24h-Rennen: TV-Solo für zwei Stars & 145 Statisten!

Es war – so meinten die Medien-Partner - „das größte Autorennen der Welt“. Ich habe schon Größere erlebt. Auch 24-Stunden-Rennen am Nürburgring! - Und Bessere! - Es gibt wohl kaum – weltweit - eine größere Zusammenballung von groben Fehlern und Fehlentscheidungen bei einem 24h-Rennen, als bei diesem in 2018, für die in diesem Fall der ADAC Nordrhein e.V. und der DMSB e.V. die Verantwortung tragen. Schon im Vorfeld musste man Korrekturen in der Ausschreibung vornehmen. Auch danach orientierten man sich nicht in Details an den Vorschriften des DMSB. -Aber der genehmigte trotzdem, übersah seine eigene Bestimmungen und strafte frühere Aussagen gegenüber anderen Veranstaltern Lügen. - Und alle machten mit. - Und der Präsident des DMSB wurde im Vorfeld für seine „Lebensleistung“ geehrt, der er durch sein persönliches, stillschweigendes Hinnehmen der Realitäten beim Ablauf des 24h-Rennens eine „Krone aufsetzte“. - Er war vor Ort, hätte eingreifen können, müssen! - Aber gegen seinen aktuellen Auftraggeber? - Nur so konnte dann auch Porsche, vorweg als „Brand of the Year“ mit einem „Award“ geehrt, das 24h-Rennen gewinnen, das kein 24h-Rennen war. In einem Sprintrennen über 91 Minuten, das dem Heer der Fernsehzuschauer als ein „Zwei-Personen-Stück“ vorgeführt wurde: Mercedes kontra Porsche. - Mit einem Ende wie nach Drehbuch, das aber leider nicht in sich stimmig war. - Die angeblich auch noch – lt. Starterliste – auf der Strecke befindlichen 145 Statisten, tauchten nur als rollende Schikanen oder Unfälle – im Vorbeifahren gesehen – im Fernsehen kurz auf. Einem „abgebrochenen“ 24h-Rennen wurde mit einem Kurzstrecken-Sprint – als zweitem Rennen im Rennen (?) – die DMSB-Krone aufgesetzt. - Und niemanden hat‘s gestört?

24h-Rennen: TV-Solo für zwei Stars & 145 Statisten!

Es gab verwirrende Entscheidungen und Informationen. Vor, während und nach dem 24-Stunden-Rennen, das über die Gesamtstrecke des Nürburgrings in der Kombination führte, auf der die Teilnehmer auf einer Runde eine Strecke von 25,378 Kilometer Länge zurücklegen mussten. Die interessierten Beobachter wurden vom Veranstalter, von den Streckensprechern – oder in den Live-Übertragungen - „mal so, mal so“ informiert.

So informierte z.B. der Veranstalter am Ende des Rennens über seine Pressestelle:

„...Nach einer rund zweistündigen Nebelunterbrechung am Sonntagmittag feierte der Manthey-Porsche #912 in einem spektakulären Sprint-Duell mit dem Black-Falcon-Mercedes #4 den Rekordsieg beim größten Autorennen der Welt. Allein diese beiden Fahrzeuge waren nach dem Restart um 13:59 noch in einer Runde und lieferten sich vor 210.000 Zuschauern einen verbissenen Kampf, den letzlich der Franzose Fred Makowieki für Manthey entschied.“ ...

Wie soll der Leser das verstehen? - „...lieferten sich vor 210.000 Zuschauern einen verbissenen Kampf...“ - Das ist eindeutig formuliert. - Aber es waren keine 210.000 Zuschauer, erst recht nicht im Moment des Restarts am Nürburgring. - Da waren schon Viele der insgesamt deutlich weniger – als vermeldeten - Besucher abgereist. - Wie von Motor-KRITIK vorhergesagt.

Und wieso „...Unterbrechung“? - Das 24h-Rennen wurde nach dieser „Nebelunterbrechung“ doch nicht weiter geführt, sondern als Kurzstreckensprint hinter einem Safety-Car (!) über 91 Minuten neu gestartet. Damit war dann auch die gerechte Strafe für einen Regelverstoß des Porsche mit der Startnummer 912 gestrichen und der zeitliche Rückstand auf den führenden AMG-Mercedes auch.

