2021-05

Touristenfahrten: Unpassendes passend zugeordnet!

In diesen Corona-Zeiten betrachte ich schon so manche Entscheidung am Nürburgring ganz fasziniert. - Weil eigentlich unverständlich! - Natürlich sind sie für mich in ihrer Entstehung, unter dem sicherlich derzeit herrschenden kaufmännischen Druck, durchaus nachzuvollziehen. Ich nehme auch – sozusagen lächelnd – das Selbstverständnis zur Kenntnis, das schon vorhanden sein muss, wenn man – gegen alle Vernunft – Entscheidungen trifft, die eigentlich nicht in die Zeit passen.

Da fallen mir dann auch Bewertungen ein, die sachlich richtig und gleichzeitig treffend wären. Da ich schon ein paar Jahrzehnte zurück denken kann, ist mir zum Thema Touristenfahrten ein „un-passendes“ Zitat eingefallen, das „damals“ – vor Jahrzehnten – aus „berufenem Mund“ zum Ansatz einer Entwicklung und zur Art ihrer ersten Umsetzung erfolgte und nun tatsächlich jetzt zu der Art von Abwicklung des „normalen Geschäfts“ oben am Nürburgring „wie die Faust aufs Auge“ passt.

Man reagiert auch schnell am Nürburgring. Wenn da ein Vertragspartner aus „Corona-Gründen“ ein wenig zuckt und „trotz bestem Willen“ auf einen schon reservierten Tag im Mai verzichten will (muss?), dann findet man schon eine Lösung. - Wie gerade bei der „Scuderia Hanseat“ passiert.

Ein anderes Beispiel: Wenn am 1. Mai der NLS-Lauf – verspätet - um 16:30 Uhr beendet ist, dann dauert es nicht lange – aber es ist in diesem Fall schon etwas später geworden – wenn man dann noch schnell die Nürburgring-Nordschleife für Touristenfahrten öffnet. Allerdings nur für Automobile. Die Motorräder müssen draußen bleiben!

  • Aber die Strecke war dann schnell wieder geschlossen: Ein Einschlag in die Leitplanken am „Galgenkopf“! - Und die Strecke wurde an diesem Abend nicht mehr geöffnet.

Auch am Sonntag (2. Mai) war das Wetter zwar zunächst gut, aber die Touristenfahrten wurden dann nicht nur durch eine Art Schneeregen gestört. Schon vorher, exakt um 10:33 Uhr ging einem Touristenfahrer im „Stefan Bellof-S“ die Straße aus, er überschlug sich und musste durch die Feuerwehr aus dem Auto geschnitten werden. - Strecke gesperrt! - Arzt, Krankenwagen, Hubschrauber, Polizei, Krankenhaus, Abschleppwagen – das komplette Programm.

Da sind dann die extra in Sachen „Touristenfahrten“ angereisten Besucher zum Warten verurteilt. - Wo sollen sie bleiben? - Also stehen sie auf vom Veranstalter der Touristenfahrten ausgewiesenen – aber auch nicht ausgewiesenen – Parkplätzen herum, um vielleicht im direkten Gespräch zu klären, ob sich das „Schwedenkreuz“ nicht doch – vielleicht – „flat“ fahren lässt. - Um Nachfragen zu vermeiden: Die Fotos sind vom Sonntag davor, dem 25. April 2021, können aber durchaus als „beispielhaft“ gelten!

Da nutzt es wenig, wenn der Leiter des Ordnungsamtes Adenau (mit Fahrer) immer im richtigen Moment am falschen Ort ist. - Hauptsache das Hygiene-Konzept und die Inzidenzzahlen stimmen!

  • Was der TUI und der Lufthansa recht ist, ist für den neuen Besitzer des Nürburgrings billig.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert: Nur die „Dorint“-Hotelgruppe, die auch ein Hotel am Nürburgring betreibt, hat aktuell gerade mit einem Eilantrag Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt und um Insolvenzschutz gebeten!

