Über die Macht des Zufalls!

Vor ein paar Jahren habe ich in einem Vorwort zu meinem Nürburgring-Buch gescchrieben: „Der Inhalt dieses Buches kann auch nicht umfassend wiedergeben, was hier  wirklich am Nürburgring geschah, sondern nur mit dem „Anstoßen“ vieler  Themen rings um das Gesamtprojekt darauf aufmerksam machen, dass das  Thema sehr facettenreich ist. Einige Beteiligte scheinen längst die Übersicht  verloren zu haben. Andere hatten sie von Anfang an nicht.  Ein Diamant – und das ist die Nürburgring-Nordschleife – kann immer nur das  Ausgangsmaterial sein. Es kommt auf den facettenreichen Schliff an, um ihn  wertvoller, oder aber – beim „Verschleifen“ - zu einem wertlosen Stück Gestein  werden zu lassen. In diesem Buch zeige ich Ihnen um fünfzig „Schleif- Situationen“ auf. - Lassen die den Nürburgring alle funkeln?“ - Zitat Ende! -  Diamantenschleifer sind Künstler auf ihrem Gebiet. Sie bringen mit ihrer hochpräzisen Schleiftechnik einen „toten Stein“ zum Leuchten, erwecken ihn zum Leben, machen ihn zu einem funkelnden Brillanten. Am Nürburgring waren – und sind! - die „Facettenschleifer“ Amateure. Sie haben den Nürburgring zu einem „toten Stein“ verschliffen. Nun kann man einzelne „Fehlschliffe“ aufzeigen oder mit dem Finger auf den letzten „Fehlversuch“ zeigen. - Aber das ergibt kein Bild. - Ein Bild ergibt sich erst, wenn man „Fehlleistungen“ zusammen fügt, darauf hinweist, dass es in Sachen Nürburgring-Skandal kaum Zufälle gab. - Kann es so viele Zufälle geben, wie es auch in letzter Zeit bei der Abwicklung eines EU-Verfahrens und einer Insolvenz – in Eigenverwaltung! - gegeben hat? Darum hat die heutige Geschichte bewusst den Titel erhalten:

Über die Macht des Zufalls!

Da hat am 13. April 2015 ein einflussreicher – und gut vernetzter – Staatssekretär in Mainz „im Auftrag“ eine „Kleine Anfrage“ beantwortet. Hier folgen zwei Ausschnitt-Fotos von diesem Bescheid, weil sie so lesbar bleiben:

Trotzdem bleibt der Inhalt – zumindest mir – unverständlich. Wenn der Herr Professor „Zu Frage 2“ z.B. feststellt:

„In den drei Insolvenzverfahren fand bisher keine Verteilung statt“,

so ist zu hoffen, dass hier das anfragende CDU-MdL, Alexander Licht, einmal nachfasst. Vielleicht muss man das Wort „Verteilung“ wörtlich nehmen. Würde vielleicht „Ruhigstellung“ besser passen? - Jedenfalls sind nach unbestätigten Informationen, die Motor-KRITIK so „nebenbei“ mal erreichten, Forderungen – vor dem 13. April 2015 -  in siebenstelliger Höhe (!) schon beglichen worden.

Die Antwort aus dem Finanzministerium, das zur „Hoch-Zeit“ der Nürburgring-Affäre von Prof. Deubel geführt wurde, ist aber auch noch in anderer Hinsicht bemerkenswert:

Auch hier wird mal wieder auf die strengen Geheimhaltungsvorschriften hingewiesen, denen die Mitglieder des Gläubigerausschusses unterliegen und die genaue Antworten der Regierungsverantwortlichen unmöglich machen. -Es wird hier noch einmal verdeutlicht, soll wohl ähnliche Äußerungen der Ministerpräsidentin unterstreichen.

Müssen nun alle Beteiligten „im Trüben fischen“? - Das machen doch auch die Äußerungen einer Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Insolvenzverfahren deutlich, auf dass sie – und ihre Regierungsmannschaft insgesamt – dann angeblich keinen Einfluss hatten.