Die „Rhein-Zeitung“ erklärte in ihrer Montagsausgabe das mit den 210.000 vermeldeten Zuschauer so:

„210.000 Zuschauer sahen sich das 24-Stunden-Rennen laut ADAC Nordrhein auf dem Nürburgring an. Der Veranstalter hat die Zuschauerzahlen von Donnerstag bis Sonntag addiert. Die Zahl spiegelt aber nicht die Zahl der verkauften Karten wider.“

Motor-KRITIK würde die verkauften Karten entsprechend den Erfahrungen der letzten Jahre auf 40 – 45.000 schätzen. - Wen möchte der Kölner e.V. beeindrucken?

Man wurde auch von der ADAC-“Mutter“ in München in den eigenen Bemühungen, im Interesse eines guten Eindrucks auf Sponsoren und Marketing-Abteilungen durch die „ADAC motorwelt“ (05-2018) unterstützt, wo in auf Seite 7 dieser Mai-Ausgabe  unter dem Hinweis „Langstreckenklassiker“ zu lesen ist:

„Vom 10. bis 13. Mai findet die 46. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennens statt. Dann kämpfen die Piloten von knapp 200 Autos in verschiedenen Klassen um den Sieg. Infos unter: 24h-rennen.de“

Der Kölner Tochter der Münchner „Mutter“ hätte es eigentlich genügt, wenn man dort die Zahl „150 Starter“ mit unterstützt hätte. Motor-KRITIK hatte mit 140 Startern gerechnet. Der Veranstalter blieb über das ganze Renn-Wochenende bemüht, die Zahl 150 als einzig richtige darzustellen. Oder zumindest doch 147.

Wie verlogen dieses ganze Aufbauschen der Starterzahlen war, kann man an den unterschiedlichsten Informationen entnehmen, wenn man sie denn „zu einem Bild“ zusammen fügt. - Einige Leser von Motor-KRITIk haben den Versuch unternommen und kam auf 129 Starter.

Die „Rhein-Zeitung“ kommt in ihrer Montagsausgabe der Wahrheit auch nicht unbedingt näher, wenn sie schreibt:

„Für die 146 Autos war es erneut ein Wochenende der Extreme bei der 46. Auflage des Klassikers über Nordschleife und Grand-Pri-Strecke.“

Motor-KRITIK-Leser finden im Anhang die ADAC-Darstellung von den im Rennen befindlichen Fahrzeugen mit ihrer Platzierung bei Beginn des Rennabbruchs mit „Roter Flagge“. Danach sind es 147 Fahrzeuge.

Es gibt auch eine offizielle Darstellung der Startaufstellung für den Restart. Auch die ist im Anhang zu dieser Geschichte zu finden. Auch da kommen dann 147 Automobile zur Aufstellung. - Ich habe dann mal - nur in einem einzige Fall - recherchiert.

Da ist die #96, die als 95. lt. offizieller ADAC-Information bei Rennabbruch gewertet wurde und auch in dieser Platzierung für die Startaufstellung zum Restart als ein Fahrzeug von 147 Startern insgesamt genannt wird.

Diese Start-Nummer 96, ist ein „kleiner“ - weil privater - Porsche und damit offensichtlich aus der Sicht der Veranstalter „unwichtig“. Dieses Fahrzeug wurde aber schon am Sonntagmorgen so um 8:00 Uhr mit „Schwarzer Flagge“ aus dem Rennen genommen. - Aber ist in allen ADAC-Aufzählungen vorhanden, die offensichtlich Zahlen darstellen, die es in der Realität so nicht gegeben hat.

Ich habe mit einem der Fahrer dieser Startnummer gesprochen und – schon ein wenig fassungslos – hören müssen, dass in der Nacht gegen 1:25 Uhr einer von vier Fahrern dieses Teams mit Entzug des DMSB-Nordschleifen-Permit bestraft wurde. - Zu Recht! - Weil er – wie der Fahrer auch zugab – fehlerhaft eine Geschwindigkeitsbegrenzung „übersehen hatte“ und so mit rd. 50 km/h Plus gemessen wurde.

Die Strafe erging zu Recht! - Das sagen auch die Fahrer-Kollegen. Was sie aber nicht verstehen ist, dass sie dann, nachdem die Rennleitung sie noch sieben Stunden in Nacht, Regen und Nebel fahren ließ, dann praktisch alle weiteren Fahrer (!) auf diesem Auto mit „Schwarzer Flagge“ aus dem Rennen genommen wurden. - (Die Zeiten lauten in der offiziellen Darstellung etwas anders. Hier ist die Aussage eines Fahrers wiedergegeben.) - Motor-KRITIK-Frage:

  • Was wäre gewesen, wenn die Fahrer, die noch im Besitz des DMSB-Nordschleifen-Permit waren, in dieser Zeit das Fahrzeug zerstört hätten?

