4. Juni 2021: Lieber Leser!

Heute möchte ich nur kurz auf ein paar „Kleinigkeiten“ hinweisen, die mir zum Termin des 24h-Rennens am Nürburgring auf- und eingefallen sind. - Auch durch einen aufmerksamen Leser angeregt! - Manches hätte ich – kurz – unter „Aktuell“ vermelden können, aber dann wären meine Anmerkungen zu schnell verschwunden, weil das Neueste immer das Ältere verdrängt, ganz gleich wie „alt“ es ist. - Aber nun „zur Sache“:

Ich finde es gut, wenn man sich an Leute erinnert, die für Irgendetwas von Bedeutung wichtig waren oder durch besondere Leistung aufgefallen sind. So findet es durchaus meinen Beifall, wenn man sich jetzt aktuell noch einmal an Sabine Schmitz erinnert. - Eine sympathische Person, auch als Rennfahrerin von Bedeutung.

Aber wenn eine 24h-Veranstaltung auf der Nürburgring-Nordschleife zufällig vom 3. - 6. Juni ausgetragen wird, dann hätte man sich am 3. Juni auch an den Erbauer der Rennstrecke erinnern können, ohne den es an diesem Wochenende auch kein 24-Stunden-Rennen geben würde:

  • Dr. Otto Creutz wurde am 3. Juni 1889 in Köln geboren.

Er war nicht nur der „Motor“ beim Bau des Nürburgrings, sondern war auch der Mit-Initiator des allerersten Rennens, das praktisch von Adenau ausgehend durch ein interessantes Stück Eifel führte. Veranstalter war zufällig der ADAC in Köln. - Der Streckenverlauf des Rennens, das am 10. Juli 1925 durchgeführt wurde war:

  • Breidscheid – Döttingen – Virneburg – Boos – Kelberg – Breidscheid

Beim ADAC in Köln scheint man das vergessen zu haben. Nicht nur das Rennen „damals“, sondern auch den Geburtstag des Erbauers der Nordschleife, dessen Geburtstag gestern vor 132 Jahren war. Sein Todestag ist der 21. Februar 1951. Es wird aber – aus welchen Gründen auch immer – unterschlagen, dass er sich zu diesem Termin in einer Heilanstalt in Freiburg das Leben genommen hat!

  • Aber so ist das Leben! - So vergesslich (?) ist die Nachwelt!

Da in diesem Jahr das 49. 24h-Rennen am Nürburgring stattfindet, gäbe es eigentlich zum Zeitpunkt der 50. Veranstaltung in 2022 die Gelegenheit, sich mal an den Tuner und Besitzer des Gesamtsiegerfahrzeugs bei der ersten Austragung des 24h-Rennens 1970 zu erinnern:

  • Hans-Peter Koepchen, der bettelarm auf dem Friedhof eines Pflegeheims bei Blankenheim/Eifel begraben wurde. - Ein Opfer des Motorsports!

Er ist für mich unvergessen, weil er auch den Idealisten zuzurechnen war. Für die bleibt in unserer Gesellschaft immer weniger Luft zum Atmen. Hans-Peter Koepchen ist an Krebs gestorben. Bettelarm!

An seine Leistungen – und auch an sein Ende – wurde mal von Rainer Braun in einem seiner Fahrerlager-Bücher erinnert. - Das von Hans-Peter erlebte Ende wurde dort aber nicht in seiner ganzen realen Brutalität dargestellt. - Genau so, wie das Ende von Dr. Otto Creutz aus meiner Sicht immer ein wenig geschönt wird, der übrigens noch die Vornamen Ludwig Joseph vor Otto trug. -

Heute wird aber in jedem Fall mit einer Ehrenrunde von Johannes Scheid im„Eifelblitz“, einem nachgebauten Siegerfahrzeug des Jahres 1996, die „Königin der Nordschleife“, Sabine Schmitz, geehrt, die nach mehrjährigem Kampf gegen den Krebs erst in diesem Jahr Jahr – mit 51 Jahren viel zu früh – verstorben ist. -

  • Sabine wird bei mir auch so unvergessen bleiben, wie z.B. ein Hans-Peter Koepchen.

Ich habe auch nicht vergessen, dass ich den ADAC Nordrhein in Köln zweimal erinnern musste, sich doch der Grabpflege ihres ehemaligen Präsidenten Hans Bretz, der in Nürburg beerdigt ist, anzunehmen.

Der hat nichts unternommen. Die regelmäßige Grabpflege wurde aber dann von seiner Tochter sichergestellt.

Vielleicht war – was eigentlich eine Normalität sein sollte – dem ADAC Nordrhein in Köln nicht öffentlichkeitswirksam genug!

Moderne Zeiten!

Fortsetzung folgt!

Wilhelm Hahne

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