrer soll diesen Spezial-Audi eine 140 Meter lange 85-Prozent-Steigung hinauf treiben. - Ach ja, man hat noch eine „Rücklaufsicherung“ vorgesehen. Oben am Ziel steht eine Seilwinde, die – wahrscheinlich dank „KI“ - mit der Auffahrtgeschwindigkeit des „Audi-e-tron“ synchronisiert ist. Sonst würde evtl. das Seil im Schnee schleifen. Und das macht sich dann gar nicht gut. Wenn dann auch – evtl. noch ein Antriebsrad das locker mitschleifende Seil überrolt, wäre ein Unfall nicht auszuschließen. - Aber wenn das Seil immer straff gehalten wird, kann da nichts passieren. - So kann man denn auch ein Werbe-Video erstellen, dass den höchsten Anforderungen an einen normalen „Seher“ genügt. - Es würde schließlich auch mit hohem Aufwand produziert. - Mit „Rücklaufsicherung“. - Selbst „auto motor und sport“ hat darüber berichtet und an so einer Sicherung nichts besonderes gefunden. Schließlich gab‘s die auch schon 1986, als ein „quattro“ eine Ski-Schanze erklomm – und am Seil hing. - „Damals“ hat man das zwar zunächst bestritten, aber dann zugegeben. - Heute erwähnt man es als Sicherheitsargument. - Was sonst? - Aber schauen wir mal!

Video für „e-tron“SUV: Audi in der „Mausefalle“!

Weil sich sicherlich die wenigsten „Surfer“ im Internet eine Folge von Texten unter eindrucksvollen Fotos genau durchlesen, sie bestenfalls „überfliegen“, quer lesen, sei der Originaltext von den Audi-Internetseiten hier nachstehend im Zusammenhang einkopiert, wobei mir wichtig erscheinende Text-Passagen „angefettet“ wurden:

„Mit dem Audi e-tron Technikträger die Mausefalle hinauf

Herausforderungen sind da, um bewältigt zu werden. Nach diesem Motto schickte Audi einen e-tron Technikträger schon 2018 zu Challenges am Limit – vom Pikes Peak bis zur Salzebene Namibias. Dieses Jahr kommt ein weiterer Test im Grenzbereich hinzu: Audi jagt seinen SUV eine 85 Prozent steile Skipiste hinauf, die renommierte Mausefalle in Kitzbühel. Ob die Technik da mitspielt?

Inmitten der Alpen, weit und breit nur Felsen, Schnee und Eis. Vor dem Audi e-tron ein fast senkrecht aufsteigender Berg, den es zu bezwingen gilt. Der Technikträger, eine speziell ausgerüstete Version des Modells, steht am Fuße der Kitzbüheler Mausefalle. Bereit für den großen Auftritt. Genau wie sein Fahrer, der kein geringerer ist als Rallycross-Weltmeister Mattias Ekström.

In einem vollelektrisch angetriebenen SUV über den steilsten Abschnitt der Skipiste hinauf zum Gipfel – da ist selbst der erfahrene Rennfahrer nervös: „Eine Skipiste mit 85 Prozent Steigung zu bezwingen, liegt deutlich über dem Grenzbereich eines Autos. Und ist damit eine enorme Challenge – für mich wie für den e-tron.” Kaum ertönt der Startschuss, tritt er aufs Gaspedal. Die spektakuläre Fahrt entlang der 140 Meter-Strecke beginnt.

Die Testfahrt erinnert an den bekannten Audi „Schanzenspot”, einem Werbefilm aus dem Jahr 1986. Damals war es ein Audi 100 quattro statt eines Audi e-tron, Harald Demuth anstelle von Mattias Ekström am Steuer, 77 statt 85 Prozent Steigung – und eine Sensation. 2019 wird es also noch steiler. Und das alles in einem Elektro-Auto.

In puncto Sicherheit ist an alles gedacht: Die Piste wurde von Spezialisten des Kitzbüheler Skiclub und des Kooperationspartners Red Bull präpariert, um das Vorhaben überhaupt erst realistisch zu gestalten. Ein Sitz mit einem Sechs-Punkt-Gurt sichert Rennfahrer Mattias Ekström während der Fahrt. Ein Überrollkäfig und ein Seil als Rücklaufsicherung schützen den Technikträger zusätzlich. Doch wer von einer Zugvorrichtung ausgeht, der irrt – es ist allein die Kraft des Audi e-tron Technikträgers, die den Elektro-SUV den Hang nach oben treibt.

Grenzen austesten, Technik voranbringen: Mit dem außergewöhnlichen Härtetest demonstriert Audi die Stärke der quattro-Technologie in einem Elektro-SUV. „Ziel des Projekts ist es, die Mausefalle vollelektrisch zu erklimmen. Und dabei die maximale Steigfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit der quattro-Technologie im Technikträger zu erproben. Dafür ist die steilste Stelle der Streif, eine der schwierigsten Skirennpisten der Welt, die ultimative Testumgebung”, erklärt Audi Projektleiter Patrick Grimm.

Damit der Plan aufgeht, passte Audi die Software des e-tron hinsichtlich der Antriebsdrehmomente und der Drehmomentverteilung an. Der spezielle quattro-Antrieb mit zwei E-Maschinen an der Hinterachse und einer an der Vorderachse sorgt für jede Menge Power. In Summe erreicht der Technikträger eine Boost-Leistung von bis zu 370 kW und 8.920 Nm Raddrehmoment. Den nötigen Grip auf dem Weg zum Gipfel geben dem Audi die eigens angefertigten Spikes an den 19-Zoll-Reifen.