Mich persönlich erinnert das an die „Sippenhaft“ im Dritten Reich, die ich noch bis 1945 mit erlebt habe. Wo damals dann im Motorsport das NSKK hart durchgriff, greift jetzt der ADAC zu Mitteln, die es eigentlich nach Ende des Dritten Reiches nicht mehr geben dürfte. - Einer wird bestraft, drei andere Fahrer werden – warum? - aus dem Rennen genommen. - Man handelt vollkommen instinktlos!

Noch einmal: Ein Fahrer eines Fahrzeugs hat gegen geltende Regeln verstoßen, aber auch die anderen drei Fahrer müssen dafür büßen? - In 2018 eine unmögliche Handlungsweise! - Das ist schon fast ein Fall für die Staatsanwaltschaft, die im Interesse der Öffentlichkeit handeln und ein Ermittlungsverfahren einleiten sollte. - Der ADAC bestraft in 2018 immer noch nach Gesetzen aus dem Dritten Reich, die nur bis 1945 Geltung hatten!

(Auch das Dokument mit dem Strafvermerk - und dem offiziellen Zeitenvermerk - der Veranstalter zur Start-Nummer 96 finden meine Leser im Anhang.)

Auf diese geradezu unglaubliche Geschichte bin ich nur gestoßen, weil ich in einem Fall mal kontrollieren wollte, wie ernst die vermeldeten Starterzahlen des ADAC Nordrhein zu nehmen sind.

Vielleicht erinnern sich Motor-KRITIK-Leser an eine Szene, die auch im Fernsehen zu sehen war, in der der AMG-Mercedes mit der Start-Nr. 48 mit einem offenbar beim Radwechsel nicht festgezogenen Radaus der Boxengasse fährt, dann dieses Rad verliert, mit einem Dreher die Strecke verlässt, um dann entgegen der Fahrtrichtung im Grünen zum Stehen zu kommen.

Das hatte eine Sonderaktion des Teams zur Folge, wie man sie sich bisher nur in „Alarm für Cobra 11“ vorstellen konnte:

Da jagen zwei Monteure mit Pressluftflaschen, Drehmomentschlüssel und anderem Werkzeug wie wild während des Rennens über die Strecke (!), um das Rad wieder zu montieren. Wer einen solchen Einsatz zu verantworten hat, ist einfach als verantwortungslos zu bezeichnen.

Wenn meine Leser mal ein kurzen Blick (42 sec) auf die Situation werfen wollen: HIER klicken!

Die Rennleitung hat das auch als „unmöglich“empfunden und das Verhalten mit einer Geldstrafe von 2.000 Euro geahndet. - Mehr nicht! - Das Dokument dazu finden meine Leser auch im Anhang. Am Ende wurde dieser AMG-Mercedes 17. in der Gesamtwertung und 16. in der Klasse SP 9. - ??? -

Obwohl es eigentlich schon genug Klassen gab, hatte der ADAC Nordrhein noch die Klasse SP-Y nachträglich hinzugefügt. Man war eben um jeden Starter verlegen. Diese Klasse ist natürlich „international“ unbekannt. Sie müsste so eigentlich unter dem Status National angesiedelt worden sein. - Aber was soll‘s? - Niemand hat interessiert, warum und wo diese Klasse geschaffen werden musste und unter welchem Status sie dann platziert wurde. - Aber den ADAC schon, weil „die Kohle stimmen muss“.

Verantwortliche eines Reifenhersteller meinten, dass sie wahrscheinlich im nächsten Jahr fehlen würden. Es wäre der Geschäftsleitung nicht mehr zu empfehlen, hier am Nürburgring das Geld zu lassen, das anderswo besser und effektiver angelegt wäre.

Danach gefragt, was man denn in diesem Jahr zahlen zu zahlen hatte: 100.000 Euro für den Renndienst und ein kleines Zelt für Bewirtungen. Dazu musste man für jeden Gast, den man eingeladen hatte, noch 47 Euro plus MWSt. zahlen. Und wenn man dann noch den Gästen auf einer Rundfahrt die Nordschleife näher bringen wollte… - Diese Firma hat mein Verständnis!

Überhaupt war das Thema Vorzelte und Zelte im Fahrerlager in diesem Jahr ein besonderes Thema, das unter dem Thema „Fliegende Bauten“ abgehandelt wurde. In einem Fall sah das dann z.B. so aus, dass ein Zelt über Gurte mit tonnenschweren Betonblöcken dazu gebracht werden musste, nicht zu „fliegenden Bauten“ zu werden.

