VLN 7: Gibt es Anlässe mal genauer hinzuschauen?

Der strukturelle Hintergrund der  VLN wurde von Motor-KRITIK gerade beleuchtet. Der personelle wurde angesprochen. Nun gab es den 7. Lauf der Deutschen Langstreckenmeisterschaft 2018 am Nürburgring. Er fand – wie die anderen vorher – großes Publikumsinteresse. Um die Serie hat sich eine Fan-Gemeinde geschart, die über die Jahre mit ihr gewachsen, mit ihren Eigenheiten vertraut ist. - Und die negative Entwicklungen – Details - kritiklos hinnimmt. - Das ist gut für die Chefs der Serie. Aber nicht gut für die Serie selbst. Weil sie sich gerade in Details nicht positiv entwickelt und Chefs hat, die ihre Aufgaben offenbar nicht richtig erkennen. - Man beseitigt keine Probleme, indem man sie ausgrenzt oder übersieht. - Und so schrumpft die Serie, wie ich in meiner letzten Geschichte zum Thema nachzuweisen versuchte, ohne dass versucht wird, eine Serie mit eigentlich einer klaren Anlage und Ausrichtung, in ihrem Wildwuchs zu beschneiden und sie wieder zu einer in sich homogenen Motorsport-Serie werden zu lassen, die sie einmal war. Dabei muss man sicherlich die Entwicklung des Motorsports über die Jahre im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung insgesamt berücksichtigen. Eine VLN-Serie des Jahres 2018 kann natürlich nicht eine wie die des Jahres 1977 sein! - Die Sportinstrumente haben sich verändert, die Herangehensweise an diese Art von Motorsport hat sich verändert. Auch die Zuschauer haben sich sicherlich in ihrer Zusammensetzung verändert, weil sie über die Art der „modernen“ Information zu dem Thema über die Jahre in einer Richtung beeinflusst wurden, die auch sie krankhafte Entwicklungen übersehen – nicht empfinden - lässt. - Der Spaß, das Freizeitvergnügen steht im Vordergrund. Dahinter verschwinden kleine Ungenauigkeiten, nachlässige Weiterentwicklungen und alles reduziert sich auf den reinen Konsum.

VLN 7: Gibt es Anlässe mal genauer hinzuschauen?

In der letzten Saison habe ich als Journalist rechtzeitig vor den jeweiligen VLN-Läufen ein Exemplar der „racing news“ per E-mail als pdf-Datei jeweils vorab zugestellt bekommen. Vor dem VLN-Lauf 7 haben mich jetzt drei Exemplare erreicht. - ??? -

Ich hatte vor Wochen geschrieben, dass ich bei der „neuen VLN-Führung“ wohl aus dem Verteiler geflogen war, weil ernsthafte Kritik dort wohl weniger erwünscht ist. Und von Motor-KRITIK erst recht nicht. Dazu hatte ich bemängelt, dass der neue Generalbevollmächtigte wohl den Versand von E-mail mit Anhang an eine Gruppe nicht beherrscht, die in Größe und Zusammensetzung eigentlich nur dem VLN-Veranstalter bekannt sein – und bleiben – sollte. - Nicht nur wegen der DSGVO!

Daraufhin erhalte ich die „racing news“ - zumindest die Ausgabe für VLN-Lauf 7 – gleich mehrfach. Weil ich offenbar von einigen der aktuellen Vorab-Empfänger dieses Heftes nicht als normaler Journalist empfunden werde, sondern als jemand, der aufgrund der Ausrichtung des von ihm verantworteten Mediums über den Zugang zu allen Informationen verfügen sollte, damit er die Dinge in einen Gesamtzusammenhang stellen und für seine Leser aufbereiten kann. - Danke!

Klar ist, dass ich mich nun mal mit der „racing news“, die für die Zuschauer als eine Art Programm für zwei Euro angeboten wird, dieses Mal mal etwas intensiver beschäftigt habe, auch, um den Ansprüchen meiner Leser zu entsprechen.