Am Sonntag, dem 2. Mai 2021 war der geschilderte Unfall durchaus nicht der einzige Unfall während der Touristenfahrten auf der Nordschleife, aber wahrscheinlich (?) der einzige, der von der Polizei offiziell zur Kenntnis genommen wurde.

Motor-KRITIK hat vor einer weiteren Streckenschließung 3 (in Worten: drei) weitere Unfälle registriert. Nach der Wiederöffnung gab es nicht nur ein wenig Schneeregen, sondern auch noch 7 (in Worten: sieben) weitere Unfälle, bevor die Strecke dann – vorzeitig – geschlossen blieb.

Nun wird es auch Zeit, sich an ein Zitat zu erinnern, das mir gegenüber zwar schon vor Jahrzehnten zu einem anderen Thema von einem Ex-Vorstandsmitglied eines deutschen Automobilkonzerns geliefert wurde, aber aus meiner Sicht exakt die aktuelle Situation am Nürburgring kommentiert:

„Da kann man sich doch nur an den Sack packen!“

MK/Wilhelm Hahne

Damit ich den Motor-KRITIK-Leserservice nicht vergesse: Am 21. Mai 2021 wird auf der Nürburgring-Nordschleife von Lamborghini ein Rekordversuch unternommen. Vorgesehener Zeitrahmen: 13 – 16 Uhr.

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Journalist & Schriftsteller: Gibt es Unterschiede?

Auf diese Frage kam ich erst beim Lesen einer Presse-Information aus dem Hause der Daimler AG. Dazu habe ich nichts spontan niedergeschrieben. Wäre ich ein normaler Journalist wäre das anders. - So habe ich mir nach dem ersten Durchlesen nur notiert: „Marketing bestimmt jetzt was wichtig und „wertvoll“ für den Konzern ist.“ - Schon beim ersten Lesen hatte ich aber begriffen, dass man dieses Thema nicht isoliert betrachten kann.

Dabei fiel mir ein, dass man von einem Motor-Journalisten auch mehr erwarten sollte, als von einem Journalisten. Der kann nur die reinen Fakten weiter verbreiten. Wenn es hoch kommt, wird der Chefredakteur in der Redaktions-Konferenz vielleicht – neben einer kleinen Meldung auf der Wirtschaftsseite zu veranlassen – auch noch einen Redakteur aus dem Feuilleton beauftragen, doch eine größere Geschichte mit dem Kern, „Ein Konzern der ohne Frauenquote das Richtige tut“, zu schreiben. - Für Seite 3. - Weil dieser Konzern auch ein guten Anzeigenkunde ist.

Beim Nachdenken darüber, was ich denn nun mit dieser Konzern-Information zu einer „Neuausrichtung“ unter einem Markentitel (Mercedes-Benz) machen sollte, habe ich einmal nachdenklich die handelnden Personen gezählt, die in der aktuellen Presse-Information vorkommen:

  • Vier Männer plus drei Frauen = 7 Personen!

Dazu ist mir dann eingefallen, dass man diesen Personenkreis – mit einer eigentlich schon interessanten Zusammensetzung – noch um einige Personen in einer Motor-KRITIK-Geschichte anreichern müsse, um Zusammenhänge für den Leser verständlich zu machen. - Eigentlich müsste man auch andere Handlungsstränge hinzufügen!

Und schon kam ich gedanklich zu der Feststellung, dass es ein Schriftsteller eigentlich leichter hat, als ein Motor-Journalist. Ein Journalist kann aus einer solchen Presse-Info eine kurze Meldung machen und die Meinung vertreten, dass er seine Leser gut informiert habe.

  • Ein Schriftsteller kann ein Buch, einen Roman schreiben!

