NLS 3, Teil 2: „Multiclas-Racing“ in der Realität!

Am Freitag vor dem 3. Lauf der NLS-Langstreckenserie 2026 hatte ich auf diesen Seiten auf die Erwartungen in der PR-Version einer Vorhersage zu diesem Rennen hingewiesen. Gerade die Ankündigung des Rennens als „Multiclas“-Version empfand ich z.B. als besonders gewagt, wenn von 22 Klassen dann 13 Klassen mit weniger als 5 Fahrzeuge besetzt sind. - Welches Fazit kann man nun am Ende der Veranstaltung ziehen? - Es waren 139 Fahrzeuge „vorläufig“ gemeldet. „Endgültig“ waren es dann noch 136. - Davon nahmen 129 Fahrzeuge das Training auf, bzw. qualifizierten sich mit ihrer Trainingszeit für die Position in der Startaufstellung. Da war es auch interessant zu beobachten, wie viel Fahrzeuge dann tatsächlich am Start zu dem 4h-Rennen standen, das vom MSC Adenau e.V. im ADAC ausgerichtet wurde. - Ich unternehme einmal den Versuch.

NLS 3, Teil 2: „Multiclas-Racing“ in der Realität!

Realität ist, dass der Rennstreckenbesitzer seine über den Winter 2025/26 vorgenommene „Kürzung“ der Rennstrecke Nordschleife für die Saison 2026, auf Einspruch des DMSB e.V. wieder zurück bauen musste. Damit beträgt die von der aktuellen NLS-Serie genutzt Streckenvariante…

  • ...nach wie vor: 24,358 Kilometer lt. Streckenlizenz R-01/26_NOS Variante 6

So bleiben auch die gefahrenen Rundenzeiten vergleichbar. 

So kann auch nach Ende des Trainings zu NLS 3 festgestellt werden, dass eine verbesserte Technik und Aerodynamik die Fahrzeuge auch in dieser Saison wieder schneller werden ließen. - Im Training, nicht im Rennen!

Als meine persönliche Feststellung habe ich notiert – weil das im Moment nicht beweisbar ist  – dass es durchaus Fahrzeuge gab, die im Hinblick auf eine mögliche „gute“ Einstufung in die „BOP“ (Balance of Performance“) – um es vorsichtig zu formulieren – „verhalten gefahren wurden“.

Gerade Werks-Fahrer sind heute nicht in jeder Phase einer Rennserie „Rennfahrer“, sondern werden mehr als „Maschinisten an einer langen, ‚drahtlosen Leine‘ geführt“. Das ist sicher nicht im Sinne des Sports, wird aber gerade vom Marketing der Herstellerwerke als „hochintelligent“ empfunden.

    • Man braucht eigentlich nur Siege bei den werbewirksamen „Klassikern“!

Bei den „Machern“ der BOP weiß man natürlich um die Realität., aber auch hier wird man z.T. - wie ich zu wissen glaube – auch schon mal „von oben“ bestimmt. Getreu dem Motto:

„Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird!“

Weil die zu diesem Rennen propagierte Starterzahl schon eine Bedeutung hat, habe ich mal die Entwicklung bis hin zum Rennende verfolgt:

  • 139 Nennungen lt. „Vorläufiger Teilnehmerliste“.
  • 136 Nennungen lt. endgültiger Teilnehmerliste.
  • 131 Teilnehmer sind nach dem Training qualifiziert.
  • 129 Starter sind in der Startaufstellung zu zählen.
  • 126 davon beenden die erste Rennrunde in Wertung.
  • 124 Fahrzeuge beenden die zweite Runde in Wertung.
  • 102 Fahrzeuge beenden das Rennen mit der Zieldurchfahrt in Wertung!

Weil sich dieser NLS 3-Lauf nach Veranstalter-PR-Meinung durch seine „Multiclas“-Qualität besonders auszeichnete, sei hier auf die „besondere Besonderheit“ beim Zählen nach dem Rennen hingewiesen:

  • 22 ausgeschriebene Klassen waren am Start.
  • 22 dieser Klassen sollten darum auch  – logischer Weise – gewertet werden.
  • Aber es wurden mehr Klassen gewertet, da z.B. in der SP9 noch nach PRO, AM und PRO-AM getrennt gewertet wird. -Damit auch möglichst viele einen Pokal mit nach Hause nehmen können?