Da finde ich als Erstes auf der Seite, die mit „Vorstart“ gekennzeichnet ist die Feststellung aus den Reihen des aktuellen Rennveranstalters:

„Diese Serie hat sich zu einer professionellen Breitensport-Veranstaltung entwickelt, in der durchschnittlich knapp 160 Fahrzeuge mit Fahrern aus ganz Europa und aus Übersee auf die Hatz über die Nordschleife gehen.“

Dumm nur, dass ich in Motor-KRITIK gerade zum Zeitpunkt der Veranstalteraussage nachgewiesen hatte, dass das bei den in diesem Jahr bis dahin durchgeführten Rennen exakt 151,8 Starter waren, während im Jahr 2010 noch – über das gesamte Jahr und 10 Rennen -  der Durchschnitt 176,7 Starter betrug.

Und ich hatte die in der „Vorläufige Teilnehmerliste“ für VLN-Lauf 7 genannte Zahl von 159 Startern - aufgrund meiner diesjährigen Erfahrungen mit von von Veranstalterseit genannten Starterzahlen - auf 147 zum Rennen als meine persönliche Schätzung korrigiert.

Zum Training sind dann tatsächlich nur 149 Teams lt. Ergebnisliste angetreten, von denen aber nur 148 Teams den Wettstreit um die besseren Platzierung in den Klassen und Gesamtklassement in der Startaufstellung beendet haben.

Zum Rennen sind dann auch diese 148 Fahrzeuge gestartet! - Ich habe mich – hier auf Motor-KRITIK nachzulesen – in meiner Schätzung also um ein Fahrzeug vertan! - Entschuldigung!

Schon bei den letzten Rennen hatte ich Schätzungen unter „Aktuell“ notiert, die nicht falsch waren. - Warum sind meine Schätzungen Mittwochs vor dem Rennen realistischer, als die Angaben der Veranstalter vom gleichen Tag? - Nennungsschluss war jeweils der Montag vorher!

Zurück zur letzten „racing news“: Blättern wir mal eine Seite in zurück. Auf Seite 2 finden wir unter „Inside“ alles über die Organisation. Was kann da falsch sein? - Schließlich müssen doch die Organisatoren ihre Organisation kennen!

Mich stört z.B. wenn man dort lesen kann, dass die Beschallung von der Nürburgring GmbH vorgenommen wird. - ??? - Die Nürburgring GmbH meldete in 2012 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Diese Insolvenz ist zwar bis heute noch nicht abgeschlossen, aber ich bezweifle, dass diese Nürburgring GmbH nun in 2018 noch die Beschallung der Nordschleife durchführt.

Aber tatsächlich – und das sollte eigentlich überraschen – gibt es in diesem Jahr eine Beschallung der Nordschleife! - Da ich zum Rennen rings um die Strecke unterwegs war, kann ich bestätigen: Die Strecke wird rundum – und lautstark! - beschallt. Da ich auch z.B. auf dem Aldi-Parkplatz in Adenau zum Fotografieren unterwegs war, kann ich sagen, dass die Lautsprecher vom „Wehrseifen“ selbst dort noch gut zu hören waren!

Und dort ist mir dann ein- und aufgefallen, dass in der „racing news“ vielleicht bewusst eine Nürburgring GmbH als verantwortlich für die Beschallung eingesetzt wurde, weil es – nach meiner Kenntnis – bisher lt. vorliegenden Genehmigungen gar nicht möglich war, die Nürburgring-Nordschleife bei jedem Rennen zu beschallen. - Gab es da nicht irgendwo eine Beschränkung auf Großveranstaltungen?

Wieder zu Hause am Computer, habe ich dann noch einmal auf die Seite 2 von „racing news“ geschaut. Da habe ich dann zu meiner Überraschung feststellen müssen, dass dort sogar in einem Abstand von wenigen Zeilen die Nürburgring GmbH ein zweites Mal als für die Beschallung  verantwortlich Erwähnung findet.

  • Zweimal die gleiche – falsche - Erwähnung, macht die die Eintragung in „racing news“ auch nicht glaubhafter!

Wobei dann die Frage auftaucht: Wer hat eigentlich die Beschallung bei allen VLN-Rennen in diesem Jahr genehmigt? - Wer sie durchführt ist unklar! - Wer die Umsetzung verantwortet damit auch? - Das wäre doch mal ein Thema für die nächste Ausgabe von „racing news“!

