2021

„Speed“-Vergleich: 24h-Rennen & Touristenfahrten!

Sollte man nur mit Rennfahrern das Thema 24h-Rennen diskutieren, die ihren Wohnsitz in Monaco haben? Die haben durch ihren internationalen „Rennalltag“ längst den Bezug zur Realität verloren. Sie befinden sich eigentlich in der gleichen „Blase“, in der auch ihre Lehrmeister, die Marketing-Experten der Industrie um sich selbst kreisen. - Ich spreche mit normalen Bürgern der Eifel, die das Renngeschehen auf der Nordschleife schon seit Jahrzehnten erleben, spreche mit – den wenigen – Fahrern, die ihre Fahrzeuge noch selbst aufbauen und fürs Rennen vorbereiten. Das sind Leute, mit denen man offen sprechen kann, wo man auf klare Fragen auch klare Antworten erhält. Das ist im modernen Motorsport unmöglich geworden. Man erhält nur Antworten, die der werksinternen Absprache entsprechen. Ich kenne aber auch „normale“ (gute!) Fahrer, die darunter leiden, wenn sie zwar kostengünstig in einem Werksteam mit-fahren können, aber dann die teaminternen Absprachen verschweigen müssen, ohne die der Motorsport heute nicht mehr möglich scheint. - Um aufzuzeigen, wie groß die Kluft zwischen dem „modernen“ Motorsport und dem heutigen Alltag auf der Nürburgring-Nordschleife geworden ist, möchte ich mal zu einem kleinen Vergleich kommen, von dem es dann wohl heißen wird: Aber so kann man das doch nicht sehen! - Schau’n wir mal!

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24h-Rennen langfristig – nun bis 2028 – gesichert?

Die Aktion der zwei Akteure, Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG und des ADAC Nordrhein e.V., wirkt ein wenig wie das laute Rufen zweier Protagonisten, die sich in einem „dunklen Wald“ verlaufen haben. Noch kurz vor dem 49. 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife haben sie verkündet, gemeinsam jedes Jahr das 24h-Rennen bis einschl. 2028 auf der Rennstrecke in der Eifel durchführen zu wollen. Und vermelden den Abschluss eines entsprechenden Vertrages. Das soll allen die sich betroffen fühlen, Sicherheit geben. - Wenn man sich das anschaut, was in 2021 zwar als 24h-Rennen deklariert, der am Motorsport interessierten Öffentlichkeit aber dann geboten wurde, der muss daran zweifeln, dass es das 24h-Rennen im Jahre 2028 überhaupt noch geben wird! - Die aktuelle Form eines 24h-Rennens ist zu einer Farce verkommen, was durch die verzweifelten Versuche vieler Beteiligten unterstrichen wird, durch Erfolgs- und Jubelmeldungen zu verdecken, dass das 24h-Rennen in diesem Jahr eigentlich in seiner ganzen Art und Durchführung eine einzige  Katastrophe war.

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Die Tage werden länger – die 24h-Rennen kürzer!

24 Stunden sind ein Tag. Am letzten Wochenende war der Sonntag z.B. lt. Kalender 16 Stunden und 16 Minuten ein heller Tag und 7 Stunden und 44 Minuten Stunden dauerte die dunkle Nacht. Der Veranstalter hat es dann geschafft, in 9,5 Stunden – in einer Kombination von Samstag und Sonntag offiziell ein 24-Stunden-Rennen durchzuführen! - Eigentlich waren es jedoch nur zwei Sprintrennen. Eins davon ging über 6 Stunden, ein weiteres über 3,5 Stunden. Ganz im Sinne der Industrie! - Zufällig? - Offiziell ergab das nach einer besonderen „Kölner Rechnung“ ein 24 Stunden-Rennen. - Dessen Kosten konnten aber gerade dadurch für die GT3-Einsatzteams besonders niedrig gehalten werden. - Die Werke hatten aber auch schon durch die „Zuzahlung“ für die Fernseh-PR durch NITRO eine Menge Zusatzkosten. Der Veranstalter leistete für ein wohlfeiles Nenngeld von 6.446,50 Euro pro Teilnehmer (so niedrig natürlich nur bis zum  Vornennungsschluss!) schon etwas Besonderes, weil dessen Kosten durch die Pausen nicht geringer wurden! - Aber nichts ist von dem geblieben, was eigentlich mal den sportlichen Wert eines 24-Stunden-Rennens ausmachte. - Moderne Zeiten?