Man muss nur einmal „Wikipedia“ bemühen um zum Thema „Insolvenz IN EIGENVERWALTUNG“ zu erfahren:

„Die Eigenverwaltung ist laut den §§ 270 ff. der deutschen Insolvenzordnung die Möglichkeit eines Schuldners, die Insolvenzmasse unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu verwalten und über sie zu verfügen. Der eigenverwaltende Schuldner wird so gleichsam zum Insolvenzverwalter in eigener Sache.“

Die Landesregierung wurde also „gleichsam zum Insolvenzverwalter in eigener Sache“ und hat mit dieser Aufgabe dann – mit dem Titel „Insolvenz-Geschäftsführer“ - Herrn Prof. Dr. Dr. Schmidt betraut. Dieser „Vertraute der Landesregierung“ war also deren Weisungsempfänger und es gab sicherlich einen vielfältigen Austausch von Meinungen über die Möglichkeiten, wie man eine breite Öffentlichkeit „hinters Licht führt“, auch, indem man mit dem Finger auf bestimmte Ereignisse hingewiesen hat, nach dem Motto: „Dort läuft der Dieb!“

Natürlich war das dann die falsche Richtung. Während ein Eindruck von dem was hinter einem Vorhang von „von Geheimhaltungsvorschriften“ geschah, z.B. in einem Interview deutlich wird, dass der „Pressemann“ von „Freunde des Nürburgrings“ (eine „Erfindung“ von - „damals“ - Wirtschaftsminister Hendrik Hering!) mit Namen Klaus Ridder dem Vereinsblatt „Motorjournalist“ gab. - Es folgt ein wörtliches Zitat:

„Auch während des Insolvenzverfahrens hatten wir ständig Kontakt zum Land Rheinland-Pfalz – bis hin zum Ministerpräsidenten. Auch mit den Insolvenzverwaltern und zur Geschäftsführung gab es einen ständigen Informationsaustausch.“

Und die Ministerpräsidentin hatte sogar einige Wochen vor Vertragsabschluss persönlichen Kontakt zu den – damals noch – Bietern. Das war am 16. Januar 2014, ein Datum, dass dann auch – zufällig, aber mit anderer Jahreszahl - in der oben dargestellten Antwort aus dem Justizministerium eine Rolle spielt. Dieser Termin im Jahre 2014 wurde nicht öffentlich gemacht, sondern fiel wohl auch unter die „Geheimhaltungsvorschriften“ und gehörte wohl so zu den „Mauscheleien“ hinter den Kulissen.

Motor-KRITIK hatte den Termin 16. Januar 2014 in einem Informationsgespräch Ende Januar 2014 mit den Herren „Investoren“ Wild und Heinemann erstmals zu hinterfragen gesucht, war aber abgeblitzt. Erst viele Monate später musste man dann im politischen Mainz „die Katze aus dem Sack lassen“.

Unter dem Aktenzeichen 2050 Js 10294/15  hatte die Staatsanwaltschaft Koblenz eine Strafanzeige vom 09.02.2015 bearbeitet, die sie dann am 15. April 2015 mit einer Presseinformation mit dem Titel abschloss:

„Nürburgring, Staatsanwaltschaft Koblenz  lehnt Aufnahme von Ermittlungen gegen  Sachwalter und Sanierungsgeschäftsführer des  Nürburgrings ab“

Natürlich hat sie diese Ablehnung argumentiert. Zum Beispiel so:

„1. Für die durch die Anzeigeerstatterin aufgestellte Behauptung, der Gläubigerausschuss sei durch  Täuschung zu einer Zustimmung zur Veräußerung der Assets der Ringgesellschaften an die Firma  Capricorn bestimmt worden, fehlt es an zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten. “

Motor-KRITIK erlaubt sich die Frage: Hat der Staatsanwaltschaft die „Zusage“ der Deutschen Bank vorgelegen,  wie sie aum Zeitpunkt der „Beratung“ des Gläubigerausschusses durch  die federführenden Insolvenz-Sachwalter denen mit Bestimmtheit nur vorliegen konnte und wie sie von Motor-KRITIK auf auf diesen Internetseiten den Lesern zur Kenntnisnahme zur Verfügung gestellt wurde?

