Nürburgring: Russische Exklave oder EU-Kulturerbe?

Wenn man einmal nüchtern betrachtet, wie eine aktuelle Geschichte in Motor-KRITIK von den Lesern bewertet wird, dann begreift man schon, dass eine persönliche Meinung in der heutigen Zeit wesentlich von der öffentlichen Meinung bestimmt wird. Nicht vom Ergebnis eigenen, persönlichen  Nachdenkens und Wertung auf der Basis der eigenen Erfahrung und Fakten. - Auf welchem Gebiet? - Wer hat schon Kriegserfahrung? - Richtig ist auch, dass kaum noch das Ergebnis von exaktem Wissen und daraus resultierender ehrlicher Meinung der Öffentlichkeit präsentiert wird. Ich persönlich kenne das aus den Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg. - Da vermeldete das Berliner Propaganda-Ministerium – wie es ehrlich (!) benannt war - die eine Meinung. Eine andere war auf den mit den Bomben abgeworfenen „Flugblättern“ der Alliierten zu lesen. Eine dritte Meinung gab es – nachts, unter der Bettdecke – bei der BBC zu hören. - Das alles diente z.B. mir dem Versuch, mir eine eigene Meinung zu bilden. - Heute hat eigentlich nur noch eine Meinung Gültigkeit: Die öffentliche Meinung. Das ist die Meinung „der Masse“, die „von Wenigen“ bestimmt wird. Die wiederum ist beeinflusst von drei wesentlichen Dingen. - Aber das erkläre ich dann später in einer Geschichte, die schon recht allgemein, obwohl der Ausgangspunkt ziemlich regional ist:

Nürburgring: Russische Exklave oder EU-Kulturerbe?

Es kommt darauf an, wer welche Interessen – aus seiner Sicht - „richtig“ vertritt. Wenn es zum Beispiel um das Thema Nürburgring geht. Das „ Bild“ hat sich insgesamt für die jeweiligen Betrachter seit dem 22. Feburar 2022 (Kriegsbeginn) bis heute mehrfach verschoben. Insgesamt muss man als kritischer Beobachter aller Reaktionen schon den Eindruck haben, in einem großen „Kindergarten“ zu leben.

Alle „Kriegsberichterstatter“ der „Öffentlich-Rechtlichen“ zum Beispiel, haben noch niemals einen Krieg erlebt. In der Ukraine selbst scheint in dem schon mal "heiß umkämpften" Kiew kein wirklicher Kriegszustand zu herrschen.

Wären sonst Politiker-Reisen in ein Kriegsgebiet möglich? - Es ist ein eigenartiger Krieg, bei dem so Mancher vergisst, was noch „gestern“ zur Person – und Glaubwürdigkeit – eines ukrainischen Staatslenkers festgestellt, gedacht und geschrieben wurde. Am 25. Februar 2021 (!) war dazu u.a. in der „SZ“ (Südddeutsche Zeitung) zu lesen:

...„Viele Ukrainer wollten 2019 dem Versprechen des vormaligen Komikers Selenskij glauben, er könne den Krieg mit Russland in der Ostukraine schnell beenden. Erwartungsgemäß ist Ernüchterung eingekehrt, da Russlands Präsident Wladimir Putin keinerlei Interesse daran hat, durch ein Eindämmen des Konflikts die nach Westen strebende Ukraine zu stärken.
Der Hauptgrund für Selenskijs Absturz aber ist sein Unwille zu echten Reformen. Selenskij führt das postsowjetische Herrschaftssystem fort und akzeptiert Korruption und Rechtlosigkeit im Austausch dafür, dass er und sein Apparat weitgehend die Kontrolle behalten.“...

Ich frage mich auch, warum man Bombenabwürfe auf Krankenhäuser und Kindergärten als etwas Besonderes erwähnt. Für uns – die wir den 2. Weltkrieg erlebt haben – waren ausgebombte Krankenhäuser Normalität. - Es war Krieg! - Wenn man schon mal – wenn eine Flächenbombardierung ein paar Kilometer weg erfolgte – die von unten betrachtet hat, dann fielen die Bomben wie Regentropfen auf das Gebiet, auf dem die Engländer und Amerikaner damals „kriegswichtige Ziele“ bombardierten. Dass es dabei unter der sogenannten „Zivilbevölkerung“ viele Tote gab, wurde billigend von den Alliierten in Kauf genommen. - Ein moderner, junger Mensch äußert sich in 2022 dazu so:

„Ja, aber heute sind wir doch technologisch viel weiter. Heute wäre es doch sicherlich technisch möglich, Krankenhäuser und ähnliche Ziele auszugrenzen.“

Eine solche Argumentation macht mich sprachlos. Ich kann so einem Menschen nicht erklären was Krieg ist! - Krieg, so eine grausame, rücksichtslose – eigentlich unmenschliche - Auseinandersetzung, muss man schon selbst erlebt haben! - Darum gibt es doch auch in langen Zeitabständen immer wieder einen Krieg, weil die dann „neue Generation“ noch niemals einen Krieg erlebt hat. - Aber ein „richtiger“ Krieg ist kein Computerspiel!