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4. Juni 2021: Lieber Leser!

Heute möchte ich nur kurz auf ein paar „Kleinigkeiten“ hinweisen, die mir zum Termin des 24h-Rennens am Nürburgring auf- und eingefallen sind. - Auch durch einen aufmerksamen Leser angeregt! - Manches hätte ich – kurz – unter „Aktuell“ vermelden können, aber dann wären meine Anmerkungen zu schnell verschwunden, weil das Neueste immer das Ältere verdrängt, ganz gleich wie „alt“ es ist. - Aber nun „zur Sache“:

Ich finde es gut, wenn man sich an Leute erinnert, die für Irgendetwas von Bedeutung wichtig waren oder durch besondere Leistung aufgefallen sind. So findet es durchaus meinen Beifall, wenn man sich jetzt aktuell noch einmal an Sabine Schmitz erinnert. - Eine sympathische Person, auch als Rennfahrerin von Bedeutung.

Aber wenn eine 24h-Veranstaltung auf der Nürburgring-Nordschleife zufällig vom 3. - 6. Juni ausgetragen wird, dann hätte man sich am 3. Juni auch an den Erbauer der Rennstrecke erinnern können, ohne den es an diesem Wochenende auch kein 24-Stunden-Rennen geben würde:

  • Dr. Otto Creutz wurde am 3. Juni 1889 in Köln geboren.

Er war nicht nur der „Motor“ beim Bau des Nürburgrings, sondern war auch der Mit-Initiator des allerersten Rennens, das praktisch von Adenau ausgehend durch ein interessantes Stück Eifel führte. Veranstalter war zufällig der ADAC in Köln. - Der Streckenverlauf des Rennens, das am 10. Juli 1925 durchgeführt wurde war:

  • Breidscheid – Döttingen – Virneburg – Boos – Kelberg – Breidscheid

Beim ADAC in Köln scheint man das vergessen zu haben. Nicht nur das Rennen „damals“, sondern auch den Geburtstag des Erbauers der Nordschleife, dessen Geburtstag gestern vor 132 Jahren war. Sein Todestag ist der 21. Februar 1951. Es wird aber – aus welchen Gründen auch immer – unterschlagen, dass er sich zu diesem Termin in einer Heilanstalt in Freiburg das Leben genommen hat!

  • Aber so ist das Leben! - So vergesslich (?) ist die Nachwelt!

Da in diesem Jahr das 49. 24h-Rennen am Nürburgring stattfindet, gäbe es eigentlich zum Zeitpunkt der 50. Veranstaltung in 2022 die Gelegenheit, sich mal an den Tuner und Besitzer des Gesamtsiegerfahrzeugs bei der ersten Austragung des 24h-Rennens 1970 zu erinnern:

  • Hans-Peter Koepchen, der bettelarm auf dem Friedhof eines Pflegeheims bei Blankenheim/Eifel begraben wurde. - Ein Opfer des Motorsports!

Er ist für mich unvergessen, weil er auch den Idealisten zuzurechnen war. Für die bleibt in unserer Gesellschaft immer weniger Luft zum Atmen. Hans-Peter Koepchen ist an Krebs gestorben. Bettelarm!

An seine Leistungen – und auch an sein Ende – wurde mal von Rainer Braun in einem seiner Fahrerlager-Bücher erinnert. - Das von Hans-Peter erlebte Ende wurde dort aber nicht in seiner ganzen realen Brutalität dargestellt. - Genau so, wie das Ende von Dr. Otto Creutz aus meiner Sicht immer ein wenig geschönt wird, der übrigens noch die Vornamen Ludwig Joseph vor Otto trug. -

Heute wird aber in jedem Fall mit einer Ehrenrunde von Johannes Scheid im„Eifelblitz“, einem nachgebauten Siegerfahrzeug des Jahres 1996, die „Königin der Nordschleife“, Sabine Schmitz, geehrt, die nach mehrjährigem Kampf gegen den Krebs erst in diesem Jahr Jahr – mit 51 Jahren viel zu früh – verstorben ist. -

  • Sabine wird bei mir auch so unvergessen bleiben, wie z.B. ein Hans-Peter Koepchen.