Die „racing news“ kam zu diesem Rennen einen Tag später als sonst, was durch den Versender der pdf-Datei des Heftes – dieses Mal auf richtige Art(!) - damit entschuldigt wurde, dass man eine „Sperrfrist“ einzuhalten hatte. Beim Durchblättern bin ich dann auf den möglichen Grund gestoßen:

„BMW macht weiter: Cup 5 2.0“

Dort ist BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt mit den Worten zitiert:

„Mit der Einführung des BMW M240i Racing Evo-Pakets ab der Saison 2019 tragen wir zahlreichen Kundenwünschen Rechnung. Das Evo-Paket bringt für Teams und Fahrer einige Vorteile mit sich. Zudem wird der BMW M240i Racing die Marken- und Designelemente des Serienfahrzeugs tragen.“

Was also bedeutet, dass als Besitzer eines BMW M235i-Rennfahrzeugs nach Kauf und Umbau des Fahrzeuges mit einem „Evo-Paket“ das Fahrzeug dann als BMW M240i in der Saison 2019 einsetzen kann. Was das Evo-Paket und der Umbau mindestens kosten, das steht leider nirgendwo. - Dabei spielt doch Geld, gerade in der VLN eine wichtige Rolle. Die VLN sollte eigentlich – und soll es sicherlich immer noch – bezahlbaren Motorsport ermöglichen.

Nicht nur die Besitzer und Fahrer eines aktuellen M235i wird es interessieren, was denn so ein Umbau für die Saison 2019 kosten wird. Die Erwähnung dieser Kosten sollte für eine speziell für die VLN-Fangemeinde geschaffenes Informationsprodukt, wie „racing news“ eine Selbstverständlichkeit sein.

  • Die „racing news“ zu VLN 7 wird eigentlich – wie Motor-KRITIK feststellen muss – schon vom Inhalt her nicht den Ansprüchen gerecht, die man schon durch den Titel an sich selber stellt.

In der letzten Woche wurde in Weissach bei Porsche z.B. der neue Wettbewerbs-Version des Cayman für die Saison 2019 vorgestellt. In Amerika war diese Vorstellung schon einige Wochen vorher erfolgt, sollte also für die VLN-Insider kein Geheimnis sein. Das Fahrzeug – nun mit Typ 982 bezeichnet – hätte also spätestens in der aktuellen Ausgabe von „racing news“ den Zuschauern, Fans und Interessierten vorgestellt werden müssen.

Mir ist bekannt, dass die Überlegungen, wie man das neue Fahrzeug bei der VLN in der nächsten Saison platziert noch nicht abgeschlossen sind. - Deshalb hatte ich bisher darüber auch nicht berichtet. Beim Beobachten des VLN-Laufs 7 ist mir aber klar geworden, wo die Problematik für Porsche- und die VLN-Verantwortlichen liegt. - Die Überlegungen dazu sind aber auch – meine ich – für meine Leser interessant.

Schon in meiner letzten Geschichte zur VLN-Situation habe ich deutlich gemacht, dass ich der gedanklichen Umsetzung bei Porsche, die vom Typ 981 zum neuen Typ 982 führte nicht ganz folgen kann, praktisch nicht verstehe. - Ich möchte das nachstehend mit ein paar meiner Überlegungen und Beobachtungen, nach dem Ergebnis des 7. VLN-Laufs, gerne verdeutlichen:

Schaut man in diese Tabelle, sieht man auf einen Blick, dass es in der VLN gleich vier Klassen gibt, die in ihren „Schnellsten Runden“ nur um gut 6,5 sec differieren. Der Porsche Cayman Typ 981 hat danach z.B. gegen einen Mercedes-AMG GT4 keine Chance. Selbst ein Audi RS3 LMS, in der TCR-Klasse als viertürige Limousine unterwegs, ist da für den Stuttgarter Mittelmotor-Sportwagen eine Konkurrenz, die größer sein könnte, wenn das Fahrzeug auf der Geraden etwas schneller wäre.

Das geht aber nicht, da die BoP und die verordnete Aerodynamik die TRC-Fahrzeuge daran hindert, so schnell zu sein, wie z.B. ein Porsche Cayman vom Typ 981.

