Werden nun „Retter“ zum neuen Problem?

Um die jüngste Vergangenheit noch einmal Revue passieren zu lassen: Am 27. März 2015 stellte der Geschäftsführer, Carsten Schumacher, der capricorn Nürburgring GmbH, inzwischen Pächter des Nürburgrings, nicht nur die Veranstaltungen 2015 auf dem Nürburgring vor, mit denen man – mehr oder weniger – fest rechnen kann, sondern vermeldete auch, dass man „die Probleme in der Geschäftsführung konstruktiv gelöst habe“. Heute, am 14. April 2015 ist davon im Handelsregister des Amtsgerichts Koblenz noch nichts auszumachen. Es gilt immer noch die Bekanntmachung vom 4. Dezember 2014, nach der sowohl Carsten Schumacher als auch Adam Osieka Geschäftsführer sind. Auch die Situation um ein Rock-Festival am Nürburgring hat sich seit Ende März nicht verbessert. Im Gegenteil. - Aber immerhin wurde am 27. März 2015, am Tag vor dem Unfall am „Flugplatz“, der den Nürburgring in der Folge eine „strangulierte Nordschleife“ bescherte, wie der „Kölner Stadtanzeiger“ aktuell feststellt, von „neuen Anreizen für diese und kommende Generationen“ gesprochen und darauf hingewiesen, dass „das Statussymbol Auto nicht mehr an erster Stelle“ steht. Der Erzähler dieser Neuigkeiten war der Leiter Marketing/Verkauf der CNG (capricorn NÜRBURGRING GmbH), der auch in folgender Geschichte eine Rolle spielt. Wie auch andere bisher auf ihre Chance wartenden „Experten“ wohl jetzt den Zeitpunkt für gekommen halten, in die Rolle eines Retters zu schlüpfen. - Nun droht tatsächlich die Eskalation der Probleme. - Nun treten die „Gut-Menschen“ auf die Eifel-Bühne und lassen ahnen: Alles wird gut! - Das löst die Frage aus:

Werden nun „Retter“ zum neuen Problem?

Wenn Motor-KRITIK die Situation richtig einschätzt, dann begeben sich gerade die unterschiedlichsten Gruppierungen in die Startaufstellung. Aber man versucht es nicht, wie am 27. März eigentlich angekündigt, mit neuen Attraktionen, bei denen „das Statussymbol Auto nicht mehr an erster Stelle steht“, sondern tatsächlich versucht man es wieder mit Auto. Und erinnert sich, dass der Nürburgring eine Rennstrecke ist.

Nach außen hin werden in den nächsten Tagen zwei Gruppierungen sichtbar werden:

1) Die um den ADAC Nordrhein unter Federführung von „Senator“ Peter Geishecker

und

2) die um DTM-Promotor und Rechte-Inhaber ITR (Internationale Tourenwagen-Rennen mit dem Hauptstandort in Stuttgart und vertreten durch den Vorsitzenden Hans Werner Aufrecht.

Im Hintergrund glaubt der CNG-Geschäftsführer Carsten Schumacher alles unter Kontrolle zu haben. Er braucht jetzt Positiv-Meldungen, eine Berieselung der Öffentlichkeit mit Positiv-Geschichten. Schließlich geht es auch um die Verlängerung seines Vertrages, der – wenn er normal beendet wird – zum 31. Dezember 2015 ausläuft.

Nach den Pleiten mit der Formel 1 und „Rock am Ring“ (bzw. „Grüne Hölle Rock“) müssen nun dringend „Pflöcke in den Boden geschlagen werden“, solche, die von allen bisherigen Negativeindrücken ablenken.

Eigentlich sind die bisherigen „Ereignisse“ um den Nürburgring von politischer Großmanns-Sucht, politischem Versagen, von verantwortungslosem Handeln und dem Delegieren von Verantwortung für Fehlleistungen bestimmt.

Nun werden Personen in den Vordergrund gerückt, die wieder der Zukunft einen Horizont geben sollen. Es wird wieder ein Schauspiel mit verteilten Rollen, wobei aber in den unterschiedlichen „Aufzügen“ unterschiedliche Gruppierung auftreten. Und eigentlich ist jede der Schauspieltruppen der Meinung, dass die andere nicht weiß... -

Inzwischen weiß es sogar Motor-KRITIK.

Heute Vormittag hat Motor-KRITIK der Ordnung halber den Geschäftsführer der CNG, Carsten Schumacher, angeschrieben und eine (dumme) Frage gestellt:

„Sind Sie zu dem o.g. Termin auch in Adenau auf der Bühne?“

Bis jetzt – einige Stunden nach der Anfrage – bin ich noch ohne Antwort. Ich möchte sie aber hier trotzdem geben, weil ich sie eigentlich sehr gut abschätzen kann:

  • Carsten Schumacher wird am 23. April 2015, um 19 Uhr nicht auf der Bühne der „Hocheifelhalle“ in Adenau sein.