Ich habe auch nicht vergessen, dass ich den ADAC Nordrhein in Köln zweimal erinnern musste, sich doch der Grabpflege ihres ehemaligen Präsidenten Hans Bretz, der in Nürburg beerdigt ist, anzunehmen.

Der hat nichts unternommen. Die regelmäßige Grabpflege wurde aber dann von seiner Tochter sichergestellt.

Vielleicht war – was eigentlich eine Normalität sein sollte – dem ADAC Nordrhein in Köln nicht öffentlichkeitswirksam genug!

Moderne Zeiten!

Fortsetzung folgt!

Wilhelm Hahne

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Sind sich verformende Aerodynamikteile disruptiv?

Zugegeben: An diesem Titel habe ich lange gebastelt. Er sollte schon – spätestens nach dem Lesen dieser Geschichte – nachdenklich machen. „Sich verformende Aerodynamikteile“ sind derzeit in Verbindung mit der Formel 1 in aller Munde. Und alle tun so, als hätten sie zum ersten Male davon gehört. Rennfahrer, Teamchefs und Renningenieure dürfte deren Wirkung aber schon seit Jahrzehnten bekannt sein. So lange sind sie aber auch auf allen genannten Ebenen ein großes Geheimnis.

Mit „disruptiv“ ist das anders. Das ist ein neues Fremdwort, das auch Leuten mit echtem Doktor-Titel nicht unbedingt bekannt sein muss. Dr. Helmut Marko, der Mann der das „Red Bull“-Team eigentlich steuert, gehört wahrscheinlich dazu. Auch der Mann der das Mercedes F1-Team leitet, dessen Namen erst vor kurzer Zeit mit einer Ehrendoktorwürde „veredelt“ wurde, die ihn nun zum Dr. h.c. Torger Christian Wolff macht, müssten „sich verformende Aerodynamikteile“ aber auch bekannt gewesen sein. - Vielleicht sogar das Fremdwort „disruptiv“!

Ich erinnere mich, dass in der DTM schon vor Jahrzehnten, als deren Rennen auch auf dem „Großen Kurs“ in Hockenheim ausgetragen wurden, Mercedes-Einsatzfahrzeuge mit Heckflügeln ausgestattet waren, die so – wenn ich mich recht erinnere – bei 160 km/h auf der Anfahrt zur „Ostkurve“ und zurück zum „Infield“ abknickten, um eine höhere Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Den Heckspoilern konnte man das auch ansehen: Da wo sie jeweils abknickten, gab es einen matten und etwas heller wirkenden Streifen. - Sie waren entsprechend laminiert!

„Insider“ – und dazu gehörten natürlich Teamchefs und Rennfahrer – wussten natürlich darum. Aber alles war „geheim“. Nicht nur in der DTM – und bei Mercedes – wurde so „getrickst“! - Und die dummen Fachjournalisten haben nichts gemerkt?

Darum empfinde ich das derzeitige Theater um die „Entdeckung“ von „sich verformenden Aerodynamikteilen“ als eigentlich lächerlich. Spätestens wenn im Sport irgendwelche geschäftlichen Interessen Bedeutung erlangen, wurden Mitarbeiter dazu angeregt, in den „Grauzonen des Reglements“ fündig zu werden. - So kam man schon vor Jahrzehnten auf die „sich verformenden Aerodynamikteile“.

Sie wurden auch in Daytona und in Le Mans gefahren. Ich habe mich darüber amüsiert. Aber immerhin war der konstruktive Aufwand damals sehr hoch. Und die Berechnungen der Geschwindigkeiten, bei denen sich ein Heckflügel verbiegen musste, um dann – wie auch z.B. in Daytona – im „Infield“ wieder den notwendigen Abtrieb zu erzeugen, waren nicht so einfach.