Die „Multiclas“-Situation bei der aktuellen NLS stellt sich relativ traurig dar. Von den wirklich -übertrieben – vielen Klassen wurden…

  • ...nach der Zieldurchfahrt in 7 Klassen nur jeweils 1 Fahrzeug gewertet. - Klassensieg!
  • In weiteren 11 Klassen gab es 0 – 5 Teilnehmer, die in Wertung die Ziellinie passierten.
  • Nur in zwei „Cup“-Klassen gab es eine zweistellige Anzahl von Fahrzeugen die das Rennen beendeten!

Ich notiere meine Feststellungen am Ende des Rennens natürlich für alle meine Motor-KRITIK-Leser, aber heute ganz besonders für die „Macher der NLS“!

  • Als eine Anregung zur Erstellung eines neuen sportlichen Reglements für die Saison 2027!

Obwohl das bei der Entwicklung der Kosten bei einem Renneinsatz inzwischen ein Posten zu sein scheint, dem kaum noch eine Bedeutung beigemessen wird, sei noch auf die „wohlfeile“ Kalkulation der Pächterfirma des Nürburgrings hingewiesen, die den Rennteilnehmern am Renntag einen Aufschlag von rd. 33 Prozent auf den Brutto-Preis für „Super-Plus“-Benzin abverlangte, wenn man vom Endpreis für die gleiche Benzinqualität an der Tankstelle „Döttinger Höhe“ ausgeht.

  • An dieser „ED-Tankstelle“ kostete 1 Liter „Super-Plus“   2,209 €
  • An den Benzinsäulen der Boxenanlage am Nürburgring 2,929  €

Kann es wohl vielleicht so dazu kommen, dass einige Teams deswegen ihre Einsatzfahrzeuge ein wenig verhaltener bewegen, als es eigentlich möglich wäre? 

  • Ein kleiner Scherz von mir! - Die „BOP“ sorgte bei diesem Rennen für einen erhöhten Funkverkehr!

Eigentlich war auch NLS 3 ein Langstreckenrennen „im Stil der neuen Zeit“! Es wäre an der Zeit,  den ursprünglich vorhandenen sportlichen Ansatz wieder in den Vordergrund zu rücken und nicht zu vergessen:

  • Die beste Kombination aus Fahrer und Fahrzeug sollte gewinnen!

Die realen Ereignisse bieten sicher auch schon Anlass, das bisherige Reglement deutlich zu  entschlacken und den Teilnehmern mehr Freiheiten einräumen, die auch eine technische Weiterentwicklung möglich machen, die dazu noch in die Zeit passt.

Die beste „Kombination“ in diesem Rennen wurde als Vierter im Gesamt-Klassement gewertet. Es war ein AMG-Mercedes GT3, der via Hongkong am Nürburgring eingesetzt wurde. Durch eine berechtigte Strafe wurde er aber auf Platz vier verwiesen.

Offiziell wurde die ersten drei Plätze im Gesamtklassement wie folgt belegt:

  • 1. BMW M4 GT3 EVO – Schnellste Rennrunde 8.01,584 min
  • 2. Porsche 911 GT3 R – Schnellste Rennrunde 8.01,259 min
  • 3. Ford Mustang GT 3 – Schnellste Rennrunde 8.00,750 min

Der im Rennen Viertplatzierte fuhr im Training eine 7.52,393 min

Die beiden HWA EVO-Limousinen wurden im Rennen auf GT4-Niveau bewegt. Eine dieser HWA-SChöpfungen fiel durch einen Reifenschaden aus.

MK/Wilhelm Hahne

PS:  Entschuldigung!- Eine Romantik-Version der Berichterstattung zu diesem Rennen, dem NLS-Lauf Nr. 3 in der Saison 2026, finden meine Leser sicherlich in anderen Presse-Erzeugnissen.

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