Bei einem Motor-Journalisten muss daraus mindestens eine realistische Kurzgeschichte werden, die auch noch so spannend ist, dass der Leser – durch BILD „verwöhnt“ – beim Lesen bis zum Ende durchhält und – mindestens – eine Anregung erhalten hat, das Thema entsprechend seiner Einstellung so oder so gedanklich weiter zu führen. - Aber das wäre schon ein wirklich hoher Anspruch an einen Leser!

Da hätte es ein Schriftsteller, ein Buchautor leichter. Der könnte diese Pressemitteilung zu einem spannenden Wirtschaftskrimi verarbeiten. Er würde zunächst Kärtchen mit den handelnden Personen anlegen, deren Kreis aber vielleicht noch mit einem „Head of External Affairs“ und einem „Head of Digital Transformation“ angereichert werden sollte.

Dann müsste er Handlungstränge entwickeln, die die handelnden Personen zusammen führen, kann entstehende Spannungen darstellen, vielleicht noch – weil modern – ein wenig „Social Media“ untermischen, die Spannungen eskalieren lassen und… - Wahnsinn! - Er hätte auf vielen, vorher nicht exakt festgelegten Anzahl von Seiten die Möglichkeit, den Lesern schließlich eine spannende Freizeitlektüre anbieten zu können. Er könnte ein Stück Realität zu einem Roman werden lassen, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen. - Denn Namen sind austauschbar, die Funktionen könnten bleiben.

  • Das würde so eigentlich schon in Verbindung mit dem beschriebenen Wirtschaftsunternehmen dann ein Stück Zeit-Satire sein!

Aber wie soll ein Motor-Journalist, der seine Aufgabe ernst nimmt, nun mit wenigen Sätzen diese aktuelle Pressemitteilung für seine Leser – auch in den Auswirkungen für die Zukunft – verständlich aufbereiten?

Es gibt übrigens zu der Pressemitteilung noch drei Fotos, die die Hauptdarsteller alle mit verschränkten Armen vor der Brust zeigen. - Was bedeutet das? - Es gibt verdammt viele Deutungsmöglichkeiten! - Sollte man das überhaupt erwähnen?

Ich denke, dass meine Geschichte, die ich demnächst auf diesen Seiten veröffentlichen werde, ohne viele Namen auskommen wird. - Denn: Namen sind Schall und Rauch! - Es kommt auf das Ergebnis einiger Entwicklungen an, die man zumindest in dieser Geschichte anreissen muss. Da spielt übrigens die „Damenwahl„ dann keine Rolle. Es kommt darauf an, dass etwas funktioniert!

Ein Journalist macht eine meinungsfreie Meldung, ein Schriftsteller bringt seine Phantasie mit ein und schreibt zum gleichen Thema ein spannungsreiches Buch, ein Motor-Journalist bindet die Vergangenheit mit ein, schaut in die Zukunft und versucht in einer Geschichte – so kurz wie möglich – seinen Lesern aufgrund seiner Erfahrung einen Eindruck von Inhalt und den Auswirkungen einer Presse-Info der Daimler AG zu vermitteln, die den schlichten Titel trägt:

„Neuausrichtung von Marketing und PR bei Mercedes-Benz“

MK/Wilhelm Hahne
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NLS 3-Traumergebnis: „Wunder gibt es immer wieder“!

Es sollen lt. Meldung des Veranstalters vom 27. April 2021 exakt „33 GT3-Boliden“ zum Rennen am 1. Mai („Tag der Arbeit“) gemeldet gewesen sein. Wie auf der VLN-Internetseite zu lesen, wo man in den Texten VLN inzwischen durch NLS ersetzt hat. Das waren Audi, BMW, Ferrari, Lamborghini, Mercedes und Porsche. Am 1. Mai waren es dann nur noch 30. - Aber immerhin! - Die genannten Fabrikate waren vertreten. - Und Porsche hat gewonnen. - Ein Vierfach-Sieg! - Das gab es zuletzt beim 24h-Rennen 2016, als Mercedes vierfach… - Das Wunder klärte sich dann in Spa auf! - Auch dieses Mal gab es Wunder. - Das ist aber gleichzeitig der Beweis dafür, das „deutsche Wunder“ im Motorsport anders funktionieren als „französische“ in Monte Carlo. - Aber immerhin ist auch in der Eifel die moderne Art des Motorsports nicht unbekannt. - Lassen wir darum einfach nur mal Zahlen sprechen, die ich offiziellen Dokumenten entnommen habe:

  • Am 27. April gab es danach 165 Nennungen, wovon 33 „GT3-Boliden“ waren.
  • Am 28. April waren die insgesamt 30 Boxen mit 162 Fahrzeugen belegt.
  • Am 01. Mai wurden dann nur noch 159 Nennungen vermeldet, 30 davon GT3.
  • Am 01. Mai sind dann 159 zum Training aufgefahren, wovon 156 gewertet wurden.
  • Am 01. Mai standen dann 154 Fahrzeuge am Start zum Rennen.

Jetzt darf gerechnet werden:

    • Gestartet: 154 - Gewertet: 121 + Nicht gewertet: 33  + Nicht gestartet: 4 = 158

Die Erklärung für die Differenz ist wahrscheinlich: Eins im Sinn!

Aber es kommt noch schöner. Da wurde die Start-Nr. 31 von den speziell ausgewiesenen Sachrichtern mit einer Sportstrafe wegen Überholens unter Gelber Flagge belegt und am Ende des Rennens war darum in der offiziellen „Chronologie“ zu lesen:

„16:32  #31 Pilet / Martin (Porsche 911 GT3 R) haben eine verhängte Strafe nicht angetreten.“

Aber diese Strafe ist am Ende des später offiziell verkündeten Rennergebnisses nicht ausgewiesen! -

Darum durfte man auch auf das endgültige Rennergebnis so gespannt sein. Um 20 Uhr habe ich es noch nicht gefunden. Erst um 21 Uhr wurde von mir das endgültige Ergebnis registriert. Es hatte sich nichts geändert! - Nanu??? - Nach einer so langen Beratungszeit? (Rennende war 16:30 Uhr!)

Offizielle Darstellung:

  • Die #31 hatte die Stop-and-Go-Strafe bereits abgesessen, bevor sie ausgesprochen worden war!

Für die „Überwachung“ solcher Strafen gab es lt. „Sachrichterliste NLS 3 2021“ drei Verantwortliche, die wegen der Bedeutung für das Gesamtergebnis des Rennens hier auch namentlich erwähnt werden sollen:

  • Es waren die Herren Werner Langen, Andreas Weng und Domenik Ferreira.

Diese sicherlich vom DMSB anerkannten Sport-Funktionäre, die bei diesem Rennen als „Sachrichter für Stop-and-Go-Strafen“ (Drive-Through-) speziell eingesetzt waren, waren also ganz anders als die Funktionäre in Monte Carlo: Sie haben nicht funktioniert!

Das ist dann auch der Beweis dafür, dass es solche „unfairen“ Entscheidungen am Nürburgring wie in Monte Carlo nicht geben kann. - In der Eifel geht es menschlich zu. - Was dann Motor-KRITIK eine Vorhersage für das 24h-Rennen möglich macht:

  • Das 24h-Rennen 2021 am Nürburgring wird im Gesamtklassement nicht von einem Porsche gewonnen werden!

Nun sind auch mal andere dran! - Die „BoP“ wird das regeln! - Damit das Rennen „sportlich korrekt“ endet!

Der DMSB wird dazu sicherlich auch zustimmend nicken. - Hauptsache alles mit Nordschleifen-Permit!

Selbstverständlich auch mit einem genehmigten Corona-Hygiene-Konzept! - Ohne Zuschauer!

Alles wird gut!

MK/Wilhelm Hahne
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