In den Trainings waren dann die Rückspiegel der Fahrer so eingestellt, dass sie die Veränderungen am Heckflügel beobachten konnten, um den Ingenieuren so Hilfestellung geben zu können, dass das Abknicken auch bei der „richtigen Geschwindigkeit“ geschah.

Weil das Material „damals“ z.T. bei einem 24h-Rennen zu schnell „ausleierte“, wurden solche Teile auch - mit einem Schnellverschluss versehen - während eines Boxenstopps dann ausgetauscht. - Und niemand hat’s gemerkt?

Während in Daytona die „Abknickgeschwindigkeit“ bei ca. 200 km/h lag, war sie in Le Mans etwas höher angesiedelt, da man in den dort für die Rundenzeit sehr wichtigen „schnellen Ecken“ (z.B. „Porsche Esses“) schon viel aerodynamischen Abtrieb benötigt, wenn man schnell sein will.

Ich habe Achtung vor der guten schauspielerischen Leistung eines Dr. Marko (Jurist) oder eines Dr. h.c. Wolff (ohne abgeschlossenes Studium), weil es deutlich macht, dass nicht der Titel, sondern „Lebenserfahrung“ wichtig ist.

Was ich aber noch erklären muss: Das Fremdwort „disruptiv“ ist ziemlich neu. Im Fremdwörter-DUDEN von 1990 ist es z.B. noch nicht enthalten, obwohl dort schon auf dem Einband verkaufsfördernd angemerkt ist:

„Neuauflage mit über 1000 neuen Wörtern“

Ich habe „disruptiv“ für den Titel ausgewählt, weil dieses „moderne“ Fremdwort so schön vieldeutig und darum auf unterschiedlichen Gebieten „unterschiedlich“ wertend ist:

Eigentlich – ganz allgemein – könnte man es (weil aus dem Englischen kommend) mit „zerstörend“ übersetzen, aber – und das finde ich so toll:

  • eine „disruptive Innovation“ entsteht auf der Grundlage einer neuen Technologie und kommt gerade in unserem „digitalen Zeitalter“ immer öfter vor,
  • eine „disruptive Technik“ ist eine zerstörende Technik
  • und ein „disruptives Muster“ wäre z.B. eine „grobe Musterung“

Meine Leser können sich also etwas aussuchen. - Aber ein Dr. h.c. Wolff sollte nicht so tun, als wäre ein sich verformender Heckflügel – der übrigens den FIA-Normen entspricht (!) - nun etwas Besonderes.

Bei Mercedes sollte man schließlich Erfahrung mit der „zerstörenden, disruptiven Technik“ haben! Als Ehrendoktor der „Cranfield University“ sollte man so etwas wissen!

MK/Wilhelm Hahne
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Nürburgring: Gedanken vor dem 24h-Rennen 2021!

Eine neue Generation von Lesern kennt mich aus meinen Geschichten als Journalist, der nicht nur Fakten aneinander reiht, sondern sie auch mit einer Meinung verbindet und damit ab und an schon mal Hintergründe verdeutlicht, über die man heute gerne hinweg sieht. Wichtig scheint heute, wie sich etwas darstellt, nicht wie es dazu kam!

Ich habe darüber während eines gemütlichen Spaziergangs vom Parkplatz „Brünnchen“ hinüber zu „Posten 157“ („Wippermann“) nachgedacht. Das wenige Tage vor dem 24h-Rennen. Ich wollte mal nachschauen, wie weit denn die Vorbereitungen gediehen sind. Es werden zwar zum Rennen Zuschauer zugelassen sein, aber nicht an der eigentlichen Rennstrecke „Nordschleife“.

Eigentlich habe ich mir so nebenbei einen Eindruck verschaffen wollen, wie man denn als Spaziergänger im Waldgebiet um den Nürburgring daran gehindert werden sollte, auch einen Blick auf die „Nordschleife“ zu werfen. Denn viele Gebiete – nur wenige Meter von der Rennstrecke entfernt – sind gar nicht im Besitz des Nürburgrings. Mit einem Blick in die Unterlagen des Katasteramtes wird das jedem Interessierten deutlich, der zur Vorbereitung eines solchen „Spaziergangs“ einen entsprechenden zeitlichen Aufwand betreibt.