Bei der Aktion wird nichts dem Zufall überlassen. Bei einer solch enormen Steigung und in der freien Natur ist nichts zu 100 Prozent planbar – das weiß auch der Rallycross-Weltmeister: „Die letzten 25 Meter werden mir wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Aber am Ende haben wir auch den steilsten Abschnitt gemeistert.”

Im Kopf spukt ihm nur noch der Gedanke herum, fest ins Gaspedal zu treten – doch das Auto verlangt Feingefühl, angepasst auf Eis und Schnee. Mattias Ekström hat dieses Gefühl. Das war auch der Grund, warum sich Audi für ihn als Piloten entschied. „Als einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Rennfahrer von Audi hat er die nötige Erfahrung und zudem eine gute Portion Wagemut”, sagt Patrick Grimm mit strahlenden Augen.

Und auch, wenn Mattias Ekström schon viele spannende Rennen und Events erlebt hat, war die Fahrt auf der Streif-Abfahrt selbst für ihn besonders, wie er nach der Fahrt im Interview verrät: „Mit einem Audi e-tron Technikträger die Mausefalle hinauffahren, stand eigentlich nicht auf meiner ‚Bucket List’. Aber diese Erfahrung habe ich sehr gerne auf meinem Weg mitgenommen.”

Weil heute ein guter Text nicht genügt, hat Audi einige „Eyecatcher“ eingebaut. Ich habe von bestimmten mal Screenshots gemacht, weil mich fasziniert hat, dass man im Video das „sichernde Seil“ kaum sieht. Nur wer ganz aufmerksam ist, wird es erahnen. Man hat den Eindruck, dass das Seil im Film und auch auf Fotos da beseitigt wurde, wo es den guten Eindruck wohl gestört hätte, den das Video insgesamt hinterlassen soll.

Meine Journalisten-Kollegen finden das normal. - Damit meine Leser begreifen, dass ich da einiges anders empfinde, hier die Bildbeispiele von den Audi-Internetseiten, die mich beeindruckt haben:

Das „sichernde Seil“ ist auf dieser Aufnahme kaum auszumachen. Nur kurz vor dem Fahrzeug ist es zu erkennen, wenn man sehr genau hinsieht, denn bei diesem „Mitzieher“ gibt es im Hintergrund viele „Striche“. Das Foto scheint aber bearbeitet, weil der „wichtige Strich“ weiter vorne nicht mehr auszumachen ist. Jedenfalls arbeitet die „rücksichernde Seilwinde“ mit hoher Präzision. Das Seil bleibt immer gespannt.

Während eine Seilbefestigung hier beim ersten Foto, das eigentlich auf dem Computerbildschirm nicht auffällt, weil dieses Foto so groß ist, dass – wenn man das Wesentliche – in diesem Fall den Fahrer – sehen will, darum den unteren Rand nicht sehen kann, ist sie auf dem zweiten Foto gut auszumachen, weil ich eine Ausschnittvergrößerung gemacht habe.

Im Werbevideo habe ich an einer Stelle einen Stopp eingelegt, weil hier das Seil deutlich auszumachen ist. Der Screenshot macht das Betrachten einfach. - Aber meine Leser sollten sich das gerne mal – nachdem sie hier in Motor-KRITIK auf Details aufmerksam gemacht wurden – im Video auf der Audi-Seite normal anschauen. - Wäre Ihnen die Rücksicherung durch Seil mit einer „denkenden Winde“ aufgefallen, die immer korrekt das Seil straff hält?

Leider ist auf der Audi-Seite der Windenhersteller nicht erwähnt. - Dabei leistet der doch ein wichtigen Beitrag! - Aber doch wohl hoffentlich mit einer Elektro-Winde! - Oder kam der „Strom“ aus dem Kanister?

Das ist der Einstieg zur “Mausefalle“-Geschichte von Audi. Eine typische Marketing-Idee, aber ohne jede Bedeutung für den Kunden. Man möchte den Kunden mit dieser „Mausefalle“ für Audi interessieren, auf „e-tron“ aufmerksam machen und an den Allrad erinnern, der durch Audi „damals“ wieder so richtig ins Geschäft kam.

Nachdem die Rekordrunden auf der Nürburgring-Nordschleife eine besondere Bedeutung bekommen haben und die Firmen eine schnelle Rundenzeit auf dieser Rennstrecke wie eine Auszeichnung vor sich hertragen, ist jetzt wohl die Zeit gekommen, wo man im Erklimmen der Abfahrt „Mausefalle“ bei Kitzbühel die besonderen Sympathien der Käufer gewinnen kann.

Wenn ich an das Gesamtgewicht eines „Technikträgers“ von Audi denke, wie er als „e-tron“ in Kitzbühel eingesetzt wurde, dann sollte doch Fiat einen Versuch wagen, die 140 Meter mit 85 Prozent Steigung mal mit einem Serien-Panda 4x4 zu bezwingen.

Eindrucksvoll wäre für einen solchen „Test im Grenzbereich“ (Audi-O-Ton) eine Fahrt ohne Seil-Sicherung.

Vielleicht ist so ein Fiat Panda als 4x4 im normalen Alltagsverkehr – und im Gelände – auch nicht die schlechteste Wahl. - Nach dem Motto: Lieber leichter, lieber Panda! - Es muss nicht immer ein tonnenschwerer „e-tronic“-Audi-SUV-“quattro‘“ sein!

Als Fahrer des Panda sollte von den Marketingleuten dann auch kein Rennfahrer, sondern vielleicht - Dieter Bohlen ausgewählt werden. - Auf sein Urteil sollte man gespannt sein. - Weil:

„Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause.“

MK/Wilhelm Hahne
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