Der Aufwand und die dadurch entstehenden Kosten sind den Teams inzwischen zu groß geworden. Man hat insgesamt den Eindruck:

  • Das 24-Stunden-Rennen hat inzwischen seinen Höhepunkt überschritten, ist auf dem Weg „bergab“! - Es ist zu einer Karikatur der ursprünglich sportlichen Grundidee geworden!

Da helfen auch nicht die Kaschierungsversuche durch den Veranstalter. Man sollte sich wieder auf den Sport konzentrieren und damit die entsprechenden Fans ansprechen.

Am Donnerstag, am Vatertag, gab es echte Motorsport-Fans, die einen (Rad-)„Spaziergang um den Ring“ gemacht haben und sich wunderten, dass die laufenden attraktiven Veranstaltungsteile im Umfeld des Nürburgrings von den angereisten Zuschauern nicht beachtet wurden. Die „Wanderer“, offenbar in einer „Nicht-Motorsport-Szene“ unterwegs, kamen überall an den Zaun um dem Geschehen auf der Strecke zu folgen, weil die Angereisten offenbar den Vatertag – und das was man damit verbindet – als wichtiger empfanden.

Was auch zeigt, dass man inzwischen das 24h-Rennen sehr oft nur noch zum Anlass für eine größere Fete nimmt. Das erklärt auch den Müll im Umfeld des Nürburgrings nach Ende des Rennens. - Die wirklichen Motorsport-Fans sind im Laufe der Jahre immer weniger geworden, weil sich der sportliche Teil immer weiter in die falsche Richtung entwickelt hat.

Fahrer der so genannten „kleine Klassen“ sagten mir, dass noch niemals in den letzten Jahren im 24h-Rennen „so hart“ gefahren wurde, wie in diesem Jahr. In den großen Klassen ging es aber auch untereinander „hart zur Sache“. Das ist auch darin begründet, dass das Geld für die „junge Generation“ eine immer größere Rolle spielt. - Heute wird immer weniger aus „Spaß am Motorsport“ an Rennen teilgenommen, sondern weil man eigentlich in die Formel 1 will. Die Zeiten, in der Jungens Lokomotivführer werden wollten sind vorbei.

Auch die Zeiten, in denen Veranstalter praktisch Förderer des Motorsports waren. Auch der ADAC Nordrhein ist vom Geldzählen fasziniert und auf der Suche nach den großen Sponsoren, Firmen, die das Umfeld des 24h-Rennens so interessant finden, dass sie es aus Überzeugung in ihre Marketing-Konzepte einbauen um die Kontakte zu den Kunden und Käufern ihrer Produkte zu festigen.

So eine der vom ADAC umschwärmten Firmen ist BWT. - Mir sind beim 24-Stunden-Rennen im Umfeld des Rings eine Reihe von Parkplätzen aufgefallen, die für BWT-Mitarbeiter komplett reserviert waren. Diese Firma, deren pinkfarbenen gesponsorte Renner man inzwischen aus einer Reihe von Motorsport-Serien kennt, hat die Absicht geäußert, sich z.B. beim 24h-Rennen am Nürburgring der nächsten Jahre noch stärker einzubringen, weil man glaubt, dass das ihre Kundschaft besser anspricht, als andere Rennserien.

  • Allein BWT hat dieses Jahr bereits mehrere tausend Besucher an den Nürburgring gebracht“

Dafür möchte die Firma in den nächsten Jahren dann in der DTM und Formel 1 kürzer treten, was dort nicht gerade Freudentänze auslösen wird.

Aber da wird auch der ADAC hier am Nürburgring ein wenig in Vorleistung treten müssen. Denn ein 24-Stunden-Rennen, das praktisch in einem Kurzstreckenrennen - ohne Einbindung der Ergebnisse der vielen Rennstunden vorher - entschieden wird, dürfte nicht den Gefallen der Leute finden, die in er Realität leben, sich mit einer der absoluten Notwendigkeiten in unserem Leben beschäftigen: Wasser!

Es ist ein Unding – und den Fans nicht vermittelbar – dass man nach einem Langstreckentörn über fast einen Tag ein Rennen mit „Roter Flagge“ unterbricht, um das Rennen dann Stunden später neu zu starten, ohne die vorher erreichten Ergebnisse mit den nun in einem Kurzstrecken-Rennen erreichten Ergebnis zu verbinden.

  • Das 24-Stunden-Rennen 2018 war in der durchgeführten Form kein 24-Stunden-Rennen!

Wenn ich an die Grundgedanken denke, die dieses Rennen Ende der 60er entstehen ließ, hat die 2018er Veranstaltung nichts mehr damit zu tun. Der sportliche Gedanke hat hier dem kaufmännischen Denken und Handeln, dem vom Geldverdienen Platz machen müssen. - Das führt das 24-Stunden-Rennen ins Abseits!