Im Bereich „Wippermann“ konnte man – auf dem Weg vom „Eschbach“ dorthin – z.B. eine Stelle ausmachen, von der man mit der Tele-Kamera einen sehr schönen, von keinem FIA-Zaun behinderten Blick auf die interessante Kurvenkombination am „Wippermann“ werfen und im Bild festhalten kann. - Ohne auf Grund und Boden des Nürburgrings zu stehen!

Hier habe ich schon gestanden, als noch Willi Bergmeister – leider schon verstorben – im Audi 80 oder vorher im NSU TT bei der ersten Links dort voll über die Curbs fuhr. Bei der folgenden Rechts-Bergab ist das eigentlich normal, zumal da das kurveninnere Vorderrad voll entlastet ist. - Wenn man schnell genug ist!

Aber ich war bei den 24h-Rennen der Vergangenheit (ab 1970) nicht immer nur Zuschauer. Ich war 1970 auch schon als Fahrer dabei. Damals mit dem wohl hubraumkleinsten Automobil, das jemals an einem 24h-Rennen teilgenommen hat: Mit einem Honda N 600. - Ich bin es zusammen mit meinem Bruder Bernd gefahren. (Leider auch schon verstorben.) Danach war ich noch elfmal am Start. (12 Starts, 10 Zieldurchfahrten.) Auf den unterschiedlichsten Tourenwagen, unterschiedlicher Fabrikate. Mit z.T. auch heute noch bekannten Fahrern und Journalisten-Kollegen.

Mit Rainer Braun und Luki Scheuer (auch schon tot), aber auch Heinz-Harald Frentzen, Marco Werner, die ich so auch besser kennen lernte. 1995 gab es zusammen mit meinem Bruder Bernd und Wolfgang Salvelsbergh dann auf einem Mühlner-Astra meine beste Platzierung: 10. im Gesamt. - Für das folgende 24h-Rennen in Spa ist dann zwar mein Bruder Bernd weggefallen, aber „Juppi“ Bermes hat dann zusammen mit Wolfgang und mir den Mühlner-Astra nicht nur zum Klassensieg, sondern auch auf den 2. Platz der Gruppe-N-Kategorie gesteuert.

  • So haben wir zusammen mit diesem Erfolg, beim 24h-Rennen in Spa für das Mühlner-Team – und Opel – dann die „European Community Challenge“ des Jahres 1995 und den entsprechenden Pokal gewonnen.

Es ist gut, wenn sich ein Spaziergang an einem schönen Streckenabschnitt der „Nordschleife“ mit so tollen Erinnerungen verbinden lässt. - „Juppi“ Bermes meinte noch vor Wochen, dass wir „damals wohl das lustigste Team“ dort waren, das sich der 24h-Herausforderung stellte. - Motorsport war für uns – trotz körperlicher Belastung – Entspannung vom beruflichen Alltag! - Wir hatten Spaß!

Wobei eigentlich meine Erinnerungen in Verbindung mit dem 24h-Rennen in der Eifel noch weiter – bis an die Anfänge – zurück reichen: Ein  großer Teil der ersten Ausschreibung ist von mir auf meiner Reiseschreibmaschine geschrieben worden. Die Idee zu einem 24h-Rennen hatte damals der 1. Vorsitzende des MSC Langenfeld, Peter-Paul Rutat (auch schon verstorben), der sie – weil da das Geld nicht reichte – zusammen mit dem damaligen Sportleiter des „reichen“ ADAC Gau Nordrhein, Willy Knupp (auch inzwischen tot) und mir zu einem funktionsfähigen Rennen entwickelte. Ich schrieb dann nieder, was uns so eingefallen war.

  • Zum Beispiel, dass so ein 24h-Rennen aus Sicherheitsgründen immer am längsten Tag (und der kürzesten Nacht!) des Jahres durchgeführt werden sollte!

Das ist später immer wieder vergessen worden. Weil eigentlich das „Geschäft“ immer mehr in den Vordergrund rückte und die sportliche Grundidee mehr und mehr „verwässert“ hat.