Nun bringt Porsche im neuen Typ 982 auch wieder den Sechszylinder-Boxermotor, zwar nun mit einer gegenüber dem Typ 981 um 35 PS erhöhten Leistung, die aber – das ist meine Meinung – nachdem ich auch die Eindrücke über die in den USA vorzeitig erfolgte Vorstellung gesammelt habe, durch die neuen aerodynamischen Verbesserungen mehr als geschluckt werden.

Ich würde für 2019 vorhersagen, dass der neue Typ 982 auf dem VLN Kurs, Mercedes-Arena plus Nordschleife, kaum schneller sein wird, als der alte Typ 981. Das heißt, dass der Neue in der Klasse SP 10 (= GT4) eingesetzt, chancenlos sein würde. Unter einem wirklich guten Fahrer wäre der alte Typ 981 dann auch – gegen den Typ 982 fahrend – evtl. sogar schneller.

Damit kommen wir zu einem Problem, das sich die Industrie selber geschaffen hat, indem sie bemüht war, auch relativ untalentierten Motorsportlern – aber solchen mit voller Geldtasche – durch das Anbieten von leicht zu fahrenden Rennautomobilen den Eindruck zu vermitteln, sie seien besonders talentiert. Das setzte voraus, dass die entsprechenden Rennfahrzeuge nicht nur mit guten digitalen Sicherheitssystemen ausgestattet sein mussten, sondern auch aerodynamisch so viel Abtrieb bieten, dass damit auch reine Amateure relativ schnell unterwegs sein können.

Dass man diese Fahrzeuge dann auch entsprechend teuer angeboten hat, ist die andere Sache, die aber von niemandem beanstandet wurde. Offenbar sind die Preise „marktgerecht“ kalkuliert! - Aber ist eine Sicht, die ich hier nur anreißen, nicht ausweiten möchte.

Die Problematik die sich für Porsche im Fall der Typen 981 und 982 ergibt:

Man muss den Typ 981 für die Saison 2019 langsamer machen und dafür dann wohl einen separaten Cup ausschreiben. Dafür wird man nicht die von mir oben genannten Gründe angeben können, wenn man sich nicht lächerlich machen will, sondern man wird „politische Gründe“ vorschieben, die sich an bestimmte Vorgaben des DMSB für die Nürburgring-Nordschleife orientieren:

  • Der Typ 981 wird, nachdem man ihm ein wenig „die Luft abgedreht hat“, (Ansaugtraktbearbeitung in Richtung Leistungsminderung) wohl in einem eigenen Cup mit DMSB-Nordschleifen-Permit B einsetzbar werden!

Beim DMSB wird man Porsche dafür dankbar sein müssen, weil damit noch einmal die Rechtmäßigkeit der Einführung eines speziellen Nordschleifen-Permits unterstrichen wird. - Motor-KRITIK-Leser wissen, dass das eigentlich eine „Luftnummer“ des DMSB war und ist! - Aber niemand der Betroffenen „lässt hier mal die Luft raus“!

Der Typ 982 wird aber dadurch auch nicht konkurrenzfähiger gegenüber den GT4-Typen der Konkurrenz. Im Gegenteil! - Man wird ihn also kaum in einer gemeinsamen Klasse – bei der VLN die SP10 – einsetzen können, weil er dort nicht gegen BMW, Mercedes usw. konkurrenzfähig sein wird. - Aber er wird für Amateur-Rennfahrer – oder die sich dafür halten – leichter, risikoloser um die Nordschleife zu bewegen sein, als der bisherige Typ 981.

  • Also wird der Typ 982 nur in einem eigenen Porsche-Cup eingesetzt wirklich Sinn machen.

Man hätte diese Situation bei Porsche vermeiden können, wenn man die Neuvorstellung, den Cayman Typ 982, gleich mit der 4,0 Liter-Version des Sechszylindermotors ausgestattet hätte. Aber damit hätte man dann – das ist meine Meinung – eine Konkurrenz für das – trotz eines hohen Preises – sehr gut verkaufte GT3-Modell des Porsche Typ 911 geschaffen. - Dessen Position in der Vorstellung der Öffentlichkeit sollte durch einen neuen – immerhin Sechszylinder – Cayman aber wohl nicht angetastet werden.