Die jungen Leute einer „neuen Generation“ schießen und morden auf ihren Computern und Handys fast täglich. Wie der Umgang miteinander zeigt, leidet darunter schon mal das eigene Empfinden: Es reagiert weniger sensibel. Der Mensch ist rücksichtsloser geworden, man „stumpft ab“, hat an menschlicher Sensibilität verloren.

Aber jetzt, wo Politiker – die bisher auch keinen Krieg „live“ erlebt haben – nicht nur „dumme Sprüche“ machen, sondern auch – langfristig betrachtet – „dumm“ handeln, da schließt man sich gerne der „allgemeinen Meinung“ (Mainstream) an. - Die Anderen werden es schon richtig wissen!

Ich war – nach dem 2. Weltkrieg – auch Automobilverkäufer, habe – sozusagen – „gelernt“, mich in die Situation anderer Leute hinein zu versetzen. Aber ein „einfühlsames Verhalten“ ist heute nicht mehr gefragt. Unsere aktuelle Außenministerin gibt z.B. den guten Rat:

 „Jetzt ist keine Zeit für Ausreden, sondern jetzt ist Zeit für Kreativität und Pragmatismus“

Selbst bei einer solchen Aussage, die vielfach zitiert wurde, weil sie sich gut anhört, muss man eigentlich fragen: Was will uns die Dame damit sagen? - Was ist mit Pragmatismus gemeint? - Welche Vorstellung hat die/der eigentlich davon, der so etwas „plappert“. Ist es Pragmatismus, wenn man die Ukraine mit Waffen unterstützt? Ist es Pragmatismus, wenn man jeden Kontakt zu Russland abbricht?

War es Kreativität, die unseren Wirtschaftsminister nach Katar fliegen ließ, um – sich tief verbeugend – die Energieversorgung – auch ohne Russland vielleicht (!) sicherstellen zu können?

Franzosen haben – wie die aktuellen Wahlen zeigen – offenbar eine andere Vorstellung von Pragmatismus. Wenn man einmal versucht, nicht ständig mit einer „Sonnenbrille“ durch die Welt zu laufen, muss man doch zur Kenntnis nehmen, dass trotz einem „Vereinten Europa“, es selbst in diesem engen politischen (!) Verbund, die unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichen Mentalitäten leben. Man kann Computer gleich schalten, aber keine Menschen!

Darum müssten auch Politiker entsprechend „einfühlsam“ reagieren, anordnen, Entscheidungen treffen. Ist nicht z.B. der aktuelle Krieg zwischen zwei Nachbarstaaten das Ergebnis einer wenig einfühlsamen „westlichen“ Politik? - Da muss man sich dann auch fragen:

  • Wer bestimmt eigentlich die so genannte „westliche Politik“?

Ist es nicht eigentlich bezeichnend, dass uns in einzelnen Staaten von Minderheiten vorgeschrieben wird, was wir zu tun haben? Und wenn man einmal versucht zu ergründen, wer denn eigentlich auf was welchen Einfluss zu nehmen versucht und warum – und wenn man dann weiter denkt - dann muss einem doch eigentlich klar werden, dass Menschen – auch Politiker -  nur Menschen sind, die eigentlich im Wesentlichen von drei Dingen bestimmt und angetrieben werden:

  • Geld! - Macht! - Sex!

Wenn man sich dann, von dieser „Erkenntnis“ ausgehend, noch einmal mit dem Geschehen um uns herum beschäftigt, dann werden im Privat- wie Geschäftsleben – aber erst recht im Leben von Politikern, die dort zu treffenden Entscheidungen von diesen drei Faktoren bestimmt.

Man wird dann auch begreifen, dass Politiker in ihrer Arbeit auf speziellen Gebieten – z.B.  als Minister - kaum ernst zu nehmen sind, weil sie auf „ihrem Gebiet“ oft über keine Berufserfahrung verfügen. Manchmal auch nicht über Lebenserfahrung, die auch durch kein Studium zu ersetzen ist!

Wenn dann z.B. unter „Lebenserfahrung“ ein Geschehen, das wir als „Krieg“ bezeichnen fehlt, wie soll man dann „richtig“ darauf reagieren?

Wie reagiert man im aktuellen Kriegsfall z.B. in Sachen Nürburgring? Angepasst an den Mainstream? Oder „pragmatisch und kreativ“?

Aber wer erklärt uns richtig, was das in diesem Fall bedeutet – und wie es umzusetzen ist? - Hier machen es sich auch unsere Landespolitiker in Mainz – da besonders betroffen – sehr einfach:

  • Sie sprechen nicht darüber und empfehlen - auf eine „Berliner Lösung“ zu warten!
MK/Wilhelm Hahne
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