Die Staatsanwaltschaft argumentiert weiter:

„Die Zustimmung des Gläubigerausschusses ist vielmehr nach mehrstündiger Aussprache und unter  umfassender Beratung von Vertretern von Wirtschaftsprüfungs- und Rechtsanwaltsgesellschaften  erfolgt, die den Bieterprozess im Auftrag des Sanierungsgeschäftsführers und Sachwalters von  Anfang an konzipiert und ständig begleitet hatten. “

Frage von Motor-KRITIK: Ist die Validität des später zum Käufer ausgerufenen Bieters durch die Insolvenz-Sachwalter oder ihre Beauftragten überhaupt überprüft  worden? - Wie kann es sein, dass bei Motor-KRITIK schon Monate vor der Entscheidung des Gläubigerausschusses (mit einer Gegenstimme!) auf diesen Internetseiten begründete Bedenken gegen die unter dem Namen „capricorn“ segelnden Investoren Wild/Heinemann geäußert wurden?

Die führten dann z.B. zu einer überschäumenden Reaktion des Präsidenten der Industrie und Handelskammer Koblenz, der – zufällig – auch der „Anführer“ von „Freunde des Nürburgrings“ ist und regierungsseitig wohl – auch – mit der Aufgabe betraut war, die Einstellung eines Wilhelm Hahne, nachzulesen in Motor-KRITIK, zu beeinflussen.

Es ist jetzt an der Zeit, einmal mit der Wiedergabe der gesamten E-mail vom 31. Januar 2014, gerichtet an Wilhelm Hahne, deutlich zu machen, wie „damals“ gedacht und gehandelt wurde. Durch die Vertrauten der Landesregierung, die sich mit „Freunde des Nürburgrings“ zu tarnen versucht hatten:

„Guten Tag Herr Hahne,
 
gehören Sie auch zu den Journalisten, die über Leichen gehen? Wie kommen Sie dazu, mein Vertrauen so zu missbrauchen? Wir hatten ein offenes Gespräch und Sie machen daraus eine Story mit persönlichen Verleumdungen.
 
Sie können es einfach nicht wahrhaben, dass andere gute Ideen haben und sich Aufgaben stellen und diese lösen wollen.
 
Was wollen Sie? Ich bin mir jetzt ja fast sicher: Sie wollen nicht den Erfolg am Ring. Sie wollen einfach jeden verunglimpfen. Sie können wohl gar nicht damit leben, dass jemand ernste Absichten hat und jemand für eine Sache voll und ganz einsteht. Wie können Sie mittelständische Unternehmer, die zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen haben, so negativ darstellen. Laufend Vermutungen, ohne dass es dafür Beweise gibt.
 
Wollen sie die Menschen in der Region noch weiter aufhetzen? Was soll das bringen?
 
Dürfen Journalisten eigentlich einfach alles behaupten? Gilt für Journalsiten auch kein Datenschutz?
 
Sind die Menschen für Journallisten Freiwild? Wer Ihnen nicht passt, den wollen Sie kaputtmachen.
 
Ich habe nichts gegen Kritik, die muss sogar sein. Nicht alle Kritik muss sofort öffentlich gemacht werden. Kritik kann sehr gut helfen, tolle Lösungen zu finden.
 
Über unser Gespräch hätten Sie fair berichten können. Ich habe das Gespräch koordiniert, damit Sie Informationen aus erster Hand bekommen. Diese dann aber so zu zerreißen und falsch darzustellen, wie Sie dies getan haben, das ist weit unterhalb der Gürtellinie.
 
Wo sind ihre Anmerkungen zu den positiven Leistungen der Unternehmer. Sie haben es doch selbst gesehen beim Rundgang und sogar bestätigt.
 
Ich weiß nicht, wie Sie das wieder gut machen können? Ich weiß auch nicht, ob H. Wild überhaupt noch Lust hat, in einer Region mit solchen Leuten (Kritikern) zu investieren. Warum eigentlich, wenn man permanent einen auf die Mütze bekommt?
 
Sie könnten den Bericht herausnehmen und so verfassen, wie er normalerweise nach einem solchen Gespräch gestaltet ist. Natürlich können Sie dort kritische Fragen stellen. Das machen Ihre Kollegen (zumindest habe ich das schon oft erlebt) aber professioneller.
 