Die ist dann nämlich belegt durch nachfolgend benannte Herren, die exakt genauso in dem Entwurf einer Einladung aufgeführt sind, die den Bürgern des Nürburgring-Umfeldes durch entsprechende Anzeigen und Pressemeldungen dann in den nächsten Tagen auch bekannt gemacht werden. Ich nenne hier nur die Vor- und Zunamen, weil im mir vorliegenden Entwurf nicht nur bei deren Funktionen, sondern auch sonst noch Fehler stecken, die eine Veröffentlichung dieses – natürlich vertraulich zu behandelnden – Entwurfs nicht sinnvoll erscheinen lassen. - Obwohl das weniger Arbeit wäre.

Also jetzt die Namen in alphabetischer Reihenfolge:

  • Geishecker, Peter
  • Hansen, Mirco
  • Hennerici, Marc
  • Hoffmann, Arnold
  • Hornung, Walter
  • Kramp, Michael
  • Mauer, Karl
  • Thelen, Andrea

Diese Herren werden also auf der Bühne der Adenauer „Hocheifelhalle“ für alle die zu sehen sein, die am 23. April 2015 der Einladung der Dame und Herren:

  • Andrea Thelen
  • Arnold Hoffmann
  • Guido Nisius

gefolgt sind. Die „großen Veranstalter“ von „hochkarätigen Veranstaltungen“ für ein „internationales Publikum“ würden gerne ihre Pläne den „interessierten Bürgerinnen und Bürgern“ auf diesem „Informationsabend“ vorstellen. Sie meinen:

„Es ist Zeit etwas zu tun!“

Derweil versucht die andere Gruppierung um die DTM (ITR + CNG) mit einem anderen „Leckerchen“ zu locken, das man in diesen Tagen schon angedeutet hat:

  • Man möchte den F1-Termin am Nürburgring, 19. Juli 2015, mit einer DTM-Veranstaltung füllen.

Wichtig ist aber, dass die CNG bei dieser Gelegenheit „es Allen einmal zeigen möchte“, dass sie auch in der Lage ist, heute schon – als Pächter! - Fünfjahres-Verträge abzuschließen.

Zunächst hat der „DTM-Beherrscher“, Hans Werner Aufrecht, aber mal verlauten lassen, dass man über die o.g. Möglichkeit nachdenkt, aber nur unter der Voraussetzung, dass es zu einem Fünfjahres-Vertrag kommt.

Genau das ist es, worauf Carsten Schumacher – dann strategisch gut – nach dem 23. April aufmerksam machen möchte, weil bisher noch kein Veranstalter einen über das Jahr 2015 hinaus gehenden Vertrag unterschreiben wollte. - Verständlich!

Man muss ein wenig die handelnden Personen kennen, um zu wissen, dass es sich bei dieser scheinbar noch bevorstehenden Auseinandersetzung zwischen CNG und ITR wahrscheinlich um einen abgesprochenen Dialog - soweit er öffentlich werden soll - handelt:

  • Günther Djermester, der Markting- und Vertriebsleiter der CNG hat lange für die ITR gearbeitet und kennt seine zukünftigen Vertragspartner aus einer langen Zusammenarbeit persönlich.

Und Carsten Schumacher, der Geschäftsführer der CNG, führt Regie. - Denkt er.

Denn im Hintergrund wartet ein russischer Investor auf Erfolgsmeldungen. Gerade – am 7. April – ist wieder ein Prozess vor dem Landgericht Koblenz verloren gegangen. Er verliert auch die Lust. - Die Landesregierung ist informiert. Und wenn es auf diesem Gebiet zum Eklat kommt... -

In Brüssel versucht man die Situation auszusitzen. - Vielleicht geht es gut. - Hofft man. - Motor-KRITIK-Empfehlung: Entscheidungen treffen! - Denn früher oder später „knallt es“ in der Sache sowieso. - Und dann sieht auch die EU „alt aus“.

Da müssen also aus CNG-Sicht Erfolgsmeldungen her, mit denen man alles Negative verkleistern kann. Aber es gibt nun sogar zwei Gruppen, die sich darum bemühen. Und eigentlich tritt keine der zwei Gruppierung selbstlos als Retter auf.

Aber das ist dann der Stoff, aus dem die nächsten Geschichten bei Motor-KRITIK entstehen könnten.

Betrachten Sie, lieber Leser, dies hier als kleine Vorausschau, als „Gruß aus der Küche“ oder „raffinierte Kleinigkeit“, wie der Feinschmecker ein „Amuse-Gueule“ auch bezeichnen würde.

MK/Wilhelm Hahne
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