Schon 2019 habe ich mal eine Geschichte geschrieben, die mit „Motorsport in Deutschland: Von nun an geht's bergab!“ getitelt war. Die hatte den Breitensport – und damit die VLN – als Ausgangsbasis. - Aber die Entwicklung des 24h-Rennens verläuft auch nicht anders.

Was beim aktuellen 24h-Rennen der in den letzten Jahren erlebten Realität sehr nahe kommen wird, werden die Zuschauerzahlen sein.

  • Pro Veranstaltungstag dürfen in diesem Jahr 11.600 Zuschauer auf den Tribünen Platz nehmen, wenn sie nachweislich geimpft, genesen oder negativ getestet (Corona-) sind.

Denn um 200.000 zahlende Zuschauer beim 24h-Rennen waren bisher eine „Hochrechnung“ des  Veranstalters. - Noch niemals sind so viele Eintrittskarten verkauft worden.

Auch ich mache beim in den nächsten Tagen, dem vom 3. - 6. Juni ausgetragenen 24h-Rennen am Nürburgring lieber einen Spaziergang durch die wunderschönen Eifel-Wälder, werfe ab und an einen Blick ins Fernsehen – und mache mir so meine Gedanken!

MK/Wilhelm Hahne
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Eine Vertriebs-Vorstand:in steht nicht ihren Mann!

Der Titel soll der aktuellen Stimmung in unserer Gesellschaft entsprechen und auch schon deshalb nicht – wie auch andere folgende Fakten – als Provokation empfunden werden. Den Motor-KRITIK-Lesern sollen sie eine Ergänzung ihrer bisherigen Informationen sein, für die direkt Betroffenen – eine Dame, viele Herren – sollten sie nach Möglichkeit einen Denkanstoß bedeuten. - Es geht um Veränderungen – geplante, sinnige und unsinnige – die in der Organisation eines der wichtigen deutschen Automobilhersteller von Bedeutung sind, bzw. eine Bedeutung erlangen sollen: Wenn sie denn umgesetzt werden! Ich meine damit die Daimler AG, bzw. die Produkte der Mercedes-Benz AG, die u.a. nun getrennt nach Personen- und Lastkraftwagen einen immer größeren Anteil am Verkehrsgeschehen erhalten sollen. Das soll dann auch der Aktienentwicklung dienen, die von ihren „Großbesitzern“ – u.a. davon um 15 Prozent Chinesen – voller Vorfreude beobachtet werden. Leider verläuft dazu eine andere Entwicklung nicht parallel und ist damit – aus Motor-KRITIK-Sicht – ziemlich kontraproduktiv. Da sie den Vertrieb und deren Organisation betrifft, ist dafür – zumindest auf dem Papier – eine Dame im Vorstand verantwortlich. Die wird allerdings – zumindest von mir – als „Getriebene“ empfunden, die vom neuen Vorstandsvorsitzenden befeuert, zwar entsprechend reagiert, sich aber nicht der erforderlichen und wichtigen Diskussion mit ihren Vertragspartnern stellt. - So komme ich zu dem Titel:

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„Was haben Sie eigentlich gegen e-Automobile?“

Das werde ich immer wieder gefragt. Dabei habe ich niemals etwas gegen eine Entwicklung gehabt, die unsere Gesellschaft weiter bringt. Auch ich habe so – das war schon vor gut 5 Jahrzehnten – immer nach dem Faden gegriffen, an dem eine bessere Zukunft für eine vernünftige Fortbewegung hängen sollte. - Wenn 1899 zum ersten Mal ein Geschwindigkeitsweltrekord für Automobile aufgestellt worden war, bei dem der Rekordwagen von zwei Elektromotoren (á 25 PS!) angetrieben, dank derer die – damals – unglaubliche Geschwindigkeit von 100 km/h überschritten wurde, so ist das für mich kein Grund, heute ein Automobil mit einem Elektromotor als normalen Kaufgegenstand zu favorisieren. Wenn sich ein e-Automobil nur „zwangsweise“ unters Volk bringen lässt, weil das Konzept insgesamt nicht überzeugend ist, dann ist das zwar aus Sicht mancher Bürger nicht positiv, aber doch im Fall der aktuellen e-Automobile eine Realität. Nun sollte man aber nicht den Druck auf den Verbraucher weiter erhöhen, sondern an Verbesserungen – oder Alternativen – arbeiten. Heute werden Rekordwagen von Düsentriebwerken angetrieben. Aber das ist auch keine Lösung für den Alltagsverkehr! - Auch SUV’s nicht! - Wenn ich – damals wie heute - etwas nicht verstanden habe, habe ich das auch – unmissverständlich – als Journalist zum Ausdruck gebracht. - Darum ist die immer wieder an mich gestellte Frage wirklich nicht angebracht:

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„smart“ = Sierra, Mike, Alfa, Romeo, Tango!

So wird der Name nach dem ICAO/NATO-Alphabet buchstabiert. Eigentlich charakterisiert das die Marke auch ziemlich gut, obwohl man aktuell vielleicht eine asiatische Buchstabier-Tabelle nutzen sollte, denn der „neue smart“ wird uns in Zukunft aus China zugeliefert werden. Nur noch als e-Automobil. Allerdings würde wahrscheinlich der Schweizer Visionär Nicolas Hajek im Grab rotieren, wenn er wüsste, was aus seiner Grund-Idee geworden ist.

Allerdings hat man in Stuttgart mehr als 10 Jahre – nach seinem Tod – gewartet, bis man die vielfach zerfledderte Grundidee des Schweizer Unternehmers, der auch Gründer der „swatch“-Gruppe war, zumindest mit einem e-Automobil wieder aufgenommen hat. Das hat aber sonst nichts mehr von der Idee, die Nicolas Hayek vor Jahrzehnten der deutschen Automobilindustrie verkaufen wollte. Hayek hatte z.B. auch an eine auswechselbare Karosserie – wie bei den „swatch“-Uhren – gedacht. Natürlich sollte es ein e-Automobil werden. Klein – und ideal für die Stadt!

Ferdinand Piech (VW) hat abgewinkt. - Das ist jetzt 23 Jahre her. - Mercedes hat das Thema aufgegriffen. Man hatte schließlich auch Chrysler gekauft. Dass die „Hochzeit im Himmel“ den Stuttgarter Konzern 34 Milliarden Euro gekostet hat, dürfte bekannt sein; wie hoch die Verluste sind, die das Unternehmen mit dem Projekt „smart“ bis heute eingefahren hat, ist unbekannt.

Aber man hat sich aus Lothringen verabschiedet, hat zusammen mit der Geely Holding Group im Dezember 2019 ein „Joint Ventures“ in China gegründet, das den Namen „smart Automobile Co. Ltd.“ trägt. Und nun soll das erste Produkt aus dieser Firma alles verkörpern…

„wofür die Marke steht – progressives Design, Innovation, Hightech und batterieelektrisches Fahren.“

So steht es in der ersten Pressemitteilung der Firma. Es ist auch eine Zeichnung beigefügt, die eine Ahnung davon vermitteln soll, was noch in diesem Jahr – zur IAA Mobility 2021 – vorgestellt wird. - Das Fahrzeug baut auf einer chinesischen Plattform von Geely, der SEA-Hightech-Plattform  (Sustainable Experience Architecture) auf. Man schreibt dazu:

„smart wird erwachsen, von einer Ein-Auto-Marke im Mikro-Segment zu einer Marke mit einem Multi-Produkt-Portfolio, beginnend mit einem kompakten eSUV.“

Natürlich habe ich auch beim Lesen gestutzt. - Ein SUV? - Dann habe ich mir das Foto herunter geladen, das durch eine Zeichnung vom kommenden Modell einen ersten Eindruck vermitteln soll. - Weißer Hintergrund mit schwarzen Zeichenstrichen! - Das habe ich natürlich sofort gewandelt in Schwarz, mit weißen Strichen. - Als alter Mann in der Provinz lebend weiß ich natürlich, was man in China bei Festen und Feierlichkeiten nicht Tragen sollte: Weiß! - Weiß ist die Farbe des Todes und der Trauer! - Da habe ich das Foto natürlich sofort den europäischen Verhältnissen angepasst.