Sie wissen, dass ich auch für eine Lösung am Nürburgring kämpfe. Wenn Sie aber glauben, dass mit einer Verhinderung eines Verkaufes am Ring goldene Zeiten ansprechen, dann täuschen Sie sich gewaltig.  Die Zeiten haben sich geändert und es nützt gar nichts, zu sagen, dass es vor 40 Jahren ein gute Vision gab. Die Welt ist anders, die Uhren ticken anders, die Menschen sind anders. In den vergangenen Jahrzehnten wurden vermutlich die Negativergebenisse durch Finanzspritzen auf verschiedenste Weise durch die Landesregierung ausgeglichen. Das geht nicht mehr.
 
Die heutige Landesregierung hat absolut keine Lust, den Nürburgring in irgendeiner Form in Zukunft weiter zu betreiben, auch nicht als Eigentümer und mit einem Pächter. Wer würde denn unter diesen Bedingungen den Ring pachten?
 
Wer heute fordert, dass der Ring nicht verkauft werden soll, der fordert das Ende des Rings. Selbst wenn es noch 1 oder 2 Jahre weiterginge wie im Moment. Eine langfristige Lösung würde dabei nicht herauskommen. Was machen wir denn, wenn der ADAC und Otto Flimm Recht bekommen und der Verkauf gestoppt werden muss. Wer würde denn dann kommen und nochmals bieten?
 
Den Verkauf hinauszuzögern, erschwert eine gute Lösung nur, sie hilft in keiner Weise. Diejenigen, die sich bisher damit beschäftigt haben, werden das nicht nochmals tun.Und andere werden es erst gar nicht beginnen. Das spricht sich schnell rum, dafür sorgen ja die Journalisten schon. Und dann stirbt eine Region, verlieren die Menschen ihre Arbeitsplätze, dann ihr Hab und Gut.Firmen gehen Pleite, Vermögen werden vernichtet.
 
Und tun in Ihrem Bericht so, als ob Gewinn machen etwas unredliches wäre. Nur wenn ein Unternehmen Gewinn macht, kann es überleben und vielen Menschen eine Vision zum Arbeiten und aber auch zum Genießen als Besucher geben. Was soll denn die Motivation für jemanden sein, das Risiko einzugehen und die viele Arbeit auf sich zu nehmen, wenn dabei nicht messbaren und bewertbares herauskommt.
 
Vor einigen Wochen war es noch der ADAC, dem viele einfach blind vertraut haben. Dabei sehen wir in den letzten Tagen, dass auch ein ADAC nicht unanfechtbar ist. In derart großen Organisationen passiert irgendwann etwas, das nicht hätte passieren können. Bei tausenden Mitarbeitern kann man das nur schwer verhindern. Und Konzerne haben hier andere Messlatten und andere Vorgehensweisen.
 
Da lobe ich mit jeden Mittelständler, der für die Mitarbeiter und die Menschen, Risiken eingeht, persönliche Risiken, die andere gar nicht wahrnehmen. Sie kämpfen bis zum umfallen. Sie kämpfen trotz Krankheit, wo andere schon lange die Rente eingereicht hätten.
 
Und dann kommen Journalisten daher, die nicht anders zu tun haben, als solche Lebenswerke noch nicht mal zu erwähnen, geschweige denn einmal zu würdigen. Und den Mut zu würdigen, sich mit einer Mammutaufgabe Nürburgring zu beschäftigen. Stattdessen werden durch Thesen und Vermutungen, Menschen in der Region, Veranstalter, Mitarbeiter am Nürburgring, Fans, Rennfahrer, Rennstallbesitzer und viele mehr aufgehetzt und verunsichert.
 
Warum übernehmen Sie nicht den Ring. Sie wissen doch wohl wie alles geht. Da müssten Ihnen doch die Menschen, insbesondere die in der Region, die Millionen nur so zur Verfügung stellen. Und dann machen Sie glückliche Menschen in einem Paradies am Nürburgring.
 