Zuviel weltfremdes Marketing-Denken, zu wenig Realitäts-Nähe zum Sport bei den Stuttgartern, wie man meiner Darstellung entnehmen kann.

Eine solche Darstellung wie hier in Motor-KRITIK hätte ich natürlich nicht in der letzten „racing news“ erwartet, aber immerhin eine Erwähnung des neuen Porsche Cayman, Typ 982, für die Saison 2019.

Dagegen war in der letzten „racing news“ folgende Darstellung zu lesen:

„Beim sechsten VLN-Lauf verunfallte John Shoffner im Porsche 911 GT3 Cup von GetSpeed Performance schwer. Nur den hohen Sicherheitsstandards heutiger Rennfahrzeuge in der VLN ist es zu verdanken, dass der US-Amerikaner bei seinem mehrfachen Überschlag am Streckenabschnitt Flugplatz bis auf kleine Blessuren unverletzt geblieben ist. Dementsprechend war Shoffners oberste Priorität, möglichst schnell wieder im Rennwagen zu sitzen. Was sich einfach anhört, war für das in Meuspath beheimatete Team eine große Herausforderung, die die Truppe rund um Adam Osieka aber meisterte. Da kein fertiges Rennfahrzeug in der Kürze der Zeit zu bekommen war, wurde die #101 komplett aus Einzelteilen neu aufgebaut – und das in Rekordzeit. Shoffner startet beim Reinoldus-Langstreckenrennen wieder zusammen mit seiner Lebensgefährtin Janine Hill und Fabian Schiller.“

Auch in – und mit - dieser Passage wird deutlich, dass man es bei der VLN vermeidet über Geld zu sprechen. Und aus einem „vielfachen“ Überschlag in der Realität, wird ein „mehrfacher“ Überschlag. - Das Ergebnis war ein Totalschaden! - Dabei ist der Aufbau eines Cup-Porsche sicherlich selbst für einen Millionär kein billiges Vergnügen. Auch wenn man davon ausgeht, dass das Fahrzeug teil-versichert war, so ist der Aufbau eines Cup-Porsche, „komplett aus Einzelteilen“ - was man mit „komplett aus Ersatzteilen“ übersetzen muss, nicht aus der Portokasse zu bezahlen, da Ersatzteile immer ganz besonders kalkuliert sind. Und Werkstatt-Montagestunden sind nicht billig!

In einem solchen Fall hat Porsche vielleicht einen Sonderrabatt gewährt – wie das in der Vergangenheit schon mal der Fall war. Aber selbst dann dürfte sich der Gesamtpreis für so ein „in Rekordzeit … komplett aus Einzelteilen“ neu aufgebauter Porsche Cup-Porsche auf rd. 200.000 Euro belaufen. - In Kenntnis einiger Zusammenhänge mache ich mir dazu ein paar Gedanken, die auch etwas mit „Performance“ (= Wertzuwachs) zu tun haben, wenn man einen US-Millionär als Kunden hat.

Auf die Idee, mich noch einmal mit dem Unfallfahrer aus VLN 6 zu beschäftigen kam ich beim Studium der Rennergebnisse von VLN 7. Dort ist Fahrerteam Shoffner/Hill/Schiller, vom Team GetSpeed Performance eingesetzt, im Rennen ausgefallen. Mir ist das Einsatzteam dadurch besonders aufgefallen, dass von diesem Team nach dem Rennen gegen die bei diesem Rennen auf Platz 1 und 3 eingelaufenen Porsche GT3 des Mühlner Motorsport-Teams noch zwei Proteste  eingelegt wurden.

    • Beide Proteste wurden von den verantwortlichen Kommissaren als unbegründet zurück gewiesen!

Unverständlich ist für mich deswegen, dass das Ergebnis aller Klassen (!) bei VLN 7 als „Vorläufig“ ausgewiesen wurde, während das Rennergebnis insgesamt so dargestellt ist, als wäre es als „Endgültig“ hinzunehmen. - ??? - Es hat auch in allen Klassen eine reguläre Siegerehrung stattgefunden. - Eine Erklärung dafür habe ich nirgendwo gefunden! - Mir hat sie auch keiner geben können.

