Sind Beck & Pföhler „beispielhafte“ Politiker?

Beide Politiker sind Mitglieder in unterschiedlichen Parteien, die sich aber als „Volksparteien“ empfinden. Die SPD hat deutschlandweit - wie auch die CDU - etwas über 400.000 Mitglieder. - Das bei rd. 83 Millionen Bewohnern der Bundesrepublick! - Gibt das diesen Parteien - bzw. ihren Politikern - die Bedeutung, die sie für sich in Anspruch nehmen? - So ist das bei den Parteien! - Und wer nichts zu sagen hat, der ist selber schuld. Kurt Beck wurde vom „Volk“ als „König“ von Rheinland-Pfalz empfunden. Das Motto seiner Regierung war: „Wir machen es einfach!“ - Ganz gleich, wie viele Millionen dann praktisch im „Mülleimer“ landeten. - Dr. Pföhler gehört zu dem Pragmatikern, eine Einstellung, die bei „modernen“ Politikern nicht unüblich ist!  Wenn er von jemandem Vorteile erhoffen konnte, so war er seiner Meinung. - Darum war er auch als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Nürburgring GmbH von Bedeutung. Und die so genannten Aufsichtsratssitzungen waren für ihn eine Gelegenheit zum „guten Essen und Trinken“! - Als es dann mit der GmbH bergab ging, da hat er die GmbH still – und rechtzeitig - verlassen und damit auch auf einen Millionen-Anteil verzichtet. - Es war schließlich nicht sein Geld, sondern das Geld der Bürger seines Landkreises. - Als besondere Leistungen von ihm – so war es auch bei Kurt Beck – gefordert wurden, da hat man gerne sein Amt zur Verfügung gestellt. - Krankheitshalber! - Man wird sich doch nicht so einfach entfernen – oder entfernen lassen - ohne eine möglichst gute Pension mitzunehmen! - So muss denn auch die Frage erlaubt sein:

Sind Beck & Pföhler „beispielhafte“ Politiker?

Weil sie unterschiedlichen Parteien angehören, aber nach dem gleichen „Muster“ gehandelt haben, wird ihr Handeln sicherlich auch von anderen Politikern in Zukunft als „eine gute Vorlage“ empfunden werden. Dieser Gedanke tauchte bei mir auf, als Kurt Beck in diesen Tagen – für mich nach langer Zeit – mal wieder im Fernsehen für ein Statement herhalten musste. Da gehörte Kurt Beck dann zu „den Guten“, ein Mensch, der den anderen Menschen helfen sollte, die bei dem Verbrechen am Berliner „Breitscheidplatz“ Schaden genommen hatten.

Wie immer, wenn er die Möglichkeit hatte, sich mit einer passenden Aussage öffentlich gut darstellen zu können, ist ihm auch dieses Mal etwas – aus seiner Sicht - Passendes eingefallen. Der SWR bereitete das Podium für einen Politiker, der lange Jahre mit im Rundfunkrat Bedeutung hatte, in dem sie ihn im SWR zu seiner ehemaligen Funktion als „Opferbeauftragten“ im Berliner „Breitscheidplatz“-Verbrechen befragten.

Kurt Beck stellte fest, dass er wohl zu spät eingeschaltet worden wäre, weil sich bei den Betroffenen schon die Feststellung verfestigt hatte, dass der Staat nicht helfen würde. Bundespräsident Steinmeier hat das aus dem gleichen Anlass bestätigt, indem er feststellte:

„Der Staat hat sein Versprechen auf Schutz, auf Sicherheit und Freiheit nicht einhalten können"

In diese Bewertung des Unterschieds zwischen Versprechen und Halten gehört dann auch die Arbeit des so genannten „Opferbeauftragten“, der sich mit seiner Arbeit offenbar selber als „Opfer“ empfindet, wenn er in dem Fernsehbeitrag seine Frau zitiert, die nach seinem „Einsatz“ in Berlin gesagt haben soll:

„Du hast das Lachen verlernt.“

Kurt Beck hatte vorher in dem Fernseh-Interview verdeutlicht:

„Wie sehr das einen verändert hat, ist mir deutlich geworden, als meine Frau – damals zu Weihnachten, als ich die Aufgabe dreiviertel Jahr hatte – gesagt hat…“

Um dann, nachdem er seine Frau zitiert hatte, eindrucksvoll zu ergänzen:

„Seelische Kraft verbraucht sich auch ein Stück weit!“

Kurt Beck, ganz nach Bedarf, mal „König“, mal mitleiderregend. Immer ein guter „Volksschauspieler“, der immer den richtigen Text zur richtigen Zeit gesprochen hat. - Man müsste eigentlich besser an seine Leistungen als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz – und seine „passenden Worte“ auch damals erinnern. - Erinnert sich niemand an seine „Leistungen“ und „Leuchtturmprojekte“ wie z.B.:

  • Stadionbau Kaiserslautern
  • Hochmoselbrücke
  • Flughafen Zweibrücken
  • Flughafen Hahn
  • Schlosshotel Bergzabern
  • Ausbau des Nürburgrings

Oder an seinen „theatralischen Ausstieg“ als Ministerpräsident von RLP, der – aus gesundheitlichen Gründen“! - mit einer „Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung“ gezwungen wurde… - Traurig! - Traurig? -  Kurt Beck war zuckerkrank, eine Krankheit, mit der in der Bundesrepublick um 8,5 Millionen Bürger leben müssen und die meisten ihrer normalen Arbeit nachgehen!

Danach – gesund genug? - leitete er dann sieben Jahre als Vorsitzender die (SPD-nahe) Friedrich-Ebert-Stifung in Berlin, war gut bezahlter „Berater“ eines Pharma-Konzerns. Seine Nachfolgerin als Ministerpräsidentin, genauso begabt wie „König Kurt“, feierte ihn zu seinem 70. Geburtstag:

„Mehr als 18 Jahre hat Kurt Beck unser Land als Ministerpräsident geprägt. Er hat unser Land modernisiert und dabei wirtschaftlichen Erfolg immer mit sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz verbunden. Seine politische Lebensleistung ist ganz außerordentlich. Wir sind ihm zutiefst dankbar für alles, was er in mehr als 40 Jahren politischen Engagements für Rheinland-Pfalz und die Menschen geleistet hat“

Das war 2019. Kurt Beck ging es offensichtlich gut. Im Januar 2013 „krankheitshalber“ zurück getreten, hatte er Mitte 2014 im Deutschlandfunk noch gejammert:

„Es geht mir nach wie vor nicht besonders gut, ich muss sehr auf meine Gesundheit achten und bin in ärztlicher Dauerbehandlung. Aber wenn man sich sieht, ist es umso besser, jeder hat da sein Päckchen zu tragen.“

Er hatte genauso, wie aktuell Dr. Pföhler nach der Flut-Katastrophe an der Ahr, den Rückzug angetreten, als ihm -  wie Pföhler - seine „großen Erfolge“ auf die Füße zu fallen drohten. - Wer möchte das schon erleben?

Nun lebt Kurt Beck inzwischen mit einer guten Pension – natürlich in ärztlicher Dauerbehandlung – im Ruhestand. Dr. Pföhler strebt sicherlich auch so eine Position an, nachdem er noch einige Jahre von seiner Partei – oder sonst irgendwie – „über Wasser gehalten“ wird. - Parteifreunde sorgen für Parteifreunde!

An der Ahr hat Dr. Pföhler das zunächst selber geschafft. Er konnte auch seine Frau rechtzeitig vor der Flut warnen, seinen Porsche auch noch rechtzeitig vor dem Hochwasser retten. - Und „war dann mal weg“! - Schließlich hatte er die Verantwortung delegiert!

Und nun muss „Gras über die Sache wachsen“. - Wie bei Kurt Beck. - Der auch von den Firmen und Handwerkern unvergessen ist, die heute noch auf ihr Geld warten, das Kurt Beck ihnen – auch nach der Insolvenz der Nürburgring GmbH! (einer landeseigenen Firma!) – noch fest versprochen hatte.

Bei Dr. Pföhler stört noch ein wenig die Arbeit des Staatsanwalts. Da kann er nur auf eine „richtige Weisung“ aus Mainz hoffen, denn ein Staatsanwalt arbeitet „weisungsgebunden“! - Es gibt „per Saldo“ bei beiden Politierkn aber auch einen kleinen Unterschied:

  • Bei dem einen sind es Millionen Euro, bei dem anderen viele Tote!

So haben auch eine Reihe von Bürgern eines Landes – und eines Landkreises - inzwischen „das Lachen verlernen müssen"!

MK/Wilhelm Hahne
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