Wenn es am Nürburgring ein vernünftige Lösung geben soll, dann muss hier mal richtig mit Vorurteilen aufgeräumt werden. Und es muss Unterstützung für eine Lösung geben von allen Beteiligten. Sie können doch nicht dauernd denjenigen, die an einer Lösung arbeiten mit der Faust ins Gesicht schlagen. Wer soll denn da noch motiviert sein?
 
Ich glaube, dass muss vielen evtl. nochmals in einer großen Diskussionsrunde (ohne Politik) besprochen werden und vielen Menschen klar gemacht werden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Menschen so naiv sind, und glauben, wenn sie einfach gegen etwas protestieren, dass dann eine Lösung vom Himmel fällt.
 
Ich habe das Gefühl, dass einige am Ring lieber den Ring sterben sehen würden als sich an einem gut funktionierenden Ring zu erfreuen. Wie viele Unternehmer, die lieber das Unternehmen kaputt gehen lassen, wenn sie selbst schon alt sind, als frühzeitig eine Unternehmensnachfolge zu organisieren.
 
Auf die Idee, denjenigen zu unterstützen, der die Mammutaufgabe angehen will, kommt niemand. Wenn demjenigen noch ein paar Millionen fehlen zur Finanzierung, dann sollen wir doch helfen, dass diese zusammenkommen und nicht, dass es daran scheitert.
 
So, das musste sofort raus, nachdem ich heute sehr spät erst nach hause kam und ihren Bericht im Internet lesen musste.
 
 Mit freundlichen Grüßen
 Manfred Sattler“

Ich habe bei dieser E-mail nur das Schriftbild geändert (in „Times New Roman“) und die Anschrift und andere Kontaktdaten entfernt.  - Und ich gebe zu, dass meine Art von Journalismus inzwischen weit von dem entfernt ist, was von Herrn Sattler als „professioneller“ bezeichnet wird.

Ich möchte diesen „Erguss“ des „Chefs“ der „Freunde des Nürburgrings“ noch durch Auszüge aus dem o.g. Interview mit Herrn Klaus Ridder, Pressesprecher von „Freunde des Nürburgrings“  ergänzen:

„Wann rechnen Sie wieder mit schwarzen Zahlen, die durch Capricorn ja wieder möglich erscheinen?“

„Capricorn hat versprochen, noch einige Millionen Euro zu investieren. Sicher ist noch einiges zu tun. Es sollte zum Beispiel attraktivere Tribünenplätze auf dem Grand-Prix Kurs geben, auf denen die Besucher nahe an der Rennstrecke sitzen. Auch müssen die Toilettenanlagen erweitert werden, damit sie auch dem Ansturm während der Rennpausen standhalten. Aber ich denke, wenn alles gelaufen ist, wird es Capricorn gelingen, mit dem Ring schwarze Zahlen zu schreiben. Schon während des Insolvenzverfahrens hat die Betriebsgesellschaft Nürburgring einige Millionen verdient.“

Bleiben wir aber noch einmal bei der Presse-Info vom 15. April 2015 der Staatsanwaltschaft Koblenz, wo es heißt:

„Aus dem Inhalt der Strafanzeige und den hier vorhandenen Unterlagen sind keine zureichenden  tatsächlichen Anhaltspunkte ersichtlich, aus denen sich ergibt, dass die Mitglieder des  Gläubigerausschusses falsch oder unzureichend unterrichtet worden wären. “

Frage von Motor-KRITIK: Hat die Staatsanwaltschaft die durch ihre Unterschrift kenntlichen Mitglieder – und damit die Verantwortlichen für die „Zusage“ (?) der  Deutschen Bank befragt?
Bei einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft hätten sich die Dame und der Herr der Deutschen Bank nicht mehr hinter der Schutzbehauptung „Bankgeheimnis“ verstecken können. Sie wären dann zu einer Aussage verpflichtet gewesen!

Aber war die Staatsanwaltschaft Koblenz hier überhaupt an einer Klärung der Frage interessiert? - Ich persönlich denke schon. - Aber durfte sie überhaupt aufklären? - Dabei sei hier – zum wiederholten Mal daran erinnert – dass deutsche Staatsanwaltschaften Weisungsempfänger sind, die Weisungen ihrer Vorgesetzten z.B. aus dem Justizministerium Folge leisten müssen.