Am Renntag selbst haben mich Abläufe „am Rande des Rennens“ interessiert, wozu z.B.  inzwischen das sich deutlich abzeichnende Parkplatz-Problem gehört. Wobei die Frage auftaucht, ob das den inzwischen auf den offiziellen Parkplätzen geforderten 8 Euro Parkgebühr geschuldet ist oder der guten Werbung eines Olli Martini für den persönlichen Besuch der VLN-Rennen. - Die hier gezeigten Aufnahmen zeigen die Parksituation im Bereich „Quiddelbach“, wo sonst neben dem vorhandenen Parkplatz an der Straße – nicht kostenpflichtig – noch einer auf dem Nürburgringgelände genutzt werden konnte – mit Imbissstand – der jetzt gesperrt ist. (Und ohne Imbiss.) Da die VLN-Besucher dann auf einer Wiese an einer für die Durchfahrt gesperrte Straße ausgewichen sind, hat jetzt die Kombination von VLN VV GmbH & Co KG und VLN e.V. & Co. OHG dort eine Sperre aufgestellt, was dann insgesamt zu der hier fotografisch dokumentierten Situation führt auf der B 257 führte.

Inzwischen hat Streckensprecher Olli Martini zwar die Kapazität des Parkplatzes „Brünnchen“ - mündlich - von um 2.000 auf rund 800 Fahrzeuge gesenkt, aber gleichzeitig darauf hingewiesen, das rings um den Ring für Besucher ausreichend Parkraum zur Verfügung stünde. Man müsse ja nicht unbedingt die Parkplätze von „Lidl“ und „Aldi“ nutzen. - Darum habe ich hier den Parkplatz bei „Aldi“ am Samstagnachmittag fotografiert, weil hier dann zweifelsfrei nur Fahrzeuge von Besuchern des VLN-Laufes Nr. 7 geparkt waren, da diese „Aldi“-Niederlassung bis zum 5. Oktober 2018 wegen einer Modernisierung (Umbau) geschlossen ist.

Da ich gleichzeitig noch einen Einkauf im „R-Kauf“ tätigen wollte, kann ich zwar sagen, dass auch hier der Parkplatz so überfüllt war, dass ich „zwei Runden drehen musste“ bis ich einen freien Platz gefunden hatte, aber ich kann nicht die Prozentzahl der Fahrzeuge nennen, die hier unberechtigt parkten. - Die Situation bei „Aldi“ war dagegen eindeutig!

Bei der VLN läuft zur Zeit vieles nicht reibungslos. Da helfen weder „Schönwetter“-Redner, noch „Schönwetter“-Schreiber, noch Leute die Aufgaben übernommen haben, die sie offenbar im Detail nicht beherrschen oder einfach nicht sehen wollen. - Daher möchte ich auf noch eine „Kleinigkeit“ hinweisen:

Es sind während des Rennens VIP-Shuttles, die entsprechend foliert sind, auf den Wegen im Naturschutzgebiet unterwegs. Ich habe mich schon einmal aus Anlass eines 24h-Rennens in einem solchen Fall bemüht Klarheit zu schaffen, was leider nicht möglich war, weil die Oberste Naturschutzbehörde hier eine andere Sicht der Dinge – vom Schreibtisch aus betrachtet – hat.

Es gibt bei der VLN tatsächlich mehr Probleme, als sie durch einen Hinweis auf eine angeblich falsch befestigte GPS-Antenne – die bei der VLN Pflicht ist – erst neu geschaffen werden müssten.

Die VLN wird sich aber in diesem Fall dann tatsächlich in den nächsten Tagen mit einer genauen Anbau-Anweisung im Internet melden, um unsinnige Proteste – wie sie bei VLN 7 tatsächlich eingereicht wurden - zu diesem Detail in Zukunft auszuschließen.

Bei der VLN gibt es in der Realität zur Zeit tatsächlich „größere Baustellen“, um die sich niemand bemüht.

Für Motor-KRITIK war das der Anlass, mal etwas genauer hin zu schauen!

MK/Wilhelm Hahne
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