Wenn man noch einmal nachdenklich in der Ausschreibung zum diesjährigen 24h-Rennen und anderem Regelwerk blättert, dann kommt man schon isn Grübeln. Da steht z.B. im Internationalen Sportgesetz der FIA (ISG):

ARTIKEL 3.6
ÄNDERUNGEN IN DEN AUSSCHREIBUNGEN
Mit Beginn der Nennungseinreichung kann in den Ausschreibungen keine Änderung mehr vorgenommen werden, es sei denn, es liegt die einstimmige Zustimmung aller bereits genannten Bewerber vor oder aufgrund einer entsprechenden Entscheidung der Sportkommissare.

Wenn man das einmal mit den von den „Wichtigen“ vorgegebenen Fakten beim 24h-Rennen abgleicht, dann versteht man Einiges nicht ganz.

Oder sollen wir mal einen Blick ins DMSB-Rundstreckenreglement 2018 werfen?

Da steht u.a.:

„...bei allen Rennen von 4 und mehr Stunden Dauer werden nur die Fahrzeuge gewertet,
die mindestens 75% der vom Sieger zurückgelegten Distanz absolviert haben. Ergeben sich beim Errechnen von Anteilen der Gesamtrundenzahl Nachkommastellen, so werden diese nicht berücksichtigt.

Aber was wurde vom DMSB dem ADAC in der Ausschreibung zum gerade gelaufenen Rennen genehmigt? - Kopie:

„Gewertet in der Abschlusswertung (Gesamtklassement und Klassenwertung) werden nur Teilnehmer, die mindestens 50% der zurückgelegten Rundenzahl des Gesamtsiegers erreicht haben, und unter der Vorgabe, dass jeder der genannten Fahrer mindestens 15 Rennrunden absolviert hat (Nachweis Protokoll Transponder ID sowie der Fahrerwechselkarte), sowie unter Maßgabe des Artikels 36 Beendigung des Rennens und Artikel 36.3.“

Genehmigt der DMSB, was ihm der ADAC Nordrhein vorlegt?

Die Rennleitung hätte übrigens den geltenden Regularien zufolge, das 24h-Rennen wegen Nebel aus Sicherheitsgründen abbrechen können. Und auch keinen Neustart vornehmen müssen, weil mehr als 75 Prozent der 24 Stunden hinter den Teilnehmern lagen.

  • Aber dann hätte Porsche nicht gewinnen können!

Porsche hätte auch bei einem normalen Restart nicht gewinnen können, weil es sich dann um eine Fortsetzung des 24h-Rennens gehandelt hätte, bei der die so – durch die Unterbrechungen entstandenen – zwei Teile addiert worden wären.

Aber beim ADAC Nordrhein ist man pfiffig. So hat man die Startvariante hinter einem Safety-Car gewählt. Damit galt der vom Mercedes herausgefahrene und der durch die gegen Porsche verhängte Zeitstrafe noch vergrößerten Vorsprung auf über vier Minuten als aufgehoben.

Aus meiner ganz persönlichen Sicht hat man damit die Ausschreibung zu einem 24-Stunden-Rennen ad absurdum geführt, sich absolut lächerlich gemacht. Würden die für diese Lösung Verantwortlichen von ADAC Nordrhein und DMSB mit einer solchen Nummer als so eine Art Clowns in einer RTL Nitro-Sendung auftreten – weil ein solcher Auftritt im Zirkus nicht vorstellbar ist - hätte ich vielleicht darüber lachen können. Das „vielleicht“ deshalb, weil selbst das nicht wirklich witzig wäre. - Aber so… -

Ich kann meine Verfassung nach den letzten Entscheidungen der Rennleitung beim 24h-Rennen 2018 nur so umschreiben:

  • Man spürt die Absicht und man ist verstimmt!

Man erlebte die Fortsetzung des „Nürburgring Awards“ mit der Auszeichnung von Porsche als „Brand of the Year“. - Soll ich jetzt noch über die „BoP“ schreiben?

Tatsächlich gäbe es zum 24h-Rennen am Nürburgring noch mehr – noch mehr über Details - zu schreiben. - Aber ich möchte meine Leser

a) wenn sie unvorbelastet sind, nicht überfordern und
b) wenn sie Insider sind, nicht mit Eindrücken beeindrucken, die sie eigentlich selber schon längst realisiert haben.

Aber diese zuletzt genannte Gruppe empfindet sich eben als „abhängig“ und verhält sich entsprechend.

Man kämpft nur gegen einander, nicht mit einander!

MK/Wilhelm Hahne
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