  • Dem Gesetz – und ihrem Gewissen gegenüber – sind in Deutschland nur die Richter verpflichtet!

Wer so viele, viele Facetten kennt, die alle die Nürburgring-Affäre zu einem Skandal werden ließen, der ist nicht überrascht, wenn dieser Einstellung des Verfahrens am 15. April 2015 dann ein 16. April folgt. - Das ist im Kalender eben so.

Aber folgerichtig ergibt sich aus dieser Einstellung auch fǘr die EU-Kommission am 16. April 2015  die Möglichkeit, ihrem Beschluss vom 1. Oktober 2014, unterzeichnet von einem Kommissar der kurz vor seinem Ausscheiden stand, dann durch eine Veröffentlichung im europäischen „Amtsblatt“ Rechtskraft zu geben.

Schließlich hat diese Kommission in der Insolvenz-Abwicklung ausschließlich den Aussagen des Insolvenz-Sachwalter (bzw. Insolvenz-Geschäftsführer!) vertraut, keine eigene Ermittlungen angestellt. Wenn jetzt nun diesen Herren durch eine deutsche Staatsanwaltschaft bestätigt wird.... - Können Sie Motor-KRITIK folgen?

Natürlich kann jetzt von anderer Seite geklagt werden. Und es werden sich Kläger finden, die dem russischen Investor eine schnelle Zahlung von 45 Millionen Euro ersparen werden, aber exakt dieser Mann wird sich auh wohl ernsthaft überlegen müssen, ob er nicht seinerseits gegen die Insolvenz-Sachwalter klagt, weil die ihm vor dem Verkauf der Robertino Wild-Anteile an ihn, wichtige Vertragsdetails verschwiegen hatten. - Wie er es empfindet.

Wir erleben also gerade nicht mit der EU-Veröffentlichung das Ende eines Skandals, sondern deren Ausweitung und eine daraus resultierende Unsicherheit für die Existenz des Nürburgrings auf weitere – mindestens – zwei Jahre.

Obwohl die „Retter“ schon unter uns sind, wie man uns weiß machen will. (s. die vorstehende MK-Geschichte)

Es hat noch niemals geschadet, in bestimmten Dingen Realist zu sein. Das sollte einen nicht daran hindern evtl. auch „Tagträumen“ nachzuhängen. Daraus resultiert dann – vielleicht – die Zukunft des Nürburgrings.

Die übrigens nicht von Geschwindigkeitsbeschränkungen bestimmt sein darf, die ihre aktuelle Basis ursprünglich darin haben, dass sich eine nationale Sportorganisation einen „geldwerten Vorteil“ damit verschafft, dass sie „Nordschleifen-Permits“ verkauft. - Und das mit dem gleichen Effekt, wie er den Almosen-Ablässen der Katholischen Kirche in der Renaissance-Zeit durch Martin Luther nachgesagt wurde.

Der DMSB nutzte dann „Experten“ ähnlich, wie die Insolvenz-Sachwalter einen Gläubiger-Ausschuss. - Oder eine Landesregierung die Insolvenz-Sachwalter. - Oder die Deutsche Bank das Bankgeheimnis. Und... -

Es gibt noch viele Möglichkeiten des Aufzeigens von weiteren Facetten. Viele davon sind zufällig. So und so. - Und darum kann man auch in diesem „Nürburgring-Fall“ von der Macht des Zufalls sprechen. - Meine ich.

MK/Wilhelm Hahne

PS: Vielleicht verstehen Sie jetzt auch, lieber Leser, warum keine Industriefirma etwas mit Motor-KRITIK zu tun haben möchte, noch nicht einmal eine Partei! - Sie verstehen sicher auch, warum keiner der „professionellen“ Chefredakteure sich traut, auch nur eine Zeile von dem Journalisten Wilhelm Hahne zu veröffentlichen. - Motor-KRITIK ist damit tatsächlich von seinen Abonnenten abhängig. - Aber die sind zumindest nicht weisungsberechtigt! - Motor-KRITIK ist nur seinen Rechercheergebnissen verpflichtet. - Da ist die Wahrheit dann nicht weit entfernt. - Für Motor-KRITIK ist sie jedenfalls kein Fremdwort!

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