  • Wenn man in dem chinesischen „Joint Ventures“ ein neues Modell in Weiß vorstellt, muss man es in Deutschland in Schwarz vorstellen. - Offenbar empfindet man den smart eSUV in China als eine Art Trauerfall!

Gorden Wagener,  der „Chief Design Officer“ der Daimler Group gibt sich dagegen ganz begeistert:

„Wir haben die großartige Gelegenheit genutzt, um die Marke neu zu erfinden. Unser eSUV-Konzept verkörpert die gesamte neue DNA von smart. Es ist ein visionärer Ansatz, der eine neue Identität für die Marke schafft. Schöner, sportlicher und viel cooler als zuvor. Ikonen wie dieses Konzept haben das Potenzial, smart zu einer führenden Designmarke zu machen.“

Ich dagegen erinnere mich an einen Joke, den ich mir mal 1998 geleistet habe. Damals habe ich mir zum Thema „smart“ ein Interview einfallen lassen, in dem es folgende – erfundene – Textpassage gab. Ich lasse den Stuttgarter Firmenchef sagen:

„Wir werden mit dem Smart für den Kunden einen postmateriellen Wert schaffen, was seine Gesamtbefindlichkeit auf postkopernikanische Höhen heben wird, aber gleichzeitig wird das - und das ist nicht unwichtig - den uns entstandenen wirtschaftlichen Schaden in der Anlaufphase des Super-Projekts minimieren helfen.“

Aus Spaß wird nun ernst! - Die e-Offensive von Daimler/Mercedes rollt. - Nun auch von China aus zu uns herüber.

Hätte ich doch das Foto in Weiß übernehmen sollen? - Ich sehe Schwarz!

MK/Wilhelm Hahne
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BMW: Robotern nacheifern heißt unmenschlich werden!

Nicht alles was „modern“ scheint ist gut und richtig. Da genügt ein Blick hinüber nach „Social Media“. Aber das ist die Welt in der wir leben. Und die Industrie – auch die Automobilindustrie – passt sich in ihrer Organisation an. Man organisiert um, wird digitaler, folgt dem Ruf der Einser und Nullen, strafft, streicht, spart. Dass dabei die Zunft der Journalisten durchs Raster fällt, wird hingenommen. Schließlich versucht man doch nur die Kommunikation zu verbessern, d.h. die eigene Marke, die eigenen Leistungen besser aussehen zu lassen. - Wie das im Fall Daimler/Mercedes aussieht, wurde hier schon beschrieben. Aber auch bei BMW verschließt man sich nicht dem „Fortschritt“. Wie der Generalbevollmächtigte der BMW Group es formuliert: Man spielt das volle Potential aus! - Da habe ich dann eine Anfrage an die BMW-Presseabteilung gerichtet, die am Montagmorgen dort gelesen werden konnte. Jetzt nach Ablauf von drei Werktagen habe ich weder eine Eingangsbestätigung noch eine Antwort erhalten. Zu Zeiten eines Richard Gaul als Pressechef bei BMW musste ich rd. 20 Minuten nach einem Anruf auf einen Rückruf warten. Zu Zeiten eines Günther Klusmeyer erhielt ich meistens von ihm sofort eine qualifizierte Antwort auf meine oft die Technik betreffenden Fragen. - Wen interessiert heute noch die Technik eines Automobils? - Höchstens den Käufer, der damit Ärger hat! - Aber Rückrufe werden heute in den Firmen als Mittel zur Verbesserung des Kundenkontakts empfunden. Auch da spielt man – um die Worte des BMW-Generalbevollmächtigten zu verwenden – das volle Potential aus. - Weil ich die Wartezeit auf eine Antwort aus der BMW-Presseabteilung überbrücken musste, habe ich mich mal mit einem der neu dort aufgetauchten „Meister des Digitalen“ befasst. Der kommt von Daimler/Mercedes, ist mir schon dort z.B. dadurch aufgefallen, dass er die Prospekte weg rationalisierte. -  Passt er nun ins Bild einer Firma, die sich von regionalen „Motoren-Werken“ zu einer internationalen  Motoren-“Group“ entwickelte? - Es scheint bei BMW in dieser Richtung weiter zu gehen. - Aber man sollte in München nicht vergessen:

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